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H»tâ«»bru<r und verleg der Buchdruckerei de» verein.
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n. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches
für Stadt- and Landkreis Sanan.
Die süchMfp⻫ Petittni« »ec deren Stant * Wz, im P-NmvenUii die AM Ach
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bcaatmorti. Red«»««: 9. Tch nitt A frrtrt
S?L 197 Fernsprechanschlitß Nr. 605.
Dienstag den 24. August
F-rnsprechavschlttß Nr. 605. 1909
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
In dem eingemeindeten Bezirk K e s s e l st ad t wird der auf den Grundstücken entstehende Kehricht von einer großen Anzahl der Einwohner an den regelmäßigen Abfuhrtagen nicht zur Abfuhr bereitgestellt.
Ich mache darauf aufmerksam, daß nach den Vorschriften der Pvlizeiverordnung betreffend die Abfuhr des Haus- und Straßenkehrichts vom 20. Oktober 1900 nur diejenigen Grundstücke von der Kchrichtabfuhr ausgeschlossen sind, deren Besitzer von der unterzeichneten Behörde die Erlaubnis erhalten haben, den Kehricht zur eigenen Verfügung zurückzu- behalten, sowie die Grundstücke, auf denen von der Abfuhr ausgeschlossener Kehricht — Steine, Bauschutt, größere Mengen von Papier oder Tapeten, Stroh, Heu oder dergl., die Abfälle (insbesondere Asche) von Fabriken und Maschinenräumen, sowie Verbandstoffe und dergl. aus Krankenanstalten — gewerbsmäßig entsteht. Die Aufbewahrung des Kehrichts in noch vorhandenen Aschen- und Kehrichtgruben und ebenso in anderer Weise als in den nach der Polizeiverorduung vorgeschriebenen Behältern ist untersagt.
Im Interesse der geregelten Kehrichtabfuhr werden die säumigen Einwohner aufgefordert, den fortzuschaffenden Kehricht vom nächsten Abfuhrtage ab in vorschriftsmäßiger Weise zur Abfuhr bereit zu stellen, widrigenfalls Bestrafung tintreten muß.
Hanau den 5. Juli 1909.
Königliche Polizei-Direktion.
P 7263 Frhr. v. Laur.
Landkreis Fjanau.
Unter den Schweinen in Windecken ist die Schweineseuche festgestellt.
Hanan den 24. Auglist 1909.
Der Königliche Landrat.
V4691 I. A.: Hartmann, Krcissekretär.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Kastanienernte auf den Straßen der Stadt Hanau (einschl. Kesselstadt) soll am
Freitag den 27. August -. I., vormittags 9 Uhr, im Geschäftszimmer der Stadthauptkasse, Rathaus, Zimmer Nr. 4, öffentlich meistbietend versteigert werden. '
Hanau den 23. August 1909.
Stadthauptkaste. 19167
Von der „Ila".
II.
Aus den Ballonstoffen werden nun Ballons von allerlei Art gefertigt. So bringen uns die nächsten Schritte zu den Ständen der Ballonfabriken, von denen an allererster Stelle die große Ballonfabrik von Riedinger in Augsburg genannt werden muß. Da werden wie Modelle, ausgestellte Maschinen nnd recht anschauliche Abbildungen dartun, die Ballonstoffe auf riesigen Tafeln passend geschnitten, auf besonderen Nähmaschinen genäht und schließlich in den Nähten nachgummiert und nachvulkanisiert. So _ entsteht beispielsweise der einfache Stoffkörper deS Kugelfreiballons. Aber auch die Drachenfesselballons, die Körper der unstarren Motorluftschiffe und die EinsatzballonS der Zeppelinen kommen aus diese Weise zustande.
Aber mit dem einfachen Stoffkörper ist es noch lange nicht getan.
Allein zum einfachen Freiballon gehört noch eine erstaunliche Menge von andern Dingen. Diese zu beschaffen oder herzustellen, ist Sache der Ballonfabriken. So finden wir bei Riedinger zahlreiche Konstruktionen von Ballonventilen, die in den oberen Pol deS Ballons eingesetzt werden. Wir finden ferner Schnurnetze, die in einer besonderen Netzweberei hergestellt werden. Vom Netz führen die End- oder Auslaufleinen zum Ringe, und an diesem hängt der Korb, von Laien auch wohl gelegentlich als Gondel bezeichnet. Und zur vollen Ausrüstung des Korbes gehören wiederum besondere Dinge, beispielsweise ein schweres Schleppseil und ferner das große Heer der physikalischen Apparate, wie Barometer und Thermometer, zum Teil für die Luftschiffahrt überhaupt unentbehrlich, zum Teil doch dann nötig, wenn man nützliche meteorologische Aufzeichnungen über den Verlauf der Fahrt machen will. m ,
Wenn wir die hier ausgestellten Ballvnkorbe betrachten, wird uns erst klar, was eS heißt. 48 oder gar 72 Stunden in solchem Kasten auszuharren. Da sind Körbchen für nur einen Fahrer, in denen der normale Sterbliche auch auf festem Lande nach einer Viertelstunde die Platzfurcht bekommen würde. Aber auch die Körbe für zwei oder drei | Fahrer sind recht eng, und mit Bewunderung sieht man.
Zwangsversteigerung.
Das Verfahren zum Zwecke der Zivangsversteigerung der in Rüdigheim belegenen, im Grundbuche von Rüdigheim Band IV Blatt 214 auf den Namen des Lorenz Alt, Georgs Sohn, eingetragenen Grundstücke wird aufgehoben, da der Versteigerungsantrag von dem Gläubiger zurück- genommen ist.
Der auf den 27. August 1909 bestimmte Termin fällt weg.
Hanau den 18. August 1909.
__________Königliches Amtsgericht 5. 19205
Gefundene und verlorene Gegenstände m
Gefunden: 1 rotbraunes Portemonnaie mit Inhalt, 1 kleiner gelber Kinderschuh (in Wilhelmsbad), 1 Armband mit 4 roten Steinchen (im Kaiserhof), 1 silberne Herrenuhr Nr. 84165 ( auf dem Bureau der Firma Georg Müller), 1 schwarzer Damengürtel mit runder Schnalle, 1 Türdrücker von einer Chaise.
Liegen geblieben bei S. Wronker: 1 Aermel- Bügelbrettchen und 1 Dose Schuhcreme. Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 goldene Brosche, 1 älteres Fahrrad (in der Eberhardstr. stehen lassen), 1 Monatsnebenkarle für Marta Opificius zur Fahrt Hanau-West—Frankfurt a. M.- Ost, 1 Brosche mit Herrenphotographie.
Hanau den 24. August 1909.
PolitiTcbe Rundschau.
Die Ausarbeitung des preußischen Staats- haushaltsetats für 1910, zu dem die Einzelressorts ihre Neuforderungen bis zum 1. September einreichen müssen, wird demnächst vom Finanzministerium . in die Hand genommen werden. Die geschäftliche Behandlung der Neuanmeldungen wird, wie gewöhnlich, vor sich gehen. Schriftliche und mündliche Auseinandersetzungen, auch kommissarische Verhandlungen werden von Anfang September ab sich ad- lösen, damit das umfangreiche Werk zu Stande gebracht wird. Man kann damit rechnen, daß der Etat vor Weihnachten fertiggestellt sein wird. Er wird dem Landtage dann, wie auch früher, vor Mitte Januar des nächstfolgenden Jahres unterbreitet werden können. Auch der nächstjährige preußische Staatshaushallsetat wird wesentlich durch die Ausgaben beeinflußt werden, die für die Beamten-, Lehrer- und Geistlichenbesoldungserhöhungen notwendig geworden sind. Gewiß sind für diese Zwecke auch Einnahme- erhöhungen bereits bewilligt worden. Sie werden bei den
wie eS trotzdem noch möglich geworden ist, in diesen Dingern durch zum Teil umklappbare Wände ziemlich raffinierte Schlafgelegenheiten zu schaffen, Schlafgelegenheiten, bei denen sich der einzelne Mann lang ausstrecken kann, aber freilich feine Beine bis gut zum Knie über einen gelegentlich 5000 Meter - tiefen Abgrund hinausstrecken muß.
Unter den wissenschaftlichen Apparaten kann es den Laien besonders interessieren, was unter der Hand der Wissenschaftler aus dem guten alten Thermometer geworden ist. Da finden wir Aspirationsthermometer, nach Aßmann. Das Thermometer mit geschwärzter Kugel ist in einem Blechgehäuse eingeschlossen, das es vor jeder Sonnenstrahlung schützt. Ein kräftiges Uhrwerk treibt einen kleinen Ventilator, der die frische Lust in ständigem Strahle durch die Blechhülse an der Thermometerkugel vorbei saugt. Zu allem Ueberfluß wird das Thermometer noch an einer etwa drei Meter langen Stange zur Gondel herausgehängt, um alle strahlenden oder wärmenden Einflüsse des Ballons auszuschalten.
Nur so, sagen die Wissenschaftler, ist es möglich, die genaue Temperatur der Luft zu messen, und in der Tat zeigen sich recht häufig ganz enorme Unterschiede zwischen den Abmessungen einfacher Thermometer in der Gondel. Eines, daS von der Sonne getroffen wird, steigt bis auf 80 Grad Wärme, ein anderes, das zwar im Schatten, aber dicht unter dem durch die Sonnenstrahlung stark erwärmten Ballon hängt, hat noch 15 Grad Wärme, und das Aspirationsthermometer gibt dazu eine Lufttemperatur von vielleicht 0 Grad an. Man sieht also, daß selbst scheinbar so einfache Dinge wie ein Thermometer dem Forscher ziemlich viel Kopfzerbrechen machen können.
Verlassen wir nun den Freiballon und wenden uns den Motorluftschiffen zu. Hier sieht die Gondel etwas anders aus, als der einfache Korb. Sie enthält ja den Motor, das treibend Element, gewissermaßen die Seele des lenkbaren Luftschiffes. Denn mit dem Motor steht und fällt ja daS ganze Problem des Lenkfluges. Wurde doch das lenkbare Luftschiff in dem Augenblick lebensfähig, da der Automobilis- muS den leichten kräftigen Motor glücklich hcrstellte. So haben denn auch die größeren Automobilfabriken beinahe ausnahmslos den Bau besonderer Luftschiffmotoren aufge- j nommen, und in den Ständen der Daimlerwerke, der neuen
Ansätzen für die Einkommensteuer, für die Vermögenssteuer und für die Stempelsteuer im nächstjährigen Etat zur Erscheinung kommen. Man wird aber nicht vergessen dürfen, daß diese Einnahmeerhöhungen bei weitem nicht den Ausgabesteigerungen, die die Besoldungserhöhungen im Gefolge haben, gleich sind, vielmehr hinter ihnen stark Zurückbleiben. Der nicht durch die neuen Einnahmen gedeckte Teil des Ausgabezuwachses wird aus den bisherigen Einnahmequellen gedeckt werden müssen. Nun ist es ja erfreulich, daß, wie die letzten Einnahmeausweise erkennen lassen, die erste preußische Einnahmequelle, die Eisenbahnverwaltrmg, wieder steigende Erträge abzuwerfen beginnt, und deshalb auch für 1910 wenigstens nicht, wie dies beim Etat für 1909 notwendig gewesen ist, mit einer Minderung des Einnahmeansatzes der Eisenbahnen gegenüber dem Vorjahre zu rechnen nötig sein dürfte. Jedoch wird man nicht vergessen dürfen, einmal, daß die Eisenbahn in letzter Zeit wegen der außer- I gewöhnlichen Steigerung ihrer eigenen Ausgaben weit weniger Muiel für die allgemeine Staatsverwaltung zur Verfügung zu stellen in der Lage war, wie früher, und auch aus btm gleichen Grunde bleiben wird, und sodann, daß, wenn die letzljährige allgemeine ungünstige Lage der preußischen Finanzen zu einer günstigen umgestaltet werden soll, dazu schon ganz beträchtliche Einnahmeerhöhungen nötig sein werden. Mit derartigen Steigerungen der Einnahmen bei der Eisenbahn dürfte man aber wohl für eine nahe Zeit kaum rechnen können. Kurz, an eine Gestaltung der preußischen Finanzen, die als durchaus günstig bezeichnet werden konnte, ist noch nicht zu denken. Daraus ergibt sich aber die Konsequenz, daß bei der Ausarbeitung des nächstjährigen Staatshaushaltsetats der Grundsatz äußerster Sparsamkeit aufrechterhalten werden muß. Nur die durchaus notwendigen Neuausgaben werden im nächsten Etat ihre Stelle finden. Daß darunter die Kulturentwicklung nicht leiden wird, ist selbstverständlich, da für Kirche, Schule und Kunst die preußischen Etats stets auch unter ungünstigen Verhältnissen Neuausgaben aufzuweisen in der Lage waren.
Techniker im Verwaltungsdienst. Der Verein deutscher Ingenieure hat an die Jmmediatkommisfion zur Vorbereitung der Verwaltungsreform eine Eingabe gerichtet, in der er dafür eintritt, daß auch Absolventen der technischen Hochschulen die Berechtigung erlangen, im höheren Verwaltungsdienste in gleicher Weise ausgebildet zu werden, wie die von der Universität kommenden Anwärter, und daß sie dann auch bei der Besetzung der höheren Verwaltungsstellen Berücksichtigung finden. Der Verkehr der verschiedenen Berufen zustrebenden Männer würde für beide Teile wertvolle Anregungen darbieten.
Präsident Fallières unterzeichnete ein Dekret, wodurch verschiedene wegen Preßvergehens bezw. wegen politischer
Automobilgesellschaft und zahlreicher anderer Firmen können wir jene gewaltigen und doch so leichten Maschinen bewundern, die pro Perdestärke nur noch etwa 4 Kilogramm wiegen und die Fahrzeuge der Zukunft durch das blaue Lustmeer dahintreiben werden. Ausnahmslos sind es Benzinmotoren, gewöhnlich vier bis acht Zylinder hintereinander, die im Viertakt auf eine gemeinsame Kurbelwelle arbeiten. Von den Einzelteilen kommen wir dann zu den kompletten Luftschiffen. Im Modell sind sie so ziemlich alle vertreten, von den ersten Modellen von SantoS Dumont bis zu den Maschinen der Parseval und Zeppelin. In zierlichen Vitrinen schweben sie da vor unsern Augen. Aber einige sind auch in Lebensgröße vorhanden, so z. B. das große Luftschiff der Kölner Firma Clouth, deren Stand auch die komplette Fabrikation der Ballonstoffe zeigt, und ferner das letzte Schiff derMotor- luftschiffstudiengesellschaft nach dem System Parseval. Damit aber kämen wir bereits zu jenem Teil der Ausstellung, der den Betrieb der Flpgmittel zeigt. Vorher jedoch wird eS sich empfehlen, noch die Konstruktionen der Schwerer-als-die-Luft- Maschinen anzusehen. D.
Kunst und Leben.
Das tragische Ende eines ventschen Schriftstellers in Newyork. Max Mansfeld, der Gründer und Heraus- qeber der kürzlich eingegangenen Zeitschrift „Plattdeutsch, Post", hat in Newyork wegen Nahrungssorgen dadurch Selbstmord verübt, daß er Leuchtgas einatmete. Er war einer der bekanntesten Deutschen Amerikas und einst Mitdirektor des Jrvingplace-Thealers. Mansfeld ist 61 Jahre alt geworden. Er stammte aus Altona. — Max Mansfeld, der vierzig Jahre lang in Amerika für die deutsche Sache, besonders aber für seine plattdeutschen Landsleute gewirkt hat, ist 1904 in Berlin wiederholt am Vortragspulte erschienen. Er hat bei dieser Gelegenheit auch über seine Erinnerungen an den Feldzug 1870/71 gesprochen. Mansfeld, der jung auswanderte, war zu Beginn des Krieges von Amerika nach Deutschland zurückgekehrt und hatte beim 2. Schlesischen Grenadier-Regiment Nr. 11 deu Feldrug mit. gemacht.