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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Zanan.

Die fHS^^t PMtzeüe »der Meta XE Ä U^

w. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der S»mt» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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N l. 187 F-rnsprech«ttschlutz Nr. 605»

Donnerstag den 12. Augnst

Ferusprechanschlutz Nr. 605» 1909

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

Unter den Schweinen in Wachenbuchen ist die Schweine­stuche festgestellt.

Hanau den 11. August 1909.

Der Königliche Landrat.

V 4485 I. A.: Hartmann, Kreis sekretâr.

Unter Bezugnahme auf meine in Nr. 112 desHanauer Anzeigers" abgedruckte Verfügung vom 12. Mai d. Js., J.-Nr. 2393 Â, ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteber für umgehende Ablieferung der Hundesteuer an die hiesige Kreiskommunalkasse Sorge zu tragen.

Hanau den 10. August 1909.

Der Königliche Landrat.

A 3604 Frhr. v. L au r.

Jinpfordnung.

Im Anschluß an meine Kreisblatt-Verfügungen vom 15. April A 1645 und 13. Mai er. A2417 bringe ich hiermit die Impftermine für die Orte Wachen- buchen, Wilhelmsbad und Philippsruhe mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß die Bestimmungen meiner Kreisblatt-Bekanntmachung vom 15. April cr. ihre Gültigkeit behalten.

In Wachenbuchen mit Wilhelwsbad und Philippsruhe

Ampflokal: Rathaus in Wachenbuchen am 16. August 1909. nachmittags M, Uhr, Erstimpfung

- 16. 4 Wiederimpfung

, 23. - 31/a Nachschau der Erst­

impfung

23. 4 Nachschaud. Wieder­

impfung.

Hanau den 10. August 1909.

Der Königliche Landrat.

A 3591 Frhr. v. Laur.

Das Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 wird vom 18. August bis 19. August 1909 einschl ein Schießen mit scharfen Patronen im Gelände nordwestlich Mittelbuchen abhalten.

Schußrichtung: Von der Straße MittelbuchenKilian­städten, etwa 1 km nordwestlich Mittelbuchen, allgemeine Richtung gegen den Schäferküppel.

Das Schießen wird jedesmal um 7 Uhr vormittags be­ginnen und etwa um 4 Uhr nachmittags beendet sein.

Das Gelände, welches begrenzt wird durch die Straßen KilianstädtenMittelbuchen, Verbindungsweg Mittelbuchen

Die letzten Tage von Messina.

Roman von Erich Friesen. \

@3. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Kein Laut kommt über die Lippen der Russin. Nur tiefe Blässe überzieht ihre Wangen,

Ja, ich bin Mercedes Mutter I" wiederholt Dolores fest.

Madame Orloff ist aufgestanden und tritt ans Fenster. Augenscheinlich ist auch sie tief erregt.

Wie können Sie das beweisen?" fragt sie nach einer Weile schroff.

Wollen Sie mir ruhig zuhören, Madame?"

Reden Sie!"

Und Dolores erzählte ihr ganzes trauriges Schicksal. Nichts verschweigt sie, auch nicht den Tod des Vaters der Kindes. Nur die Art, wie er diesen Tod fand dies Be- kenntnis bringt sie nicht über die Livpen.

Was gedenken Sie nun zu tun?" fragt die Russin kalt, als Dolores ihre Erzählung beendet hat.

»Mein Kind reklamieren."

»Und wenn ich es Ihnen nicht gebe?"

»Wie? Sie wollten"

»Ich habe Mercedes adoptiert, sie ist rechtskräftig mein Kind. Sie nennt michMutter". Was könnte mich be­wegen, sie einer anderen zu überlassen"

Diese andere ist die leibliche Mutter, Madame!"

Ich aber habe sie erzogen, habe sie gepflegt, wenn sie krank war, habe sie zu dem gemacht, was sie ist zu einer musikalischen Größe! . . . Und was mehr ist ich liebe Mercedes. Nicht zum zweiten Male will ich mein Kind verlieren."

Dolores ist aufgesprungen. Ihr Atem geht schwer.

Sie wollen mir mein Kind vorenthalten jetzt, nachdem ich es nach jahrelangem Suchen endlich gesunden?" ruft sie mit zuckenden Lippen.Ich habe nichts mehr auf der Welt als Mercedes. Während Sie, die große Künstlerin Mercedes fühlt sich bereits zu mir hingezogen. Die Stimme des Blutes hat sich auch bei dem Kinde geregt. O Ikabame.

Wachenbuchen, Straße WachenbuchenNiederdorfelden und NiederdorfeldenKilianstädten darf während des Schießens nicht betreten werden.

Die Straßen Kilianstädten Mitielbuchen Wachen­buchenNiederdorfeldenKilianstädten können passiert werden.

Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Hanau den 11. August 1909.

Der Königliche Landrat.

M. 2873. Frhr. v. L a u r.

Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Die Liste der Stimmberechtigten für die Stadtverordneten- wahlrn liegt nach Vorschrift des § 22 der Städteordnung vom 15» bis 30» August d. I., werktäglich von vor­mittags 8 bis 121/» Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr, im Rathaus, Zimmer Nr. 2, offen für den Bezirk Kesselstadt im Gemeindehaus« zu Hanau-Kesselstadt.

Während dieser Zeit kann jeder Stimmberechtigte gegen die Richtigkeit der Liste bei uns Einspruch erheben.

Wir machen noch darauf aufmerksam, daß nach einer Entscheidnng des Oberverwaltungsgerichts etwaige Vermerke in der Wählerliste über das Ruhen des Wahlrechts nur durch rechtzeitig erhobenen Einspruch beseitigt werden können.

Hanau den 9. August 1909.

Der Magistrat.

Hild. 18313

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des am 21. Dezember 1908 gestorbenen Rentners August Wenzel in- Hanau wird auf Antrag des Verwalters zwecks Ge­nehmigung der Gläubigerversammlung zu der Veräußerung der Grundstücke des p. Wenzel:

Hanau G zu 339/236 Nordstraße, Hofraum, 42 qm,

G zu 339/236 rc. daselbst Hofraum 2 qm, aus freier Hand an den Zinngießer Konrad Schön hier für 2600 Mk., Termin anberaumt auf den

3. September 1909, vormittags 10 Uhr.

Hanau den 5. August 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 18468

Konkursverfahren.

Ueber den Nachlaß der am 20. Mai 1909 verstorbenen Witwe des Gastwirts Christian Schütz, Elise geb. Ratttenhans, in Hanau ist heute am 11. August 1909, Madame I Haben Sie Mitleid mit mir! Geben Sie mir mein Kind!"

Immer heftiger, immer leidenschaftlicher ringen sich die Worte von den Lippen der furchtbar erregten Frau.

Es ist das letzte, um das sie kämpft im Leben! DaS einzige, das ihr daS Leben noch lebenswert macht!

Ihr Kind! l

Sie sinkt vor der Russin nieder und hebt flehend die Hände zu ihr empor.

Madame Orloff hat sich abgewandt und der unglücklichen Mutter ist es, als kämpfe auch sie einen schweren Kampf.

Als die Russin gleich darauf Dolores ihr Gesicht wieder zuwendet, ist es ruhig und ernst.

Madame," sagt sie sanft, Dolores die Hand reichend," wir kämpfen beide um denselben Gegenstand. Wir haben gleiche Rechte an das Kind. Ueberlassen wir die Wahl Mer­cedes selbst! Wir bleiben noch drei bis vier Wochen in Rom. Besuchen Sie uns, so ost Sie wollen unter der Be­dingung, daß Sie dem Kinde nicht sagen, wer Sie sind. Mercedes ist leidend, nervös, exaltriert die Aufregung könnte verbängniSvoll für sie werden. Bevor wir Rom ver­lassen, wollen wir die Frage an sie stellen, wem sie folgen will Ihnen oder mir! Sind Sie damit einverstanden?

Ja, Madame. Ich danke Ihnen!"

Ein Händedruck, ein wehmütiges Lächeln und die beiden Frauen gehen auseinander.

Im Nebenzimmer aber schläft Mercedes tief und fest nach den gestrigen Aufregungen und träumt von verfremden schönen Frau mit den flammenden Augen und den lächeln­den Lippen.

21.

Wochen sind vergangen . . .

Bernardo Morgano und seine Tochter haben daS kleine Gartenhaus im Park der Villa Mirando geräumt und sind zu Pia gezogen. *

Als Dr. Röder damals auf Orlandos Telegramm hin nach Messina eilte, um Clelia in ihrer Verlassenheit beizu- stehen da wehrte das junge Mädchen sich mit unge­wohnter Energie dagegen, wieder nach Palermo zurückzu­kehren. Der weite einsame Park, mit dem ihre Kille Mad-

nachmittags 12 Uhr 11 Minuten das Konkursverfahren er« öffnet.

Der Rechtsanwalt Dr. Holm in Hanau ist zum Kon­kursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur An­meldung bis zum 7. September 1909.

Erste Gläubigerversammlung am 8. September 1909, vormittags 11 Uhr.

Prüfungstermin am 22. September 1909, vor­mittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau Marktplatz Nr. 18 Zimmer Nr. 5.

Hanau den 11. August 1909. 1847 9

Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts 5.

Verdingung.

Die Ausführung der Erb-, Maurer», Asphalt', Steinmetz- und Schmiedearbeiten (Los I) sowie der Zimmerarbeiten (Los II) soll in öffentlicher Ver­dingung vergeben werden.

Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung des Selbstkostenpreises von je 2 Mk. für LoS I und je 1 Mk. für Los II vom Unterzeichneten bezogen werden.

Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Dauners- tag den 19. d. Mts., vormittags 9 Uhr, im Dienst­zimmer des Unterzeichneten, im Kreishaus hierselbst, fest­gesetzten Termin statt.

Zuschlagsfrist 2 Wochen.

Hanau den 11. August 1909.

Stübing,

Kreisbaumeister. 18487

Politische Rundschau.

Englisches Unterhaus. Die Beratung der Finanz»' bill, die schon 17 Tage dauert, ist jetzt bis zur Annahme der ersten zehn Artikel, einschließlich der Wertzuwachssteuer und der Steuer auf unentwickelten Grundbesitz, fortgeschritten. Gestern kündigte Premierminister Asquith an, daß die Kosten der Abschätzung des Grundbesitzes nicht von den Grundeigen­tümern getragen werden sollen, wie ursprünglich vorgesehen war, sondern vom Staate. Das Vereinigte Königreich soll für die Abschätzung in 120 Distrikte eingeteilt werden. Die Arbeit wird drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen und zusammen zwei Millionen Pfund Sterling sotten. Die Re- gierung schlägt ferner vor, an die Stelle der Steuer von einem halben Penny pro Pfund des Geldwertes der Mine­ralien, wie ursprünglich vorgeschlagen war, eine solche von fünf Prozent der Bergwerksabgaben zu setzen. Der Gesamt­ertrag dieser neuen Steuern im laufenden Finanzjahre wird auf 675 000 Pfund geschätzt, aber Asquith führte aus, die chenseele sich sonst so verwandt fühlt« «r schreckt sie jetzt, nachdem der Verdacht des Mordes auf dem Haupt des noch immer still Geliebten ruht.

Erst, als der brave Arzt ihr versichert, st« brauche nicht in das Gartenhäuschen zurück, er werde st« zu Pia führen, zu dem edlen, aufopfernden Mädchen, das inzwischen feine Braut geworden da hatte Tlelia eingewilligt, mit ihm zu gehen.

Orlando ist inzwischen nach Palermo transportiert wor­den, wo er in Untersuchungshaft d«r Gerichtsverhandlung entgegensieht.

Die Voruntersuchungen sind beendet. Sie haben er­drückendes Beweismaterial gegen den Angeklagten ergeben.

Pia muß den Revolver als Orlando gehörig aner. kennen und 'auf allerhand Kreuz- und Querfragen zu­geben, daß derselbe stets in seinem Kämmerchen gelegen, bei seiner plötzlichen und unerwartrten Abreis« jedoch ver- schwunden war.

Der alte Morgano bekennt, zitternd und stotternd vor Aufregung, daß seine Tochter jahrelang mit dem Angeklagten verlobt gewesen, daß beide einander jetzt noch lieben, und daß seine Tochter nur auf den Wunsch deS BaterS die Braut des Marchese Martinelli geworden.

Der Fall liegt völlig klar:

Verschmähte Liebe. Eifersucht. Nebenbuhler. Hatz. Rache.

Den Gegenaussagen des Angeklagten, daß der Revolver von einer fremden Dame mitgenommen sein müsse, di« sich später als verlassene frühere Geliebte des Ermordeten ent- puppte, schenkt man keinen Glauben.

Auch nicht, als Contessa Erminia unter Tränen und Schluchzen gesteht, daß ihr Bruder in Rio de Janeiro heim­lich verheiratet war, daß er jedoch angenommen habe, feine Frau sei tot.

Von einer Verhaftung CleliaS hat man abgesehen, da ihre Mitschuld an dem Verbrechen als ausgeschlossen zu be­trachten sei.

Auch sie wird in scharfes Kreuzverhör genommen > ihre klaren, präzisen Aussagen tragen den Stempel vollst«, Wahrheit.