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Genkral-Anzeiger
Amtliches Orgsu für Stadt- md FMreis Simil
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristisch« Beilage.
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Mk. 180 Fernsprechanschltttz Nr. 605»
Mittwoch den 4. August
F-rttsprechanschlutz Nr. 605. 1909.
Amtliches.
Eandkreis I)anau.
Die elektrotechnische Lehranstalt des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. veranstaltet in ihrem Institut in der Zeit vom 30. August bis 4. September d. Js., vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 3 bis 5 Uhr, einen Kursus über Anlage und Prüfung von Blitzableitern.
Der Zweck, dieses Kursus besteht darin, Mechaniker, Spengler, Schlosser, Dachdecker rc., welche sich mit der Herstellung von Blitzableitern beschäftigen, in gemeinverständlicher Weise mit den wissenschaftlichen und technischen Grundsätzen bekannt zu machen, welche zur sachgemäßen Herstellung dauernd zuverlässiger Blitzableiter und zur sicheren Prüfung der Zuverlässigkeit derselben unbedingt erforderlich sind.
Der Kursus beginnt mit Vorträgen über die theoretischen Grundsätze und schließt mit praktischen Uebungen in Bezug auf Konstruktion, Projektierung und Ausführung von Neuanlagen und Untersuchung und Prüfung bestehender Einrichtungen.
Die Vorträge werden in gemeinverständlicher Form gehalten, so daß zu ihrem Verständnis keine wissenschaftlichen Vorkenntnisse erforderlich sind.
Zur Sicherung eines guten Erfolges dieses Unterrichts wird für jeden Kursus nur eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern ausgenommen; eventl. findet bei zahlreicher Beteiligung ein zweiter Kursus in der auf den ersten folgenden Woche statt.
Das Honorar beträgt 30 Mark und ist bei Beginn des Kursus zu entrichten.
Bei der Bedeutung der Verbreitung richtiger Anschauungen und der Kenntnis exakter Prüfungsmethoden für die Allgerneinheit mache ich die selbständigen Gewerbetreibenden auf den Kursus aufmerksam.
Anmeldungen sind möglichst frühzeitig an den Vorstand der Elektrotechnischen Lehranstalt des Physikalischen Vereins Frankfurt a. M., Stiftstr. Nr. 32, zu richten.
Cassel den 26. Juli 1909.
Der Regierungs - Präsident.
AIII 91r. 5762 I. A.: Lucke.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 31. Juli 1909.
Der Königliche Landrat.
V 4330 I. V.: Hartmann, Kreissekretär.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg von Langenselbold nach Niedergründau und zwar die Strecke von Langenselbold bis zum Abgänge des Landweges nach dem Baumwieserhof vom 6. bis einschl. 14. d. Mts. für Kraftfahrzeuge jeglicher Art und für Fuhrwerke von über 20 Ztr. Ladegewicht polizeilich gesperrt.
Hanau den 4. August 1909.
Der Königliche Landrat.
V 4367 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Für einen nervenleidenden Mann, 44 Jahre alt, wird eine Pflege auf dem Lande gesucht.
Meldungen sind an das Armenamt zu richten.
Hanau den 2. August 1909.
Der Magistrat, Armcnamt. 17953
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von da Band 61 Blatt Nr. 3413 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Privatiers Aböls Ott - Grob in Zürich eingetragene Grundstück:
Kartenblatt SS Parzelle Nr. 418/98 = 5 ar 84 qm, Wohnhaus Wilhelmstraße Nr. 15a mit Hosraum und Hausgarten,
— Gebäudesteuernutzungswert 3000 Mk. —
— Gebäudesteuerrolle Nr. 2630 —
— Grundsteuermutterrolle Art. 2647 — am 22. Oktober 1909, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 10. Juli 1909.
Königliches Amtsgericht 2. 17911
Polizei-Verordnung.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polireiverwaltung in den neu
erworbenen Landesteilen, sowie des § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird unter Zustimmung der Gemeindevertretung für den Bezirk der Gemeinde Grotzkrotzenbnrg folgendes verordnet:
Das Auflesen des Fallobstes unter den Obstbäumen in hiesiger Gemarkung darf von den hierzu Berechtigten nur in der Zeit von 7 bis 8 Uhr vormittags und 5 bis 6 Uhr nachmittags erfolgen.
An Sonn- und Feiertagen ist das Auflesen des Obstes verboten.
§ 2.
Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu neun Mark, oder mit entsprechender Haft bestraft.
_ § 3.
Diese Verordnung tritt nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Großkrotzenburg, 1. August 1909.
Die OrtSpolizeibehörde.
Noll. 17913
Politische Rundschau.
Der Kaiser trifft am 20. September in Chemnitz zur Teilnahme an den sächsischen Korpsmanövern ein. Er kommt, wie man aus Dresden berichtet, voraussichtlich am 21. September nach Dresden. Abends ist Festmahl in d« Albrechts- burg in Meißen.
Eine dankenswerte Verfügung hat d« neue Kultusminister Preußens Trott zu Solz erlassen. Die Regierungen und Provinzialschulkollegien wurden angewiesen, dafür zu sorgen, daß die Schülerinnen der Mädchenschulen und Lehrerinnenseminare vor ihrer Entlassung darauf hingewiesen werden, daß Erzieherinnen im Auslande im allgemeinen nicht die bevorzugte Stellung in der Familie haben wie bei uns, sondern daß sie zumeist mit dem Dienstboten auf eine Stufe gestellt werden und besonderen sittlichen Gefahren ausgesetzt sind, weshalb sie in keinem Fall unterlassen sollten, vorher bei dem zuständigen deutschen Konsulat Erkundigungen einzuziehen.
Die Reichseinmahmen. Für baß erste Viertel deS laufenden Finanzjahres liegt der Ausweis über die hauptsächlichsten Einnahmen des Reiches vor. Wie die „Berliner Politischen Nachrichten" mitteilen, haben Zölle, Steuern und Gebühren rund 303*/, Mill. Mark abgeworfen. Da nach dem Etatsansatze ein Vierteljahr im Durchschnitt eine Einnahme von 300,8 Mill. Mark erbringen soll, so würde ein Ueberschuß von 2 bis 3 Mill. Mark im ersten Viertel des laufenden Jahres bei den Zöllen, Steuern und Gebühren erzielt sein. DaS ist ein erfreuliches Ergebnis. Hauptsächlich haben dazu die Branntweinverbrauchsabgabe und die Zuckersteuer beigetragen; jene hat über 7, diese nahezu 6 Mill. Mark über den Etatsanschlag eingebracht. Die Börsensteuer hat 21/, Mill. Mark mehr abgeworfen. Aber auch einige von den sogenannten neuen, das heißt den im Jahre 1906 bewilligten Steuern, haben bessere Erträge aufzuweisen, so die Zigarettensteuer einen Ueberschuß von 0,8 Mill. Mark, desgleichen die Kraftfahrzeugsteuer, die Tantiemesteuer von 1,2 und die Erbschaftssteuer von 0,6 Mill. Mark. Bei der Tantiemesteuer wird sich das Endergebnis voraussichtlich nicht so günstig gestalten, weil das erste Viertel für sie der günstigste Zeitraum zu sein pflegt. Erfreulich ist aber vor allem, daß die Erbschaftssteuer nunmehr den Etatsansatz nicht bloß erreicht, sondern sogar überschritten hat. Unter den Etatsansätzen geblieben sind die Zölle mit nahezu 6 Millionen, die Maischbottichsteuer mit über 4 Mill. Mark, die Brausteuer mit nahezu 3 Mill. Mark, die Fahrkartenster mit 1 Mill. Mark.' Der Rest der Fehlbeträge entfällt auf die übrigen Steuern. Leider haben die beiden größten Betriebsverwaltungen des Reichs nicht gleich günstige Ergebnisse aufzuweisen gehabt. Bei der Postverwaltung ist die wirkliche Einnahme in Höhe von 151,4 Millionen Mark hinter dem vierteljährlichen Etatsansatzdurchschnitt 168,1 Millionen Mark um 16,7 Millionen Mark zurückgeblieben und die ReichS- eisenbahnverwaltung, die nach dem Etat 30,8 Millionen ausbringen sollte, hat nur 30,4 also 0,4 Million Mark weniger eingebracht. Die gesamte Mindereinnahme bei diesen beiden Verwaltungen beläuft sich demnach noch auf rund 17 Mill. Mark, so daß das Gesamtergebnis aus den Einnahmequellen des Reichs, über deren Erträge der Ausweis für das erste Vierteljahr vorliegt, immer noch um 14 bis 15 Millionen Mark hinter dem Etat zurückbleibt. Es ist aber zu bedenken, daß die bessern Einnahmemonate bei der Post- und Eisen- bahnverwaltung die Herbst- und Wintermonate sind, so daß danach schon eine Besserung der Erträge dieser Einnahme
zweige für die nächste Zukunft zu erwarten ist. Im allge meinen kann wohl auf Grund des Ergebnisses der hauptsächlichsten Reichseinnahmen im ersten Vierteljahr 1909 angenommen werden, daß nunmehr die Zeiten, in denen die Wirklichkeitsergebnisse hinter den Erwartungen zurückblieben, bald überwunden sein werden.
Die Kreisblatt-Verleger in Preußen wollen sich organisieren. Sie sind mit der bisherigen Abfindung, die ihnen in Gestalt einer sehr niedrigen Pauschale für bie Aufnahme der im Laufe der Zeit immer umfangreich« und zahlreicher gewordenen amtlichen Anzeigen gezahlt wurde, nicht mehr zufrieden und streben danach, daß diese vom Staat, d« Provinz und den Landräten ausgehenden Bekanntmachungen nach einem für alle preußischen Kreisblätter gleichmäßig festzusetzenden Zeilentarif vergütet werben. Auch sollen die Behörden nach Möglichkeit ihre Drucksachen und ihren Bureaubedarf zu Preisen der deutschen Buchdrucktarifs von den Kreisblatt-Druckereien beziehen. Zur Erstrebung dieser Ziele ist Mitte Juni in Magdeburg ein KreiSblatt- verleger-Verband für die Provinz Sachsen gegründet worden, der in einer demnächst in Halle stattfindenden Versammlung auf einen ganz Preußen umfassenden Verband ausgedehnt werden soll.
Die schleswig - holsteinische gemeinnützige Giedlungsgenoflenfchaft, di« Ende Mai zur Ver- mehrung des gesunden bodenständigen Bauernstandes und zur Seßhaftmachung landwirtschaftlicher Arbeiter unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Nordschleswig gegründet wurde, hat mit dem Sitz in Kiel am Montag ihr« Tätigkeit be- gonnm. An der Spitze stehen Mann«, von denen man eine Förderung der innern Kolonisation durch eine stärker« Besiedlung des platten Landes in planmäßiger Weise erwarten darf. Die Beteiligung von Stadt und Land, von Norden und Süden Schleswig-Holsteins ist über Erwarten groß gewesen, so daß daS Unternehmen auf sichern Füßen steht. Der Finanzminister hat im Namen der EtaatSregie- rung weitgehende Unterstützung zugesagt.
Englisches Unterhaus. In der gestrigen Sitzung fragte Dillon den Staatssekretär deS Aeußern, ob er noch die von der deutschen Regierung gegebene Erklärung alßjn gutem Glauben getan annehme, daß Deutschland sein Schiffsbauprogramm nicht beschleunigen wolle und bis Ende 1912 nicht mehr als 13 Schiffe von dem Dreadnought-Typ einschließlich der Kreuzer haben werde, ferner, ob vor dem 26. Juli 1909 irgend eine Nachricht an die britische Regierung gelangt sei, die zu der Annahme berechtigen könne, daß irgend eine Aenderung in den Absichten der deutschen Regierung eingetreten sei. Parlamentsunterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Me. Kinnon Wood, antwortete auf den ersten Teil der Frage bejahend, auf den zweiten Teil verneinend.
Internationaler Eucharistischer Kongreß.
Köln, 3. Aug. Der 20. Internationale Eucharistische Kongreß wurde durch den feierlichen Empfang deS päpstlichen Legaten Kardinal Vennutelli, der auf dem Salon- damper „Rheingold" abends 7*/a Uhr, begleitet von dm römischen Prälaten Dr. Heimer und Bischof Kirstein-Mainz hier eintraf, durch di« Begrüßung des Erzbischofs Kardinal D. Fischer eingeleitet. Kardinal D. Fischer bewillkommnet« Vennutelli als Vertreter deS Papstes, versichert« di« von dm Altvordern überlieferte Gesinnung, Verehrung, Gehorsam und Treue gegenüber dem Heiligen Stuhl und sprach den Wunsch aus, der Kongreß möge zum Heile der Seelen, Rom? und der altehrwürdigen Kirche Kölns gereichen. Oberbürgermeister Wallraff bewillkommnete den päpstlichen Legaten namens der Stadt, worauf dieser in feierlicher Prozession durch die festlich geschmückten Straßen zum Dom« geführt wurde.
Der Lohnkampf in Schweden.
Stockholm, 3. Aug. Der Fachverein ber Reichs- telephonarbciter beschloß einstimmig dem Generalstreik sich an- zuschließen, einzelne Kategorien festangestellter Beamten beß Telephonwesens beteiligen sich dagegen am Streik nicht. Die Stockholmer Milchkutscher beabsichtigen. sich der Bewegung anzuschließen, jedoch hoffen die Milchhändler die Milchversorgung der Hauptstadt aufrecht erhalten zu können. Wie „Dagen" erfährt, beschlossen auch die Stockholmer Kommunalarbeiter sich dem Streik anzuschließen, ebenso die Be- leuchtungs- und Müllabfuhrarbeiter.
Malmoe, 3. Aug. Die hiesigen Fachvereine mit Aus- nähme der Straßenbahn-Angestellten beschlossen, sich dem Ausstand anzuschließen.
Spanien uno Marokko.
Melilla, 3. Aug. Amtlich wird gemeldet, daß btt Mauren in der vergangenen Nacht einen Angriff unter- nommen haben, jedoch von den Spaniern zurückgeworf^