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W»^»nltnick und Verlag der Buchdrucker« der verein. M, Waisenhaus«» in Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- rmd Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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KL 176 F-rnsprechanfchlittz Nr. 605.
Freitag den 30. Juli
Aernsprechanschlntz Nr. 605* 1909
Amtliches.
Eandkräs F)anau»
Wegen Fertigstellung der Eindeckungsarbeiten auf der Hanau—Aschaffenburgerstraße wird die Strecke von der Einmündung des Landwegs von Großauheim nach Neuwirtshaus, Stat. 3,5 4- 30 bis Stat. 4,6 4- 50, für die Zeit vom 31. Juli bis einschl. 12. August für Kraftfahrzeuge jeglicher Art und für Fuhrwerke von mehr als 20 Ztr. Ladegewicht polizeilich gesperrt.
Das durchgehende Fuhrwerk kann seinen Weg von Neuwirtshaus über Großauheim—Großkrotzenburg zur Aschaffenburgerstraße nehmen.
Hanau den 30. Juli 1909.
Der Königliche Landrat.
V 4291 I. V.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Ich nehme Veranlassung, auf das bei der Metzler'schen Buchhandlung in Stuttgart, Calverstraße 18 I, in verbesserter Auflage erschienene Handbuch: Kennzeichen der Kraftfahrzeuge von Regierungsrat Karl Lautenschläger hinzuweisen.
Es enthält eine vollständige Uebersicht über die Verteilung der Kennzeichen und Erkennungsnummern für das gesamte Reichsgebiet und in einem Anhänge die neuesten nach der Zahlenfolge geordneten Nummern für ausländische Kraftfahrzeuge. .
Der Preis beträgt für 1 Stück 2,60 Mk., bei Abnahme von mindestens 25 Sri ^ 2 30 Mk. (ohne Anhang 2,40 Mk. und in Partien 2,10 Mk.)
Cassel den 22. Juli 1909.
Der Regierungs-Präsident.
I. A.: Luck e.
Wird veröffentlicht.
Da das Buch namentlich den Polizeibehörden bei Ermittelung straffälliger Kraftwagenführer wertvolle Dienste leistet und zur Vermeidung unnötiger Schreibarbeit beiträgt, mache ich auf das Werk hiermit aufmerksam.
Hanau den 29. Juli 1909.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
V 4276 I. V.: Hartmann, Kreissekretär.
Der Saaicnstand Mitte Juli 1909.
Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau, Land..
Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 = gut, 3 — mittel (durchschnittlich), 4 = gering, 5 =. sehr gering.
Fruchtarten usw.
Durch- schnittSnoten
Anzahl der von den Vertrauensmännern
für
§
den
£
1
1—2
abgegebenen -toten.
4—5] 5
2 12—3
3
3-4
4
Wintcrweizeu
2,9
3,2
—
—
2 1
3
—
—
—
—
Sommerweizen
2,6
2,7
—
—
3 —
2
——
——
--
—
Winterspelz
2,5
3 3
Wmtcrroggen
2,7
2,3
—■
——
1
—
—
—
—
Sommerroggen
2,9
2,7
2,4
—
—
— —
1
—
—
—
—
Sommergerste
2,5
—
—
2 2
2
—
—
——
——
Hafer
2,6
2,6
—
—
3 2
2
——
——
——
Erbsen
2,5
2,3
—
—
2 —
1
—
—
—*
Ackerbohnen
2,6
2,7
—
—
1 2
1
—
—
—
Wicken
2,6
2,5
—
—
1 1
2
—
——
—
Karlofielii
2,5
2,2
1
—
5 1
—
——
—
—
——
Zuckeirüben
Winierraps- u.
2,5
2,4
—
—
5 —
1
—
—
—
Rübsen
3,4
3,7
—
——
—
—
—
—
Flachs (Sein)
2,6
2,6
—
—
-—' —
—
—-
—
—
—-
Klee
3,3
3,2
—
1 —
4
——
2
—
Luzerne
Wiesen m. kstl.
3,1
3,0
—
—
— 1
3
—
2
—
Be- (Eni-)wäss.
3,2
2,9
—
—
0 —
1
--
—
—
—
Andere Wiesen
3,4
3,4
—-
——
1 —
5
1
—
—
Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.
Dr. ölend, Präsident. V 4239
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 4 Paar ungewaschene Manschetten, 1 grünes Portemonnaie mit 62 Pfg., 1 kleine vernickelte Schere, 1 brauner Damen-Lederhandschuh (rechter). 1 Reise- decke auf dem Weg zum Bahnhof Ostheim, abzuholen auf dem Bürgermeisteramt daselbst.
Verloren: 1 goldene Brosch- (Namenszug), 1
Schlüsselbund (3 Stück), 1 Portemonnaie mit 2,25 Mark,
1 Kneifer mit Nickelgestell.
Zugelaufen: 1 junger Dobermanpinscher.
Hanau den 30. Juli 1909.
Politische RundTcbaa*
Auf dem Wege zur Reichseisenbahngemeinschaft. Die Verwaltungen der preußisch-Hessischen Staatseisenbahnen und der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen haben vereinbart, die neuen Lokomotiven, Personen-, Gepäck- und Güterwagen aller Art, und die Triebwagen, die für die Reichseisenbahnen erforderlich sind, durch das königliche Eisenbahn-Zentralamt in Berlin zu beschaffen. Da den Anschaffungen die preußischen Muster und Bedingungen zugrunde gelegt werden können, kann eine erhebliche Vereinfachung in der Herstellung erreicht werden. Da auch die Bauüber- wachungs- und Abnahmegeschäfte gemeinschaftlich wahrgenommen werden sollen, werden künftig auf einer und derselben Strecke nur Beamte der preußisch - Hessischen Eisenbahngemeinschaft oder nur Beamte der Reichseisenbahnen tätig sein.
Reichstagsstichwahl. Wie der „Köln. Ztg.* aus Neustadt a. d. H. gemeldet wird, hat die Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte beschlossen, bei der Reichstagsstichwahl für den Kandidaten der bürgerlichen Partei einzutreten.
Der neue Reichskanzler und die Handlungsgehilfen. Der bisherige Leiter des Reichsamts des Innern, Dr. v. Bethmann-Hollweg, ist, nachdem der Reichstag am 13. Juli geschlossen wurde, zum Reichskanzler ernannt worden. In Folge des Reichstagsschluffes sind alle Arbeiten und Gesetzentwürfe, die zum Teil ihrem Abschluß nahe waren, hinfällig geworden. So zum Beispiel: die Gesetzentwürfe über die Arbeitskammern und die Gewerbeordnung, die für die Handlungsgehilfenschaft besonderes Interesse beanspruchen. Der Reichstag muß daher im kommenden Winter diese Arbeiten nochmals prüfen, falls die Regierung diese Entwürfe einbringt. Die Handlungsgehilfen sehen den bisherigen Leiter der Reichssozialpolitik nur ungern von 'einem Posten scheiden; sie erkennen gerne an, daß er bemüht gewesen ist, -das Schifflein „Sozialpolitik" etwas energischer zu steuern rote seine Vorgänger. Die Handlungsgehilfen hoffen, daß der neue Reichskanzler seine Vergangenheit nicht verleugnen und auch in seiner jetzigen Stellung dafür Sorge tragen wird, daß die berechtigten Wünsche der Handlungsgehilfenschaft unter seiner Kanzlerschaft warme Berücksichtigung sinken. Trotzdem sollten die Handlungsgehilfen nicht allzu sehr auf die Staatshilfe vertrauen. Der Verein der Deutschen Kaufleute (Sitz: Berlin) hat von jeher den Satz verfochten: Die eigene Kraftbestätigung, die Selbsthilfe muß das Fundament einer Organisation sein, und diese Idee muß Allgemeingut aller Handlungsgehilfen werden. Neben dieser Selbsthilfe muß natürlich Wert auf die Staatshilfe gelegt werden, wie es auch beim Verein der Deutschen Kaufleute aus Anlaß sozialpolitischer Forderungen und Eingaben an die Gesetzgebung getan wird. In der Betätigung der praktischen Arbeit und der späteren Anerkennung liegt die Bedeutung der Handlungsgehilfen-Organisationen. Wer mitarbeiten will an dem großen Werke, wer biefe Bestrebungen fördern und unterstützen will, der stelle sich in den Dienst der gemeinsamen Sache und schließe sich dem Verein der Deutschen Kaufleute in Berlin an.
Die belgische Kammer verwarf in ihrer gestrigen Sitzung mit ?5 gegen 48 Stimmen die vom Senat am Dienstag beschlossenen Abänderungen an dem Gesetz bclr. den Maximalarbeitstag für Grubenarbeiter. Das Gesetz geht nunmehr wiederum an den Senat zurück.
Die Türkei und Griechenland. In der türkischen Kammer kam es gestern zu einer patriotischen Kundgebung wegen Kreta. Die Sitzung wurde mit der Verlesung von Telegrammen eröffnet, welche in sehr großer Zahl aus allen Teilen der Türkei eingelaufen waren. In den Depeschen wird die Veranstaltung von Versammlungen angekündigt und erklärt, daß alle Ottomanen bereit seien, ihr Blut für die Verteidigung der Rechte der Ottomanen auf Kreta zu vergießen. Mehrere türkische, albanische und arabische Deputierten hielten unter lebhaftem Beifall begeisterte Reden, in welchen sie der Regierung Untätigkeit vorwarfen und sie auf* forderten, energisch vorzugehen. Sie erklärten, daß alle zum Kampf bereit seien, um die griechische Flagge auf Kreta zu zerreißen und die Regierung zu vernichten, welche diese Flagge auf Kreta gehißt habe. An der Debatte beteiligten sich auch ein armenischer und ein bulgarischer Deputierter, sowie der Grieche Art«, der die Regierung aufforderte, diese Frage in einer den Interessen der Ottomanen entsprechenden Weise zu
lösen. Der Präsident erklärte: Er werde dem Kabinett von den Gesinnungen der Kammer Mitteilung machen. Wie er wisse, sei die Regierung bemüht, die Interessen des Vaterlandes zu wahren; man müsse ihr darin freie Hand lassen.
Die Kämpfe bei Melilla. Nachrichten aus Melilla zeigen Marina in einer außerordentlich kritischen Lage. Der General soll 75 000 Mann Verstärkungen erbeten haben. Die Soldaten sind demoralisiert und vollständig von Kräften. Die Eingeborenen sind von ihren Erfolgen wie berauscht. Sie greifen die Posten der Vorhut an und drohen, dis an die Tore der Stadt vorzurücken. Die Einwohner der außerhalb der Mauern belegenen Vorstädte fliehen nach Melilla. Der Feldzug zeigt, daß die Organisation der Armee mangelhaft ist.
Englisches Unterhaus. — Die Jnvafionsfrage.
London, 29. Juli. Bei der Diskussion über die vom Reichsverteidigungskomitee gemachten Vorschläge erwähnt« Premierminister Asquith die verschiedenen Gegenstände, di« zum Bereiche des Komitees gehören, wie z. B. die Luftschifffahrt und ihre zukünftige Entwicklung. Ebenso prüfte daS Komitee die Frage einer Invasion. Seit Balfours Erkla- rungen im Jahre 1905 seien in der strategischen Lage Europas und in der Welt große Veränderungen eingetreten. Lord Roberts habe zweifellos aus diesem Grunde und auS anderen Gründen eine neuerliche Prüfung des Problems im Lichte dieser neuen Tatsachen und Aenderungen verlangt. Seit 1905 bestehe ein Subkomitee, das 1907 und 1908 mit großer Sorgfalt alle Aenderungen in der strategischen Lag« und in den Möglichkeiten einèr Invasion geprüft habe. DaS Komitee habe denen, die eine Invasion fürchteten, die denkbar günstigsten Bedingungen zugebilligt, nämlich die Möglichkeit, daß das Land von regulären Truppen entblößt und daß ein Angriff unerwartet und seitens einer Macht erfolge, die mit Großbritannien in normalen diplomatisches Beziehungen stehe. Das Komitee ist einstimmig zu dem Schluss« gelangt, daß, solange die britische Vorherrschaft zur See in angemessener Weise gesichert ist, auf dem Wege, wie Roberts ihn gezeichnet habe, die Invasion eine durchaus unmöglich« Operation sei. (Beifall.) Wenn wir andererseits unsere Vorherrschaft zur See verlieren würden, dann wäre, wie stark auch immer unsere heimischen Streitkräfte sein würden, ohne daß eine Invasion nötig wäre, die Unterjochung unseres Landes unvermeidlich. Es ist daher die Aufgabe der Admiralität, die Ueberlegenheit zur See in solchem Grad« aufrecht zu erhalten, daß wir die Vorherrschaft nicht verlieren können. Der zweite Vorschlag des Komitees war, daß wir in der Heimat eine Verteidigungsarmee besitzen müssen, ihrer Stärke und Verfassung nach genügend, Streifzügs oder vereinzelte Expeditionen zurückzuweisen und den Feind, der eine Invasion ins Auge faßt, zu zwingen, mit einer so bedeutenden Macht anzurücken, daß er unserer Flotte nicht entgehen könnte. Die Admiralität ist der Ansicht, daß schon eine viel geringere Truppenmacht als 70 000 Mann der Flotte nicht mehr entgehen könnte; aber um den Grad der Sicherheit zu erhöhen, müßten wir eine heimatliche Verteidigungsarmee haben, die imstande ist, einem Heer von 70000 Mann zu begegnen. Wenn den Erfordernissen von Heer und Marine Genüge getan wird, ist das Komitee nach gründlicher Untersuchung der Ansicht, daß daS Land vor einer Invasion sicher ist.
Der Aufruhr in Spanien.
Bayonne, 29. Juli? Aus Madrid läuft folgende Meldung ein: Die Lage in Spanien erscheint unentwirrbar Die Regierung hat die Zuständs in Barcelona als sehr ernst anerkannt. Gerüchte außerordentlich schwerwiegenden Inhalts rufen, da zuverlässige Nachrichten nicht zu erhalten )ino, große Befürchtungen hervor. Heute wurde davon gesprochen, baß in Barcelona eine provisorisch« Regierung proklamiert worden sei. Der Ursprung der Bewegung liegt in einem «iegenlai der öffentlichen Meinung zu der gegenwärtigen Regierung. Die Revolutionäre haben sich die schwierig« äußere Lag« zunutze gemacht und plötzlich eine allgemeine Revolte unter der Arbeiterbevölkerung hervorgerufen. Die Bewegung in Barcelona erscheint demnach weder antipatriotochen noch separatistischen Charakters zu sein.
derbèrc, 29. Juli. Aus Madrid wird gemeldet: Em« Volksmenge, der sich Soldaten angeschlossen hatten, veranstaltete " lärmende Kundgebungen vor dem kgl. Schloß. Man rief: „Nieder mit dem Krieg!" Die Gendarmen bringen immer beunruhigendere Nachrichten.
derbère, 29. Juli. Ein aus Barcelona eingetroffener Brief besagt, daß dort fünf Klöster und mehrere Häuser in Brand gesteckt worden sind. Die Artillerie fährt fort, auf die Barrikaden der Aufständischen zu schießen. Die Zahl der Gefallenen ist bedeutend; 30 zählte man allein an der Barrikade auf,der Calle del Pino. Der Frühschnellzug von Portbou nach Barcelona mußte bei Lansa anhalten, da di« neuen Brücken mit Dynamit in die Luft gesprengt waren.
derbère, 29. Juli. Am Abend ist hier der Zug von Gerona eingetroffen. Morgen wird die Verbindung zwischen Portbou und Barcelona wieder hergestsllt sein.
Mavriv, 29. Juli. Im Ministerrat erklärte Muura, er habe über die Lage in Barcelona, die sich etwas gebessert