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Dien-tas
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fand jedoch mit großer Mehrheit die Erklärungen hinreichend, die der Minister hierauf abgab. Das Gerücht von der Demission des Ministers des Aeußern ist unbegründet.
England und die österreichische Orientpolitik.
Wien, 26. Juli. Das „Fremdenblatt" erklärt in der Besprechung der letzten Orientdebatte im englischen Unter- Hause : Die Rede Charles DilkeS könne nur als ein Anzeichen der im Jnselreich einsetzenden Reaktion gegen die austrophobe Stimmung des verflossenen Winters betrachtet werden. Auch in der englischen Publizistik wären seither einzelne Symptome einer ähnlichen Reaktion zu bemerken: „E» scheint in der Tat, daß sich im englischen Volke die Meinung Bahn bricht, daß jene Gehässigkeiten gegen unsere Monarchie ein politischer Fehler waren. Aus der Erwiderung Greys auf Diikes Vorwürfe war herauszuhören, daß auch er dieser revidierten Auffassung nicht mehr allzufern stehe, indem er seine Replik in versöhnlichem Tone hielt, den Wunsch nach anhaltender Besserung der diplomatischen Beziehungen aussprach und Worte der Anerkennung für jene Mächte fand, die sich der Mühe schwieriger Verhandlungen unterzogen, um ihre berechtigten Ansprüche mit den Interessen des europäischen Frieden» im Einklang zu bringen. Mit Grey freuen wir uns des Sieges, den nach vielen Verirrungen und Verbitterungen der gesunde Menschenverstand in einer Angelegenheit davontrug, die von Anfang an klar genug lag, um einen solchen Sieg zugleich als Erfolg des guten Rechtes bewerten zu lassen. Daß es sich um das gute Recht handelt, haben uns sämtliche Signatarmächte des Berliner Vertrages bestätigt, deren Zustimmung zur Annexion uns zuteil wurde, und gibt jetzt auch Grey als feine materielle Auffassung zu erkennen. Er sagt, daß die von uns an den Bestimmungen des Berliner Vertrages vorgenommene Aenderung eine solche war, die anerkannt werden konnte, und gegen welche kein bedingungsloser Einspruch zu erheben war." Das Blatt würdigt die freundschaftliche Gesinnung, die aus Greys Rede sprach, wendet sich jedoch gegen die an den bekannten Brief Karolyis geknüpfte Deutung, als ob Oesterreich-Ungarn auf die Annexion Bosniens Verzicht geleistet hätte. „Die Erklärungen unseres Botschafters, worin dieser die Meinung zurückwies, als ob unsere Monarchie den Wunsch hätte, über die im Berliner Vertrag festgesetzten Rechte hinauszu- gehen, wurden überall und auch im englischen Parlament im Sinne einer Zurückweisung der damals herrschenden Annahme verstanden, daß Oesterreich-Ungarn beabsichtige, über die ihm zugewiesenen Grenzen hinaus militärisch vorzudringen und neue territoriale Eroberungen einzu- leiten. Selbst jene Kommentare aus der damaligen Zeit, die Gladstones Entschuldigung als im Austausch gegen knie politische Verzichterklärung Oesterreich-Ungarns geleistet aufsaßten, lassen deutlich erkennen, daß Karolyis vermeintliche Konzession aas den sagenhaften Vormarsch nach Salonik bezogen wurde, nicht aber auf die Annexion. Was fast gleich nach dem Berliner Kongreß von Karolyi ausgesprochen und von Gladstone mit voller Loyalität ausgenommen wurde, wurde später durch die Proklamation Kalnoky-Tisza bestätigt. Genau dasselbe Programm wurde im Oktober vorigen Jahres proklamiert und besonders scharf gekennzeichnet, daß wir gleichzeitig mit der Annexion Bosniens auf unsere Rechte im Sandschak verzichteten, In jenem Monate ist cs aller Welt offenkundig geworden, daß die österreichisch-ungarische Politik sich und ihren ursprünglichen Absichten treugeblieben ist, daß sie nur ihr Recht an sich genommen hat und im richtigen Augenblicke die Konsequenzen zog, die einer Notwendigkeit entsprechen. Die jüngste Orientkrisis konnte rascher überwunden werden, wenn die englische Politik statt von einer rein formellen Auslegung des Berliner Vertrages sich von dem Gefühl der traditionellen Freundschaft hätte leiten lassen, sowie Don der realen Erwägung, daß Oesterreich-Ungarn
Gönner, dem Feldwebels in den Ohren, ihm das Kommando der von Bosch geführten Korporalschaft zu übertragen. Er wußte, daß, wenn ihm dieser Schlag gelänge, Bosch diese Zurücksetzung schwer empfinden würde, umso mehr, als dieser mit Leib und Seele Soldat war. Auch am heutigen Abend hatte Welling den Feldwebel auf einige keine Vorkommnisse bei der ersten Korporalschaft aufmerksam gemacht, und dieser — durch häuslichen Aerger erregt — hatte Bosch zum Blitzableiter gewählt. Während der Sergeant jetzt eifrig bemüht war, die vorgelesene Parole in sein Notizbuch einzutragen, ahnte er nicht, daß sich die Vergeltung in Gestalt eines Gewitters über das Haupt seines Feindes zusammenzog.
Eben diktierte Feldwebel Kunze einen Regimentsbefehl, als ihn unierdnlcktes Kichern bei der ersten Korporalschast innehalten ließ.
„Es ist doch, um aus der Haut zu fahren mit den Kerls! — Unteroffizier Welling, übernehmen Sie mal die Aufsicht über die Musterkorporalschaft des Sergeanten Bosch und notieren Sie mir jeden, der seine Futterlucke nicht hält!"
Welling gehorchte dem willkommenen Befehl, warf aber beim Abgehen seinem Feinde einen schadenfrohen Blick zu, der diesem da» Blut in die Wangen trieb. Die Leute, die sich vorhin im Flüsterton unterhalten hatten, hüteten sich nun, dem Unteroffizier, dessen Gefühle für ihren Korporalschaftsführer ihnen nicht unbekannt waren, Grund zum Eingreifen zu geben. Welling, dessen Meldungseifer keine Nahrung fand, kam sich etwas überflüssig vor, um so mehr, als sich heute die ParoleauSgabe sehr in die Länge zog. Gelangweilt und ärgerlich darüber, daß ihm keiner der Leute Gelegenheit zum Einschreiten geben wollte, schritt er vor der Abteilung hin und her. Plötzlich blieb er stehen. Ein Schatten an der Korridorwand, den die hinter den Leuten befindliche Lampe scharf auf die weiße Fläche warf, hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Scharf abgegrenzt, in mehrfacher Größe, zeigte sich dort in wunderbarer Deutlichkeit der umfangreiche Gesichtserker des Musketiers Klemmstein, der seine Aufmerksamkeit der schreibenden Unteroffiziersgruppe zu- gewandt und durch diese Halblinksitellung seine» Kopfes da»
und England an keinem Punkte der Welt durch unvereinbare Interessen geschieden sind, und von der Erinnerung, daß infolgedessen die beiden Mächte häufig einander unterstützen können." ^a§ Fremdenblatt schließt: „Wenn in England das Verständnis dafür, daß cs auch für die eigene Politik nützlich ist, der Traditionen in den Beziehungen der beiden Mächte eingedenk zu bleiben, neuerdings Wurzel fassen sollte, so könnten wir das nur mit Freuden begrüßen."
Spanien und Marokko.
Madrid, 26. Juli. Aus Melilla wird unterm 23. Juli gemeldet: Im Verlaufe des VormittagS-Kampfes ging der Infanterie und der Artillerie wiederholt die Munition aus. Ans Alhucemas wird berichtet: Die Eingeborenen haben, ermutigt durch das Gerücht, daß die Spanier Verluste erlitten haben, drei Kanonen im Stich gelassen und die Gewehre und Munition fortgeworfen. 12 OOO Eingeborene verstärkten die Harka in Melilla; andere Eingeborene er- richteten Verschanzungen auf den umliegenden Höhen. Die Marabuts predigen den heiligen Krieg.
Madrid, 26. Juli. Nach einer amtlichen Meldung aus Melilla mußte der Proviantzug auf der zweiten Station der Grubenbahn eine leichte Beschießung aushalten. Der Tag verlief indessen ruhig. Die Artillerie beschoß die Schluchten von Gurugu. Amtlich wird bestätigt, das die Spanier im Kampfe am 83. Juli 300 Tote und Verwundete hatten.
Randel, Gewerbe und Verkehr«
Berlin, 26. Juli. Weizen Juli 260.—, S-pt. 226.75, Ost 222.75, Roggen Juli 195.—, Sept. 180.50, Okt. 179.75. Hafer Juli 181.50. Sept. 165.50. Mais Juli 152.-, ©egt. -.-. Rüböl Juli —.-, Oktbr. 55.*- Dezbr. 55.10. Weizenmehl 33.25—36.25. Roggen- me B I 23.30— 25.30.
Paris, 26. Juli. Roggen Juli 18.25, August 17.60, Sept.-Dez. 17.50, Nov.-Febr. 17.60. Weizen Juli 25.55, August 24.60, Sept.-Dez. 24.95, Nov.-Febr. 24.15. Mehl Juli 33.50, August 32.65, Sept.-Dez. 31.60, Nov.-Februar 31.40. Rü 8 öl Juli 63'/«, August 63»/«, Sept.-Dez., 64'/-, Jan.-April 65.— Spiritus Juli 40>/-, August 40'/-, Sept.-Dez. 40»/., Jan.-April 40.—. Zucker, Rohzucker 88"/. loco 27>/t, weißen Zucker Nr. 3 per 100 Kilogr., Juli 30Vs, August 30'/«, Oktz-Jan 29»/«, Jan.-April 30'/«. Leinöl per Juli 55'/«, Jan.-April 56'/,. Talg 72.—.
Hus aller Welt.
Schweres Grubenunglück. Auf der Rudolfgrube bei Jaworzno erstickten am Sonntag durch Grubenwetter sechs Bergleute. Giftige Gase hatten den Sicherheitsdamm durchbrochen. Viele Ohnmächtige konnten gerettet werden.
Das Baden in den Seen der Umgebung von Berlin hat am Sonntag nicht weniger als 6 Menschenopfer gefordert. Zwei junge Männer ertranken im Tegeler See, während ein dritter Badegast bei den Rettungsarbeiten schwer verletzt wurde. Im Freibad Wannsee ertranken ebenfalls vier Personen, ein etwa 20jähriges junges Mädchen, das sich beim Schwimmen zu weit in den See hinaus gewagt hatte, ein 18jähriger Schlosser und ein 21jähriger Arbeiter. Ein Bootsbauer wurde in seinem Boote in der Nähe von Schildhorm von einem Motorboot überrannt und ertrank, bevor Hilfe kam.
Von Wilderern erschossen. Der Amtsdiener und Jagdaufseher Novier in Hohenerxleben wurde gestern früh bei einem Rekognoszierungsgang von Wilderern erschossen. Die Staatsanwaltschaft verhaftete im Laufe des gestrigen Tages zwei der Tat dringend verdächtige Arbeiter aus Staßfurt.
Eine neue SkonDnlassäre. In Fürth in Bayern starb, nach Meldungen Berliner Blätter, in diesen Tagen ein Mädchen, an dem zwei Masseusen einen gesetzwidrigen operativen Eingriff vorgenommen hatten, unter entsetzlichen
Schattenbild seiner Nase an die Wand gezaubert hatte. Welling, der ein leichies Schmunzeln nicht unterdrücken konnte, als er diesen Gesichtsvorsprung, dessen Größe im ganzen Regiment nicht seinesgleichen hatte, in so greifbarer Nähe vor sich sah, war ein großer Liebhaber von Schattenspielen. Er galt auf diesem Gebiete als Künstler, und manchen Abend hatte er seinen Kameraden durch die getreue Wiedergabe allerlei Getieres, das er durch einfaches Fingerverschränken hervorrief, unterhalten. Jetzt, als er dieses klare Konterfei von Klemmsteins Nase an der Wand sah, juckte es ihm förmlich in den Fingern. Ganz unbewußt verschränkten sich dieselben, und jetzt zeigte sich an der Wand der Kops eines Hundes. Ganz hingerissen von seiner Darstellungswut, ließ er daS Maul des imitierten Hundes sich öffnen und schließen und näherte sich dabri immer mehr der Schattenuase. Die ganze erste Korporalschaft hatte interessant dem Tun des Unteroffiziers zugesehen und folgte mit fast atemloser Spannung den Vorgängen an der Wand. Jetzt war der Kopf des Hundes bis zur Nase vorgerückt, es sah aus, als wenn er dieselbe beschnüffelte, und nun ließ Welling den Schattenhund kräftig in das Geruchswerkzeug Klemm- stcins beißen.
Eine furchtbare Lachsalve erscholl, hervorgerufen durch den Knalleffekt, mit dem Welling seine Schattenvorstellung beschloß. Erschrocken taumelte dieser zurück; er hatte im Eiser seiner Darstellung ganz vergessen, zu welchem Zwecke er hierher gestellt war. Ehe er sich aber von seiner Ueber- raschung erholt hatte, war die erzürnte „Mutter her Kompanie" schon zur Stelle.
„Unteroffizier Welling! Was fällt Ihnen ein?" hauchte er seinen Liebling an. „Denken Sie, wir befinden uns hier im Zirkus? Weshalb lachen die Kerls?"
Welling stammelte eine Entschuldigung, die der erboste Feldwebel gar nicht anhörte.
„Mensch!" schnob er einen der Musketiere an, dem die Hellen Tränen in den Augen standen, „weshalb lachst du? WaS ist hier vorgefallen? Se-d Ihr denn alle miteinander verrückt geworden?"
Qualen. Eine Haussuchung, die die Polizei darauf vornahm, förderte zahlreiches "belastende? Material gegen die Masseusen zu Tage. Außerdem sind eine große Anzahl von Frauen und Mädchen schwer kompromittiert. Die eine Masseuse, namens Ganzer aus München, ist verhaftet worden. Ihre Komplizin, Eulalia ZipS, hat die Flucht ergriffen.
Zum Cholerafalt in Königsberg i. Pr. Die in der Cholera-Beobachtungssiation des städtischen Krankenhauses befindliche Frau Winfield und der Wärter sollen am Dienstag entlassen werden, da eine Gefahr für die weitere Verbreitung der Cholera nicht vorliegt.
Neue Opfer der Berge. In den Algäuer Alpen stürzte der Oberlehrer Schmid aus Würzburg ab und erlitt schwere Verletzungen. — Von der Trisannabrücke stürzte 80 Meter tief der Monteur Kramberger aus Graz ab und blieb tot liegen.
An ToiiiWUt gestorben. Der Weichensteller Schiersing in Ressellen bei Allenstein war vor etwa einem Jahre von einem tollen Hunde gebissen und im Pasteur-Institut in Berlin geimpft worden. Seitdem hatte er seinen Dienst wieder versehen. Gestern brach nun plötzlich Tollwut Bei ihm aus; ec raste und tobte und mußte in die Irrenanstalt geschafft werden. Auf dem Transport verstarb er jedoch schon.
Deutsche Schutzmassnahmen gegen die Cholera. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach, da die Cholera in Riga festgestellt ist, die aus Riga nach einem deutschen Hafen kommenden Schiffe und ihre Insassen vor der Zulassung zum freien Verkehr ärztlich zu untersuchen sind.
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FC Wiesbaden, 26. Juli. Der Hypothekenvermittler Alfred Blüher aus Elberfeld, hier wohnhaft gewesen, hatte für das Berliner Darlehns-Jnstftut R. Wöhler die hiesige Darlehns-Agentur. Im Juni d. J. vermittelte er nun für einen Geldsucher 1500 Mk., welche Summe von dem Berliner Institut auch zugesagt wurde. Blüher erhielt darauf die 1500 Mk. zwecks Auszahlung, unterschlug sie jedoch und ver. duftete. Einige Tage später stellte er sich freiwillig der Polizei in Berlin. Wegen Unterschlagung erhält Blüher heute von der Strafkammer 5 Monate Gefängnis.
WerlositNgerr. (Ohne Gew.)
Anleihe Der Stadt Brüssel vom Jahre $905. Ziehung vom 15. Juli 1909. Gezogene Serien: 437 588 1448 2061 2768 7314 9909 16651 10702 10765 14106 14448 14820 15005 16034 17012 18846 21155 21189 21373 23955 24148 25956 31372 32048 32067 32932 38708 33755 35174 36841 38863 39219 40613 41106 41505 41875 42853 48112 49751 50519 50893 51696 52914 57767 60078 61432 65111 68445 74241 75680 78912 79873 83557 88159 89024 95780 96164 97519 100339 102830 104722 104851 105892 109725 106985 107014 111299 111854 114433 114542 114780 115556 115568 115832 116884 121955 125513 128034 129152 130691 132838 134110 135019 136029 136560 136756 137351 137651 142543 145118 145489 145970 148552 150053 150276 153956 158741 159302 161558 161593
163145 163877 165483 166943. Hauptpreise: Serie 57767 Nr. 20 zu 250 000 Fres. Serie 95780 Sèr. 13 zu 2500 Frc». Serie 17012 Nr. 17 zu 1000 Frc». Serie 24148 Nr. 13, Serie 39219 Nr. 1 je 500 Fres. Serie 1448 Nr. 1, Serie 14820 Nr. 24, Serie 15005 Nr. 12, Serie 24148 Nr. 15, Serie 36841 Nr. 22, Serie 40613 Nr. 17, Serie 41106 Nr. 13, Serie 49751 Nr. 25, Serie 50519 Nr. 15, Serie 52914 Nr. 15, Serie 60078 Nr. 14, Serie 61432 Nr. 22, Serie 68445 Nr. 8, Serie 79873 Nr. 24, Serie 83557 Nr. 21, Serie 88159 Nr. 10, Serie 105892 Nr. 22, Serie 114433 Nr. 17, Serie 114542 Nr. 12, Serie 114780 Nr. 23, Serie 115832 Nr. 14, Serie 130691 Nr. 22, Serie 142543 Nr. 7, Serie 150053 Nr.
14 24 je 200 Fr. Alle übrigen in obigen Serien enthalte- MMfflMOHW«Wgg«»MMtMllUa^^
Der Gefragte fuhr erschrocken zurück, als sich ihm die zornfunkelnden Augen des Gestrengen zuwandten, und in seiner Angst stieß er die Worte hervor: „Unteroffizier Welling hat-- Unteroffizier Welling hat —*
„Zum Kuckuck, was hat er denn?"
„Klemmstein in die Nase gebissen."
Hatte die Heiterkeit der Soldaten durch die gefährliche Nähe des Feldwebels eine Dämpfung erhalten, so war sie nach diesen Worten nicht mehr zu bändigen. Ein wahrer Lachorkan durchbrauste den Korridor, und eg dauerte geraume Zeit, ehe es gelang, die Ruhe wieder herzusteüen. Dann erfüllte die donnernde Stimme des Kompaniegewal- tigcn das ganze Revier, und über das Haupt des vollständig genknickten Welling ergoß sich die nicht zu kleine Schale des feldwebeligen Zornes.
„Herr, haben Sie das beim Lehrbataillon gelernt! ? — Aber warten Sie, das soll Ihnen nicht geschenkt bleiben, das verspreche ich Ihnen schon heute! Sie sollen noch an mich denken, Sie — Sie — Clown, Sie
„Lassen Sie die Leute wegtreten!" wandte er sich dann an die Unteroffiziere, und während sich die Mannschaften nach erfolgtem Befehl mit fabelhafter Geschwindigkeit zerstreuten, brach das Unwetter noch einmal über Welling los, so daß es dem dabeistehenden Bosch, der doch seinem Feinde die Niederlage von Herzen gönnte, selbst zu viel wurde. Welling glich, als endlich der Feldwebel seine Standrede schloß, einer geknickten Lilie. Auf da» Mitgefühl feiner Kameraden brauchte er nicht zu rechnen, im Gegenteil freuten sich dieselben diebisch ob seines Reinfallr«, und gleich einem begossenen Pudel schlich er von dannen.
Die Insassen von Stube 18, wo Sergeant Bosch sein Hauptquartier ausgeschlagen hatte, brachten Klemmsteins Nase wahre Ovationen, um so mehr, als Bosch einige Lagen Vier holen ließ. Denn daß ihm Welling nach dieser Affäre noch gefährlich werden könne, das glaubte selbst dieser nicht mehr.