»qqgSMttr
RmchShrSch 1,80 M^ m-naüich 60 Vg., für a* âig« Aionvent«! mit bem bkèr«fs«dcn PvKaufichl«-.
Dit online Nummer testet 10 Pf^
AttâvSdruck uxb 8etlag bet Buchdrucker« bei «â« e*> Waisenhauses in (xömh.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kavan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ftaiihifHeii^ t
Oie fiefyfoMltw Petitteil« aber beten 9t«e» 8» PfG» im ÄcQoiwnteil di, Aal« 15 ^
8« ant axictL Rabatte«: •. V siedet kt (mm.
%L 170 Fernsprechanschkitz Nr. 605,
EBBSM—■■——»»——I■■■»■l|■l■■s■rw
Freitag den 23. Juli
fftrnsprechanschkch Rr. 605. 1909
■■«^»«-»———"ggggS
Amtliches.
Stadtkreis l^anau. Bekanntmachung.
Am Montag den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.
Hanau den 21. Juli 1909.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Hild. 17211
Bekanntmachung.
Stift«Ilfläfleto« in Höh- um 17-18000 Mk. find gegen erste Hypothek auszuleihen.
Hanau den 22. Juli 1909.
Stadthauptkasse. 17247
Bekanntmachung.
Das auf den Namen des Hugo Henkel in Hanau lautende Sparkassenbuch Nr. 3951 ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer wird aufgefordert, seine vermeintlichen Ansprüche bei dem unterzeichneten Vorstand binnen 3 Monaten geltend zu machen, widrigenfalls das Sparkonto gelöscht und dem Verlierer ein neues Einlagebuch ausgestellt wird.
Hanau den 23. Juli 1909.
Der Vorstand der Kreissparkaste. 17261
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit etwas über 16 Mk., I Kinderportemonnaie mit 57 Pfg. und 1 Kinderphotographie (Kopf), 1 Fahrrad (Marke Panther), 1 Schlüsselring mit 4 Schlüsseln (an der Brandstätte in der Nürnbergerstraße), 1 Spiegelaufsatz.
Verloren: 1 kleines Bröschchen (Sicherheitsnadel) mit 3 Glöckchen.
Entlaufen: 1 gelber Spitz.
Hanau den 23. Juli 1909.
Gefunden: Auf dem Friedhof 1 Granatbrosche, im Brausebad 1 Fingerring. Abzuholen im Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 22. Juli 1909.
Thima-JnbilänmsausstcllnnginFrankfnrt.
Von I. Roth.
Am 2. Oktober feiert Hans Thoma seinen 70. Geburtstag, und allerorten rüstet sich die deutsche Künstlerschaft, um dem Meister, der so lange vergeblich um Anerkennung hat ringen müssen, eine seiner Bedeutung würdige Ehrung zu bereiten. Thomaf ist 1839 Jin Bernau, einem lieblichen Schwarzwalddorf, als der Sohn eines Müllers geboren und es mag wohl die stille Schönheit seiner Heimat viel dazu beigetragen haben, schon in dem Knaben die große Liebe zur Natur zu wecken, die er später so herrlich zum Ausdruck bringen sollte. Nach vielen Schwierigkeiten kam der junge Thoma durch ein Stipendium des Großherzogs voll Baden an die Kunstschule in Karlsruhe zu DeS Coudres und Schirmer, dann studierte er noch in Düsseldorf und München und schlug nach mehreren Studienreisen für lange Jahre seinen Wohnsitz in Frankfurt auf, bis er vor einiger Zeit die Leitung der Karlsruher Kunstschule übernahm. Wohl mehr aus Dankbarkeit für den Großherzog als aus eigenem Antrieb, denn äußere Ehrungen hat er nie gesucht und vermochte sich schwer von der alten Reichsstadt am Main zu trennen, zu- mal er erst kurz zuvor ein eigenes Haus im Taunus bezogen hatte. Thoma, der mit Recht der volkstümlichste deutsche Maler genannt werden darf, hat, unbekümmert um die äußeren Mißerfolge und die ablehnende Stellung deS Pub- lrkums, rastlos fleißig weitergearbeitet, ohne sich um Lob oder Tadel zu kümmern. Er wußte wohl, daß feine Zeit kommen mußte und ließ seine Kunst in aller Stille ausreifen, und, wie alles wirklich echte sich doch nach und nach Bahn bricht, so hat auch die ehrliche Kunst Thoma's endlich festen Fuß gefaßt. Seit ungefähr 20 Jahren gehört der Meister zu den gefeiertsten Größen seiner Zeit. Es ist wohl begreiflich, dass eine so ursprüngliche Kunst wie die Thoma's nicht gleich verstanden wurde, in einer Zeit, in der das Publikum, gewohnt an die hohle Prunkmalerei der Markart- und Pilotyschule, sowie die süßliche Düsseldorfer Genremalerei verlernt hatte, in der Kunst die ehrliche Wiedergabe der Natur au seben. Je freier, stärker und unbeein-
Politische Rundschau.
Die Durchführung der Talonfteuer. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In steigendem Umfange hat man in den letzten Tagen den Druck und die Ausgabe neuer Gewinnanteilsscheinbogen und Zinsbogen lediglich zu dem Zwecke bewirkt, um der mit dem 1. August in Kraft tretenden Zinsbogensteuer auf eine Reihe von Jahren hinaus zu entgehen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der Gesetzgeber nur solche Unternehmungen von der Steuer freilassen wollte, deren Bogen im natürlichen Verlaufe der Dinge vor dem 1. August durch neue ersetzt werden mußten. Es ist deshalb als sicher vorauszusetzen, daß bei der Handhabung des Gesetzes durch die Behörden die nicht zweifelhafte Absicht des Gesetzes zu Grunde gelegt werden wird. Sollten sich der Ausführung Schwierigkeiten entgegenstrllen, so wird im Herbst ohne Verzug eine authentische Erläuterung durch die gesetzgebenden Faktoren herbeigeführt werden müssen. Dies könnte, da die Steuer die Dividendenschein- und Zinsbogen rein körperlich erfaßt, voraussichtlich nur dahin gehen, daß die vorzeitig ausgegebenen Bogen alsbald vom Zeitpunkte ihrer Ausgabe an für die gesamte Zeit, für die sie Scheine enthalten, zu versteuern wären. Es kann daher nur dringend geraten werden, von einem Vorgehen Abstand zu nehmen, welches zwar auch den Steuerbehörden Weiterungen, im Endergebnisse aber zweifellos den Interessenten di« schwersten Nachteile bereiten würde.
Verband mittlerer Justizbeamten. Vom 18. bis 20. Juli hat in Nürnberg der Verband mittlerer Justizbeamten Deutschlands unter dem Vorsitze des Landgerichts- sekretärs Gruß-Köln getagt. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß der Verband auf 12 192 Mitglieder angewachsen ist und daß im abgelaufenen Jahre außer Sachsen mit 1080 Mitgliedern der Verein Lübeck sich dem Verbände angeschlossen hat. Die beabsichtigte Gründung eines Bundes deutscher Justizsekretäre wurde einstimmig beschlossen. Zum Bundesvorsitzenden wurde Landgerichtssekretär Gruß und zu seinem Stellvertreter der Landgerichts-RechnungSrevisor Moray- Krefeld gewählt. Als Bundessitz wurde Köln festgelegt. Der Verein der bayerischen Gerichtssekretärc und der Verein Oldenburg traten sofort dem Bunde bei. Zu den schon vor- handenen Wohlfahrtseinrichtungen, wie Sterbekasse, Mobiliar- Brandkasse, Rechtsschutzstelle usw., tritt eine über ganz Deutschland sich erstreckende Krankenkasse, deren Errichtung einstimmig nach den vorgelegten, vom Verein Köln auSge« arbeiteten Satzungen beschlossen wurde, hinzu. Der Bunder- vorsitzende, sowie der Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Vereins für den Kammergerichtsbezirk Berlin wurden in Anerkennung ihrer Verdienste in der preußischen
flußter von der Tradition sich ein Talent äußert, desto schwerer wird es dem Laien, sich hineinzuoersetzen. Alles daran ist neu und eigenartig, Auffassung, Technik und Empfindung. Trotzdem muß man sich wundern, daß das deutsche Volk so lange Zeit gebraucht hat, um die so ganz ungesuchte und selbstverständliche Eigenart Thonia's zu würdigen. Wenn je ein Maler deutsch empfunden und gemalt hat, so ist es Thoma. Mit welch liebevoller Hingabe er sich in die Poesie der deutschen Landschaft vertieft, wie er die schlichten Bewohner seiner Heimat schildert, oder seine drolligen Kindergestalten zu einem Frühlingsreigen vereinigt, das kann nur ein Mann mit echt deutschem Empfinden.
Darum scheint er auch wesensverwandt mit allen wirklich deutschen Malern, mit Schongauer, Dürer, Schwind, Richter. Mit Böcklin, mit dem er oft in Verbindung gebracht wird, hat er doch wohl nur die Aehnlichkeit des Stoffgebietes. Da sind mythologische Gestalten, die Helden der Germanen, biblische Figuren, eigene Phantasiegebilde, Märchen, Landschaften, Genreszenen, Bildnisse, alles ist mit der gleichen innigen Vertiefung dargestellt und zeugt von einer unendlichen Liebe zur Natur. Die Verzeichnungen, die mitunter vorkommen, wird man gern übersehen, wenn man bedenkt, welch unglaubliches Können dazu gehören müßte, diese schier unerschöpfliche Fülle der Phantasie künstlerisch vollständig zu bewältigen. Man muß sich vielmehr ganz dem Zauber der Stimmung hingeben, der wohltuenden Ruhe, die in all seinen Bildern liegt, um den reinen Genuß zu empfinden, den der Meister hatte beim Anschauen der Natur, die er wiedergab.
Die Frankfurter Ausstellung verschafft einen guten Ueber- blick auf das gesamte Schaffen des Meisters und zeigt eine stattliche Anzahl seiner besten Werke, wenngleich nur Del« aemälde vertreten sind. Vor allem fesseln die Landschaften immer wieder durch die unsagbare Stimmung, die darüber liegt Sie muten an wie ein deutsches Volkslied, diese Schwarzwald- und Taunuslandschaften mit ihrem weiten Ausblick in blaue Fernen, den sanften Hügeln und grünen Wiesen in denen ein flinkes Büchlein aufblitzt oder ernste, feierliche Bäume die Wacht halten. Welche Freude an den Einzelschönheiten der Natur liegt darin. Im Vordergrund spielen jröhliche Kinder oder ein Wanderer hat sich zu kurzer
Urzer
Gleichstellungsfrage zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der nächst« Versammlungsort ist Kiel.
Englisches Unterhaus. Bei der gestrigen Debatte über den Etat des auswärtigen Amtes übte der Liberale Dilke Kritik an der Balkanpolitik Englands. Indem England in Verbindung mit Rußland den Standpunkt vertrat, daß die Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich-Ungarn vorübergehender Natur sei, habe es sich in Gegensatz gesetzt zu der allgemeinen Auffassung, daß die Okkupation nicht eine temporäre sein könne. England habe zu sehr auf der Doktrin von der Heiligkeit des Berliner Vertrages bestanden, der dann von der Türkei ebensosehr verletzt worden sei wie von den anderen Mächten.
Die französische Ministerkrisis. Präsident Fal- liöres empfing gestern nachmittag dm Justizminister Briand im Elysee und bot ihm die Mission zur Bildung des neuen Kabinetts an. Briand erklärte, er werde dem Präsidenten der Republik heute eine endgültige Antwort geben.
Die Lage in Persien. Die englische und russische Gesandtschaft teilte bent Ministerium des Auswärtigen amtlich mit, daß ihre Regierungen den neuen Schah anerkennen. Beide Gesandtschaften bemühen sich eifrigst für die baldig« Abreise des früheren Schahs, welchen wahrscheinlich der frühere Krieosminister Bahadur Dshung begleiten wird.
Die Vorgänge in Marokko. Aus Tanger wird gemeldet, daß El Gebbas, welcher beauftragt war, im Namen des Sultans Muley Hafid gegen die kriegerische Aktion Spaniens im Riffgebiet Einspruch zu erheben, auf den Rat der französischen und einiger anderer Gesandtschaften diesen Schritt unterlassen habe.
Atts Abessinien. Die „Kölnische Zeitung" erhielt gestern folgendes Telegramm aus Addis-Abeba: Der Negus ist schwer erkrankt. Die Kaiserin Taitu regiert. Wochenlang hatte sie eine ärztliche Behandlung des kranken Kaisers verhindert. Die Erregung des abessinischen Volke- ist darüber so groß geworden, daß die Kaiserin neulich eine Volksversammlung durch die ihr ergebenen Krieger mußte auseinander sprengen lassen. Jetzt hat sie in eine ärztliche Behandlung des Kaisers eingewilligt, weigert sich aber andauernd, Bürgschaften dafür zu geben, daß weitere Anschläge gegen das Leben des Negus unterbleiben. Die dem Kaiser er* gebenen Großen sind aus seiner Umgebung entfernt worden. Der ganze Geschäftsverkehr stockt. Im Norden ist es schon zu einem Gefecht der Anhänger des N«gus gegen die Parteigänger der Kaiserin gekommen. Es gab dabei 150 Tote.
LuMport.
Berlin, 22. Juli. Siner Blättermeldung zufolge landet« heute vormittag im Grunewald der französische Ballon Rast niedergelassen. Wunderschön sind auch die Abendstimmungen, besonders das Bild „Vollendetes Tagwerk", in dem ein Ochsengespann im Schein der roten Abendsonne von der Arbeit ausruht. Etwas an Courbet erinnert in der Farbe die Flußlandschaft mit Schafherde. Von ganz eigenem Reiz sind die Mondscheinbilder: ein Kahn gleitet durch glitzernde Wellen, umhüllt von d«r blauen Dämmerung der Sommernacht — oder ein Hirtenknabe sitzt im Vordergrund und bläst sich auf der Flöt« sein schlichtes Lied, ein Motiv, das immer wiederkehrt. ,
Herrlich im Kolorit ist die Parklandschaft mit herbstlichen Bäumen, der Boden ganz verschüttet mit welkem Laub. In der Landschaft am Gardasee fällt besonders das Wunderlich« der Baumverästelung auf, daS man bei Thoma immer wieder» finbet. " ,
Eine Hochgebirgslandschaft aus dem Lauterbrunner Tal offenbart die ganze Schönheit der Alpenwelt und strahlt in leuchtendsten Farben. Nicht immer ist daS Kolorit von der gleichen Wirkung, besonders einige Porträts, z. B. das Selbst- bildnis aus dem Jahr 1871, sowie das Bildnis des Maler» Steinhausen wird durch allzu braune, erdige Fleischtüne etwas beeinträchtigt, während in einem kleinen Bildchen „Die Flucht nach Egypten« die an Buntheit streifend« Farbigkeit fast störend wird. Die „Meermadchen" wiederum entzücken den Beschauer durch den Gegensatz von zartem Kolorit und herber Kontur. — Auch das Bild: „Großmutter mit Kind und Katze« zeichnet sich durch äußerst delikate Farbengebung aus. Am liebenswürdigsten offenbart sich jedoch die Seele des Künstlers in der Darstellung der Kinderfiguren. Ob sie nun der märchenerzählenden Großmutter lauschen, einen lustigen Reigen schlingen, als Faunskinder im Gras herumpurzeln oder als Englein ein Jubellied anstimmen, immer sind eS dieselben pausbäckigen, derben Kindergestalten, mehr drollig als hübsch und ganz erfüllt von der Wichtigkeit ihrer jeweiligen Aufgabe. Die allegorischen und biblischen Bilder, wie Gefilde der Seligen, Schaumgeboren, Meeressehnen, Tritonenpaar, das Paradies ; die Genrebilder : lesendes Mädchen, am Spiegel, Früchtever- käuferin, heimkehrende Schnitter usw. zeigen die vielseitig« Gestaltungskraft des Künstlers. Eè aibt kaum ein Stoffae-