Hanauer K luftiger
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»«tHichrltch 1,80 Ml., msuatlich 60 M., für M» »Mgt Abonnerutu mit dem betressruden Pvßausschlez.
Dè« einj^M Nummer kesiet 40 PsZ.
HMânIdmck und B«l«g bet Buchdruck««! öH »««in. «, Waisenhauses in Hamm.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Mt- nO Faudkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.
Nr. 166 Nttnkpr«ch«»schlutz N«. 605. MvUtllg bt II 19. Juli
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Fernsprecha«fchl«tz Nr. 605* 1909
Amtliches.
Kandkreis Fjanau» Bekanntmachung.
DaS Proviantamt kauft Wiesenheu und Rogge«- stroh zu den gangbaren Tagespreisen.
Neben Flegel- und Maschinenstroh wird bis auf weiteres auch Preßlangstroh angenommen, wenn die kurzen Strohteile, sogenannte Spreu, Keile oder Spelzen nicht mit ein- grpreßt find.
Die Einlieferung kann ohne vorherige Anmeldung und, mit Ausnahme der Samstagnachmittage, an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Hanau den 14. Juli 1909.
Königliches Proviant-Amt.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 14. Juli 1909.
Der Königliche Landrat.
V 4015 J. V.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadtkreis Hana«.
Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schttl- geldes für die Monate Jnli / September d. JS. hat begonnen.
Ueber das Mittelschnlgeld werden demnächst besondere Zettel ansgehândigt.
An Stelle der Barzahlnngen werden Schecks, welche ans die Reichsbank, den Hananer Kredit- Verein oder auf eines der hiestgen Bankhänser bezogen sind, angenommen; hierbei wird bemerkt, daß die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und daß die von den Kassen ausgestellten Quittungen (die zum Zeichen, daß Zahlung nicht in bar erfolgt, mit dem Stempel „durch Scheck bezahlt" versehen werden) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird.
Einzahlungen durch die Post find zulässig, jedoch hat der Steuerzahler Porto und Bestellgeld zu tragen.
_ Die Steuerkasse befindet sich im Neustädter Rathans, Zimmer Nr. 3, Erdgeschoß rechts, und ist für Einzahlungen t â g l i ch vormittags
Die letzten Tage von Messina.
Roman von Erich Friesen.
(2- Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Hat er sie durch seine Fragen verletzt? War er indiskret? Das hat er nicht gewollt! Gewiß nicht!
Er eilt ihr nach.
Doch schon ist sie im Dunkel verschwunden. Wahrschein- hinabgegangen nach ihrer Kabine.
Morgendämmerung zieht herauf. Vom zartesten Rosa überhaucht die weißen Wölkchen am tiefblauen Himmel.
Leuchtendes Frührot.
den B?" an ®e^ lebhaftestes Treiben. Alle Passagiere auf
Noch eine Stunde — und dann--am Ziel.
Messina!
Höher färbt die Röte der Erwartung die Wangen. Rascher Lt” oie Herzen. Sie alle, alle harren voll brennender tz.^ucht des Augenblicks, da sie den teuren Boden wieder di- sn ' bi« geliebte Gattin, die Kinder, die alte Mutter, ^na«Vn die Arme schließen dürlen.
Dhér ne belhafter Erregung gehen sie an Deck auf und ab. stehen bewegungslos an der Reeling, hinspähend «^iung, wo aus blauem Gedämmer Messinas ge- i^'^e Küste auftauchen soll ...
in $ Eigentlich! . . .- Dort hinten erscheint alles wie ^EN Dunst gehüllt.
Und weiter zieht die „Iduna" . . .
Fernrohr "" ^ Kommandobrücke eifriges Blicken durchs
< ^™ fitj9eregte§ Getuschel zwischen dem Kapitän und den Schi fsofsizleren, heftiges Gestikulieren.
und schärferes, erregteres Spülien durchs Fernrohr.
Einige Passagiere wagen sich mit Fragen an den Kapitän heran.
Doch der zuckt die Achseln, wobei es in seinen wettsr- regun" ^Ö6’1 Zuckt vor mühsam zurückgedämmter Er-
von 8—12^ Uhr geöffnet. Schluß des Zahlungstermins ist der 15. August d. Js.
Hanau den 17. Juli 1909.
__Stadtkasse.___16929
Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Neupflasterung der Straße am Paradeplatz zwischen Sternstraße und Bangert sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Mittwoch den 21. d. M., vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin ein« zureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 15. Juli 1909.
Stadtbauamt. 16859
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Wachstuchledermappe mit verschiedenen Formularen zur Aufnahme von Versicherungen (am Kohlbrunnen).
Verloren.: 1 Portemonnaie mit etwas über 9 Mk. und 2 Schlüsseln, 1 Portemonnaie mit 8,75 Mk, und einer Zeitkarte für Hartmann Sperzel in Neuenhaßlau.
Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
Hanau den 19. Juli 1909.
Politische RundTtbaa.
Ordeusouszeichuuugeu zur Annahme der Reichsfinanzreform. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute die aus Anlaß der Annahme der Reichsfinanzreform erfolgten Ordensauszeichnungen. Es erhielten die Brillanten zum Kreuz und Stern der Komture des Hausordens von Hohenzollern der Staats- und Finanzminister Freiherr von Rheinbaben; den Roten Adlerorden 1. Kl. mit Eichenlaub der Staatsminister und Minister für Handel und Gewerbe Sydow; die Brillanten zum Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und dem Stern der Direktor im Reichsschatzamt Kühn; die Krone zum Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und dem Stern der Wirkl. Geh. Oberfinanzrat, vortr. Rat im Finanzministerium Rathjen; den Stern zum Roten
Unruhe befällt die Passagiere. Wie die Mauern stehen sie an Deck, hinstarrend nach dem unheimlichen Dunstgewölk . . .
Sind das nicht ungeheure Rauchwolken, die dort in weiter Ferne emporwirbeln? . . . Oder gigantische Staubmassen ?
Alle Ferngläser vor den Augen. Alle Herzen in zitternder Erregung
Und weiter zieht die „Iduna" . . .
Alle Blicke starren — starren--
Soll das Messina sein? Ihr heißgeliebtes, glühend ersehntes, paradiesschönes Messina?
Dieses wilde Ruinen-Chaos? Dieses aufzüngelnde Flammenmeer? Diese schwarze, undurchdringliche Rauchwolke ? . . .
Barmherzigkeit !
Sie starren und starren — bewegungslos, wie hypnotisiert --.
Dann macht sich der furchtbare Schmerz, die ganze Verzweiflung in einem elementaren Ausschluchzen Luft, in einem langen, schrillen Aufschrei, der von Mund zu Mund fliegt.
Und weiter zieht die „Iduna" — hinein in den Hafen von Messina.
Ohrenbetäubender Lärm ringsum. Die Oberfläche des Wassers bedeckt mit Trümmern und Leichen. Barken mit wimmernden Verwundeten, fast unbekleidet oder in blutbespritzten, zerfetzten Gewändern, mit aufgelösten, flatternden Haaren und irrem Blick schwanken vorbei.
Vom Ufer her dringt bis zur „Iduna" herüber das wilde Geschrei der Verwundeten und Sterbenven.
An Bord starres Entsetzen. Man kann es noch nicht fassen, das Furchtbare, Unerhörte, Nochnichtdagewesene.
1 Jetzt — ein Befehl von der Kommandobrücke.
Diè „Iduna" stoppt.
Dumpf rasselt die Ankerkette zur Tiefe.
Mit wahnsinniger Hast stürz: alles zur Falltreppe.
Hinüber, hinüber! . . . An Land!.
Da — ein kurzer Befehl des Kapitäns:
„Niemand ausbooten!"
Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub der Wirkliche Geheime Oberfinanzrat, vortragender Rat im Finanzministerium Hummel; den Roten Adlerorden 2.^Klasse mit Eichenlaub der Ministerialdirektor im Finanzministerium Foerster; den Roten Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife der Geh. Oberregierungsrat, vortr. Rat im Reichsschatzamt Jahn, der Geh. Oberfinanzrat, vortr. Rat im Finanzministerium Noelle; die Schleife zum Roten Adler- orden 3. Kl. der Geh. Regierungsrat, vortr. Rat im Reichsschatzamt Rheinboldt; den Roten Adlerorden 4. Kl. der Geh. exped. Sekretär und Kalkulator im Reichsschatzamt Zunkel; den Kronenorden 8. Kl. der Geh. Regierungsrat, vortr. Rat im Reichsschatzamt Nay, der Geh. Finanzrat, vortr. Rat im Finanzministerium Sachs, der Geh. Regirrungsrat, Staatskommissar bei der Börse in Berlin, vortr. Rat im Ministerium für Handel und Gewerbe Dr. Göppert, der Geh. Rechnungs- rat, Geh. exped. Sekretär und Kalkulator im Reichsschatzamt Schlag, der Geh. RechnungSrat, Geh. exped. Sekretär und Kalkulator im Finanzministerium Hendrich, die Rechnungsräte, Geh. exped. Sekretäre und Kalkulatoren im Reichs- schatzamt Vogeley, Heinrich und Fritsche; den Kronenorden 4. Kl. der Geh. exped. Sekretär und Kalkulator im Finanzministerium Rosenthal.
Die Reichsbeamtettbesoldung nach dem neuen Gefeß. Die Auszahlung der erhöhten Gehalter und Wohnungsgeldzuschüsse und die Nachzahlung der Beträge für 1908 an die Reichsbeamten soll nach einer Verfügung des Reichsschatzamtes mit tunlichster Beschleunigung erfolgen. Die Behörden find angewiesen, noch fehlende Gehaltsberechnungen sofort vorzunehmen, damit die ReichSbeamten am 1. August in den Genuß der lang entbehrten Erhöhungen gelangen können. Bei der Reichspost werden sich die Berechnungen, da sie schwieriger als bei den übrigen Reichs- ämtern sind, nicht so schnell abschließen lassen, doch hofft man, im Laufe des August die Auszahlung vornehmen zu können.
Mafchtuisterrlaufbahu bei der Kaiserliche« Marine. Wie nicht allgemein bekannt sein wird, liegt für die Kaiserliche Marine laufend ein großer Bedarf an Maschinrnpersonal vor, weshalb z. B. die I. Werftdivifion im Oktober dieses und im Januar nächsten Jahres Freiwillige für die Maschinistenlaufbahn einstellt. Die Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein und Zeugnisse über eine dreijährige Lehrzeit als Elektriker, Kesselschmied, Dreher, Schmied, Kupferschmied, Klempner oder Schlosser aufweisen können. Für geeignete Kapitulanten sind die Beförderungs- und sonstigen Verhältnisse besonders günstig. Mit dem die Laufbahn abschließenden Dienstgrad deS Deck- bezw. Ober- deckoffiziers wird Pensionsberechtigung erlangt. EinstellungS- gesuche sind unter Beifügung der Lehrzeugniffe und eines
Ein wilder Empörungsschrei aus Hunderten von Kehlen als Antwort.
Die Menschen, die von weither, aus eurem andern Weltteil, kommen, um nach jahrelanger Trennung ihre Angehörigen wiederzusehen, geberden sich wie toll.
Hier untätig sein zu müssen, während drüben, -wischen Trümmern und Rauchwolken, ihre Lieben vielleicht Todes- gualen erleiden! Unmöglich!
Drohende Rufe erschallen: .
„Wir springen ins Wasser! . . . Wir schwimmen an Land!"
Vergebens. „ , „
Endlich — nach zwei Stunden — del Befehl zurückgezogen.
Die Passagiere dürfen landen.
Einer der ersten, die ins Boot springen ist Orlando.
Oben aber, am Schiffsbug, liegt, unbeachtet von allen, eine todesbleiche Frau in tiefem Trauergewand aus den
Nur »in Wort entringt sich ihren bebenden Lippen.
„Mercedes!"
III.
Greifen wir ein paar Stunden zurück.
In der tuberosen-umrankten Villa Morgano drunten am Kai alle Fensterläden geschlossen.
Als Bernardo Morgano gegen Mitternacht mit seiner Gattin und seiner Tochter Clelia von der Festlichkeit bei seinem Kompagnon nachhause zurückkehrt, schlafen di« Kinder bereits.
Clelia bittet, sich zurückziehen zu diirfen, nachdem sie ihren Papagei, an dem sie mit großer Liebe hängt, von der Terrasse genommen und ihn in seinen vergoldeten Käfig gesetzt.
Und auch ihr Vater sucht sofort sein Schlafgemach auf, während Frau Ninetta sich noch fn§ Nebenzimmer an die Nettchen der beiden kleinen Mädchen begibt, dort ein stilles Gebet verrichtet und einen leisen Gutenachtkuß auf die rosigen Gesichtchen drückt.
Die zwölfjährige Carmela schläft ruhig weiter.
Die kleine Angelina jedocht schlägt di« großen schwarzen