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Erstes Blatt.

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RoiânSdnrck und Verlag der Buchdrucker« bei «Kekl. e». Waisenhausss in Hanau.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Verantwort!. Redakteur: ». Schrecker in Hemau.

Nr. 165 Fernsprechimschlich Nr. 605»

Samstag den 17. Juli

Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1909

Die iMgeNumer Wstßt Nier S.MtthMWilllti

16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Der Bahnmeister Otto Möller, wohnhaft in Langen­diebach, und der Zugführer Christoph Schmidt, wohn­haft in Hanau, wurden zu Kleinbahn-Polizeibeamten ernannt und als solche heute bestellt und vereidigt.

Hanau den 13. Juli 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

? 8291/8292 Frhr. v. Laur.

Eandkreis Hanau.

Die Ferien des Kreisausschusses beginnen am 21. Juli und enden am 1. September. Während derselben werden mündliche Verhandlungs-Termine nur in schleunigen Sachen abgehalten.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ahne Einfluß.

Hanau den 9. Juli 1909.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A- 3 314 Frhr. v. Laur.

Durch die am 1. Januar 1908 in Kraft getretenen Unfall - VerhütiMftHvorschrifteir für landwirt­schaftliche Geräte ist u. a. angeordnet, daß jede Sense gyf dem Wege von und zur Arbeit entweder mit einer die Schneide und Spitze vollständig verdeckenden Scheide von Blech, Leder oder Holz versehen sein oder in der ganzen Länge der Schneide umwickelt oder mit abgeschlagener, an oen Stiel festgewundener Schneide getragen werden muß. Auch ist untersagt, abgeschlagene Sensenklingen in Viehställen oder anderen Wirtschaftsgebäuden unbeweglich zu befestigen, um an den Klingen Stroh zu schneiden.

Sicheln müssen bei der Beförderung von und zur Ar­beitsstätte mit der Spitze nach unten getragen werden. Werden sie auf Wagen mitgeführt, so müssen sie mit der Spitze nach unten festgesteckt werden.

Heu- und Mistgabeln müssen mit nach unten ge- nchteter Spitze, Aexte, Beile und Hacken mit nach unten gerichteter Schneide festgelegt werden, wenn sie auf beladenen Wagen befördert werden.

Etwaige Belehrungen hierüber können auf den Bürger­meisterämtern, woselbst ein Exemplar der Unfall-Verhütungs­vorschriften ausliegt, oder im Bureau der landwirtschaftlichen Unfall-Versicherung Kreishaus eingeholt werden.

MMldn ras der Tierwelt.

Es ist unter diesem Titel durch den rühmlichst bekannten Verlag R. Voigtländer, Leipzig, in Verbindung mit dem Herausgeber H. Meerwarth ein Unternehmen ins Leben ge­rufen worden, das unsere unbedingte Bewunderung heraus- sordert. Zwei Bände sind bis jetzt erschienen : 1) Saugetiere, Vögel. Es sollen sich als weitere Bände daran an­schließen : 3) Amphibien, Reptilien und Fische, 4) Wirbellose Xiere. Was jene beiden ersten Bände auSzeichnet, das ist dre auf naturwissenschaftlicher Grundlage aufgebaute und dabei doch in gemeinverständlicher, ansprechender Form ge= Ötoene biologische Darstellung des Tieres, wie es sich in seinem Verhältnis zum Herrn der Schöpfung und zu anderen das gleiche Gebiet bewohnenden Tieren, in lemem natürlichen Leben und Treiben zeigt. Diese Dar- I^uungsweise schließt selbstverständlich eine systematische ®e« Ichreibung aus. Das Leben läßt sich eben nicht in Systeme rmzwangen, dazu ist es zu mannigfach. Die Tiere werden nsio wie sie sich freilebend in der großen Natur geben, nicht ^1? J kinanderangeordnet passen", vorgeführt. Alle diese Schilderungen im ersten Bande vou : Hermann Meer­warth (Reinecke Fuchs, das Opossum, das Kaninchen)

u u n L ö n S (der Zaunigel, das Eichhörnchen, der Edelmarder), E l s e Soffet (die Haselmaus, die Hausmaus)

Friedrich (der Biber) Karl Soss el (Waldmaus und Wuhlmaus), Martin Braeß (die Wasserratte, Scher­oder Raubmaus), A. Bütow (Wald- und Wühlmaus), Ernst S chaef (Bisonund Wisent), Hugo Otto (UnsereWiesel) und so lebensvoll, so klar und so anschaulich, daß wir beim Lesen gar nicht aufsehen möchten: es ist so, als wären wir selber mit draußen und möchten gar nicht wieder in unser Zimmer zurück.

Und nun diese entzückenden scharfen Freiaufnahmen frei- lebender Tiere! Jede Retusche ist vermieden; man fragt iich unwillkürlich, wie all das Bildmaterial zusammen­getragen werden konnte, und wie es nur möglich war, solche kühnen Aufnahmen zu machen? Ich hebe einzelne hervor, die in ihrer Schönheit wie Wiedergaben von Oelbildern an­

Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei Zuwiderhandlungen gegen die obigen Bestimmungen sowohl gegen die Betriebsunternehmer als auch die Versicherten hohe Strafen festgesetzt werden.

Hanau den 28. Juni 1909.

Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Hanau (Land).

II 1448 J. V.: v. Strahl, Kreisdeputierter.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Der Vorstand der Laudesversicherungs-Anstalt Hessen- Nassau zu Cassel hat anfangs d. Js. ein Jnvalidenheim in Hofgeismar eröffnet.

Das Jnvalidenheim ist für die Aufnahme von etwa 20 Invaliden- und Alters-Rentenempfänger eingerichtet, die vor­zugsweise mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden.

Da z. Zt. noch einige Plätze in dem Jnvalidenheim frei sind, setzen wir die Renten-Empfänger hiervon in Kenntnis mit der Aufforderung, daß diejenigen, welche in das neue Heim ausgenommen zu werden wünschen, ihre Aufnahme alsbald bei uns (Rathaus, Zimmer 12) beantragen müssen.

Zugleich sei bemerkt, daß die Aufnahme eines Renten- empfângers in ein Jnvalidenheim von dem Verzicht auf die Invaliden- oder Altersrente abhängig ist, und daß in dem Jnvalidenheim in Hofgeismar nur solche Rentenempfänger ausgenommen werden können, welche verträglich und arbeits­willig und imstande sind, leichtere Arbeiten, insbesondere Garten- und Feldarbeiten zu verrichten und welche nicht an tuberkulösen, Krebs- oder schweren Herzkrankheiten leiden. Für die Aufnahme von Rentenempfängern, welche an tuberkulösen oder Krebskrankheiten leiden, ist das Philippsstift zu Immenhausen, Kreis Hofgeismar, eingerichtet, welches derartige Kranke gleichfalls noch aufnimmt.

Hanau den 14. Juli 1909.

Der Magistrat.

Hild. 18861

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Neupflasterung der Straße am Parade­platz zwischen Sternstraße und Bangert sollen unter Zu­grundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

muten.Jungsuchs in der Mittagssonne auf dem Bau", von H. M e e r w a r t h, wunderbar stimmungsvoll und feierlich;Igel im Schnee" (eine seltene Erscheinung) von F. Hornbogen,Haselmaus" (in der Gabelung zweier Aeste mit weiten Augen nach unten witternd) von Douglas English,Alte Kaninchen bei der Aesung auf einer duftigen Waldschneise, von Meerwarth,Junges Kaninchen am Bau", Zwei junge Kaninchen in der Einfahrt zum Bau" (ein herzlich-trauliches Bild) von demselben; dann einige wert­volle Aufnahmen vom Opossum, unter denen eine h e r v o r- ragend ist (die Mutter verteidigt die Jungen in ihrem Schlupfwinkel) von A. Radclysse. Und ferner: alle die vor­züglichen Aufnahmen vom amerikanischen Biber, wie er im Wasser sichert, wie er mit einem Weidenast schwimmt, wie er auf dem Kreuze mit Hilfe der hochgehobenen Kelle Bau­material zum Damm trägt, wie er nach getaner Arbeit im geöffneten Uferbau ruht, wie er den abgeschnittenen Zweig beim Fallen beobachtet, u. f. f. (Von Behr, Leithold, Pfau u. a.). AuS der ganzen großen Fülle nur noch einige erwähnenswert sind sie ja alle: Das Bild der beiden Bisons aus der Corbin-Herde, die Springmaus auf der Weizenähre, das humorvolle Bild von den zwei streitenden Zwergmäufen, die Hausratte beim Zurichten von Nestmaterial, die Hausratte in Verteidigungsstellung, und eins der allerschönsten: ein nordamerikanisches Eichhörnchen beim Plündern eines Drosselnestes, sämtliche lebensvollen Aufnahmen vom Edelmarder; wie die Waldwühlmaus ihre Jungen säugt, Wildschweine auf dem Wechsel im tiefen Schnee, die durchweg gut gelungenen Aufnahmen vom Schwarzwild. Den Schluß des ersten Bandes bildet eine Monographie über den Edelhirsch von Fritz Bley, die Perle von all den biologischen Darstellungen, so anziehend und ich möchte sagen mit einer so goethisch-epischen Gründlichkeit, mit einer so sicheren, immer den jeweiligen Begriff ausfüllenden Aus­drucksweise geschrieben, daß wir sie in einem Zuge lesen mußten. (241 Seiten). Das macht: Dem Verfasser ist von Natur ein scharfer Beobachtungssinn eigen, den er auf seinen mannigfachen, ausgedehnten Fahrten als wald- und heide­froher Waidmaun geschult und immer mehr verfeinert hat. Er bat im buchstäblichen Sinne den Edelhirsch verfolgt,

Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Mittwoch den 21. d. M., vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin ein­zureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 15. Juli 1909.

Stadtbauamt. 1685&

Bekanntmachung.

Stiftungsgelder in Höhe von 1718000 Mk. sind gegen erste Hypothek auszuleihen.

Hanau den 17. Juli 1909.

Stadthauptkasse. 16905

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 10. bis 16. Juli 1909 :

1 Bauschloffer, 1 Fabrikarbeiter, 2 Fahr» burschen, 4 Hausburschen, 1 Monatsfrau 7 Tagelöhner.

Hanau den 17. Juli 1909. 16863

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Gerichtsbauten Hanau.

Die Ausführung der Tischler-, Schlosser- und Glaserarbeiten für den Neubau des Gefängnisses und Beamtenwohnhauses sollen in öffentlicher Ausschreibung in einzelnen oder mehreren Losen getrennt vergeben werden und zwar:

Los 1 Lieferung der Türen,

Los 2 Lieferung der Fenster,

Los 3 Lieferung und Anbringung der Türbeschlägt,

Los 4 Lieferung und Anbringung der Fensterbeschläge,

Los 5 Verglasung der Fenster.

Unterlagen werden, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von je 2 Mk. für ein Los zugeschickt. Zeichnungen liegen während der Dienststunden zur Einsichtnahme aus.

Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 7. August 1909, vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen em- zureichen.

Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen.

Hanau, Nußallee 13 a, den 15. Juli 1909.

Der Königl. Landbauiuspektor. 16841

bis in die Landschaften von West-Wyoming und Montana und ins nordwestliche Kolorado hinein. Zu Beginn seiner Monographie läßt er sich über die wissenschaftliche Stellung und Verbreitung der Edelhirsche im allgemeinen aus und wünscht dabei der Wissenschaft, die gewiß viel nützliche Einzelarbeit geleistet habe, mehr eine ernsthafter« Beobachtung am lebenden Tiere selbst. Dann kommt er au! denWapiti" zu sprechen und gibt seinen sicheren Forschungen, die an sich auf den Laien vielleicht ermüdend wirken könnten, eine so stimmungsvolle Hochwaldstimmung, daß wir an seiner Seite hinzuschreiten glauben: er reißt uns mit sich, ob wir wollen oder nicht.Der Ruf der großen Ohr-Eule schweigt. In durchsichtigem Rosenrot glühen hoch, himmechoch über dem dunklen, schlummernden Walde die schneebedeckten Sip. el der Felsengebirge von Wyoming. Ein mattgraues Tieuot zieht langsam im Osten heraus, den jungen Maitag ver­kündend. In den Wipfeln der Schwarzkiefem erwacht das Leben. Am Rande der Waldblöße weckt die Wachtel mit ihrem Dreischlage die anderen Vögel, schackernd unb zwitschernd fährt die Amsel aus ihrem Schlafe auf und stimmt ihr Helles Lied an, in das die Spottdrossel entfallt" u s s So setzt es ein. Hier ist wahrlich mehr als fDlafiuS. Und dann lassen wir uns von den asiatischen Edel­hirschen erzählen. Er bedauert, daß m dem Gebiet vom Japanischen Meer bis zum Ural der Wildstand seinem Untergang entgegengeht, bevor überhaupt die Tierwelt dieser hochwichtigen Lander auch nur annähernd bekannt ist.Bei der Gesetzlosigkeit, die im Russischen Reiche nun schon seit Jahren herrscht, ist vorläufig noch gar kein Ende dieses Vernichtungswerkes abzusehen. Noch im Jahre 1905 ist im Berliner Zoologischen Garten eine ganz neue Hirschart eingeliefert worden, von deren Da­sein im Amurgebiet deS Tianschan man bisher keine Ahnung hatte, und viele neue Formen bekannter Arten kommen noch jährlich als bisher unbekannt in die Museen der Kultur­völker ...

In Altai züchtet man den asiatischen Edelhirsch in ge­schlossenen Parken, aber auch nur zu HandelSzwecken .... Man muß es vom waidmännischen Standpunkt aus geradezu als einen Segen preisen, daß das wildreiche Korea japanitch