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Bi*kN«W MO Mk., msnaüich «0 Pfg.. für ti» wertige LbonnerUen mit dem betreffenden Postauffchl«^.
Di« einjelne Nummer testet 10 Pf§.
»etetientdruck und vertag der Buchdruckern des verein, re» Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ fit Mt- uni Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 158
Fernsprechanschlittz Nr. 605
Freitag den 9. Juli
Feensprechanschlutz Nr. 605
1909
Amtliches.
Candkreis Hanau.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 3 von Bruchköbel über Langendiebach nach Rückingen vom 10. bis einschl. 17. Juli d. I. für Kraftfahrzeuge jeglicher Art, sowie für durchgehendes Fuhrwerk mit mehr als 20 Ztr. Ladegewicht polizeilich gesperrt.
Hanau den 8. Juli 1909.
Der Königliche Landrat.
V 3862 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen:
a) der offenen Handelsgesellschaft in Firma Gebr. Vial in Hanau, Inhaber die Bijouteriefabrikantcn Heinrich und Conrad Vial in Hanau,
b) des Bijouteriefabrikanten Heinrich Bial,
c) des Bijouteriefabrikanten Conrad Vial, beide in Hanau, wird Schlußtermin zur Abnahme der von dem Verwalter gelegten Schlußrechnung und zur Anhörung der Gläubiger über die dem Verwalter zu gewährende Vergütung und die ihm zu erstattenden Auslagen anberaumt auf den
21. Juli 1909, vormittags 11 Uhr.
Hanau den 5. Juli 1909.
.Königliches Amtsgericht 5» 16215
Verdingung.
Die Dachdecker- und Klempnerarbeite« zum Neubau der Schule mit Nebengebäude in Wachettbuchen sollen in 2 Losen in öffentlicher Verdingung, vergeben werden., ~ Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung des Selbstkostenpreises von je 0,50 Mk. für das Los vom Unterzeichneten bezogen werden.
Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Donnerstag den 15. d. M., vormittags 9 Uhr, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im Kreishaus hierselbst, festgesetzten Termin statt.
Zuschlagsfrist 2 Wochen.
Hanau den 8. Juli 1909.
Stübing,
Kreisbaumeister. ' 16247
KUdelsrezißer des Amtsgerichts 8«ngenftl6iilii.
Firma Gebrüder Deckmann, offene Handelsgesellschaft, Langendiebach.
Der Schlosser Karl Georg Schlegel zu Ravolzhausen ist aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Langenselbold den 1. Juli 1909.
____________Königliches Amtsgericht. 16241
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Brille mit Futteral.
Verloren: 1 Brillantring mit Saphir und Rubin, 1 Portemonnaie mit 16 Briefmarken â 30 Pfg., 1 Portemonnaie am Westbahnhof mit 22,43 Mk. und 2 Zuckerbonbons.
Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen m. Geschl.
Hanau den 9. Juli 1909.
Politische RundTcbatL
Reichskanzler Fürst v. Bülow empfing, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, am Mittwoch den Vorsitzenden des vor kurzem gebildeten Bundes deutscher Redakteure, Ministeriakdirektor a. D. Dr. Hermes, und nahm dessen Darlegung über die Aufgaben und Zwecke des Bundes mit Interesse entgegen. Fürst v. Bülow bekundete Sympathie für das Gelingen dieser Bestrebungen.
Der Seniorenkonvent des Reichstages ist dahin übereingekommen, daß, nachdem die zweite Lesung der Reichssinanzreform ^um Abschluß gebracht wurde, die dritte Lesung auf die heutige Tagesordnung gesetzt werden soll, und zwar zunächst die Konsumsteuern. Bevor man zur dritten Lesung über die Besitzsteuern übergeht, soll Generaldebatte stattfinden. Die dritte Lesung der Finanzreform soll am Samstag bestimmt zum Abschluß gebracht werden, so daß am Montag die Besoldungsvorlage zur zweiten Lesung gestellt werden kann. An biefem Taae ^tC man «uck
kleinere Vorlagen und Wahlprüfungen erledigen und Dienstag die dritte Lesung der Besoldungsvorlage vornehmen.
General de Galliffet t» In Paris ist gestern General de Galliffet gestorben.
Im englischen Unterhaus antwortete der Staats- sekretär des Aeußeren, Sir Edward Grey, auf eine Anfrage Dilons (Nationalist), ob die englische Regierung die Forderungen der persischen Konstitutionellen für unvernünftig erklärt habe, folgendes: Nein, aber wir haben zu erkennen gegeben, daß wir unsererseits möglicherweise nur zwei Forderungen unterstützen könnten. Die Forderungen als Ganzes scheinen mir die bestehende Verwirrung nur noch zu vermehren. Auf eine Anfrage Keir Hardies (Arbeiterpartei), ob die russische Gesandtschaft in Teheran das Recht hätte, Truppen nach Teheran marschieren zu lassen, ohne die englische Gesandtschaft zu fragen, erwiderte der Staatssekretär, daß die aufrührerischen Gegenden der russischen Grenze nahe wären. Wenn eine ähnliche Lage in der Nähe der indischen Grenze entstehen sollte, würde sich England das Recht vorbehalten, aus eigener Initiative alle zum Schutze seiner Interessen nötigen Schritte zu unternehmen. Die russische Regierung hätte die englische von allen geplanten Schritten in Kenntnis gesetzt.
Die schottische« Kohlenbergwerksbesther beschlossen eine Lohnreduktion von 21/» pCt., die am 26. Juli d. Js. in Kraft. treten soll, anzukündigen. Von der Maßregel werden 80 000 Bergleute betroffen.
Die Wirren in Persien. Die „Köln. Ztg." wird aus Teheran vom 8. Juli gemeldet: Die nationalistischen Endschumen Teherans ersuchen nach der Vereinigung mit ihren Gesinnungsgenossen die heranrückenden Bachtiaren, nicht in^ die Stadt einzudringen. Der britische Gesandte schlägt vor, die Wahlen in zehn Tagen beginnen zu lassen und dann gleich das Parlament zusammenzurufen,, vor das dann ein nationalistisches Kabinett treten würde. Ein friedlicher Ausgang scheint nicht ausgeschlossen, da Sipahdar, der Führer der Nationalisten, die Verhandlungen ausgenommen hat. Oberst Liachow bildet aus ziemlich zweideutigen Elementnr, die er uniformiert und bewaffnet, eine Freiwilligen- truppe zum Schutze der Stadt. — Das russische Labinski- Kosakenregiment ist vorgestern in Enseli angelangt und marschierte gestern nach Kaswin weiter.
Parlamentarisches.
Berlin, 8. Juli. Die Schankgefäßkommission erledigte heute die Beratung des ihr zugewiesenen Gesetzentwurfs, der bekanntlich die Abwälzung der Biersteuer auf die Konsumenten erleichtern soll. Ein Antrag Zubeil (Soz.) auf Einführung einer Uebergangsfrist wurde als praktisch bedeutungslos abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag abgelehnt, der anstelle der Zwanzigteilung eine Teilung nach Hundertteilen vom Liter einführen wollte. Man war der Meinung, daß die Zwanzigteilung für die Zwecke der Abwälzung vollkommen ausreiche, und daß sich bei einer Teilung nach Hundertteilen sehr unerquickliche Konkurrenzkämpfe unter den Gastwirten abspielen könnten. — Der bisherige gesetzliche Mindestschaumraum, d. h. der Abstand zwischen Füllstrich und Rand des Schankgefäßes beträgt 1 Cmtr., der Höchstabstand 3 Cmtr. Letzteren ändert die Vorlage nicht, dagegen wird die höhere Verwaltungsbehörde befugt, den Mindestschaumraum auf 2 Cmtr. zu erhöhen. Es wird ein Antrag Dr. Pichler (Zentr.) angenommen, der die höhere Verwaltungsbehörde befugen will, einen Schaumraum von 2—4 Cmtr. zuzulassen. Abgelehnt wurde ein Antrag Dr. Neumann-Hofer (frs. Vgg.), der einen Schaumraum von 1V»—4 Cmtr. gesetzlich vorschreiben wollte, mit der Maßgabe, daß die höhere Verwaltungsbehörde eine Erhöhung des Min^estichoui uaumes von Vh auf 3 Cmtr. vor- schrerben könne.
Die Beamtenbesolvungen in der Budgetkommission.
Berlin, 8. Juli. Die Budgetkommission erledigte die Besoldungsvorlage in ihrer gestrigen Abendsitzung, und im Anschluß daran in einer Diorgensitzung heute vor dem Plenarbeginn die Deckungsfrage. Bei den Intendantur- beamten erklärte sich der Schatzsekretär nur mit einer Zulage von 150 Mk. einverstanden. Ein jedes Weitere sei unannehmbar. 30 Prozent der Bureaubeamten — nicht 8 Prozent, wie aus der Kommission behauptet wurde — kämen in Beförderungsstellen. Der Antrag, die Zulage auf 300 Mk. festzusetzen, wurde gegen Nationalliberale, Freisinnige, Wirtschaftliche Vereinigung sowie ein Mitglied des Zentrums und der Reichspartsi abgelehnt, und die Zulage auf 150 Mk. festgesetzt. Auch im übrigen werden die Konipromißanträge unter Ablehnung von Anträgen der Nationalliberalen und Freisinnigen, für die fast durchweg auch die Wirtschaftliche Vereinigung stimmt, durch die Mehrheit von Konservativen, Reichspartei, Zentrum und Polen angenommen. In einer dritten Lesung, die sich anschließt, werden für die Postschaffner bi» Webölter. hie in her ersten und zweiten Lesung auf 1200
bis 1800 Mk. festgesetzt waren, auf 1100 bis 1700 Mk. mit derselben Mehrheit herabgesetzt. Die Besoldungsordnungen UI und IV für Heer und Marine werden en bloc angenommen mit einer Besserstellung der Zeug- und Feuerwerks- leutnants im Wohnungsgeld, mit Rücksicht darauf, daß eS sich um fast lauter verheiratete Beamte handelt. — In der heutigen Morgensitzung wurde zunächst die gestern mitgeteilte Resolution einstimmig angenommen, wonach die Besoldungserhöhungen ohne Verzögerung zur Auszahlung gelangen sollen und die formelle Regelung in einem Nachtragsetat erst erfolgt, wenn der Reichstag un Herbst wieder zusammentritt. Bei der Erörterung, der Deckungsstage betont der Schatzsekretär, daß bie Finanzreform mit ihren etwa 500 Millionen nicht ausreich«, um die 17 Millionen, die der Reichstag bei der Beamtenbesoldung über die Regierungsvorlage hinaus beschlossen hat, zu decken. Der Schatzsekretär macht den Vorschlag, die Erhöhung der Mannschaftslöhne mit ihrer Ausgabe von etwa 13 bis 14 Millionen Mark auf eine Reihe von Jahren zu vertagen. Dieser Vor- schlag wird aus der Kommission entschieden abgelehnt. Man erklärt sich mit einer Hinausschiebung um höchstens ein Jahr einverstanden. Die restlichen 3’/« Millionen sollen durch Kürzung der Erträgnisse der Einzelstaaten aus der bisherigen Erbschaftssteuer gedeckt werden. Bon freisinniger Seite wird auch die Verschiebung auf ein Jahr für völlig unannehmbar erklärt, worauf der Schatzsekretär unter lebhaftem Beifall der Mehrheit erwidert, daß die Freisinnigen große Erhöhungen der Beamtenbesoldungen verlangten, aben seine Einnahmen bewilligten, wogegen sie ebenfalls lebhaften Widerspruch erhoben. Von sozialdemokratischer Seit« werden heftige Borwürfe gegen die Regierung gerichtet und von Hungern und Verelendung der Soldaten in den Kasernen gesprochen. Das wird vom Vertreter des Kriegsministeriums, Generat v. Wachs, sowie Mitgliedern bürgerlicher Parteien in der schärfsten Form zurückgewiesen. Für die Mannschaftslöhne und Deteranenbeihilfen wird von konservativer, frei- konservativer und nationalliberaler Seite die Wertsteuer verlangt. Von freikonseroativer Seite wird auch eine Patronensteuer zur Erwägung gestellt. Ueber die Deckungsstage sinket zwischen den Mehrheits- und Minderheitsparteien eine scharfe Auseinandersetzung statt. Schließlich wird mit einer Mehrheit von Konservativen, Reichspartei, Zentrum und Wirtschaftliche Vereinigung eine Resolution beschlossen, wonach b« Erhöhung der Mannschaftslöhn« auf das nächst» Jahr vertagt, und die verbündeten Regierungen aufgefordert werden, die hierfür erforderlichen 13 bis 14 Millionen in den nächstjährigen Etat einzustellen und gleichartig DeckungSvorlag« einzubringen, soweit sich eine Deckung nicht aus Ersparnisse» herbeiführen lasse. Die 3'/» Millionen, die durch die B<- schlüss« des Reichstages weiter erforderlich geworden sind, sollen dadurch beschafft werden, daß die au die Dinzelstaatm für die Erhebung der ReichserbschastSsteuer abzufüh^nd« Vergütung von 33»/» auf 25 Prozent deS Ertrages oerkinzl wird. Abg. Lattmann (Wirtfch. Vg.) spricht zum Schluss« dem Berichterstatter Dr. Drosch« (Kons.) Dank aus für sein« unermüdliche Tätigkeit, namentlich gegenüber den Angnffen von Leuten, die gar nicht daran gearbeitet hätte». Abg. Singer (Soz.) ergänzt diese Dankesäußerung durch den Dam für den Korreferenten Beck-Heidelberg (Ratl.). Der Schatz- sekretär schließt sich dem Dank für beida an. — Samstag früh vor der Plenarsitzung wirb der Bericht festgestellt werden.
Hus aller Mett.
Dtokmal »er Z-ppäsch«, erste»»». Di, Stolt Friedrichshafen erhält gegenwärtig wohl das «isst« massiv« und monumentale Denkmal aus Stein, daS die Graf Zeppe- linsche Erfindung versinnbildlicht. Auf dem Marktplatz wird zurzeit ein von Bildhauer Diamant in München eutwors«rer, aus französischem Kalkstein hergestellt« Brunnen errietet, aus dessen massiger ornamentreicher Mittelsäul« eme grotz« Weltkugel ruht. Auf dieser wiederum kommt «in vom Gemus gesandter Knabe geschritten, der in beiden Händen ein ver- goldeles Luftschiff hält. . _ ,, .
Masienerkrankung. Unter verdächtige Ersch»mungea sind am Montag 18 Schüler der Landwirtschaftlichen Lehr- anstatt in Berlin erkrankt. Kreisarzt Dr. Schulz stellt« Darmkatarrh fest. Die Entstehung dies« Massenerkrankung ist noch nicht ansgeklärt. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß eine Vergiftung durch verdorbene Speisen vor- liegt Von den 18 erkrankten Schülern befindet! sich bie meisten auf dem Wege der Besserung. Vier sind noch bett- lägeriq.
Weinfälschung. Die Strafkammer Karlsruhe hatte gestern den Weinhändler Max Heß aus Malsch, Amt Wies- loch, wegen Weinfälschung in großem Maßstabe zu 10 Wochen Gefängnis, 2000 M. Geldstrafe und Tragung du Kosten verurteilt. Der verkaufte hergestellte Wein soll ein- gezogen und das Urteil in särntlichen Karlsruher Zeitungen veröffentlicht werden. Weinhändler Heß, der einen schwunghaften und angesehenen Weinhandel betrieb, wurde über« führt, in einem Fall 14 000 Liter, im andern Falle 28 000 Liter Wein mit 5000 und 8000 Liter Zuckerwasser versetzt zu haben und ferner aus Weintrestern spanischer Trauben und einer Mischung von Wein und Zuckerwaüu eine Wimmena«