mn
vez*siSpe<r»t
«Wtchâh^ch 130 »^ mâtlich M Pfg„ fitz a». èitztig« Ad»mu»tm mit dem betreff«-« PestaWpaz.
Die «dqel« Nummer testet 10 Pf§»
Wdltoltai# #»b vtüez ba vuchdrâs dB venia.
General-Anzeigtl
Amtliches Grgs« fit Stadt- aal FMKeeir Kanan
<H«MwMg3g€ii^< t
tu fü^-ks-â« Petitzeile »der der« 9mM Utz.
n. WaifenhausB in Hamm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verautmerü. Stzdaktearr •. •#»«<« B HM»
Nr. 157 F-rnsprechtMschlich Nr. 605»
Donnerstag den 8. Juli
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1909
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
In dem eingemeindeten Bezirk Kesselstadt wird der auf den Grundstücken entstehende Kehricht von einer großen Anzahl der Einwohner an den regelmäßigen Abfuhrtagen nicht zur Abfuhr bereitgestellt.
Ich mache darauf aufmerksam, daß nach den Vorschriften der Polizeiverordnung betreffend die Abfuhr des Haus- und Straßenkehrichts vom 20. Oktober 1900 nur diejenigen Grundstücke von der Kehrichtabfuhr ausgeschlossen sind, deren Besitzer von der unterzeichneten Behörde die Erlaubnis erhalten haben, den Kehricht zur eigenen Verfügung zurückzubehalten, sowie die Grundstücke, auf denen von der Abfuhr ausgeschlossener Kehricht — Steine, Bauschutt, größere Mengen von Papier oder Tapeten, Stroh, Heu oder dergl., die Abfälle (insbesondere Asche) von Fabriken und Maschinenräumen, sowie Verbandstoffe und dergl. aus Krankenanstalten — gewerbsmäßig entsteht. Die Aufbewahrung des Kehrichts in noch vorhandenen Aschen- und Kehrichtgruben und ebenso in anderer Weise als in den nach der Polizeiverordnung vorgeschriebenen Behältern ist untersagt.
Im Interesse der geregelten Kehrichtabfuhr werden die säumigen Einwohner aufgefordert, den fortzuschaffenden Kehricht vom nächsten Abfuhrtage ab in vorschriftsmäßiger Weise zur Abfuhr bereit zu stellen, widrigenfalls Bestrafung eintreten muß.
Hanau den 5. Juli 1909.
Königliche Polizei-Direktion.
Frhr. v. 8 a u r.
Die Hanauer Straßenbahn-Aktiengesellschaft beabsichtigt zwecks Durchführung der Wagen der Steinheimer- linie bis auf den Marktplatz den Einbau eines Gleises zur Verbindung der bestehenden beiden Stadtlinien Hanau- Ost—Rosenau und Hanau-West —Nordbahnhof auf der Ostseite des hiesigen Marktplatzes.
Der Lageplan liegt während 14 Tage vom 9, bis 23. b. Mts. einschließlich im Gebäude der Polizei-Direktion, Hainstraße 10, Zimmer 3, zu jedermanns Einsicht offen-
Gemäß § 17 des Gesetzes über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen bringe ich dies unter dem Hinweis zur Kenntnis, daß jeder Beteiligte während der Offenlegung im Umfange seines Interesse Einwendungen gegen den Plan erheben kann. Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen ^er mündlich im Polizeisekretariat zu Protokoll zu geben.
Hanau den 7. Juli 1909.
Königliche Polizei-Direktion. P 8304 Frhr. v. L a u r.
Eandkreis Hanau.
Unter den Schweinen zu Niederdorfelden ist die Schweine- leuche festgestellt.
Hanau den 7. Juli 1909.
Der Königliche Landrat.
V 3758 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
PoUMcke Rundschau.
Kanzlerkandidaten. Nachdem der Fürst von Bülow die Unwiderruflichkeit seines Abschiedsgesuches auch den Ungläubigsten klar genug gemacht hat, tauchen die Kanzlerkandidaten wie Pilze aus der Erde. Folgende Namen sind bisher genannt worden: Fürst Radolin (Botschafter in Paris), Freiherr Mumm von Schwarzenstein (Botschafter in Tokio), Graf Monts (Botschafter a. D., bis vor kurzem in Rom), Freiherr Marschall von Bieberstein (Botschafter in Kon- stantinopel). Bon diesen Herren, die, soweit sie noch im Staatsdienste sind, sicherlich auf ihren Posten ausgezeichnet wirken, kommt keiner als Nachfolger des Fürsten Bülow in ^rage. Kaiser Wilhelm hatte selbst noch keinen Kanzler in Bereitschaft, als Fürst Bülow den entscheidenden Vortrag in Kiel hielt. Ueber die Neubesetzung des Kanzlerpostens wird der Kaiser voraussichtlich den Fürsten Bülow beim Abschieds- oortrage nach Erledigung der Finanzreform zu Rate ziehen, da der Fürst in bestem Einvernehmen mit dem Kaiser aus dem Amte scheidet und das vollste Vertrauen des Monarchen auch weiterhin genießen wird.
Der Seniorenkonvent des Reichstages einigte sich dahin, daß heute die zweite Lesung der Finanzreform beendet werden soll. Morgen sollen kleine Vorlagen, und wenn möglich Wahlprüfungen erledigt werden. Am Samstag soll die zweite Lesung der Besoldungsvorlage und am Montag die dritte Lesung" der Finanzreform statlsinden, an die sich die dritte Beratung der Besoldungsvorlage anschließen
wird. Man nimmt an, daß Mittwoch die Beratungen beendet sein werden. Da größere Vorlagen noch unerledigt sind, wurde der Wunsch geäußert, den Reichstag nicht zu schließen, sondern nur zu vertagen.
Vom neuen Bauernbund. Die konstituierende Versammlung des neuen deutschen Bauernbundes hat in Gnesen stattgefunden. — An den Fürsten Bülow wurde folgendes Telegramm gesandt: „Der in Gnesen versammelte, von mehreren tausend deutschen Bauern besuchte Deutsche Bauerntag bedauert aufs lebhafteste die innerpolitische Lage, wie sie durch Ablehnung der auf die Bedürfnisse der deutschen Landwirtschaft in jeder Beziehung Rücksicht nehmenden allgemeinen Besttzsteuer geschaffen worden ist. Wir stehen vor der Zertrümmerung des nationalen Blocks, der eine schwere Erschütterung der deutschen Östmarkenpolitik zur Folge haben muß und das deutsche Volk eines so hervorragenden Staatsmannes wie des Fürsten Bülow beraubt. Fürst Bülow hat sich um die Befestigung des Ansehens des deutschen Volkes in der Welt, sowie um die deutsche Landwirtschaft die größten Verdienste erworben."
Die parlamentarische Lage in Oesterreich. Die Slawische Union hat sich gestern dahin ausgesprochen, daß sich in der parlamentarischen Lage nichts geändert habe und daß sie sich nicht veranlaßt sehe, von ihrer Praxis abzugehen. Die politische Formel, welche besprochen wurde, um den obstruierenden Parteien den Rückzug zu erleichtern, ist von den Führern der Parteien als ungenügend abgelehnt worden. Die obstruierenden Parteien wollen eine konkrete Konzession. Der Ministerpräsident hat aber eine derartige Anregung zurück, gewiesen. Heute nachmittag findet noch eine Konferenz der Parteien statt. Sollte eS in dieser Konferenz zu keiner Einigung und keiner positiven parlamentarischen Tätigkeit kommen, so wird schon heute abend die Schließung des Reichsrates erfolgen. Die Stimmung in den Regierungskreisen war gestern abend pessimistisch.
Italienische Kammer. Seit 30. Juni verhandelt die Kammer über Entwürfe von Verträgen über den Postdienst der Handelsmarine. Die Debatte war vielfach außerordentlich heftig und im Bureau der Kammer sind 24 Tagesordnungen, 111 Abänderungsanträge und ein ergänzender Artikel eingebracht worden. Zu der gestrigen Sitzung waren 464 Deputierte von 508 erschienen, auch die Tribünen waren überfüllt. Colajanni (Republikaner) bemerkte in einer durchaus persönlich gehaltenen Rede, wenn ein Minister (Nasi) vor den Staatsgerichtshof gestellt worden sei, weil er sich einige Gegenstände angeeignet habe, müßten jetzt mit einem viel größeren Recht ein Senator und einige Minister zur Rechenschaft gezogen werden. Gegen diese Bemerkung wurde von verschiedenen Seiten stürmischer Widerspruch laut. Ministerpräsident Giolitti erhob sich und wandte sich mit lebhaften Worten an den Redner. Der Post- und Tele- graphenminister Dr. Schanzer versuchte sich in äußerster Erregung vier- oder fünfmal auf Colajanni zu stürzen, wurde aber von seinen Ministerkollegen und Abgeordneten daran gehindert. Eine große Anzahl Abgeordneter spendeten Dr. Schanzer lebhaften Beifall und begaben sich zu ihm, um ihn zu umarmen oder ihm die Hand zu drücken. Im ganzen Hause herrschte stürmische und lärmende Erregung, so daß der Präsident schließlich die Sitzung suspendierte und Befehl zur Räumung der Tribünen gab; als die Erregung trotzdem fortdauerte, hob der Präsident die Sitzung auf.
Die türkische Kammer verhandelte gestern über die Einleitung einer Revision der Chargen der Offiziere des alten Regimes, nahm den von dem englischen Marinereformer Gamble verlangten Zusatzkredit von 167 000 Pfund für die Kriegsmarine an und überwies einen Gesetzentwurf, der die Regelung der Frage der strittigen Kirchen Makedoniens betrifft, einer gemischten Kommission.
Revolution in Columbia. Nachrichten aus Colon besagen, daß die in Columbia ausgebrochene Revolution den Zusammenschluß aller politischen Parteien gegen die Regierung des zurzeit in London weilenden Präsidenten Reyes bedeute. Die Aufständischen haben die Orte Branquilla und Savadilla, die nur geringen Widerstand leisteten, besetzt; sie sollen auch Santa Marta eingenommen haben. In Colon wurde eine Depeschenzensur von der Regierung eingeführt. Ein amerikanisches Kanonenboot wird erwartet.
Die kretische Frage. Die Verzögerung der Ueber- reichung der Kretanote ist, laut „Frkft. Ztg.", dem Wunsche nach einer unscheinbaren Textänderung zuzuschreiben, auf die aber die Türkei nachdrücklich Wert legt. Sie verlangt nämlich, daß das Wort „Suzeränitäl" in „Souveränität" geändert wird. Sie betont, daß staatsrechtlich das Wort „Suzeränität" nur für Gebiete, die im Vasallenverhältuis stehen, anwendbar sei, was bei Kreta nicht der Fall sei. Kreta bildete stets einen integrierenden Bestandteil der Türkei
im Sinne eines WilajetS. Die Gegenforderungen der Pforte lassen sich vorläufig in folgende drei Punkte vereinigen. Die Türkei verlangt, daß Kreta seine Postwertzeichen, welche au* dem Bildnisse von Zaimis den Aufruck „Griechenland" führen, abschafft, ferner, daß Kreta aufhört, die Urteile erster Instanz zur Appellation an die Gerichte in Athen zu senden und die Absicht aufgibt, Deputierte in die griechische Kammer zu entsenden, sowie daß Griechenland sich verpflichtet, falls Kreta trotzdem seine Absicht ansführt, die kretischen Abgeordneten in Athen nicht zuzulassen.
Die Wirren in Persien.
Köln, 7. Juli. Die „Köln. Ztg." meldet aus Teheran vom 7. Juli: Die Bachiiaren unter Sardar Assad mit den Kaswiner Nationalisten unter Sep Wahdar haben sich bei Keredsch vereinigt. Oberst Liachow sandte alle einigermaßen zuverlässigen Truppen nach Schachabad. Den Sicherheitsdienst in der Stadt besorgt das Regiment Hamadan. Der englische Gesandte erklärt die Nachricht von der Landung der Russen für unzutreffend; England würde nie einwilligen, daß russische Truppen nach Teheran kämen.
Teheran, 7.-Juli. Der englische und russische Geschäftsträger haben beschlossen, die Verbindung mit den mih- tärischen Führern der Nationalisten abzubrechen. Wenn es auch möglich ist, daß die Meldung, die russische Abteilung habe Baku verlassen, um sich nach Teheran zu begeben, dem Vormarsch der Nationalisten Einhalt tut, so macht sich Liakoff doch jeden Augenblick auf einen Angriff gefaßt. Die Streitkräfte des Schahs wurden durch 100 Irreguläre verstärkt.
DasBesoldungstompromißtnVerBuVgetlommisstoa.
Berlin, 7. Juli. In der vorgestrigen Sitzung hatte die Budgetkommission einstimmig ihren Beschluß erster Lesung über die Gehälter der Postschaffner, 1200 bis 1800 Mk. bestätigt, obgleich Schatzsekretär Sydow diesen Beschluß tm Namen der verbündeten Regierungen für unannehmbar erklärte. In der heutigen Sitzung stand die zweite Beamtengruppe, über die zwischen der Mehrheit der Kommission und der Regierung ein Einvernehmen nicht erzielt war, zur Verhandlung, die der Postassistenten. Der Beschluß erster Lesung hatte sie auf 1800 bis 3600 Mk. normiert. Staatssekretär Sydow wiederholt das „Unannehmbar* auch für diesen Be- schluß. Die Regierung sei bereit, nachzugeben bei der Erhöhung des Mindestgehalts von 1650 aus 1800 Mk., es sei aber ausgeschlossen, über 3300 Mk. hinauszugehen. Die geldliche Belastung würde 8 Millionen betragen; dazu tarne die Folgerung für Preußen in Höhe von 5 Millionen. Beharre die Kommission auf ihrem Beschluß, dann sei dw Be- soldungsreform gescheitert. Preußischer Finanzmrmster Frhr. v. Rheinbaben führt gegen den KommisstonSbeschlutz die Eisenbahnassistenten ins Feld. Diese Beamten würden zu der größten Beschwerde berechtigt sein über em solches Hinausheben der Postassistenten. Die dienstliche Tätigkeit der Eisenbahnassistenten sei größtenteils anstrengend und gefahr- voll. Weiterhin komme die Folgerung für tue Zollassistenten, die unter den schwierigsten Umständen verantwortlich sur riesige Einnahmen des Reiches seien, ferner für di« Lehrer. Es würde sofort wieder die Agitation beginnen. Man muh« nun endlich fertig werden. Der Kommissionsbeschluß fer völlig unannehmbar. Der Finanzminister teilt mit, daß auch gestern der Bundesrat noch einmal einhellig daS »unan nehmbar* beschlossen habe. Nach einer langsrn Aussprache, die fast nur zwischen der Regierung und dem Freis nu g" führt wird, bringen die Konservativen, d.e RelchSpartei und das Zentrum einen Antrag ein, der sich auf de'-Bodende- Regierungsangebots stellt: 1800 biS 20v0 biS A00» ied bis 2700 bis 2900 bis 3100 biS 3300 ML ®m IWteb der Reichspartei begründet dieses Kompromch. Man komme über das Unannehmbar der Regierung nicht hmweg und wolle den Beamten wenigstens di«.Rückwirkung auf oen 1. April 1908 sichern, die bet einer Verschiebung her Reform gefährdet sei. Bei der Abstimmung stimmt mit der Linken nur die Wirtschaftliche Bereinigung M den Beschluß erster Lesung, der damit aogelehnt ist. derselben Mehrheit wird dann her Kompromchantrag angenommen. Nunmehr wird in rascher Folge die Mehr- heitsvorlaqe über die anderen Beamtengruppen im einzelnen angenommen. Von konservativer Seite wird gegenüber den Sozialdemokraten erneut betont, daß man vor dem Unannehmbar die Segel habe streichen und sich auf die Kompro- mißfütze Zurückziehen müssen. Von den Sozialdemokraten wird das Zentrum scharf angegriffen. In der vorgestrigen Sitzung war der Abgeordnete Hamecher für unbedingtes Festhalten an bem Beschluß erster Lesung eingetreten. In der heutigen Sitzung ist der Abgeordnete Hamecher durch ein anderes Zentrumsmitglied ersetzt. Hiess Ausschiffung fei charakteristisch für die Politik des Zentrums. Für einige Beamtengruppen wird aus formellen Gründen noch eine dritte Lesung vorgenommen, weil eine Umrangierung der Klassen erforderlich ist. In einer von den Abgeordnete»
Mit