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Hanauer K Anzeiger

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«». Waisenhaus«, in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 155 Fernsprechanschlich Nr. 605.

Dienstag den ö. Juli

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Amtliches.

Candkreis I)anau*

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Der Herr Oberpräsident hat dem Vorstande des Ver- bandes der Geflügelzuchtvereine im Regierungsbezirk Cassel zu der am 8. November d. J. beabsichtigten Verlosung von lebendem Geflügel zum Besten der Verbreitung von bestem Wirtschastsgeflügel auf dem Lande die Genehmigung erteilt. Ich ersuche dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertrieb der Lose keine Hindernisse bereitet werden.

Hanau den 29. Juni 1909.

Der Königlicke Landrat.

V 3705 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Unter Bezugnahme auf die Bestimmungen der §§ 32 bis 36 und 85 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom ^' ^P^fonl^

1 u a v 17. Mai 1898 Reichsgesetzblatt Seite 41/371 werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorstehcr veranlaßt, nach dem unten abgedruckten Schema bis spätestens 1. Attgust -. I.

eine Urliste der in der Gemeinde (dem Gutsbezirk) wohnhaften Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschivorenen berufen werden können,* aufzustellen und solche in dem Amtslokale der Gemeinde (Gulsbezirk) eine Woche lang zu jedermanns Einsicht aus­zulegen.

Die Namen sind in alphabetischer Ordnung in die Liste einzutragen.

Der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung sind vorher öffentlich bekannt zu machen. Gegen die Richtigkeit und Voll­ständigkeit der Urliste kann innerhalb der einwöchigen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden.

Die Urliste und die zu derselben etwa eingegangenen Ein­sprüchen , sind bis spätestens L September d. Js. den Königlichen Amtsgerichten zuzusenden (Amtsblatt 1882 Seite 72).

Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß Personen, welche zu dem Amte unfähig (8 32 des Gerichtsverfassungs- Gesetzes) oder dazu nicht berufen sind (88 33, 34 des Gerichtsverfassungsgesetzes und § 33 des Preuß. Ausführungs­gesetzes vom 24. April 1878 und landratsamtliche Verfügung vom 5. Oktober 1885, V 9605, und vom 2. April 1886, V 2851 Kreisblatt für 1885 Nr. 235 und für 1886 Nr. 83 in die Urliste nicht ausgenommen werden dürfen, daß die Ortsvorstände aber wählbar und somit in die Urliste einzutragen sind.

Hanau den 1. Juli 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3763 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Kunst und Leben.

Schutz vor Blitzgefahr im Walde. Jetzt, da wir in die gewitterreichste Zeit des Jahres eintreten, sei allen, die im Walde von einem Gewitter überrascht werden, aufs neue eine alte und doch immer wieder mißachtete Warnung ans Herz zu legen: niemals unter einer Eiche Schutz zu suchen. Es ist eine wissenschaftlich festgestellte Tatsache, daß die einzelnen Baumsorten in sehr verschiedener Weise den Blitz anziehen. Maßgebend hierfür ist die elektrische Leitfähigkeit des Holzes, die stark wechselt, und der Feuchtigkeitsgehalt des Standortes. Unter allen in Deutschland vorkommenden Bäumen ist nachweislich die Eiche derjenige, der relativ am häufigsten vom Blitz getroffen wird. Gerade die Eiche pflegt nun aber wegen ihres dichten Laubwerks besonders gernais Schutz gegen den Regen ausgesucht zu werden; es ist jedoch ratsamer, sich lieber ein wenig mehr durchnässen zu lassen, 9 während eines schweren Gewitters im gemischten Wald

unter einen Eichbaum zu stellen. Im reinen Eichwald ist natürlich die Gefahr, daß ein einzelner Baum getroffen ^"'.wesentlich geringer. Das alte Sprichwort wird zwar zitiert:Vor den Eichen sollst du weichen, doch die sollst du suchen, und vor den Fichten mußt du

.1" aber beachtet wird die tiefe Volksweisheit, die sich darin kundgibt, im Augenblick der Entscheidung durch­aus nicht immer. Dabei kann man die vom Volke längst erkannte, von der Wissenschaft bestätigte Tatsache gar nicht knapper und präziser, als es in jenem Sprichwort geschehen ist, in Worte fasten, daß ein Mischwald der gefährlichste, die Buche der sicherste Zufluchtsort gegen Blitzschlag ist. Es ist statistisch festgestellt worden, daß bei gleich großem Baumbestand auf 52 vom Blitz getroffene Eichen nur eine vom Blitz getroffene Buch entfällt, daß auch die Buche ein 52 mal sicherer Schutz als die Eiche ist! Gefährdete Bäume sind auch die Pappeln und die Weiden, einiger­maßen zuverlässige die Birken, die sich freilich als Schutz gegen Regengüsse wenig empfehlen. Nochblitzfester" als die Buchen sind die in Deutschland allerdings freiwachsend nicht varkommenden Lorbeerbäume, von denen man schon '

Meiste der in der Gemeinde .........wohnhaften Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen be­rufen werden können.

03

Vor- und Zunamen

Beruf

Wohnort

Lebens­alter nach Jahren

5

C3

§

Daß die vorstehende Urliste eine Woche lang und zwar in der Zeit vom. . den bis einschließlich . . den .............in der Gemeinde (Gutèbezirk) ....... ... und zwar in . ........... zu jedermanns Einsicht ausgelegen hat und daß vorher der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung in orts­üblicher Weise bekannt gemacht worden ist, bescheinigt hiermit

........den .. den . . . . 19 ...

Der Gemeindevorstand.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Ferien des Stadtattsschuffes für dm Stadt­kreis Hanau beginnen am 21. d. Mts. und endigm am 31. kommenden Mts.

Während der Ferien dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel nach nur in schlerutkgen Sachen ab­gehalten werden.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau den 2. Juli 1909.

Der Vorsitzende des StadtauSschuffeS des Stadtkreises Hanau.

Dr. Gebeschus. 16031

Das Abschiedsesien zu Ehren des Herrn Polizei- Präsidenten von Beckerath findet am Sonntag den IL Juli, nachm. 3 Uhr, im Hotel zum Adler statt.

ES wird höflichst gebeten, die auf die ergangenen Ein­ladungen noch ausstehenden Anmeldungen zur Beteiligung innerhalb 24 Stunden einzu senden.

Hanau den 6. Juli 1909.

Der Kreisausschuß.

im Altertum wußte, daß sie so gut wie niemals vom Blitz getroffen werden.

Gewittersinnde». Die Zeit von 710 Uhr morgens ist im großen und ganzen fast gewitterfrei, besonders im Verhältnis zu der Zahl der Gewitter in späteren Stunden. Die Durchschnittsziffer der Gewitter an den einzelnen Tages­zeiten wird immer größer, je mehr sich die Zeit von 10 Uhr morgens entfernt. Den Höhepunkt erreichen die Stunden von 4 Uhr nachmittags bis 1 Uhr nachts; und in dieser Zeit sind es wieder die Abendstunden von 79 Uhr, die am häufigsten uns elektrische Entladungen bringen. Nach 1 Uhr nachts fällt wieder die Zahl rapide. Während die durchschnittliche Jahreszahl der Gewitter in Mitteldeutsch­land in der Zeit von 1 Uhr nachts bis 7 Uhr morgens noch 16 beträgt, fällt sie in den Stunden von 710 Uhr vormittags auf 3. Die Mittagszeit, die wir von 104 Uhr rechnen wollen, weist durchschnittlich 11 Gewitter auf, also trotz der gleichen Stundenzahl wie von 17 Uhr nachts um 5 Gewitter weniger und bei der doppelten Stunden­zahl 8 Gewitt r mehr als in den Morgenstunden von 7 bis 10 Uhr. Im Verhältnis also immer noch ein Mehr von 5 Gewittern. Die Stunden von 41 Uhr haben 39 Ge­witter, also wenn es sich auch um einen Zeitraum von 8 Stunden handelt, doch noch verhältnismäßig die bei weitem größte Zahl.

Alls btt Welt der Technik.

Eine Kraftübertragung von 66 000 Volt.

Unter den gegenwärtig in Ausführung begriffenen Hoch­spannungsanlagen, die mit Benutzung' von Wasserkräften Energie auf, weite Entfernungen übertragen, nimmt die An­lage der Sociedad Elidroelectrica Espanola eine hervorragende Stelle ein. Nachdem die Siemens-Schuckert-Werke für ihre Kraftübertragungen von Kykkelsrud nach Hafslund in Nor­wegen und von Moosburg nach München bereits eine Spannung von 55 000 Volt angewendet haben, liegen sie für die in Ausführung begriffene Sociedad Hidroelectricâ Espanola, bei der 30000 Pferdestärke von Molinar am Flusse Jucar

. Verdingung.

Für den Neubau der evangel. Kirche in Grotz» Auheim sollen die Erd-, Maurer-, Asphalt- und Stakerarbeiten öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen in dem Bureau der Königlichm Kreisbauinspekfion hier, Augustastraße 25, zur Einsicht aus und können, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 3,50 Mk. nicht in Briefmarken von dem Königlichm Bausekretär Bech­stedt bezogen werden.

Angebote nebst zugehörigen Proben sind verschlossen un^ mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 12. Juli, vormittags 10 Uhr, an die vorbezeichnete Dienststelle einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt.

Hanau den 1. Juli 1909.

Der Königliche KreiSbauinspektor.

J. V.: Bode,

15997 Landbauinspevor,

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Rüdig­heim belegenen, im Grundbuche von da Band IV Artikel 214 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkeâ auf den Namen deS Maurers Lorenz Alt, Georgs Sohu, in Rüdigheim eingetragenen Grundstücke:

Krtbl. 11 Parzelle Nr. 371/56 = 6 ar 59 qm, vorm Psingstwald, Acker,

Reinertrag = 0,60 Mk. Krtbl. 11 Parzelle Nr. 374/134 = 3 ar 74 qm, auf dem Stein, Acker,

Reinertrag ~ 0,36 DL. Krtbl. 4 Parzelle Nr. 21 = 1 ar 77 qm, auf den Scheuerthorsgärten, Acker,

Reinertrag 1,23 Mk.

Krtbl. 4 Parzelle Nr. 22 = 2 ar 23 qm, daselbst Wiese, Reinertrag = 1,56 Mk.

Grundsteuermutterrolle Art. 345

am 27. Angnst 1909, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Marktplatz Nr. 18 Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 7. Juni 1909.

Königliches Amtsgericht 2. 16075

Politische Rundschau«

Zttr Kanzlerkrise schreibt derTägl. Rundschau* eine Persönlichkeit, die oft in der Umgebung des Kaisers

I nach Madrid, Valencia, Alcop und Cartagena übertragen i werden sollen, eine Spannung von 66000 Volt zugrunde. I Die Uebertragung der Energie geschieht auf viel größer« Ent­fernungen als bei den genannten 50 000-Dolt-Anlagen. Di« Länge der norwegischen Linie von KykkelSrud nach HafSland beträgt 42 Kilomtr., bis von MooSburg nach München 54 Kilomtr., dagegen beträgt die Entfernung von der Zentral« Molinar nach Valencia und Alcoy je 80 Kilometer, nach Cartagena 160 Kilometer und nach Madrid 240 Kilometer. Die Leitungen durchquere» also etwa di« Hälft« der spanischen Halbinsel. DaS Kupfergewicht der Linie nach Madrid, die nach dem Ausbau aus zweimal 8 Drähten von 50 qmm b«- stehen wird, beträgt allein 640 Tonnen.

Außer durch die Höhe der Spannung und durch dt« Groß« der Entfernungen erweckt die Anlag« besonderes Interesse durch die Größe der Einheiten für die ©eneratoren und Transformatoren. Für die Zentrale, in Molinar sind fünf elektrische Maschinen von je 8000 Pferdestärken vorgesehen, welche mit 428 Umdrehungen in der Minute und Drehstrom von 6600 Volt liefern.

Diese Spannung wird durch fünf Transformatoren auf das Zehnfache erhöht, wobei natürlich die Stromstärk« ent- sprechend sinkt, so daß die elektrische Arbeit, das Produkt aus Stromstärke und Spannung, konstant bleibt. Die Leistung jedes einzelnen Transformators beträgt ebenfalls 8000 Pferde­stärken. Der Bau der Transformator«» war technisch recht interessant. Bei der Umformung so gewaltiger Energie­mengen tritt ja naturgemäß eine ziemlich starke Erwärmung des Transformators ein. Kleinere Transformatoren für ge­ringere Spannung pflegt man daher durch kräftig durchge­blasene Luft zu ventilieren und zu kühlen/ Bei diesen Hoch­spannungstransformatoren liegen dagegen die ganzen Spulen zum Zwecke vollkommener Isolation in Oel. Jeder TranS- formator steht in einem gewaltigen Kessel, der mit Oel gefüllt ist. Die Transsormationswärm« teilt sich zunächst dem Oel mit und erwärmt dieses. Zur Abführung dieser Wärme ist eine weitere Kühlung vorgesehen. DaS Oel wird mittels einer elektrisch angetriebenen Pumpe durch Kühl­schlangen gedrückt, die von fließendem Wasser umgeben sind. Das so gekühlte Oel strömt unten wieder in den Kestel ein,