Montag
Seite 8
Juki_________________________________________ digkeit von 45 Kilometer in der Stunde erreicht hatte, kam infolge der günstigen Witterung?- und Windverhältnisse bedeutend früher an, als man erwartet hatte. Bei der Landung des Luftschiffes durchbrach die Zuschauermenge den militärischen Kordon und konnte nur mit größter Mühe davon abqe- halten werden, sich in die allernächste Nähe des Luftschiffes zu begeben. Das Luftschiff wurde von der bereitstehenden Luftschifferabteilung leicht und sicher, fast mühelos, in die Halle geleitet, wo es in geringer Höhe über dem Erdboden verankert wurde. Alle Fahrtteilnehmer sahen infolge der Strapazen recht übermüdet und abgespannt aus. Sie waren jedoch über den jubelnden Empfang sichtlich erfreut. Um 8 Uhr 30 Min. begannen sich die mächtigen Tore der Halle langsam zu schließen.
Internationale Luftschiffahrt - Ausstellung Frankfurt a. M. 1809.
Die Frankfurter Handelskammer hat für die Wettbewerbe der „Ila- einen Geldpreis von 3000 Mk. zur freien Verfügung gestellt. Die Direkton der Ausstellung bittet uns, nochmals darauf hinzuweisen, daß die eingesandten Pla- guetten-Entwürfe umgehend abgeholt werden müssen, da sonst keine Verantwortung mehr dafür übernommen wird. Anläßlich des Sängerfestes sind von zahlreichen Frankfurter Spezialgeschäften berechtigte Klagen darüber geführt worden, daß der öffentliche Straßenhandel auf den Umsatz der Ladengeschäfte schädigend einwirkt. — Mit Berücksichtigung dieser Beschwerden hat die Ausstellungsleitung der „Ila" in den letzten Tagen den Beschluß gefaßt, zunächst ausschließlich die Buchhandlungen und gute Detail-Geschäfte mit dem Vertrieb der täglich erscheinenden Ausstellungszeitung zu betrauen. Diese offiziellen Verkaufsstellen werden dem Publikum seinerzeit in den Tagesblättern rechtzeitig bekannt gegeben und überdies durch häufig wechselndes, geschmackvolles Schaufensterplakat kenntlich gemacht. Firmen, die sich für die Uebernahme einer offiziellen Verkaufsstelle bereit erklären, erhalten die Bedingungen auf deren Anmeldung von der „Ila" (Abteilung Zeitschriften) direkt zugesandt. Die gelegentlich deS Gesangs-Wettstreites in den Wirtschafts-Betlieben gesammelten Erfahrungen geben dem Wirtschafts-Ausschuß der „Ila" Anlaß, Verbesserungen vorzunehmen, die eine nach jeder Richtung hin zufriedenstellende Bewirtung der Ausstellungsbesucher gewährleisten. Unter der Leitung des Herrn Wilhelm Frantzmann, Inhaber des Kaiserkellers im Hohen- zollernhaus, werden die Bierrestaurants stehen, welche durch eine neue feste Bierhalle an Stelle des beim GesangS-Wett- streit errichtet gewesenen Zeltes und durch Verwendung der an der Festhalle befindlichen Sängerhalle, für ca. 2000 Personen mehr Platz bieten werden. In der allen Besuchern des Gesangswettstreites in bester Erinnerung stehenden großen Bierhalle soll durch Verführungen â la Ehrengruber und andere Musit-Auffühninaen Freunden volkstümlichen FestlebenS Gelegenheit gegeben werden, bei kalter Küche, Würstchen und Kraut gemütliche Abende verbringen zu können, während das neue Bierrestaurant bei warmer Küche den Charakter eines ruhigen Restaurants tragen wird. Dementsprechend wird die Bedienung im alten Restaurant durch Kellnerinnen in oberbayrischer Tracht erfolgen, während für alle anderen Betriebe, auch in Rücksicht auf eine Eingabe des Kellnerbundes und eine Anregung der städtischen Arbeitsnachweisstelle nur Kellner bedienen werden. Tas vielfach beim Gesangswettstreit schmerzlich vermißte „Reweblut von Aeppelbäum" wird in drei Aepfelweinhallen zum Ausschank gelangen, Lieferanten sind die Aepfelweinproduzenten Gebr. Freyeisen, I. G. Rackles und Adam Rackles. Im Haupt- Weinrestaurant hat die Festhallengesellschaft in dankenswerter Weise durch zweckmäßige bauliche Veränderungen Ver- befferungen vorgenommen. Eine Kühlanlage wird ermöglichen, die Getränke stets frisch zu verabreichen, eine Vergrößerung der Kücheneinrichtung wird verhüten, daß der Hungrige nicht allzulange auf das Essen warten muß. Herr Wilhelm Autor vom Carlton-Hotel ist Pächter des Wein- restaurants. Seine Umsicht und Tüchtigkeit bietet alle Gewähr für beste Bedienung. Die Terrasse des Weinrestaurants wird gegen Regen und Sonnenbrand durch ein Zeltdach geschützt werden. DaS von Herrn Stadtbaumeister Grörich errichtete, dem Unternehmen in seiner gefälligen Form und feinen Farbengebung zu besonderer Zierde gereichende Caftz mit einer eigenen, großen Konditorei wird wieder von Herrn Wilhelm Loebl, Besitzer des Cafs Windsor geführt. Ein besonderer Hinweis auf die hohe Qualität seiner Darreichungen erübrigt sich. Wir wollen aber aufmerksam machen, daß ein wirklich vornehm eingerichteter Damensalon von Ludwig Alter in Darmstadt und ein gemütliches Sportzimmer für Herren zur Verfügung stehen und daß eine große Terrasse an der hinteren Seite deS Casès bequeme Gelegenheit bieten wird, die hochintereffanten Flug-Manöver der Ballons und Flugapparate auf dem Versuchsfeld bei den Ballonhallen zu beobachten. Eine ganz besondere Anziehungskraft wird ein japanisches Teehaus ausüben, das nach den Plänen eines japanischen Architekten errichtet, in einem sehenswerten japanischen Garten steht, für welchen seltene Pflanzen von der bekannten Firma Henkel in Darmstadt geliefert wurden. Mit den Marine-Schauspielen wird ein Weinrestaurant mit kalter Küche verbunden sein und ein Sektausschank mit Barbetrieb, welcher in den Händen des bewährten Leiters der Imperial-Bar, Herrn Schramm liegt, wird die „jeunesse dorèe Frankfurts" zu ihrem Recht kommen lassen. Im Restaurant „Mondkalb" kann eine „Reise nach dem Mond", wie Jules Verne sie einst geträumt, gefahrlos unternommen werden. Bei Frau Luna angelangt, ist dem Besucher Gelegenheit gegeben, sich an Speisen besonderer Art und „konzentrierten Mondstrahlen" und dergl. zu laben. Für Unterhaltung sorgen Mondbewohner, deren Komik erwarten läßt, daß auf dem Mond eitel Lust und Freude herrschen werden.
GeriebtsTaaL
Die Spielbank in Korfu vor Gericht.
Köln, 3. Juli. Gestern wurde die Beweisaufnahme bis auf einen Eventualantrag der R.-A. Dr. Alsberg und Dr. Hohenstein auf Ladung der griechischen Zeugen erledigt. Staatsanwalt Minde führte in der Begründung der Anklage aus: Nachdem der Gerichtshof durch seinen Beschluß, die Untersuchungshaft gegen Haucke und Kröger aufzuheben, zum Ausdruck gebracht hat, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß die Angeklagten sich in gutem Glauben befunden haben, und von dem Wert der Aktien überzeugt sein konnten, erübrigt es sich, auf die Gründungen von der Darquenneschen Gesellschaft
anfangend bis zu der geplanten Adria-Gesellschaft näher einzugehen. Es braucht auch nicht darauf eingegangen zu werden, ob eine Uebertragung des Darquenneschen Vertrages auf die Korfu-Kompagnie möglich war, ob die Prospekte falsch waren, ob die Gesellschaft nach griechischem Recht gegründet war usw. Der Staatsanwalt beantragt daher die Freisprechung der Angeklagten H. Hautfe, P. Haucke und Tromm in dem" Falle der unrichtigen Angabe des eingezahlten Kapitals bei Gründung der Gesellschaft Grah & Co., ebenso Freisprechung wegen der unterlassenen Buchführung und der nicht rechtzeitigen Konkurseröffnung. Er beantragte ferner Freisprechung in den Fällen des Betruges zuungunsten der Frau Achilles, da die Zeugin sich mit der Verwendung der Gelder für die Korfu-Kompagnie einverstanden erklärt hat. Weiter beantragt der Staatsanwalt die Freisprechung des Angeklagten Träger in dem Falle Kalau v. Hofe, da er die Handelsstätte Luisen- stadt damals für gut gehalten, ebenso sei Kröger freizusprechen in dem Falle des Wechsels Thomany über 35000 M. Festgestellt sei aber, daß der Angeklagte Zimmermann diesen Wechsel für sich verwandt, d. h. unterschlagen habe. Der Wechsel sei beiseite geschafft worden, denn er habe nicht vorgelegt werden können. In dem Falle der Schädigung des Obersten v. Homeyer um 80000 M. sei der Angeklagte Sonnenschein schuldig zu sprechen, da er dem Geschädigten die Gelder entlockt unter der Zusicherung einer Hypothek. In diesem Falle seien aber die Mitangeklagten Zimmermann, Haucke und Kröger freizusprechen. Ebensomüssenindem Falledes Kaufmanns Plücken Freisprechung eintreten, da es ihm nicht um das Akzept des Angeklagten Oberreuter zu tun war. Eine Verurteilung müsse in dem Falle des Betruges zuungunsten Metgers eintreten. Metger habe sich von der hinterlegten Kaution von 20000 Frankm eintausend Franken für die Reise nach Korfu zurück- behalten. Es habe wie der reine Hohn geklungen, als Hopstein aufgefordert worden sei, die 19000 Franken zurückzusenden. Die Angeklagten Haucke sen., Zimmermann und Kaminski hätten von vornherein planmäßig gehandelt und seien des Betruges für schuldig zu erkennen. Ferner beantragte der Staatsanwalt die Verurteilung von H. Haucke in dem Falle Thiävent, da die von Thiövent hinterlegten Wertpapiere nicht verkauft werdm durften. In dem Falle Irlenborn, wo Zimmermann in Betracht kommt, beantragte der Staatsanwalt die Verurteilung. In allen übrigen Fällen, wie v. Arnim, v. Thiourin, v. Stülpnagel, Münzberg, Baden-Meunier, Pagenstecher, Kubel, Ehorn, Katzmann, der Schädigung Oberreuters durch Kröger beantragte der Staatsanwalt die Freisprechung, dagegen die Verurteilung der Angeklagten Haucke sen. und Oberreuter wegen Urkundenfälsckung, begangen durch die Ausgabe der drei Akzepte mit der angeblichen Unterschrift Oberreuters jun. und ferner die Verurteilung Oberreuters in dem Falle des R.-A. Kloepfert in München, da Kloepfert sein Geld demjenigen Oberreuter gegeben, der die 170000 Mark geerbt habe. Der Staatsanwalt beantragte zusammenfassend die Freisprechung von Kröger, Kracht, Tromm, Paul Haucke, Träger, Jsfording, Junkermann und Duhme. Gegen Hermann Haucke beantragte er zehn Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten seien, gegen Sonnenschein sechs Monate und zwei Wochen, gegen Kaminski sechs Monate, gegen Zimmermann sieben Monate und gegen Oberreuter sieben Monate Gefängnis.
Hus aller Melt.
Durch Geistesgegenwart gerettet. Aus Toulon wird berichtet, daß bei einer Angriffsübung das Unterseeboot „Grondin" allzusehr in di« Nähe des Panzerschiffes „Massèna" geraten war, so daß man bereits einen Zusammenstoß befürchtete. Der Befehlshaber des „Grondin" hatte jedoch die Geistesgegenwart, ein rasches Tauchmanöver anzuordnen, und das Unterseeboot schwamm in einer Tiefe von 20 Meter unter dem Kiel des Panzerschiffes „Massèna" hindurch, um einige Augenblicke später an der anderen Seite des Panzerschiffes wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Dem Befehlshaber und der Mannschaft des „Grondin" wurden nach Beendigung der Uebungen lebhafte Ovationen bereitet.
Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera. Aus Paris wird berichtet: Der Direktor der öffentlichen Gesundheitspflege, Mirman, teilte einem Berichterstatter des „Matin" mit, daß der höhere Gesundheitsrat infolge der starken Zunahme der Cholera in Rußland demnächst von neuem die in Frankreich zu treffenden Vorkehrungen erörtern werde. Man werde diesmal wahrscheinlich die Untersuchung der aus Rußland eintreffenden Reisenden unterlassen und sich damit begnügen, in genauer Weise die in Frankreich auftretenden Fälle zu überwachen.
Eulenburg-Prozeß. Die Zeugen im Prozeß Eulenburg sind im wesentlichen dieselben wie im vorigen Prozeß. Die HauptbelastungSzeugen, Milchhändler Ernst Riedel und Fischermeister Jakob Ernst haben Vorladungen erhalten, ebenso der Bergmann Hermann Trost. Unter den übrigen Zeugen befindet sich Oberlandesgerichtsrat Meyer aus München, der Vorsitzende im Prozeß Harden-Slädele, und der Verteidiger Maximilian Hardens, Justizrat Bernstein.
Der Prozeß der „blauen Briefe". Der Prozeß gegen Peter Gander, den Urheber des Retwmebluffs der „blauen Briefe", findet, wie das „B. T." erfährt, am 29. Juli, vor dem Landgericht München statt. Die Anklage lautet auf Betrug und Körperverletzung. Gander, der sich seit dem 19. Dezember v. I. in Untersuchungshaft befindet, wird von dem Justizrat Max Bernstein verteidigt. Interessant ist, daß mehrere Münchener Richter sich für befangen erklärten und es ablehnten die Verhandlungen gegen Peter Gander zu führen, weil auch sie „blaue Briefe" empfangen hatten.
Schiflöuachrichten.
Blitgeteil! vom Bertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.
Der Dampfer „Kronprinz Wilhelm" des Norddeutschen Lloyd ist am 29. Juni wohlbehalten in New - York ange- kommen.
Der Dampfer „Main" ist am 29. Juni wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Hus Sanau Stadt und Eand.
Hanau, 5. Juli.
* Neue Nebenbahn. Heute wird von der Butzbach« Sicher Eisenbahn-Aktiengesellschaft die 18,98 km lange voll- spurige Nebenbahn Lich—Grünberg mit den Stationen Nieder- brssingen, Oberbesstngen, Münster (Oberhessen), Ettingshausen, Harbach und Queckborn für den Gesamtverkehr eröffnet werden.
Äs Statistik. Im Monat Juni 1909 wurden in Hanau - Kesselstadt 69 Kinder lebend geboren, 29 Knaben und 40 Mädchen. — Gestorben sind mit Ausschluß von 2 Totgeborenen 43 Personen, 25 männlichen und 18 weiblichen Geschlechts, darunter 5 Ortsfremde. Für unsere Stadt selbst bleiben 38 und es kommen auf 1000 Einwohner
und aufs Jahr berechnet 12,5 Todesfälle.
Gestorben find: 8 Kinder
im
Alter
von
0—1
Jahr
4
ff
ff
ff
ff
1—5
Jahren
1
Person
ff
ff
ff
10—20
ff
4
Personen
ff
ff
ff
20—80
ff
4
ir
ff
ff
ff
30—40
ff
2
n
ff
ff
ff
40—50
ff
7
ff
ff
ff
ff
50—60
ff
4
ff
ff
ff
ff
60—70
ff ■
4
ff
ff
ff
ff
70—80
ff
4
ir
ff
ff
ff
80—90
ff
1
Person
ff
90—100
ff
An Krämpfen starben 3
Kinder, 2
an Brechdurchfall und je
1 Kind an Kinderzehrung und Rhachitis. An Tuberkulose starben 5 Personen, darunter 2 an Lungenschwindsucht, eine an akuter Miliartuberkulose und je eine ortsfremd« Person an tuberkulöser Hirnhautentzündung und an tuberkulöser Bauchfellentzündung. In je 3 Fällen war die Todesursache nicht tuberkulöse Erkrankung der Atmungsorganr, Sarkom und Aderverkalkung, in je 2 Fällen Herzerkrankung, Krebs- leiden und Nierenerkrankung und in je 1 Fall Blutvergiftung, Gehirnaefchwulst, Schlaganfall, Bauchfellentzündung, Drhint- absceß, chronische Gallenblasenentzündung und Rückenmarksleiden. — Nicht durch Krankheit war der Tod in 9 Fällen bedingt: 4 Personen starben an Altersschwäche, 3 kleine Kinder an Lebensschwäche, 1 Kind verunglückte und eine Person wurde hingerichtet. Sanitätsrat Dr. Zeh.
• Regelung der Verpflichtung der Eberhaltung. Wie bekannt, beschloß der landwirtschaftliche KreiSvrrein Hanau in seiner letzten Sitzung eine Eingabe an die Landwirtschaftskammer, in der der Erlaß eines Gesetzes zur Regelung der Verpflichtung der Eberhaltung für erforderlich erachtet und die Landwirtschaftskammer ersucht wird, diese Frage zur Beratung zu stellen. Der Vorstand des Vereins- ausschuffts der Landwirtschaftskammer beschloß in seiner letzten Sitzung, dem Kreisverein Hanau mitzuteilen, daß die Landwirtschaftskammer in eine Erwägung der Frage eintreten und zur Schaffung der nötigen Unterlagen bei den sämtlichen landwirtschaftlichen Kreisvereinen anfrage« werde, wie sie sich zu der Frage stellen.
* Die Zeit der Waldbeeren. Die Regengüsse in in der letzten Woche haben auf die Entwicklung der Waldbeeren (Erdbeeren, Heidelbeeren) geradezu Wunder bewirkt. In den Wäldern zwischen Geiselbach - Schöllkrippen unl Geiselbach-Nitdersteinbach (Teufel-grund) finden sich große Strecken der herrlichsten Erdbeeren und Heidelbeeren. Durch die niedergegangene Feuchtigkeit stehen die Wälder erfrischt da und strömen einen den Lungen und Nerven gut bekommenden Ozon aus. Die reine, vollständig staubfreie Luft und die Stille der Wälder wirkt auf die Erholung der Nerven wunderbar und sollten gerade die Schüler, die Monate lang ununterbrochen angestrengt lernen müssen, die Wälder täglich besuchen, um nach Ablauf der Ferien wieder erfrischt und erholt von neuem beginnen zu können. Die Eisenbahnen gewähren bekanntlich den Schülern bedeutende Ermäßigung, auch erhalten die Erwachsenen Sonntagskarten zu halben Sätzen der üblichen Fahrpreis». Der Spessart unb hauptsächlich die Gegend zwischen Asihaffellburg—Schöllkrippen und Gelnhausen mit so manchem idyllischen und herrlichen Plätzchen wird noch viel zu wenig gewürdigt uud noch viel zu wenig besucht, und die Touristenvereine würden sich groß« Verdienste erwerben, wenn sie auf diese Vorteile entsprechend Hinweisen wollten. Auf die historische, sehr wertvolle Gegend und auf die einzelnen Tatsachen und Punkt» werden wir noch in nächster Zeit zurückkommen und einig» Beschreibungen folgen lassen.
* Ein Fremdenlegionär. Heute wurde von hur aus ein 25jähriger Steinmetz nach seinem Hrimatsorte Regensburg gebracht, um daselbst den „bunten Rock" anzuzieheu. Er arbeitete in Frankreich und ließ sich dort bewegen, in die Fremdenlegion einzutreten. In dieser diente er 4 Jahre und desertierte. Er wandte sich nach Deutschland und beabsichtigte, in Bremerhafen Schiffsdienste anzunehmen, doch schenk!« man dort seinen Angaben keinen Glauben und veranlaßte seine Festnahme. Nun hat er in Deutschland seiner Militär- Pflicht zu genügen.
* Festgenommen wurde der 19jährige Schuhmacher Jakob Annweiler aus Sprendlingen, der ein 15jährigeS Mädchen aus Wiesbaden entführt hatte. DaS Mädchen Hol- teil die Eltern von hier ab. Der Entführer hatte sich dem Mädchen gegenüber als Schauspieler ausgegeben.
* Lebensmüde? Die Geschäftsführerin einer hiesigen Wäscherei, Martha Elisabethe Thierfeld«», geborrn am 28. Februar 1884 zu Hubertusburg, hat sich gestern mittag zwischen 2 und 3 Uhr aus ihrem Geschäft entfernt. Nach den von ihr hinterlassenen Briefen ist anzunehmen, daß sie sich ein Leid angetan hat. Sachdienlich« Mitteilungen werden von der Kgl. Polizeidirektion auf Zimmer Nr. 2 ent« gegengenommen.
* Rund um die Stadt Hanau veranstaltet bei „Hanauer Ballspielklub" bei seinem am 11. b. Mts. stattfindenden Sportfest ein Wettgehen. Dasselbe beginnt morgens früh 7 Uhr am Start „Restaurant Bürgerbräu",