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General-Anzeiger

AMlishes Agan fit Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Uk. 154 Uernsprechanschlnsr Nr. 605*

Montag den 5. Juli

Ferusprechauschlutz Nr. 605. 1909

Amtliches.

Eandkreis l^anau.

Mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 23. Mai 1893 betreffend die außerhalb der Irrenanstalt lebenden Geisteskranken, ist noch eine Anzahl der Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher im Rückstände. Ich bringe daher die Erledigung der genannten Verfügung mit 8tägiger Frist in Erinnerung.

Hanau den 1. Juli 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3795 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Fjanau.

Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlnng

am Donnerstag den 8. Jnli 1909, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Theatervertrag.

2. Antrag Wild betr. Verlängerung der Linie Westbahn­hofNordbahnhof der Hanauer Straßenbahn.

3. Ermäßigung des Mittelschulgeldes.

4. Weiterbeschäftigung des Zeichners für das Vermeffungs- bureau.

5. Errichtung von Füllstationen für den Straßenbegießungs­betrieb.

6. Verlegung der Wasser- und Gasleitung in der Hopfen­straße zwischen Kastellstraße und Straße Nr. 141.

7. Auswechselung des Gasrohrers in der Rordstraße zwischen Eberhard- und Bogenstraße.

8. Verlegung der Gasleitung in der Offenbacher Kreis­straße in Klein-Steinheim bis zum Herzingsschen Fabrik­neubau.

9. Versetzung des Bademeisters Helbig in den Ruhestand. 0. Nachbewilligung von 1474,60 Mk. auf Titel VI 1 für 1908 für die Beleuchtungseinrichtung des Schlachthofes.

11. Versetzung des Schuldieners Höhne an der Oberreal­schule in den Ruhestand.

12. Weitere Teilung des Unterkursus der Schülerinnen­abteilung der kaufmännischen Fortbildungsschule.

Hieran anschließend geheime Sitzung.

Hanau den 2. Juli 1909.

Der Stadtverordnetenvorsteher.

U t h. 15927

Städtisches Wasserwerk.

Diejenigen, welche mit Zahlung des Wassergeldes, der Kanalgebühr und der Noransbelaftung für April / Juni d. I. noch im Rückstände find, werden hierdurch aufgefordert, diese Rückstände bis zum 12. Juli bei unserer Kasse, Leipzigerstraße 17, während der Stunden vormittags 8*/,12*/, und nachmittags 35 Uhr einzuzahlen, da vom 13. Juli ab die zwangsweise Bei­treibung der rückständigen Beträge erfolgen wird.

Hanau den 2. Juli 1909.

Die Wasserwerks-Direktion.

v. Gäßler. 15921

Verdingung.

Für den Neubau der evangel. Kirche in Grotz- Auheim sollen die Erd-, Maurer-, Asphalt- und Stakerarbeiten öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen in dem Bureau der Königlichen Kreisbauinspektion hier, Augustastraße 25, zur Einsicht aus und können, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 3,50 Mk. nicht in Briefmarken von dem Königlichen Bausekretär B e ch- ft ed t bezogen werden.

Angebote nebst zugehörigen Proben sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 12. Juli, vormittags 10 Uhr, an die vorbezeichnete Dienststelle einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt.

Hanan den 1. Juli 1909.

Der Königliche Kreisbauinspektor.

I. V.: Bode,

I5"7 Landbauinspektor.

Gefundene und verlorene Gegenstlinde re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 22 Pfg.

El ngefangen: 1 Bienenschwarm

Verloren: 1 Paketchen mit einem Strümpfchen und einem roten Korallenkettchen, 1 kleines Postpaketchen mit der Adresse Sergeant Heid 5. Eskadron Thüring. Ulanen-Regt. 6, 1 Hutnadel mit Emaillekopf.

Hanau den 5. Juli 1901.

politische Rundschau.

Steuerkompromitz und Regierung. Die Der- Handlungen zwischen der neuen Reichstagsmehrheit und der Regierung über eine Verständigung zur Reichsfinanzreform sind, wie dieGermania" mitteilt, noch keineswegs abge­schlossen, sondern dauern noch fort. Es sind dabei, wie das Blatt von unterrichteter Seite erfährt, noch manche Schwierig­keiten zu überwinden. Aber da allerseits der gute Wille be­stehe, zu einer Verständigung zu gelangen, so hoffe man, eine solche auch bald erzielen zu können. Richtig sei, daß Fürst Bülow sich an diesen Kompromißverhandlungen nicht beteilige. Die Regierung scheint indessen die Lage noch nicht so hoffnungsfreudig anzusehen. Denn sie hält es für nötig, in derNordd. Allg. Ztg." nochmals folgend« Ver­mahnung an die Mehrheit zu richten: Die verbündeten Re­gierungen haben sich den vorgeschlagenen Projekten der sog. Kotierungssteuer, sowie einer Mühlenumsatzsteuer und eines Kohlenausfuhrzolles entschieden widersetzt und werden auch fernerhin keine Steuervorschläge akzeptieren, die an Stelle finanzieller Gesichtspunkte derartige wirtschaftspolitische setzen. Daneben bestehen in der gegenwärtigen Situation zwei weitere Gefahren, vor denen bereits jetzt gewarnt werden muß. Die eine liegt in . dem Bestreben, den notwendigen Bedarf unter 500 Millionen herabzudrücken, die andere, nicht weniger große Gefahr, liegt in der Versuchung, solche Steuern zur Verabschiedung zu bringen, die jene Mehr­einnahmen nicht in Wirklichkeit, sondern nur scheinbar ge­wissermaßen auf dem Papier erbringen. SolcherFinanz- reformen" hat das Reich' genug gehabt. Was wir brauchen, sind tatsächlich einkommende Mehreinnahmen in der ge-. nannten Höhe."

Beterinärofsiziere. Bekanntlich war schon für den Heereshaushalt 1909/10 die Schaffung eines Veterinär­offizierkorps geplant worden, doch hat man angesichts der ungünstigen Finanzlage diesen Plan fallen lasten. Die Re­gierung wird aber bestimmt im Herbst d. Js. die Vorlage der Volksvertretung vorlegen, so daß am 1. April 1910 die Bildung des Veterinäroffizierkorps, das dem Sanitätsoffizier- korps gleichgestellt werden soll, erfolgen kann.

Deutschland und die Kretafrage. DerKöln. Ztg." wird aus Berlin geschrieben:Es zeigt sich immer mehr, daß die Entwirrung der kretischen Angelegenheit nichts weniger als eine leichte Aufgabe ist, und daß es schwer fallen wird, die von vielen Seiten genährten griechischen Hoffnungen mit dem erstärkten Nationalgefühle der Türken in Uebereinstimmung zu bringen. Die griechische Regierung verfichert auf das bestimmteste, daß sie auf keine kriegerischen Verwicklungen ausgehe, und man wirds ihr um so mehr glauben können, als die Aussichten auf einen Kriegserfolg für Griechenland überaus gering sind. Auf der anderen Seite aber ist in Griechenland keine Neigung vorhanden, in Kreta einen Zustand anzuerkennen, der diese Insel nicht nur dem Namen nach, sondern auch tatsächlich, wenn auch nur in logischer Verbindung, unter der türkischen Herrschaft beläßt. Die für die Schutzmächte hierdurch geschaffene Lage ist um so schwieriger, als sie nach beiden Seiten hin Hoffnungen erweckt, und Versprechungen gegeben haben, die sich nur schwer miteinander vereinigen laffen. Des weiteren wider­streitet das unruhige Temperammt der Kreter einer hin­haltenden Politik, und es ist schwer abzusehen, wie man aus diesen Wirrnissen einen Ausweg finden soll. Unter diesen Umständen kann man in Deutschland jetzt unserer Diplomatie nur dankbar dafür sein, daß sie seinerzeit die Flöte nieder­legte, und die weitere Betätigung des europäischen Konzertes in kretischen Angelegenheiten den Schutzmächten überließ. Deutschland ist dadurch jetzt in die glückliche Lage gebracht, sich in diese äußerst heikle Angelegenheit nicht einmischen zu müssen, und den Schutzmächten gern den Vortritt überlasten zu können, den sie seinerzeit übernommen haben. Diese Haltung Deutschlands könnte nur dann eine Aenderung er­fahren, wenn die Frage aus einer kretischen in ihrer weiteren Entwicklung zu einer europäischen werden sollte. Auch wenn dieses, entgegen unseren Wünschen eintreten sollte, wird Deutschland seine kretischen Sonderinteressen zu vertreten haben, sondern es wird sich darauf beschränken können, mit all seinem Einfluß für den Frieden tätig zu sein. Deutsch­land würde dieses mit umso größerem Nachdruck tun können, als seine Haltung in dieser Angelegenheit beweist, daß es, wie es in der Vergangenheit fi* ^der Einmischung

enthielt, so auch in Zukunft keine eigenen Interessen zu ver treten hat."

Der 25. Deutsche landwirtschaftliche Genossen« schaftstag hat soeben in Stettin getagt. Die Verhand­lungen, zu denen u. a. die Verbandsdirektoren e. Brockhausen- Stettin, Petitjeau - Wiesbaden, Oekonomierat Dr. Raabe- Halle a. S. und Regierungsrat Spohr-Hannover teilnahmen, hatten wichtige Fragen des deutschen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaftswesens zum Gegenstand. So wurde über die Ausdehnung des Depositenbankwesens auf dem Lande und über die Mitwirkung der landwirtschaftlichen Genossenschaften bei der inneren Kolonisation verhandelt. Auch die Ein­führung der elektrischen Kraft auf dem Lande, die Salpeter- werke, ihr Zusammenbruch und ihr« Neubildung, und die Abgrenzung der Tätigkeit der landwirtschaftlichen Organisationen auf genossenschaftlichem Gebiete warm Gegenstand der ein­gehenden Debatten. Den Verhandlungen wohnten der Landes­hauptmann v. Pommern, der Präsident des Herrenhauses Frhr. 0. Manteufel, Graf v. Schwerin-Löwitz, Professor Dade vom Deutschen Landwirtschaftsrat und der Bundes- agitator Major a. D.' von Endell-Posen bei. AI» Ort der nächstjährigen Tagung wurde Hannover in Aussicht ge­nommen.

Die Diamanten Südwestafrikas. Die Be- schwerden über die Handhabung deS deutsch-südwesta rikaiu- scheu Diamantenhandrls haben den Staatssekretär Dernburg veranlaßt, einige Parlamentarier zu sich zu bitten. Der Ver­treter des Kolonialamts hat diesen Herren sein« Ansichten ausführlich dargelegt. Ueber den Inhalt der Besprechungen erfährt derL.-A": Bei der Konferenz erstattete der StaatS, sekretâr einen eingehenden Bericht über seine Diamanten­politik, die schließlich di« allgemeine Billigung der Anwesenden fand. Aus dem Bericht ist hervorzuheben, daß nach neueren Schätzungen der Diamant-Reichtum Südwestafrikas auf un­gefähr eine Milliarde Wert angenommen wird. Das Wich­tigste der Dernburgschen Diamant-Politik besteht darin, daß er die 400 bis 500 Diamant-Interessenten zu einer Koalition zusammen geschlossen hat, deren Bedeutung wohl am besten daraus hervorgeht, daß bald nach dem Bekanntwerden dieser Tatsache ein Vertreter der den Diamantmarkt beherrschenden Debeers-Compantz an den Staatssekretär mit dem Anerbieten Herangetretm ist, ein gegenseitiges Preiskartell abzuschließen. Der Staatssekretär hat dieses Anerbieten abgelehnt, da er nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge in Südwestafrika in der Lage zu sein glaubt, die Preise unabhängig von der DebeerS-Company festzusetzen und ste ihr nötigenfalls dik­tieren zu können.

Auch die Dresdener Aerzte haben jetzt gegen ben Entwurf der neuen ReichsverficherungSordnung Stellung genommen. Sie erklären in einer Entschließung, daß sie die Vorlage deS Reichsamtes des Innern für völlig ungeeig- net halten, um den von der deutschen Aerzteschaft von jeher erstrebten Frieden zwischen ihr und den Kaffenvorständen berbeizuführrn. Eine entsprechende Eingabe ersucht die sächsische Regierung, im Bundesrate der Vorlage ihre Zu­stimmung zu versagen.

Die grasten Herbstmanöver der österreichisch« ungarischen Armee sollten ursprünglich derartig abgt- halten werden, daß Kaiser Franz Josef am Todestage der Kaiserin am 10. September in Wien sein konnt«. * Rücksicht aber darauf, daß Kaiser Wilhelm an den Manövern teilnimmt und selbst am 13. September auf dem Manöver- felde der deutschen Armee sein muß, hat Kaiser Franz Joser an geordnet, daß die Hauptmanövertage auf ben 9. und 10. September fallen. Die Nordarmee wird General 01. Kavallerie Klobucar kommandieren; die Südpartei führt der Kommandeur des Wiener Armeekorps, General der Infanterie Freiherr Hadamar von BerSbach. . _ ,r .

Die Einfuhr japanischer Waren m Deulschland hat 1908 gegen das Vorjahr um ein geringes abgenommrn, Deutschlands prozentualer Anteil an der Ausfuhr nach Japan sich aber mehr als verdoppelt. Japan führte 1908 insge­samt Waren im Werte von 3<8 245 673 Yen auS gegen 432 412 873 Yen 1807. Der Anteil Deutschlands betrug 7 975 815 Yen oder 2,1 v. H., beziehungsweise 11 255 000 Neu oder 2,6 v. H. Die Einfuhr ausländischer Warrn in Japan bezifferte sich 1908 auf 435 625 746 Yen gegen 494 467 346 Yen im Jahre 1907. Deutschland führte in ^apan ein im Jahre 1907 Warrn im Werte von 47 667 742 Aen oder 9,6 v. H., 19 08 dagegen im Werte von 46 2 78 661 Yen oder 20,6 v. H.

Die Zustände in Serbien werden immer trostloser, vor allem fällt die sittliche Verlotterung der serbischen Be­völkerung auf. So veröffentlicht ein Belgrader Blatt eine Statistik, nach der im Monat Mai in Serbien 49 Morde, 9 Raubmorde. 50 Mordversuche, ^2 Totschläge, 231 Brand-