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Sette r__________________________________________ lands fei. Es habe nur für die inneren Angelegenheiten eine besondere Gesetzgebung. Auf dieser Basis müßten die Ver­handlungen bleiben, wenn sie erfolgreich sein sollten. Da sich herauSstellte, daß die finnischen Mitglieder der Kommission der russischen Sprache nicht mächtig waren, wurde einstimmig beschlossen, den finnischen Mitgliedern eine Frist bis anfangs September alten Stils zu geben, um schriftliche Darlegungen ihres Standpunktes in den von der Kommission zu bearbei­tenden Fragen auszuarbeiten.

Die Lage in Persien. Die Gegner des Schah er­halten angeblich für ihren gegen Teheran von vier Seiten unternommenen Anmarsch von allen Enden Persiens Ver­stärkungen. Nach einer Meldung aus Kaswin habe die Belagerung Teherans bereits begonnen. Ein aus Persien zurückberufener Teil der russischen Truppen in Stärke von vier Bataillonen erhielt den Befehl, dorthin zurückzukehren.

Italienischer Senat.

Rom, 30. Juni. Bei der Beratung des Budgets des Ministeriums des Auswärtigen sprach Demartino als seine feste Ueberzeugung aus, daß der Dreibund niemals in dem Maße wie heute eine Bürgschaft des Friedens für Europa und eine Sicherheit für Italien gewesen sei. Aber die Bünd­nisse schlöffen Freundschaften nicht aus, denn gerade in den Freundschaften fänden die verbündeten Mächte, in der einen wie anderen Gruppe, gewisse Vorteile, die sie in streng in sich geschlossenen Bündnissen selbst nicht finden könnten. To näherten sich Rußland und England durch direkte Initiativ« ihrer Herrscher dem Deutschen Reiche, wie der Dreibund Italien sicherlich nicht hindern werde, das brüderliche Band mit Frankreich enger zu knüpfen. Die auswärtige Politik dürfe nicht nach augenblicklichen Zwischenfällen beurteilt werden, sondern nach wesentlichen Grundlagen, die ihre dauernde Richtung bestimmen. WaS diese Richtung anbe­lange, so erkläre er mit Entschiedenheit, daß die auswärtige Politik Italiens nicht nur weise und klug gewesen sei, sondern daß kein verständiger Mensch bei den jüngsten Ereignissen einen anderen Weg hätte einschlagen können, als es die Re­gierung tatsächlich getan habe. Nachdem er die Notwendig­keit der Rüstungen betont hatte, schloß Demartino, indem er sagte: Italien kann und darf in Europa keine aufreizend« Politik der Eroberungen oder Gebietsrückforderungen treiben; dazu sind uns die Einheit und Unabhängigkeit deS Vater­landes zu teuer gekommen, und sind sie unS zu teuer, aber Italien.kann und darf eine Politik internationaler Einver­ständnisse und Vereinbarungen treiben und der hohen Auf­gabe leben, ein Mittler deS Friedens zu sein.

Aus den Kommissionen.

3» der Budgetkommission des Reichstages gab vor Eintritt in die Tagesordnung derZentrumsabgeordnete E r z b e r g e r eine Verwahrung zu Protokoll gegen einen Bericht der Magdeburgischen Zeitung über sein Verhalten in einer vertraulichen Besprechung der Budgetkommission über di« Beamtenbesoldungen. Dieser Bericht fei falsch, außerdem l««» die Verhandlungen vertraulich gewesen. Aber noch erstaunlicher müsse ihm ein Artikel erscheinen, den ein Zentrumsorgan, dieKölnische Volkszeitung", veröffentlicht habe. Soweit der Artikel seine, Erzbergers Person be­ttesse, sei er ein Sammelserum von falschen Darstellungen und unrichtigen Behauptungen. Diese Nachrichten über jene Berhandlungen seien entwedeer ein Vertrauensbruch oder

Der Vorsitzende bestätigte den vertraulichen Charakter jener Verhandlungen. Die Kommission verhandelte darauf über den Nachtragsetat, der den Erwerb eines zweiten Truppenübungsplatzes für das GardekvrpS und des Uebungs- Plazes für die Eisenbahnbrigade betrifft, sowie im Zusannneu- Yang damit über die Veräußerung eines Teiles des Tempel- joier Feldes. Die Verhandlungen hierüber waren vertrau- uch. In einer Resolution sprach die Budgetkommission ihr Einverständnis mit dem Erwerb der Gelände im Rahmen des Nachtragsetats aus. Sodann verhandelte die Kom- Mljfion über den Antrag der Freisinnigen betr. die Einfuhr- 'cheine. Der Antrag bezweckt eine Herabsetzung der GAtungs- frist der Einfuhrschein« von sechs auf höchstens drei Jahre, "wie die Beschränkung ihrer Geltung zur Zollentrichtung auf die Warengattung, für die bei der Ausfuhr der Einsuhr- 'chein erteilt worden ist. Dieselbe Angelegenheit behandeln Petitionen vom Deutschen Müllerbund, von anderen Müller- uereinigungen und von zahlreichen Handelskammern. Referent war der Abg. Güntyer-Plauen (Frs. Bp.) Der Antrag der Freisinnigen wurde nach längerer Beratung abgelehnt. An­genommen wurde bagegen ein Antrag Speck (Ztr.) der die Regierung zu einer Denkschrift über die Frage der Einfuhr­scheine aitfforbert.

Sport

Mainzer Sportplatz. Die tun kommenden Sonntag ftattfinbenben Radrennen sind in allen Läusen gut besetzt. Im großen goldnen Rad von Mainz, 50 Kilometer, starten der rheinische Meister Carl Todt-Duisburg, der Meisterfahrer von Württemberg Otto Glöckler-Franksurt, sowie Altmeister Georg Drescher-Mainz. Das kleine goldne Rad, 25 Kilo­meter, bestreiten der Meisterfahrer von Hannover Willy KrauShaar-Hannover, Albert Dubielczyk-WieSbaden, Jean Weiß-Hanau, sowie der Meisterfahrer von Hessen Theo Wannemacher-Mainz. Die Fliegerrennen bringen 25 Flieger an den Statt. Das Motorrennen wird einen scharfen Kampf fischen Heckel-Wiesbaden, Wohn-Mainz, Krämer-Mainz und Meichel-Frankfurt bringen. Die Gratisverlosung eines prima Opel-FahrradeS Type England unter die Zuschauer bildet den Beschluß des groß angelegten Renntages. Die Rennen beginnen punkt 4 Uhr bei jeder Witterung.

BomZ I".

Mtttel-Biberach, 30. Juni. Das Wetter ist stürmisch geworden. Heftige Böen machen den Aufstieg zur Weiter- ö8r.etJt voHftänbig unmöglich. Man schätzt die Wind- starke auf 14 Meter in der Sekunde und es ist die ganze Umsicht und Energie der Führer erforderlich, um das im offenen Felde liegende Luftschiff vor jedem Unfall zu sichern. Im übrigen istZI völlig unbeschädigt. Lediglich der das Fahrzeug tief herabdruckende und übermäßig belastende Wol- kenbruch bildete die Veranlassung für die Landung. Der kleine hatte eine Weiterfahrt gestattet, da der Motor arbeitsfähig war; er wurde nur nachgesehen, weil sich infolge der Landung gerade eine günstige Gelegenheit dazu bot

Mittwoch ______

Der Aufstieg wird wahrscheinlich nicht vor morgen stütz stattfinden.

Mittel-Biberach, 30. Juni, 7 Uhr abends. Das Wetter wird immer ungünstiger. Zwar hat der Wind an Stark« nicht mehr zugenommen, aber es vergeht kaum eine Stunde, ohne daß immer wieder neue Regengüsse niedergehen, unter diesen Umständen ist an eine Fortsetzung der Fahrt nach Metz auch heute nacht nicht zu denken und es ist nach den aus Friedrichshafen eingegangenen meteorologischen Nach­richten sogar zweifelhaft, ob der Aufstieg schon morgen vor­mittag erfolgen kann, zumal da Major Sperling wiederholt erklärt hat, èr wolle wirklich gutes Wetter abwarten. Das Luftschiff ist gut verankert und hat den zeitweiligen sehr heftigen Böen ausgezeichnet standgehalten. Die militärische Bewachung, die zuletzt aus Pionieren bestand, ist heute nach­mittag abermals und zwar durch Ulmer Grenadiere nbgelost worden. Für die Zwecke einer nochmaligen GaSauffüllung ist eine neue Sendung Gasflaschen aus Friedrichhafen ange­langt. Eine Rückkehr nach Friedrichshafen in die Zelthalle soll vermieden und, wenn nötig, ein mehrtägiges Biwak des Luftschiffes durchgehalten werden, das zugleich wert­volle Erfahrungen über die Widerstandsfähigkeit deS Materials gegen anhaltendes feuchtes Wetter ergeben soll.

fandet Gewerbe and Vermehr«

* Der Viehmarkt in Frankfurt a. M. war gestern mit 1448 Schweinen befahren. Es kosteten Schweine 1. Qualität 7273 Pfg., 2. Qualität 71-72 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht. Das Geschäft ging mittelmäßig, es verblieb ein unbedeutender Ueberstand. Die Zufuhr betrug 14 Doppel­waggons und 1 Waggon. Auf der Freibank gelangen Donnerstag und Freitag, vormittags von 7 Uhr ab, nach­stehende Fleischsorten zu den beigesetzten Preisen zum Ver­kauf: Ochsenfleisch roh 50 Pfg., Rindfleisch roh 30, 35 und 40 Psg., Rindfleisch gekocht 30 Pfg., Schweinefleisch roh 50 Pfg., Schweinefleisch gekocht 35 Pfg. pro Pfund.

Berlin, 30. Juni. Weizen Juli 259.75, S-pt. 235.25, Ott. 232.50. Roggen Juli l95.50, Sept. 189.-, Okt. 188.75. Hafer Juli 186.25. Sept. -.-. Mais Juli ., Sept... Rüb öl Juni., Oktbr. 55/40, Dezbr. 55.50. Weizenmehl 33.5036.75. Roggen­mehl 23.90-25.90.

Mannheim, 30. Juni. Weizen Ulka 9 p. 25 Mk. 207.-, Ulka 9 p. 30 Mk. 209, Ulka 10 p. Mk. 212.-. Ru­mänischer 77/78 Ko. Mk. 200.. Laplata Iuni-Abl. Bah.- Blanka 80 Ko. Mk. 211.-. Red. Winter n Iuni-Abl. Mk. 199/$. Russischer Roggen 9 p. 10/15 Mk. 147.. Mais Laplata Mk. 125.-

Paris, 30. Juni. Roggen Juni 17.60, Juli 17.60, Iuli-August 17.60, Sept.-Dez. 17.85, W'eizen Juni 26.7(1 Juli 26.80, Juni-August 26.30, Sept.-Dez. 24.70. Mehl Juni 34.45, Juli 34.50, Juni-August 34.45, Sept.-Dez. 32.50, R ü b ö l Juni 65., Juli 65'/-, Juni-Aug. 65'/«, Sept.-Dez. 66'/«. Spiritus Juni 39'/-, Juli 39/«, Juni-Aug. 397/s, Sept.-Dez. 39'/,. Zucker Juni 30'/«, Juli 30'/», Juni- August 30Vi, Okt.-Januar 29'/«. Leinöl per Juni 56., Sept.-Dez. 56»/«. Rohzucker 88°/» loco 27V«.Talg 70..

Has aller Mett.

Die Cholera in Rußland. An der Cholera find seit gestern 90 Personen erkrankt und 28 gestorben. Die Gesamt­zahl der Kranken beträgt 574,

Dammbruch. Am Montag brach der Damm des Wasserreservoirs der Stadt Hammerfest, das 3 0M 000 Kubik­meter Wasser enthielt; dieses strömte über die Felder, zerstörte 3 Brücken und riß, 3 Packhäuser mit Material in den See. Gestern ist ein Reservewasserrohr unter der Erde gesprungen, weshalb die Stadt augenblicklich ohne Wasser ist.

Die Bombe im Speisesaal. In der Nähe von Navia in der Provinz Oviedo in Spanien wurde ein furchtbares Bombenattentat verübt. Der Großgrundbesitzer Morgador gab am Sonntag abend in seinem Schlosse mehreren Gästen «in Diner. Plötzlich flog eine Bombe durch das Fenster, die auf den Tisch des Speisesaales niederfiel, wo sie explodierte. Die Decke stürzte ein, der Schloßbesitzer, seine Frau, und seine Tochter, sowir drei der Gäste wurden getötet, vier andere wurden so verwundet, daß an ihrem Aufkommen ge­zweifelt wird. Man glaubt an einen politischen Racheakt.

Ein Opfer der Berge. Am Montag ist in den steier­märkischen Alpen der Wiener Ingenieur Goetl, der im öster­reichischen Alpinistenklub sehr bekannt war, auf dem Grim- ming abgestürzt und totgeblieben. Er befand sich in Be­gleitung von sechs Touristen, denen er in Besiegung der größten Hindemiffe, insbesondere eines KaminS, voraus- kletterte. Es erwies sich, daß sein Seil zu kurz war, infolge­dessen geriet er ins Rutschen, stürzte 30 Meter auf einen Felsvorsprung ab und blieb vor den Füßen seiner Begleiter tot mit zerschmettettem Schädel liegen. Die Bergung der Leiche gestaltete sich äußerst schwierig: der in Decken einge- hüllte Leichnam mußte stellenweise über die Felsen herab­geworfen werden.

Grober Exzeß im Gerichtssaal. In Nürnberg, wo vor dem Schöffengericht gegen ihn wegen Körperver­letzung verhandelt wurde und eben ein Schutzmann seine Zeugenaussage gegen ihn machte, riß der Angeklagte, ein Schreiner, plötzlich die ganze Anklagebank los und wollte sie auf den Gerichtshof werfen. Die Schutzleute rangen vergeb­lich mit dem Rasenden, den schließlich ein Gendarm durch einen Gurgelgriff überwältigte. Der brüllende und tobende Unhold wurde dann gefesselt. Die im Saale anwesenden Dirnen und Zuhälter begleiteten seinen Skandal mit Schimpfen auf die Polizei und wollten ihrem Genossen zu Hilfe kommen, so daß nach dessen Verurteilung der Sitzungs­saal abgesperrt und verschlossen gehalten ror c, bis der ge­fährliche Kerl wieder im Gefängnis untergebracht war.

Ruhestörungen.

London, 29. Juni. Gegen 10 Uhr abends dauerten die Ruhestörungen vor dem Parlamente noch fort. Bis dahin waren 108 Anhängerinnen des Frauenstimmrechtes verhaftet und 36 Verletzte in ein Hospital übergeführt wor­den. In der Admiralität wurden durch SuffragerteS zahl­reiche Fensterscheiben eingeworfen. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren 1500 Polizeibeamte aufgeboten worden.

Schiffsberichte.

(Milgetciu von Agent Ad. Lr en, ch - i>ana«U

Der Hamburger DampferKaiserin Auguste Viktoria gl am 26. Juni wohlbehalten in New-Vork eingetroffeu.

Hus Oab and fern.

Cassel, 30. Juni. Der Geheime Sanitätsrat Dr. Friedrich Endemann, früher nationalliberaler Reichstags- abgeorbncier für Cassel-Melsungen und Landtagsabgeordneter für Cassel-Stadt ist heute vormittag gestorben. Dr. Fried­rich Karl Endemann hatte sich in Cassel als praktischer Arzt frühzeitig eine besonders angesehene und hochgeachtete Stellung erworben, so daß er vor einer Reihe von Jahren zum Vor­sitzenden der Aerztekainlner der Provinz Hessen-Nassau er­wählt worden war. Im Jahre 1883 wurde er Mitglied der städtischen Behörden in Cassel, und hier bewährte er sich so hervorragend, daß er im Jahre 1894 stellvertretender Bürgermeister und Erster Beigeordneter der Stadt wurde. Als 'solcher hat er durch mehrere Jahre in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters die Leitung der städtischen Geschäfte selbständig und mit großem Erfolg geführt. Ebenso war er seit 1893 Mitglied des Provinzial- und Kommunallandtages, sowie des Bezirks- und Provinzialausschuffes. Im Reichs­tag vertrat er die Stadt Cassel von 1891 bis 1893 und von 1898 bis 1903, im preußischen Abgeordnetenhaus« seit 1898, außerdem war er Ehrenbürger von Caffel. Er gehörte zu den angesehensten Mitgliedern der nationalliberalen Fraktion, die aufs lebhafteste sein Hinscheiden betrauert.

Fulda, 1. Juli. Eine Glanznummer im Programm des 15. Kreisturnfestes ist der Festzug, der sich am Sonntag den 4. Juli, nachmittags ^eS Uhr, von der Heinrichstraße aus in Bewegung setzt. Den Zug wird ein Herold, der auch an der Spitze einer jeden Abteilung marschiert, eröffnen. Dem Herold schließen sich kostümierte Fanfarenbläser, Rad­fahrer auf geschmückten Rädern und 10 mit Blumengirlanden dekorierte Autos an. Mehrere Prunkwagen werden das farbenfrohe Bild des Festzuges, in dem auch Ehrendamen mit Blumenarrangements vertreten sein werden, verschönern. Die Fuldaer Fleischerinnung stellt, wie wir vernehmen, ähn­lich wie beim Frankfurter Festzug, ein gewichtiges mit den Emblemen und den appetitlichsten Erzeugnissen des Metzger­gewerbes drapiertes Ochsengespann in einer von zirka 140 Personen wirkungsvoll belebten Gruppe mit einer Musik­kapelle. Der Prunkivagtn der Fuldaer Bäckerinnung, der von etwa 100 Personen umgeben sein wird, veranschaulicht die Idee: Die Vertreter des Bäckerhaudwerks huldigen der Ceres, der Göttin der schöpferischen Naturkraft. Diese thront auf hohem Postament, eine Getreidegarbe und Blumen in der Hand. Der Schützcuverein wird auf einem Prachtwagen die Tellsage veranschaulichen, und die Vorgeschichte Fuldas kommt in einem Wagen:Fuldaer Pfahlbauten" mit einer Gruppe Germanen zur Geltung.

r- Marburg, 30. Juni. Ein vom Studentenfest heim­kehrender junger Mann erlitt vergangene nacht schwere Ver­letzungen dadurch, daß er in seiner Wohnung durch Umwerfen einer brennenden Kerze in Flammen geraten war. Die durch die Hilferufe geweckten Hausbewohner sorgten für die Ueberführung des Bedauernswerten in die Klinik.

Philippsthal, 27. Juni. Der Bergmann Blaurock aus Dietlas auf der Kaligewerkschaft Heiligenrode stürzte beim Schichtwechsel aus dem Förderkorb und siel aus einer Höhe von annähernd 200 Metern in den Schacht hinab, auf dessen Sohle er mit völlig zerschmetterten Gliedmaßen tot liegen blieb.

Eschwcge, 28. Juni. Die Stadtverordneten-Versamm- lung bewilligte einstimmig 87 000 zur Anschaffung eines zweiten Dieselmotors für das städtische Elektrizitätswerk.

Eschwege, 29. Juni. Dohrversuche läßt die Stadt im Brückenfelde anstellen. Es handelt sich um die Auf­findung weiteren Wassers, das der städtischen Leitung zuge­führt werden soll.

Geisa, 29. Juni. Die Arbeiten auf der Eifenbahn­strecke Geisa-Tann sind so weit vorgeschritten, daß die Bahn am 1. Oktober b. I. dem Betriebe übergeben werden kann.

Wiesbaden, 29. Juni. Der Gewerbeverein für Nassau hat zu seinem Direktor den Rechtsanwalt Dr. Vickel-Wi'es- baden, zu dessen Stellvertreter den Architekten Albert Wolff- Wiesbaden gewählt und den früheren langjährigen Vereins- direktor, Baurat Winter, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Wiesbaden, 30. Juni. Die Stadtverordnetenvertretung wählte heute den Geh. Ober-Finanzrat Dr. Glâffing-Darm- stadt, der Bruder bei neuen Darmstädter Oberbürgermeisters, zum zweiten Bürgermeister.

Vom Eichsselve, 24. Juni. Bei einem Gewitter ging der Weber Franz Motz aus Diedorf gestern abend mit seiner Ehefrau nach Hause, der Mann mit einer Kartoffel- hacke auf der Schulter. Auf freier Landstraße traf ein Blitz­strahl den Ehemann und zerfetzte ihm auf dem Rücken den Rock, die Weste und das Hemd, sowie einen Strumpf und einen Schuh. Am Körper des Mannes hat der Blitz da­gegen nur wenig bemerkbare Spuren hinterlassen ; bloß am linsen Schienbein und über dem rechten Fersenbein sind un» üefâhr 3 Zentimeter große Brandwunden entstanden. Man hofft, den Mann, der große Schmerzen hat, am Leben zu erhalten. Die neben ihm gehende Ehefrau wurde von dem Blitz zu Boden geworfen, blieb aber unverletzt. Jedoch Hal der Schreck auf den Gemütszustand der schon längere Zeit nervenkranken Frau jehr nachteilig eingewirkt.

Vom Gichsfelde, 29. Juni. Eine Lehrerin aus Breitenworbis befand sich auf dem Wege zum Bahnhof Niederorfchel. In der Nähe des Bahnhofs wollte sie einen Schuh binden; deshalb legte sie, weil der Weg schmutzig war, ihren Schirm und ihr Handtäschchen, worin sie auch das Geld hatte, neben sich auf einen Grenzstein. Kaum hatte sie sich gebückt, so sah sie eine von hinten kommende Hand, welche das Handtäschchen schnell wegnahm. Er- jchreckt schnellte sie empor und gewahrte einen jungen Menschen, mit großen Sprüngen davonlief. Das Bahnpersonal und der schnell herbeigeeilte Gendarm aus Niederorschel nahmen sofort die Verfolgung des jugeildlichen Räubers auf.

der vtühe von Bernterode wurde er von Strecken- arbeilcrn festgenommen. Der Täter ist ein Schuhmacher, tehrlulg, der feinem Meister in Leinefeldc entlaufen ist.