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Hanauer K Anreiaer

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IMetieulbni# unb Verlag der Buchdruck««! bei verri«.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Fanddreis Hanan.

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w, WaismhaustS in Hamm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Veraat»««. RMtew: «.4«<tt ia Hamm.

Nr. 151 F-r«sprechanschlutz Nr. «05.

Donnerstag den 1. Juli

Fer»spr«chan!chl«b Nr. 605. 1909

Amtliches.

Eandkreis l^anau.

Unter den Schweinen in Fechenheim und Roßdorf ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 30. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3680 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Unter den Schweinen in Bruchköbel ist die Schweine- ßruche festgestellt.

Hanau den 30. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3679 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Der Herr Oberpräsident hat dem Vorstande deS Ver­sandes der Geflügelzuchtvereine im Regierungsbezirk Cassel zu der am 8. November d. J. beabsichtigten Verlosung von lebendem Geflügel zum Besten der Verbreitung von bestem Wirtschaftsgeflügel auf dem Lande die Genehmigung erteilt.

Ich ersuche dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertrieb der Lose keine Hindernisse bereitet werden.

Hanau den 29. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3705 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Durch die am 1. Januar 1908 in Kraft getretenen Unfall - Verhütnngsvorschriften für landwirt­schaftliche Geräte ist u. a. angeordnet, daß jede Senfe auf dem Wege von und zur Arbeit entweder mit einer die Schneide und Spitze vollständig verdeckenden Scheide von Blech, Leder oder Holz versehen sein oder in der ganzen 'Länge der Schneide umwickelt oder mit abgeschlagener, an »en Stiel festgewundener Schneide getragen werden muß. Auch ist untersagt, abgeschlagene Sensenklingen in Viehställen oder anderen Wirtschaftsgebäuden unbeweglich zu befestigen, um an den Klingen Stroh zu schneiden.

Sicheln müssen bei der Beförderung von und zur Ar­beitsstätte mit der Spitze nach unten getragen werden. Werden sie auf Wagen milgeführt, so müssen sie mit der Spitze nach unten festgesteckt werden.

Heu- und Mistgabeln müssen mit nach unten ge­richteter Spitze, Aexte, Beile und Hacken mit nach unten gerichteter Schneide festgelegt werden, wenn sie auf beladenen Wagen befördert werden.

Etwaige Belehrungen hierüber können auf den Bürger­meisterämtern, woselbst ein Exemplar der Unfall-Verhütungs- vorschriften ausliegt, oder im Bureau der landwirtschaftlichen Unfall-Versicherung Kreishaus eingeholt werden.

Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei Zuwiderhandlungen gegen die obigen Bestimmungen sowohl gegen die Betriebsunternehmer ils auch die Versicherten hohe Strafen festgesetzt werden.

Hanau den 28. Juni 1909.

Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes her Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Hanau (Land).

U 1448 J. V.: v. Strahl, Kreisdeputierter.

Gefundene und verlorene Gencnstiindc re.

Gefunden: 1 weißer Kinderstrohhut, 1 Päckchen weiße Spitzen.

Verloren: 1 kleiner silberner Schirmgriff, 1 Paket mit 3 Pferdegebiffen mit Schnallen.

Zugelaufen: 1 junge gelbe Dogge m. Geschl.

Hanau den 1. Juli 1909.

Politische Rundschau.

Zur Reichsfinanzreform. DerBörsen-Courier" berichtet heute: Die Meldung derKöln. Ztg." von einem Umfallen des Bundesrates ist durchaus unrichtig. Es be­steht keine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Reichskanzler und dem Bundesrat, zumal nicht bei der Einschätzung und Verurteilung der Kotierungs- und Mühlenumsatzsteuer sowie des KohlenausfuhrzoNes. DasUnannehmbar" bezüglich dieser Steuern sprach der Kanzler in völliger Ueberein­stimmung mit dem Bundesrat und weder der eine, noch der andere ist umgefallen. Kanzler und Bundesrat sind auch darin völlig einig, daß jetzt in den nächsten Tagen der letzte Versuch gemacht wird, die Finanzreform ohne diese Steuern zu Ende zu bringen. Sollte dieser Versuch infolge der Haltung der Reichstagsmehrheit mißlingen, so wird zu dem äußersten Mittel, der Auflösung, geschritten werden, so lehr

ein Verzögern der Reform auch beklagt werden müßte. DasBayrische Vaterland" bestätigt, daß der bayrische Ministerrat die Verständigung mit der neuen Reichstags­mehrheit beschlossen und die bayrischen Vertreter beim Bundesrat entsprechend instruiert hat. Der Ministerpräsident v. Podewils und Finanzminister v. Pfaff haben dem Prinz- regenten darüber Vortrag gehalten und alsdann fand der entscheidende Ministerrat statt.

Beschränkung der Reisetätigkeit der Beamten. Die preußischen Minister der Finanzen und des Innern haben bekanntlich in diesem Frühjahr neue Vorschriften er* lassen, die sich auf die Reisetätigkeit der Beamten beziehen und eine wesentlich größere Sparsamkeit auf diesem Gebiet bezwecken. Dieser Erlaß ist nunmehr auch durch entsprechende Bekanntmachung imMinisterialblatt der Handels- und Ge­werbeverwaltung" auf den Geschäftsbereich des Handels­ministeriums ausgedehnt worden. Von besonderem Interesse ist der Teil des Erlasses, der sich mit dem Besuch von Kongreffen und Versammlungen befaßt. Es wird gesagt: Einen besondere Beschränkung wird die Beschickung von Kongressen, Versammlungen und ähnlichen Veranstaltungen erfahren müssen. Derartige Veranstaltungen haben sich in letzter Zeit sehr erheblich vermehrt, und ganz besonders hat die Zahl der zu ihnen entsandten Beamten zugenommen. Der Nutzen der Teilnahme der Beamten an diesen Veran­staltungen ist im allgemeinen nur gering. Mit der zu­nehmenden Häufigkeit hat sich ihr durchschnittlicher Wert und der Gehalt dessen, was auf ihnen geboten wird, nicht erhöht. Ihre festliche, mehr auf die Darbietung von Vergnügungen gerichtete Seite ist vielfach ganz unverhältnismäßig ausge­bildet. Bei allen wichtigen Veranstaltungen aber werden die wohl vorbereiteten Vorträge, mit denen die sachlichen Ver­handlungen eingeleitet zu werden pflegen ' : '.. . nachher dem Drucke übergeben und entgehen daher dem sich für den Gegenstand interessierenden Beamten nicht; dagegen führt die freie Diskussion auf den Versammlungen meist nur in sehr geringem Maße zu einer wirklichen Bereicherung der Er- fahrungen. Als eigentlicher Wert bleibt somit regelmäßig für die Teilnehmer nur die sogenannte persönlich« Fühlung­nahme und der private Gedankenaustausch. Ihre Bedeutung muß aber in den meistek Fällen zweifelhaft erscheinen, da das unruhige Durcheinander von Arbeit und Zerstreuung nur selten Beziehungen entstehen läßt, die einen ernsten, nach­haltigen Meinungsaustausch gestatten." Man wird diesen Ausführungen im wesentlichen nur beistimmen können.

Die neuen Polizeipräsidenten im Jndnftrie- gebiet. Am 1. Juli wird int rheinisch-westfälischen In­dustriegebiet in den Städten Bochum, Gelsenkirchen und Essen königliche Polizei eingeführt. Langer Verhandlungen zwischen den maßgebenden Körperschaften hat es bedurft, bis dieses Ergebnis zustande kam. Diese Verhandlungen drehten sich vorwiegend um die Kostenfrage, die Verteilung der ein­zelnen Zweige der Polizeigewalt auf Staat und Kommune, die Personal-Union Landrat-Polizeipräsident und den Zeit­punkt der Einführung. Das Endergebnis ist, daß die Land­räte von Bochum und Gelsenkirchen in Belassung ihrer Stellung als Landräte zu Polizeipräsidenten ihres Bezirks und der Landrat von Mühlheim (Ruhr) zum Polizei­präsidenten in Essen ernannt wurden.

Ein neuer Bauernbund. Vertreter des Bauern­standes aus dem ganzen Reich gründeten gestern in Berlin unter Teilnahme von mehreren nationalliberalen und frei* konsrrvativen Reichs- und Landtagsabgeordneten einen Deutschen Bauernbund, dessen Zikl ist, die Interessen des Bauern­standes in der energischsten Weise zu fördern. Der neue Bund schließt namentlich diejenigen Landwirte zusammen, die mit der Art und Weise, wie der Bund der Landwirte die Landwirtschaft zu fördern sucht, nicht einverstanden sind. Besonders zahlreich beteiligten sich auch die Ansiedler aus den Provinzen Pofen und Westpreußen. Die erste große Bundesversammlung findet am 6. Juli in Gneien statt. In des Präsidium wurden gewählt: der Reichstagsabgeordnete Wachhorst de Wente als erster Vorsitzender, ferner Landtags­abgeordneter Wamhoff, Reichstagsabgeordneter Löscher und Landwirt Jarte-Posen.

Ein englischer Konsularbericht über Dentsch- Ostafrik«. Der britische V'zekonsul Douglas Doung hat soeben einen Bericht über die wirtschaftliche Lage Deutsch- Ostafrikas herausgegeben, darin heißt es:In den letzten acht Jahren hat in Deutsch-Ostafrika eine ganz bemerkens­werte Entwickelung Platz gegriffen. Die weiße Bevölkerung hat sich während dieser Zeit nahezu verdreifacht; die Haupt­stadt, gleichzeitig der Haupthafen, hat den Umfang einer prosperierenden Stadt angenommen. Eine subventionierte deutsche Schiffslinie hat im Küstenverkehr ein solches Monopol für fick erzielt, das die Schiffe dieser Linie jährlich über

1 250 OOO Tonnen nach Deutsch-Ostafrika tragen, was btT nahe dem ganzen Schiffsverkehr dahin und von dort gleich« kommt. Der Wert der jährlichen Einfuhr hat sich in den acht Berichtsjahren mehr als verdoppelt, und ein sehr erheb­liches Kapital, welches von 4050 Gesellschaften und zahl­reichen Privatunternehmungen repräsentiert wird, hat in dem Lande nutzbringende Anlage gefunden. Die Länge der in Betrieb stehenden Eisenbahnen ist von 25 auf 212 engl. Meilen gestiegen; nach den jetzigen Plänen, die bereits in Angriff igenommen sind, wird diese Ziffer in sechs Jahren auf 680 Meilen angewachsen sein. Der gesamte Handels­verkehr Deutsch-Ostafrikas belief sich auf 37 300 000 Mk. im Jahre 1907, während er sich im Jahre 1898 nur aus 16 180 000 Mk. belief. Dies kommt einer Zunahm« von ungefähr 124 Prozent in zehn Jahren gleich." Besonderes Interesse ruft der Abschnitt über dir Uganda-Eisenbahn in dem Konsularbrrichte hervor.Die Ugandabahn, heißt es da, ist zusammen mit dem britischen Dampferdienste auf dem Viktoriasee für den unerwartet schnellen Aufschwung des aus­wärtigen Ueberland-Handels allein verantwortlich. Sie hat einen Weg für die Ausfuhr der Landesprodukte gebahnt, deren Export sich früher wegen der teuren Trägerkosten nicht bezahlt hat. Der Wert dieses Exportes ist von 758 308 im Jahre 1894 abf 3 705 760 in 1907 gestiegen, also um nahe­zu 400 Prozent in dreizehn Jahren. Dieser Umstand est auch für das benachbarte Britisch-Ostafrika von Wichtigkeit, da man annrhmen darf, daß wenigstens ein Teil dieses Ueberlandverkehrs verschwinden wird, wenn die geplant« deutsche Eisenbahn von Daressalam nach dem Tanganjua- See via Tabora von Tabora aus Anschluß an die Uganda­bahn erhält. Dies Projekt kann indessm frühestens in 8 Jahren verwirklicht werden."

In der Flottenrede, bk « gestern in der City Hielt, verlangte der englische Admiral Beresford die Annahme eines definitiven Flottenprogrammes, das dem ungesunden Wettbewerb im Schiffsbau rin Ende macht, und schlug vor, in Ergänzung deS gegenwärtigen Bauprogrammes bis März 1914, 10 Dreadnoughts, 18 Kreuzer 2. Klaffe, 18 Kreuzer zum Schutze des Handel«, 24 Aufkläruugskrenzrr, 4 Schwimm- docks und 52 Torpedobootszerstörer zu bauen, ferner eine Kohlenreserve zu schaffen zur Auffüllung der verbrauchten Vorräte und btt überseeischen Reparaturwerften in besseren Stand zu setzen. Die Kosten schätzte er auf 55 bis 60 Millionen Pfund Sterling. Als den ernstesten Punkt be- zeichnete Admiral Beresford die Schutzlosigkeit .der Handels­straßen des Reiches. Hoffentlich werde es möglich sein, in dieser Beziehung ein Zusammenwirken des gesamten Reiches herbeizuführen. Bei der Formulierung seines Programms bemerkte Beresford, er werde nichts sagen, war Deutschland reizen könnte, aber er müsse Deutschland erwähnen, wen er zum Vergleiche die nächststärkst« europäisch« Seemacht heran- ziehen müsse. Die deutsche Politik habe in England ernst­hafte Besorgnis wachgerufen, weil man sich natürlich gefragt habe, was sie bezwecke. Fasse man di« deutsche Küste und den deutschen Seehandel im Vergleich mit dem britischen ins Auge, so erscheinen diese Besorgnisse in gewissem Grunde berechtigt. Als Deutschland sein Flottenprogramm von IW« aufstellte, habe ein großer Teil des englischen Volkes gemtlut, es würd« nicht ausgeführt werden, aber c8 sei auSgesu^ worden, was ja auch Deutschland« Sach« sei und mch Sache Englands. Bedauerlich sei, daß England sich lelvst demütige, indem es Deutschland bitte, darin nicht sortzu- fahren, weil England sein Geld für soziale Reformen brauche.

Die Reise des russischen Kaisers. Die Hofkresse halten es für wahrscheinlich, daß die Kaiserin ihren Gemahl auf derber,« nach Frankreich und England nicht begleiten werde. ' gegen gilt als sicher, daß Iswolski sich tm Gefolge bet Kaisers Nikolaus befinden wird. m .

Russtsch-Dinnländische Kommission. ^ Peters­burg, 29. Juni, wird gemeldet: Heute trat die nrsfisch-sin ländische Kommission, die die Aufgabe hat, die stmuändNche Lokalgesetzgebung und die Reichsgesetzgebung abzugrenzen, zu ihrer ersten Sitzung zusammen. ReichSratSmitglied Charitonow eröffnete die Sitzung mit einer Rede, in der er daram bin* wies, daß in Anbetracht der in den letzten Jahren verän­derten legislativen Ordnung im Reiche jetzt eine Neuordnung der russisch-finnischen legislativen Beziehungen unumgänglich notwendig sei. DaS finnländische Mitglied Erzbischof Jo- bannten antwortete in finnischer Sprache und erklärte, das finnische Volk schätze nächst dem Evangelium am höchsten feine Konstitution. Er sprach die Voraussetzung aus, daß bei der Veränderung der finnländischen Gesetze die Grund­gesetze Finnlands, seine Konstitution, nicht verletzt werd«« würden. Im Namen der russischen Mitgliedes wie- das ReichSratSmitglied Dietrich darauf hin, daß dem russische Grundgesetze zufolge Finnland ein untrennbarer Teil Ruß,

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