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Hanauer K Anzeiger

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vintchihrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für et* nänige AbormvUrn mit dem betrefsmden Pastausschl«-.

Die dRjrine Nummer kostet 10 Pfg.

ReUtitalknii nab Verleg der Buchdrucker« de» »««i«, ev. Waisenhauses in Hanau.

Gkllkral-Ailzeiger

Amtlichts Agm für Stadt- und FMrtès Saam.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die f^"fz«spa^me Pef»sâeise oder deren Slama tt Pfg. «R a^ft<fiMf<( die Arile 36 Pfg.

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Fernsprechanschlutz Nr. 605

Mittwoch den 30. Juni

Fernsprechanschlntz Nr. 605

1909

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bei den am 1. Juli d. Js. ins Leben tretenden Konigl. Polizeiverwaltungen in Bochum und Gelsenkirchen ist noch eine größere Zahl von etatsmäßigen Schutzmannsstellen zu besetzen.

Der Herr Minister des Innern hat auf besonderen An« trag die Einstellung von Hilfsschutzmännern aus der Zahl der inaktiven Unteroffiziere genehmigt.

Für die Hilfsschutzmänner wird eine mindestens vier­jährige aktive Militärdienstzeit, volle körperliche Gesundheit und eine Körpergröße von mindestens 1,65 Meter verlangt. Die Hilfsschutzmänner erlangen keinen Anspruch auf end­gültige Anstellung, können aber bei guter Führung und nach- gewiesever Brauchbarkeit zu geeigneter Zeit als Schutz­männer endgültig in den Staatsdienst übernommen werden. Sie erhalten eine monatlich im voraus zahlbare Remuneration in Höhe des etatsmäßigen Anfangsgehalts und des gesetz­lichen Wohnungsgeldzuschusses, d. h. nach der neuen Be- soldungsorduung jährlich Mk. 1400+360 = 1760; die dienstlichen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände werden geliefert.

Die Bewerbungen, die an die Königlichen Polizei- Verwaltungen in Bochum oder Gelsenkirchen unmittelbar zu richten sind, sind beizufügen:

a) Militärpapiere,

b) polizeiliches Führungszeugnis,

c) amtsärztliches Zeugnis über die körperliche Befähigung zum Polizei-Exekutivdienste, ^selbstgeschriebener Lebenslauf.

-w --»^»W Der Eintritt- tmin nnq- l.^^uli... I 909 nO jederzeit bis zur vollständigen Besetzung der Stellen erfolgen.

Hanau den 26. Juni 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

P 7900 I. V.: v. Baumbach, Reg.-Refr.

Bekanntmachung.

Wir haben beschlossen, hiesige Handwerksmeister und Gehilfen zur Besichtigung der z. Zt. in Wiesbaden stattfindenden Industrie- und Gartenbauausstellung auf Kosten der Stadt zu entsenden und ersuchen Bewerber, sich bis zum 3. Juli d. Js. bei uns zu melden.

Hanau den 23. Juni 1909.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 15233

Llilldwirtschsftllcher KreismeinHmu.

Zu Ehren unseres scheidenden Vorsitzenden, Herrn Polizei­präsidenten Dr. v. Beckerath, beabsichtigt der Landwirt­schaftliche Kreisverein am Mittwoch den 14. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Vereinslokalezum goldenen Löwen" in Hanau eine Abschiedsfeier zu ver­anstalten. Näheres ergeben die bei den Herrn Bürger­meistern aufliegenden Einzeichnungslisten. Die in Hanau wohnenden Vereinsmilglieder können ihre Anmeldungen bei dem Schriftführer Herrn Domänen-Rentmeister Reinhardt bewirken.

Wir bitten unsere Mitglieder um recht zahlreiche Be­teiligung.

15419 Der Vorstand

Gefunden: 1 Hutnadel im Schloßgarten. Abzuholen im Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 29. Juni 1909. 15543

politische Rundschau.

Die preußische Verwaltungsreform. DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" teilt mit: Im Ministerium des Innern trat vorgestern die Jmmediatkommisston zur Vor­bereitung der Verwaltungsreform zu ihrer ersten Sitzung zu­sammen. Staatsminister v. Moltke legte den vollzählig er­schienenen Mitgliedern den Arbeitsplan der Kommission in großen Zügen dar, woran sich eine längere Besprechung knüpfte." Es wurde beschlossen, Ausschüsse zu bilden, und zwar je einen für die Vereinfachung des Geschäftsbetriebes bei den Behörden der inneren Verwaltung, die Reform der SckulverwaUung, die Reform der landwirtschaftlichen und der Landeskulturverwaltung, die Reform der Finanzverwaltung, die Dezentralisation der Dienstgeschäft«, für die Reform des RechtSmittelwksens. Der Ausschuß für die Vereinfachung des Geschäftsbetriebes bei den Verwaltungsbehörden wird

demnächst zuerst in Tätigkeit treten, da für sein Gebiet die Vorarbeiten am weitesten gediehen find. In diesem Aus­schuß sind als Mitglieder ringetreten: Staatsminister Graf von Zedlitz-Trützschler, Oberbürgermeister Dr. Adickes, Lega­tionsrat a. D. Krupp von Bohlen und Halbach, Ober­bürgermeister Dr. Lentze, Regierungspräsident Schreiber. Alsbald nach Beginn ihrer Beratungen hatte die Jmmediat- kommission dem Könige Meldung von ihrem Zusammen­treten erstattet. Darauf traf aus Kiel folgende telegraphische Antwort ein:Ich habe gern Ihre Meldung vom Zu­sammentreten der Jmmediatkommisston zur Vorbereitung der Verivaltungsreform entgegengenommen. Ich hoffe, daß die eben begonnenen Arbeiten zum Segen des Vaterlandes einen guten Verlauf nehmen und eine brauchbare Grundlage für die beabsichtigte wichtige Reform zeitigen werden. Ich ent­biete den Kommissionsmitgliedern dazu meine landesväterlichen Wünsche und Grüße. gez. Wilhelm R."

Die Aussichten der Reichsbeamtenbefoldung. Die Parteien des Reichstages wollen, falls die Finanzreform demnächst zustande kommen sollte, unverzüglich im Anschluß daran die Reichsbeamtenbesoldungsgesetze verabschieden. Gegen­wärtig finden darüber noch zwischen den Parteien und der Reichsregierung Verhandlungen statt, die bezwecken, eine Einigung zwischen der Regierungsforderung von 100 Mill, und den von der Kommission vorläufig beschlossenen 132 Millionen herbeizuführen. Die Regierung will in keinem Falle für die Reichsbeamten höhere Gehälter bewilligen, als sie in Preußen nach der neuen Besoldungsordnung bestehen. Man glaubt aber, daß es doch zu einer Einigung kommen wird.

Hansabttnd und Kanzlerwechsel. Ein Mit­arbeiter desBerl. Lok.-Anz," hatte Gelegenheit den Vor­stand des Hansabundes und Präsidenten des Generalverbandes .üe^. ,,,^ ° ^ßii^f .. MtiÄ.Sftn i ^^ t ^/ >Pcrrji Justizrat Dr. jur. Riesser, über die politische Lage zu be­fragen ; Geheimrat Riesser äußerte sich etwa wie folgt: Wenn ich hier eine Ansicht darlege, so ist es zunächst die­jenige des Privatmannes, nicht aber die des derzeitigen Vor­standes des neu geschaffenen Hansabundes, der lediglich eine wirtschaftliche Vereinigung, nicht aber ein politischer Faktor sein soll. Nach meiner Ansicht ist die politische Lage zurzeit derart kompliziert, daß nach irgend einer bestimmten Richtung hin augenblicklich ein Urteil nicht gefällt werden kann, da man ja überhaupt noch gar nicht weiß, nach welcher Richtung die Verbandlungen geführt werden sollen, zu denen der Reichskanzler offensichtlich entschlossen ist. Bedauerlich ist eS nur, daß anscheinend der Versuch gemacht werden soll, auf der Grundlage eines Verzichtes auf die Erbanfallsteuer zu verhandeln, die meiner persönlichen Ansicht nach für eine gesunde Reichsfinanzreform unentbehrlich ist. Jedenfalls aber dürften diese Verhandlungen den Monat Juli ganz oder wenigstens teilweise ausfüllen, wenn nicht eine Ver­tagung des Reichstags erfolgt. Denn im Fall einer Auflösung des Reichstages, die, falls die Verhand­lungen scheitern, meiner Ansicht nach unerläßlich ist, und die besser schon an Stelle jeder Verhandlungen ge­treten wäre, haben die Neuwahlen binnen 60 Tagen stattzufinden. Es ist also notwendig, daß diese Frist von 60 Tagen von der Mitte oder vom Ende des Juli an zu laufen beginnt, so daß die Neuwahlen Mitte oder Ende September erfolgen könnten. Aus naheliegenden Gründen dürfte es ausgeschlossen sein, daß die Wahlen in die Zeit des Juli oder August fallen. Werden die Neuwahlen recht­zeitig ausgeschrieben, so wird ein Sturm der Begeisterung durch Deutschland gehen, sweit es wenigstens die Kreise von Handel, Gewerbe und Industrie angeht, und diese Be­geisterung dürfte den jetzigen Mehrheitsparteien des Reichs­tages nach meiner festen Ueberzeugung sicherlich nicht zum Vorteil gereichen. Im übrigen hat ja das provisorische Präsidium des Hansabundes seine Ansicht klar und deutlich in dem Telegramm an den Reichskanzler niedergelegt, das kürzlich seinem Wortlaute nach veröffentlicht worden ist. Der Hansabund erblickt in der jetzt geschaffenen Lage eine über­aus schwere Gefahr für Deutschlands Gesamtwohlfahrt. Die Beschlüsse der Reichstagsmehrheit müssen zur Folge haben, daß entweder die zur Sicherung von Deutschlands wirtschaft­licher und politischer Machtstellung unerläßliche Reichsfinanz­reform scheitert, oder daß die Reichsfinanzreform unter einer unerträglichen Schädigung von Gewerbe, Handel und In­dustrie dem Volk aufgezwungen wird. Der Hansabund er­wartet, daß die Verbündeten Regierungen eine einseitige Be­lastung der Mehrheit der deutschen Erwerbsstände nicht zu­lassen und ihren wiederholt öffentlich kundgegebenen Stand­punkt mit allen verfassungsmäßig zu Gebote stehenden Mitteln vertreten und durchsetzen werden."

Der neue Breslauer Polizeipräsident. Der Landrat des Kreises Oberbarnim. Heinrich von Oppen, der 1

Sohn des verstorbenen früheren Breslauer Stadtkommandanten, wurde zum Breslauer Polizeipräsidenten ernannt.

Das Abkommen zwischen Deutschland und Dänemark betreffend den gegenseitigen Schutz der Muster und Modell« ist dem Reichstage zugegangen. Nach dem Ab­kommen soll der Schutz der Muster und Modelle in beiden Staaten unabhängig davon gewährt werden, ob die Aus­führung oder Nachbildung des Musters oder Modells in dem Gebiete deS einen oder des anderen Teiles erfolgt. Dem­gemäß soll auch die Einfuhr einer in dem Gebiete deS einen Teils hergestellten Ware in daS Gebiet des anderen Teiles in dem letzteren den Verlust des auf Grund eines Muster« oder Modells für die Ware gewährten Schutzrechts nicht zur Folge haben. Bisher ging der deutsche Urheber seines Muster­schutzes in Dänemark verlustig, wenn er den geschützten Gegenstand dort nicht einführte.

Die Ostmarkensahrt süddeutscher Parlamen. tarier und Journalisten hat auch durch den süd- deutschen demokratischen Reichstagsabgeordneten Storz-Heiden- heim, der selbst an der Fahrt teilnahm, im Stuttgarter Neuen Tageblatt" eine kritische Würdigung gefunden. Storz schildert die wertvollen Eindrücke und faßt dann sein Urteil über die preußischen Ostmarkenpolitik in folgenden Sätzen zusammen:Jeder Deutsche, der wünscht, daß die ReichS- grenzen nicht zurückgesteckt werden, muß den Entschluß der preußischen Regierung, das Deutschtum in den Ostmarken zu erhalten und zu stärken, begrüßen. Gerade vom Standpunkte des Liberalismus aus hat man allen Grund, die derzeitige preußische Ansiedlungspolitik zu unterstützen. Die freisinnigen Abgeordneten, die für den viel angefochtenen Sprachen- Paragraphen zum Vereinsgesetz stimmten, haben gut daran getan. Nicht eine Germanifierung der Polen, wohl aber ein Verständnis der Polen für deutsche Kultur und deutsch« Sprache kann und soll erreicht werden. Dann wird all­mählich auch das großpolnisch« Phantom, das dem Frieden gefährlich ist, verschwinden."

Dr. Halle f. Der bis vor kurzem im Reichsschatzamt tätig gewesene Geheime Admiralitätsrat Prof. Dr. v. Hall» ist in Berlin gestorben.

Die französische Kammer ernannte die Kommission für das Budget für das Jahr 1910. Die neue Kommission ist fast ausnahmslos gegen die neuen, vom Finanzminister Caillaux vorgeschlagenen Steuern.

Vor einem Bergarbeiterstreik in Südwales t Nach einer Meldung des Daily Telegraph fand gestern in Cardiff eine Sonderkonferenz von Delegierten aller Distrikt« des vom Bergarbeiterverband von SüdwaleS abhängigen Grabenbezirks statt. Ihr Verlauf ließ die Lage noch schwieriger erscheinen alS bisher, da eine Arbeitsniederlegung jetzt allgemein all unvermeidlich betrachtet wird. D«r Parlamentsabgeordnete Abraham, der den Vorfitz führte, gab der Ansicht Ausdruck, er könn« wohl einen Weg zur Lösung der Schwierigkeiten gefunden werden; wenn aber ein Bruch eintreten sollte, so wäre es ein Irrtum, anzunehmen, daß er nur von kurzer Dauer sein werde. ES würde im Gegenteil einer der längsten und hartnäckigsten ArbritSkämpfe der Ge­schichte werden.

Kreta und die Türkei. Die Pforte richtete vor­gestern an ihre Botschafter eine Zirkularnote, von der allen hiesigen Botschaftern eine Abschrift übergeben worden ist. Die Pforte erklärt, sie haben den Eindruck, daß die Schutz­mächte die letztens den Kretern gemachten Konzesfionen all wohlerworbenes Recht betrachten wollten, während die Pforte immer energisch dagegen protestiert habe, weil diese Kon­zessionen eine offene Verletzung ihrer Souveränität bildeten. Die Pforte müsse auf ihrem Standpunkt bestehen und hoffe, daß die Schutzmächte bei dm Verhandlur ^«i die zur Fest­stellung der Form der der Insel zu gewähimtden Autonomie geführt werden sollten, die oben erwähnten Konzesfionen nicht beachten würden. Die Pforte bemerkt weiter, fie sei unter dem Druck der öffentlichen Meinung und der Kammer, die wegen der fortgesetzten Verletzungen ihrer Rechte erbittert seien, entschlossen, die Rechte der Türkei auf Kreta zu be­haupten. Wenn die Schutzmächte auf dem Beschluß bestünden, den sie gefaßt zu haben schienen, werde das Prestige des neuen türkischen Regimes, das noch auf die wohlwollende Mitwirkung der Großmächte rechne, merklich leiden. Schließ­lich fordert die Note die Botschafter auf, ihre patriotischen Bemühungen darauf zu richten, den Kabine:tm zum Bewußt­sein zu bringen, daß dir Pforte unbedingt genötigt sei, jeden Vorschlag abzuweisen, der Griechenland gestatten würde, sei es auch indirekt, an den kretischen Angelegenheiten teilzu­nehmen.

Der verschwundene Castro. Daily Expreß wird aus Paris gemeldet, daß die dortigen Behörden zahllose An­fragen nach dem Aufenthaltsort Castros erhalten haben, nute*