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^»tân, druck und Verlag da Vuchdruckeret b» «» Waisochaus« in Hanau.

General-Anzeigtr

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 144

Fernsprechanschlitß Nr. 605

Mittwoch den 23. Juni

Fernfprechanschlutz Nr. 605» 1909

Amtliches.

Landkreis F)anau.

Unter den Schweinen in Marköbel ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 21. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3542 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Das Volksbad am Main wird am 27. d. Mts., von 1 bis 4 Uhr nachmittags, für jede Benutzung geschlossen.

Hanau den 17. Juni 1909.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 15145

Handelsregister.

Kollektivgesellschaft nach schweizerischem Rechte in Firma:

Nicolay & Co.

Hauptniederlassung in Zürich. Zweigniederlassung in Hanau. Inhaber:

Rudolf Nicolay in Frankfurt a. M. und

D r. Adolf Hommel in Zürich.

Die Zweigniederlassung in Hanau und die den Kauf­leuten :

Emil Leuthold in Hanau und

Friedrich Gerth van Wyk in Hanau sür-.die Zweigniederlassung in Hanau erteilten Prokuren sind erloschen.

Hanau den 17. Juni 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 15109

Politische Rundschau.

Die Verabschiedung der preußischen Lehrer- besoldUttgsvorlage hat den Vorsitzenden der Delegierten­konferenz der Provinzialvereine akademisch gebildeter Lehrer Preußens veranlaßt, dem Reichskanzler vor allem wegen der erwirkten Gleichstellung der Oberlehrer mit den Amts- nnd Landrichtern seinen besonderen Dank schriftlich auszu­sprechen. Hierauf hat Fürst Bülow u. a. geantwortet: Daß meine Bemühungen für die Erfüllung berechtigter Wünsche des höheren Lehrerstandes, über die wir uns vor zwei Jahren unterhielten, nicht erfolglos sind, erfüllt mich mit lebhafter Genugtuung. Regierung und Landtag des preußischen Staates

Der oberhessische Bonernaufstand.

-r. Am 24. Juni sind es 100 Jahre, daß Bauernscharen aus dem kurhessischen Oberhessen in Marburg den vergeb- lichen Versuch machten, die Franzosen zum Land hinauszu­jagen. Man nennt diese Erhebung zum Unterschied von dem einige Zeit vorher mißglückten Dörnberg'schen Aufstand in Niederhessen den Emmerich-Ausstand. Die Seele desselben war nämlich der damals in Marburg weilende 75jährige ehemalige Oberst Andreas Emmerich auS Kilianstädten, ein alter Haudegen aus dem siebenjährigen Krieg: ferner ein Freund Dörnbergs, der Marburger Professor der Medizin Johann Friedrich Sternberg. Ins Vertrauen gezogene ehe­malige kurhessische Soldaten aus den Nachbarorten waren schon lange vorher von Dorf zu Dorf gezogen und hatten für die Volkserhebung Stimmung gemacht. Emmerich selbst hatte dies jeder Vorsicht spottend getan; die französischen Beamten und Offiziere in Marburg lag damals eine log. Präfekturgarde und ein kleines westfälische^ ^ommanbo hatten den Greis jedoch nie ernst genommen. «m 23. Ium versammelten sich in dem vor Marburgs Tor-en nn Westen liegenden Dorfe Ockershaissen wohl an 200 zum Teil be- l ittene, mit allerhand Waffen und Montierungen vmehene Landleute. Kurz nach Mitternacht setzte sich der Haufen in der Richtung nach der Stadt zu in Bewegung. Man über- rumpelte die Torwachen und dann stürmten die Bauern unter dem Geläute der SiurnWocken von ^wei Seiten aus durch hin maen Gassen m die Stadt ein. In der Rahe des Rathauses leistete die rasch alarmierte französische Garnison le.ch en Widerstand und floh dann, indem sie die be­rittenen Bauernburschen für Kavallerie gelten, ^an^der anderen Seite zur Stadt hinaus, wo s 1 - gtabt straße nach Cölbe zu wieder sammelten. Winkel wohnenden französischen Beamten hatten *' verkrochen. Während nun die Huem, ch^ rückte der Kommandeur der iranâoft|djen ^ die der sich mittlerweile genau erkundig: tja >J Aufrührer durch Stadt ein und trieb auf dem Markte

einige Salven auseinander, während der alte Ober,. Ammern.)

haben durch die dem höheren Lehrerstande in der neuen Be­soldungsordnung zugewiestne Stellung ihrer hohen Meinung von seiner Bedentung für unser nationales Leben einen deutlichen Ausdruck verliehen. Ich bin gewiß, daß dies Ihre Berufsgenossen bestärken wird in ihrer bewährten Hingebung an ihr schönes Amt und an ihre heilige Aufgabe, in den Herzen der ihnen anvertrauten Jugend Reinheit der Ge­sinnung und Begeisterung für unser Vaterland zu wecken und zu stärken.

BefoldUttgsvorlage. Eine Subkommission der Budget­kommission des Reichstages hat sich mit der Reichsbeamten- Besoldungsvorlage beschäftigt. Nachdem sie noch weitere 32 Millionen für Beamtenaufbesserungen über die Vorschläge der Regierungsvorlage hinaus bewilligt. hatte, hat sie sich auf acht Tage vertagt, offenbar, um zunächst in weitere Verbandlungen mit der Regierung einzutreten.

Die Wirren in Persien. Infolge der Gerüchte, daß die Bachtiaren auf Kum losrücken und die kaukasischen Fidèis in Talagan eingetroffen sind, herrscht in der Residenz große Gärung. Die Agitation gegen die englisch-russische Kontrolle und gegen die Einführung russischer Truppen in Persien nimmt zu. Der englische Konsul in Jspahan erhielt die Anweisung, sich zu den Bachtiaren zu begeben und sie zur Rückkehr zu bewegen.

Die Lage in Marokko. Nach Meldungen vom 18. Juni aus Fez wird die Umgebung der Stadt noch immer durch Streifzüge El RoghiS heimgesucht. El Bagdadi wird in Fez auS Sofru mit Truppen erwartet und soll daS Kommando über die Mahalla gegen El Roghi erhalten.

Die Vorgänge in Samoa. DieNordd. Allgem. Zeitung" veröffentlicht einen sehr umfangreichen Auszug auS dem vom Gouverneur Dr. Solf erstatteten ausführlichen Bericht über die Vorgänge in Samoa. Hiernach waren die Ursachen der aufrührerischen Bewegung einerseits die Frage nach der Nachfolgeschaft in dem Posten des Alii-Sili (höchster Häuptling), Mataafa, der die Eifersucht der verschiedenen Kandidaten erregte und eine natürliche Beunruhigung in den samoanischen Gemütern hervorrief, andererseits der Umstand, daß die Herrschaft der Sprecherhäuptlinge Tumua und Pula, der KönigSmacher und eigentlichen Herrscher über bit samoanischen Inseln, seit Jahrzehnten die Ursache nie auf­hörender Kriege und Feindseligkeiten unter den großen Häuptlingsfamilien deS Landes, vom Gouverneur wegen ihrer Schädlichkeit für die friedliche Entwicklung des Landes im Jahre 1905 gestürzt und durch eine europäischen Vrr- waltungsgepflogenheiten angepaßte Regierungsform ersetzt worden war. Die von dem Sprecherhäuptling Lavati von Sawai tingeleitete, mit geradezu genialer rednerischer Be­gabung betriebene Bewegung zielte nur darauf ab, bit Herr­schaft von Fumua und Pula wieder aufleben zu lassen. Der Bericht des Gouvernements schildert den Verlauf der ganzen

und eine ganze Anzahl seiner bekanntesten Anhänger in Ge­fangenschaft gerieten. Zwei Tage später trafen von Hanau aus große Massen französischer Infanterie, Kavallerie und Artillerie in Marburg ein und jetzt begannen die Verhaftungen. Wer sich nur einigermaßen verdächtig oder bei den Beamten mißliebig gemacht hatte, wurde festgenommen und nach Cassel geschafft. Sogar dem damals krank zu Bette liegenden Professor Sternberg erging es nicht besser. WaS nun folgte, ist ja bekannt. Auf dem Forst in Cassel hauchte in der Frühe des 18. Juli der alte Oberst Emmerich von fran- zösischen Kugeln getroffen, sein Leben aus. Ohne Binde vor den Augen, seine mächtige Bernsteinpfeife schmauchend, hatte er furchtlos dem Tode ins Auge geschaut. Am anderen Tage traf Sternberg und andere brave Hessen dasselbe Los. An den alten Helden Andreas Emmerich erinnert in Marburg eine Marmortafel, die an dem Hause Barfüßerstraße 12 neben dem Fürstenhaus (jetzt Bierhalle zur Stadt Frankfurt), wo er lange Jahre gewohnt hat, vor einigen Jahren von alten in Marburg wohnenden Offizieren gestiftet wurde.

Kunst und £eben.

Auch das gesunde Auge verloren Ein bereits auf einem Auge erblindeter Knabe spielte in Magdeburg auf der Straße mit einem Kindergewehr. Durch einen unglücklichen Zufall drang dem Jungen das Geschoß in das gesunde Auge, daS nun auch verloren ging.

Eine eigenartige leytwillige Verfügung hat der vor elf Jahren in Kiel zugewanderte Adam Scheidt ge­troffen, der sich als Hausierer ein kleines Vermögen von 2000 Mark erworben hat, vor 14 Tagen erkrankte und auf dem Sterbebette verfügte, daß ihn 50 in den Kieler Herbergen anwesende Handmerksburschen zu Grabe geleiten möchten. Dafür sollte jeder ein Mittagessen, ein Abendessen, eine Schlafmarke sowie am nächsten Morgen ein Kaffeefrühstück und eine Mark in bar erhalten. Gestern fand das Leichen­begängnis statt bei dem 50 reisende Handwerks burschen dem ehemaligen Kollegen das letzte Geleit gaben.

Berliner Volksschülcrinnen sollten über das Thema Das Ideal meiner Zukunstspläne" (?) schreiben. Von

Bewegung in allen Einzelheiten und bemerkt, daß bei Eintreffen der durch Kabel erbetenen Kriegsschiffe die Gefahr auf ihren Höhepunkt gestiegen war und der geringfügigste Anlaß eine Katastrophe herbeiführen konnte. Zum Schluff« des Berichts heißt eS: Mit der Entfernung Lavati» aus Samoa ist ein bedeutsamer Schritt für die friedliche Weiter­entwicklung des Schutzgebiete« getan und Sicherheit für Leben und Eigentum der weißen Ansiedler gewährleistet. Schwierig bleibt die Lage aber für die Eingeborenen im Hinblick auf bit Lösung der Alii-Sili-Frage. E« wird daher erforderlich sein, auch weiterhin einen Kreuzer in den samoanischen Ge» wässern zu stationieren.

Die Aretafrag».

London, 22. Juni. Im Unterhaus richtete Lynch (liberal) die Frage an die Regierung, ob von der türkische» Regierung ein Ersuchen um Aufschiebung der Zurückziehung der britischen Truppen auS Kreta ringegangen sei und ob mit Rücksicht auf Verwicklungen, bit einer Zurückziehung bet Truppen möglicherweise folgen könnten, die Regierung ihr« Entscheidung einer nochmaligen Erwägung zu unterziehen ge­neigt sei. In Vertretung deS Staatssekretärs Grey erwiderte der Sekretär im Schatzamt«, Pease, er könne den ersten Teil der Anfrage bejahen. Was den zweiten Teil anlange, fe glaub« bit Regierung nicht, daß eS gerechtfertigt wäre, von dem dem Volke der Kreter vor mehr als einem Jahr ge­gebenen Versprechen abzuweichen. Die Regierung sehe keinen Grund, ihre damals getroffene Entscheidung zu ändern, da die Bestimmungen betreffend Aufrechterhaltung der Ordnung erfüllt worden seien. ES sei beabsichtigt, GtationSschiffe in den kretischen Gewässern zu belassen, um die türkische Flagge zu sichern, die Ordnung aufrechtzuerhalten und die auf der Insel lebenden Mohammedaner zu schützen.

Paris, 22. Juni. Einer anscheinend offiziösen Blättir» Meldung zufolge haben die türkischen Botschafter in Paris, London, Petersburg und Rom angesichts drS Umstandes, daß die Schutzmächt« trotz dem von der Pforte an sie gestellten Ansuchen Kreta räumen wollen, bit Weisung erhalten, Ver­handlungen über die Frage der kretensischen Autonomie an­zubahnen, vorausgesetzt natürlich, daß bit türkische Souveränität nicht bestritten werde.

Konstantinopel, 22. Juni. Die Meldung von der Absendung der türkischen Zirkularnot« über die Kretafrag« bestätigt sich. Dia Not« wird auch dem Berliner und Wiener Kabinett mitgeteilt.

Parlamentarisches.

Die Erbschaftssteuer in der ^inanzkommisston.

mb. Berlin, 22. Juni. Auf Grund der Vereinbarung deS Seniorenkonvents, wonach in der zweiten Lesung im

fünfzig hielten nur fünf bit Heirat für das Ideal eine« jungen Mädchens, alle anderen betonten bit Herrlichkeit der Freiheit und Selbständigkeit und wollen sich kaufmännischen und gewerblichen Berufen widmen.

Sport.

Cuxhaven, 22. Juni. D«r Kaiser siedelte heute vor­mittag von derUprianga" auf dieHohenzollern" über und begab sich alsbald an Bord deSMeteor". Um 12 Uhr begann bei gutem Segelwind und schönem Wetter die Segel­wettfahrt des Norddeutschen Regattavereins auf der Unterelbe. In Klasse I startete zum ersten Male der neueMeteor" mit dem Kaiser an Bord: gemeldet sind 11 Boote.

Cuxhaven, 22. Juni. Di« heutige Segelwittfahrt des Norddeutschen RegattavereinS auf der Unterelbe hatte folgendes Ergebnis: A 1. Klasse, Ehrenpreis der freien Hansestadt Hamburg: erste JachtHamburg". Die KaiserjachtMeteor" ging 1 Minute 57 Sekunden hinter derHamburg" durchs Ziel. A 2. Klasse, Klassenpreise :Susanne", die allein durchs Ziel ging; 15 Meterklasse, Klassenpreis und Herausforderungs- Preis des Kaisers, sowie als Extrapreis den Alfred Nayser- Erinnerungspreis : ersteAlice" ; 10 Mettrklaffe, Klassenpreis; Midgard", die allein durchs Ziel ging; 6 Meterklaffe, erster Preis:Doll 3", zweiter PreisWoge 3".

Cuxhaven, 22. Juni. Der Kaiser begab sich heute abend in Begleitung des Generaldirektors Ballin an Bord des Dampfers der Haniburg-Amerika-LinieDeutschland", der bei Altenbruch vor Anker lag. Der Kaiser nahm hier die PreiS- verteilung für die heutige Regatta vor und nahm dann an dem Festmahl teil. Rechts vom Kaiser saßen zunächst bet Präsident des Hamburger Senats Bürgermeister Dr. Burchard und Generaloberst v. Plessen, links Generaldirektor Ballin

Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, gegenüber Herr Schinkel, Herr Adolf Burmester und der kommandierende General Freiherr v V.etmghoff. Während der Tafel brachte Bürgermeister Dr Burchard in längerer Rede das Hoch aus den Kaiser aus. Der Kaiser erwiderte mit einer Rede die am« dââ Hamburg llnbi. Hambm,.