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M«MjâhrIich 1,80 Mk^ nmnatiich 60 Psg., für m* Bbtigi Nbsnne«t«n mit bem L«tteff«dm Psstauftchl«^ Di« einzeln« Numm« £»ütt 10 Psg.

»tati»«»i>ruck und Verlag der Buchdruckeni bd verein. » Waisenhauses in Hanau.

Geveraè-Anzeègtr

Amtlichrs ®rgan für Mt- an! FMKttis gern.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage»

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Ul'. 143 Fer«sprechanschlusz Nr. 605.

Dienstag den 22. Juni

Ker»spr«ch-»I<I,lub Nr. 605. 1909

Hierzu

Amtliche Beilage Nv» 7".

Amtliches.

Nachdem Se. Mas. der Kaiser und König die Gnade gehabt haben, mich zum Polizei-Präsidenten in Hannover zu ernennen, habe ich heute mein bisheriges Amt niedergelegt.

In den sieben Jahren, während denen eS mir vergönnt war, die Verwaltung des Landkreises und der Königl. Polizei-Direktion zu führen, habe ich sowohl bei Behörden und Beamten als auch bei der Bevölkerung in Stadt und Land soviel freundliches Entgegenkommen und bereitwillige Mitarbeit gefunden, daß es mich drängt, den Gefühlen meines wärmsten Dankes hier öffentlich Ausdruck zu geben.

Ich scheide mit den besten Segenswünschen für die Zu­kunft des mir lieb gewordenen Hanauer Landes und der Bitte, mir ein freundliches Andenken bewahren zu wollen.

Hanau den 21. Juni 1909.

v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau.

Zwecks Ausführung von Neupflasterungsarbeiten wird die Nordstratze zwischen Eberhard- und Bogenstraße vom 28. d. Mts. ab auf weitere vier Woche« für den duMgehede« FMMâdr gesperrt.

Hanau den 19. Juni 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

P 7641 v. Beckerath.

Gefunden: 1 Pferdedecke auf dem Wochenmarkt, 1 Gesangbuch im Schloßgarten, 1 Schlüssel auf dem Fried­hof. Abzuholen im Geschäftszimmer der Armenverwaltung. Hanau den 21. Juni 1907.15043

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 schwarzes Handtäschchen (Inhalt: weißes Taschentuch, Portemonnaie und Rosenkranz), 1 Visitenkartentäschchen mit Visitenkarten für Ludwig Hirsch, 1 blauer Pompadour mit weißer Spitze und weißem Taschen­tuch (gez. E. K.). , .

Verloren: 1 schwarzer Federboa (in der Kastamen- allee), 1 goldene Damenuhr mit Kettchen (in Wilhelmsbad). Zugelaufen: 1 schwarzer Spitz mit weißer Brust, w. Gefchl.

Hanau den 22. Juni 1909.

Politische Rundschau.

Tex Kaiser hat auf ein vom Deutsch-Russischen Verein, der am Tage der Zusammenkunft mit dem Kaiser von Ruß­land am 17. d. Mts. seine elfte Generalversammlung abhlelt, abgesandtes Huldigungstelegramm folgendes antworten lassen. Se. Majestät der Kaiser und König lassen für das Huldi- gungstelegramm des Deutsch-Russischen Vereins zur Wege der gegenseitigen Handelsbeziehungen, das ihm bei der Ru - kehr auf hoher See zugegangen, bestens danken. L-e. Maze ta sind der Zuversicht, daß seine Begegnung mit Sr. Majestät dem Kaistr von Rußland wie der Wahrung des Friedens so auch der Festigung der freundlichen Beziehungen und des Handelsverkehrs förderlich sein wird. Staatssekretär Frhr. o. Schoen." Um 3V* Uhr kehrte der Datier aus die Ypiranga" zurück; diese machte los und verließ um 4 Uhr b%ÄX in Hamburg. . Der Kaiser traf am Montag vormittag 10 Uhr zur Besichtigung er Hugo Vogelschen ' Wandgemälde im Hamburger Rathause e^ Empfangen und geleitet wurde der Kaistr vom Burgt me'ster Dr. Burchard und anderen MUgk b-rn des Ham burgischeii Senats, sowie von Professor Vogel. Die Kaiserin besuchle voniuttags den Hagenbeckschen Tierpark und das Rauhe Haus und reiste nachmittags 1 Uhr vom ^amnithor- Bahnhöfe mittelst Sonderzuges nach Berlin gui.

Das -rubiläum des Großadmirals. In K.el st anläßlich KW Dienstjubilâums des Köster die Stadt beflaggt. Militärkapellen ,^âch Jubilar eine Morgenmusik dar. Prinz Hcuin ) die Glückwünsche des Seeoifizierkorps. Berlin

. Zur Sagt der R-ichMn-M«-"«- ^*X wird derKöln. Ztg." gemeldet. Jnneryaw +

wird aufs lebhafteste über die Stellungnahme verhandelt, die man gegenüber den einzelnen Entwürfen für die Finanz- reform einzunehmen hat. Bei manchen Parteien handelt es sich dabei vorwiegend um taktische Erwägungen, doch kann die ganze Lage nur dahin gekennzeichnet werden, daß Ent­schließungen noch nicht vorliegen. Innerhalb der konser­vativen Fraktion hat sich bei den Besprechungen heraus­gestellt, daß mehrere Abgeordnete nicht geneigt sind, sich der Haltung der Partei in Sachen der Erbanfallsteuer anzu­schließen. Teils werden dafür sachliche Bedenken geltend ge­macht, teils ist auch erklärt worden, daß eine Ablehnung der Erbbesteuerung in solchen Kreisen nicht verstanden werden würde, in denen das bäuerliche Element überwiegt. Dieses habe erkannt, daß bei dèr Erbbesteuerung die kleinern Ver­mögen freigelassen würden, und es werde daher schwerfallen, ihnen gegenüber eine Weigerung zu begründen, die nur durch den Wunsch, die großen Vermögen zu schonen, verständlich wäre. Was in den Kreisen des Zentrums getan und ge­plant wird, ist mit Sicherheit nicht festzustellen. Im ganzen und großen scheinen die Leiter der Partei einer gewissen Nachgiebigkeit insofern nicht abgeneigt zu sein, als diese nach zwei Seiten hin begrenzt wird. Sie möchten auf der einen Seite die Reformgesetze so gestalten, daß die Konservativen bei ihnen noch mitgehen können, auf der andern aber so, daß das Gesamtergebnis der Reform eine solche Gestalt ge­winnen soll, daß der Bundesrat ihm schließlich, da eine anderweitige Beschaffung des Geldes dann unmöglich wäre, seine Zustimmung nicht verweigern könne. Dabei rechnet man wohlverstanden mit dem Bundesrat und nicht mit dem Fürsten Bülow, von dem man annimmt, daß er angesichts eines solchen Ergebnisses zurücktreten werde. Es scheint ins­besondere, daß man Ich vielleicht auf die Annahme der Erb- anfallsteuer einlassen würde, nachdem man sie vorher der­artig abgeschwächt hat, daß ihr Betrag statt 50 bis 60 Millionen nur noch die Hälfte erbrächte. Dm Fehlbetrag würde man dann durch Erhöhung des Effektenstempels und anderer die Börse und den Verkehr belastender Steuern auf­zubringen suchen. Auf das Kotierungsgesetz scheint man, wenn es nicht anders ginge, verzichten oder es abschwâchen zu wollen. Auf diese Weise würde man ein doppeltes Ziel erreichen: Man würde es einmal den Liberalen unmöglich machen, für die Reform zu stimmen und sie dadurch als fruchtlose Verneiner hinstellen und anderseits den Reichs­kanzler stürzen. Solche Pläne haben, so weit ich unter­richtet bin, die offizielle Zustimmung der Partei noch nicht gefunden, sie find auch vielleicht in der Partei offiziell noch garnicht behandelt worden, sondern nur Gegenstand privaten Gedankenaustausches zwischen einzelnen Zentrumsabgeordneten gewesen.

Die Reichstagsneuwahl im Wahlkreis Stoll» berg-Schneeberg. Aus dem Wahlkreis Stollberg-Schnee­berg, dessen Reichstagsmandat durch den Tod des Abge­ordneten Goldstein erledigt ist, wird geschrieben: Der Ver­band der nationalliberalen Vereine des 19. Reichstagswahl­kreises (Stollberg-Schneeberg) hielt am Sonntag unter dem Vorsitze des nationalliberalen Wahlkreisobmanns, Rechts­anwalts Germann-Schneeberg in Lößnitz i. Erzgeb., eine stark besuchte Delegierten-V«rsammlung ab. Es wurde u. a. auf Antrag des Vororts Schneeberg beschlossen, mit dem Aus­schuß der reichstreuen Vereine im Wahlkreise wegen ge­meinsamer Aufstellung eines Reichstagskandidaten zu ver­handeln.

Dr. Paul Langerhans t- Der frühere Berliner Stadtverordnetenvorsteher Dr. Paul Langerhans, ehemaliges Mitglied des Reichstages und des preußischen Abgeordneten­hauses, ist gestern früh in Berlin gestorben.

Genossenschaftswesen. Dem Verband süddeutscher Konsumvereine gehörten am Schluß seines 43. Geschäfts­jahres 243 Konsumvereine an (1907 : 208 Vereine) gegen das vorige Jahr 35 Vereine mehr. Die Zahl der Mit­glieder betrug am 31. Dezember 1908 198 261 (1907 176 122), mithin ein Mehr von 22 239 Mitgliedern. Der Gesamtumsatz betrug 1908 54 657 202 Mark (1907 48 003 747 Mark). Der Bruttoertrag ergab 8 911 295 Mark (1907 7 810 111 Mk.). Die Gesamtgeschäftsunkosten einschließlich der Abschreibungen von 337 665 Mk. betragen 5 206 489 Mk. (1907 4 377 698 Mk.). Die Erübrigung betrug 3 704 806 Mark (1907 3 432 413 Mark), davon wurde an die Mitglieder 3 363 433 Mk. rückvergütet (1907 3 071 263 Mk.), während 241 360 Mk. den Reserven und anderen Fonds überwiesen und 52 418 Mark auf neue Rechnung vorgetragen wurden. Von 42 Vereinen wird Eigenproduktion betrieben mit einem Verkaufserlös von 6 659 299 Mk. (1907 40 Vereine mit 5 400 520 Mark). Die Mitglieder sind in fünf Hauptbern^zweige eingeteilt: 1. Selbständige Gewerbetreibende 14 264 (1907 12 983); I

2. Selbständige Landwirte 4177 (1907 3492); 3. Ange­hörige der freien Berufe, Staats- und Gemeindebeamte 18 860 (1907 17 257); 4. Gegen Gehalt oder Lohn be« schäftigte Personen a) in gewerblichen Betrieben 148 841 (1907 131 256), b) in landwirtschaftlichen Betrieben 2775 (1907 1802); 5. Personen ohne bestimmten Beruf 9844 (1907 9202). Wie diese Zahlen ergeben, so schreitet bie Entwicklung der Konsumvereine trotz der wirtschaftlichen Krise stetig voran.

Dio neue Steuervorlage in Frankreich. Neber die vom Finanzminister Caillaux geplanten neuen Steuer« werden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt : Die neben der bereits bestehenden Erbanfallsteuer einzuführende Steuerge« bühr auf das reine Erbschaftsaktivum beträgt bei Erbschaften bis 10 000 Francs 6/ioo Prozent, von 10 bis 50 000 Franes i/io Prozent und steigt sodann bei Erbschaften von über 50 000 bis über 50 Millionen von w/ioo bis 2 Prozent. Ueberdies wird u. a. beantragt eine Stempelsteuer von 5 Cents für Quittungen über 10 Franes, steigend bis zu 2 Francs, eine Verbrauchssteuer auf alle Essenzen für Auto­mobilwagen von 5 Francs per Hektoliter, die Erhöhung der Plakatsteuer, eine Stempelsteuer auf französische Kolonial­anleihen und eine staatliche Hundesteuer mit einer Skala von 1.50 Francs bis 28 Francs.

König Peter und die Verschwörer. König Peter bot den Hauptverschwörern, dem Exminister, Genzie und dem Obersten Maschin, je 100000 Fr., wenn sie Serbien sofort für ein Jahr verlassen würden. Dieser Angebot ist durch den bekannten schweren Konflikt der Prinzen Georg mit der Verschwörerpartei veranlaßt worden. Zuerst hatte der König den Prinzen zu einer längeren Auslandsreise zu bewegen versucht, und als ihm dies nicht gelang, versuchte er, die Verschwörer zum Nachgeben zu bewegen und deren Führer aus Serbien zu entfernen. Sein Angebot wurde jedoch zu- rückgewiesen, so daß der Kampf der Verschwörerpart«! gegen den Prinzen Georg fortgesetzt wird.

Ein unzufriedener Präsident. Wie aus Colo« gemeldet wird, hat der nach Europa abgefahrene Präsident Repes auf die Präsidentschaft verzichtet. Er wird jedoch zur Tagung des Kongresses am 20. Juli zurückkehren, um sein» Verzichtleistung zu unterbreiten, welche auf die Unpopularität ReyeS wegen seiner Unterstützung deS Vertrages zwischen Panama, Kolombien und den Vereinigten Staaten zurück­geführt wird.

17. Tam des Bundes Teutscher Saßwick.

(Unber. Nachdr. Verb.) 8 & EL Darmstadt, 20. Juni.

Nachdem soeben in Kiel der 36. Verbandstag bei Deutschen Gastwirtsverbandes zu Ende gegangen ist, tritt hier in dieser Woche bie zweite große Organisation bei deutschen GastwirtSgewerbes, der Bund Deutscher Gastwirte, zu seiner 17. Bundesversammlung zusammen. Der letz« Bundestag in Köln hatte beschlossen, die Tagung in Darm­stadt abzuhalten, weil in diesem Jahre der Rhein-Main- Verband der Gastwirte die Feier seines 2S jährigen Bestehens feiert. Anläßlich dieser Feier ist eine FachgewerbeauSstellun- für das Gastwirts- und Hoteliergewerb« veranstaltet worden.

Der Großherzog hat daS Ehrenprotektorat über diese Aus­stellung übernommen, die heute in feierlicher Weise eröffnet wurde. Zu der Tagung deS Bundes, der gegen 40 000 Mitglieder zählt, sind eine groß, Anzahl von offiziellen Dele­gierten angemeldet, zumal sich in Darmstadt der Sitz der Wohlfahrtseinrichtungen des Bunde« befindet. Wie in Kiel wird die Versammlung in der Hauptsache bie ©raufteuer» Vorlage und die Art der Abwälzung der neuen Lasten auf das Publikum beschäftigen. Zu Referenten find hierüber be­stellt Kämpf und Treutler (Leipzig). Weitere Punkte der Tagesordnung bilden das Animierkneipenwesen, bie ©in» schränkung der Konzesstonserteilung an Großindustrielle, die Konzessionierung der Pensionen, Speisewirtschaften te^ btt Besprechung der übrigen Steuervorlagen der Regierung und der Reichsversicherunosordnung, die Arbeitsvermittlung int Gastwirtsgewerbe, OrganisationS- und andere Fragen. Neben der Hauptversammlung werden die Generalversamm­lungen der Sterbekasse des Bunde« und der Haftpflichtkaff« einbergehen. Für die Tagung im Jahre 1910 bewerben sich bereits jetzt die Einzelvereine von Stuttgart, Metz und Erfurt.

Wir werden über die Verhandlungen berichten.

Schisssberichte.

(Mitgelellt von Agent Ad. Treusch-Hanau.)

Hamburg, 17. Juni. Der DampferCalabria" vatt der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in St. Thomas und der DampferSpreewald" vorgestern in New-Orleans eingetragen.