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Pg.; Eier, dar Stück 59 Pfg.; Gänsetier, Stück -iS Pfg., Zwiebeln, 1 Pfd. 15 Pfg.; Welschkorn, 1 Pfd. Pfg., Radieschen, Bündel 45 Pf.; Kastanien, Pfd. Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 00 Pfennig; 2. Sorte 00 Pfg., 3. Sorte 00 Pfennig.

Hus Dab und fern,

Mainz, 9. Juni. In der Stadtverordnetenversamm- lung stellte Stadtv. Adelung die Anfrage, ob bekannt sei, daß fich in Mainz eine Gesellschast gegründet habe zum Zwecke der Umgehung der Wertzuwachisteuer und ferner um fich auch der Brsttzwechsrlab-abe zu entziehen. Bis jetzt hätten sich drei solcher Gesellschaften gegründet. Sie feien einge­tragen und würden an Teilhaber Bauplätze abgeben, die aber nicht gegen bar abgegeben würden, sondern der Uebernehmer emeS Platzes würde einfach Teilhaber der Gesellschaft. Durch eine solche Manipulation würd« die Befitzwechselabgabe um­gangen und auch die WertzuwachSsteurr illusorisch. Stadtv'. Dr. Schmitt teilte mit, daß, wir ihm zur Kenntnis gekommen sei; dir Regierung die erforderlichen Schritt« tun werde, um durch derartig« -Manipulationen- di« Kommunen vor Nachteilen zu bewahren. Au4 Anlaß eines besonderen Falles wurde seinerzeit in der Stadtverordnetenversammlung der Antrag gestellt, bei der Vergebung städtischer Arbeiten und Liefe» rungm diejenigen Unternehmer auszuschließen, die daS Koa- IftionSrecht ihrer Angestellten und Arbeiter beeinträchtigen. Das Kaufmannsgericht und die sozialpolitische Deputation, di« sich mit dieser Angelegenheit befaßt hatten, haben jedoch die Annahme diese- Antrag- in dieser Form abgelehnt. 68 sollen nur Unternehmer von den städtischen Arbeiten und Lieferungen ausgeschlossen werden, die in das Koalitions- recht ihrer Angestellten oder Arbeiter ringegriffen haben. Der in dieser Form gestellt« Antrag wurde von der Ver- sammlung mit großer Mehrheit angenommen.

Ei« Erhol««gKha»s für junge Mädchen der erwerbende« Stände wird anfangs Juni in Masten- Hausen bet Arolsen (Waldeck) eröffnet. Auf die-, für den größten Teil der westlichen Provinzen, Rheinland, Westfalen, Hessen und Hannover bestimmte HauS seien alle erholungs- bedürftigen Mädchen sowie Freunde solcher aufmerksam ge­macht. Der Pensionspreis ist sehr gering, er beträgt täglich 1,50 Mk^ bei einem vierwöchigen Aufenthalt nur 40 Mark für _ volle Verpflegung (fünf Mahlzeiten). Auch die Herr­schaften, welche im Sommer längere Zeit verreisen, seien darauf aufmerksam gemacht, daß fich ihnen hier eine gute Gelegenheit bietet, Dienstboten, die nicht nach Hause fahren können, während der Zett ihrer Abwesenheit zu versorgen und ße in dem ErholungshauS unterzubringen. Alle Auskunft und Anmeldungen vermittelt die Hausmutter des Erholung-» Hauses Mastenhausen bei Arolsen in Waldeck, oder das Bureau des Verbandes der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands der daS HauS einrichtet, Berlin N. 4, Tieckstraße 17. Bei der großen Nachfrage, gänzlich unbe­mittelte Erholungsbedürftige aufzunehmen, sind Gaben zur Einrichtung dringend nötiger Freistellen au dieselbe Adreste sehr willkommen und herzlich erbeten.

Hus aller Welt.

Sich selbst fälschlich des Giftmordes bezichtigt hatte das Dienstmädchen Anna Kohl, das zu Anfang dieses Jahres bei dem Drauereibesitzer Saalfeldt in Tangermünde in Stellung war. Das Mädchen erzählte, es habe den im Februar plötzlich verstorbenen Saalfeldt vergiftet. Die Kohl wurde infolgedessen verhaftet. Die Leiche Saalfeldts wurde au-gegraben und die Leichenteile wurden chemisch untersucht, aber keine Begründung dafür gefunden, daß Saalfeldt eines unnatürlichen Todes gestorben sein sollte. Das anscheinend geistesgestörte Mädchen wurde deshalb wieder aus der Haft entlassen.

Ein grauenhafter Selbstmord. Die in München bei einer Benzin» und Gasexplosion ums Leben gekommene Generalswitwe v. Brückner, hat, schwermütig geworden, ihr Ende selbst herbeigeführt, indem ste sich mit Benzin übergoß, es anzündete und gleichzeitig den Hahn des Gaskochers öffnete. Deshalb war die erst 38 jährige Frau auch bereits so stark verkohlt, als man nach der im Hause hörbar ge­wordenen Explosion in die Wohnung drang.

Dodessturz vom Pferde. Auf dem Truppenübungs­platz Posen sind der Hauptmann und Kompaniechef Walter Buchholtz vom 19. Infanterieregiment in Görlitz und der Musikmeister Holke vom 56. Feldartilleric-Regiment in Lissa durch Sturz vom Pferde tödlich verunglückt. Holke hinter­läßt eine Witwe mit fünf unversorgten Kindern.

Kunst und Leben.

Interessante geologische Feststellungen wurden, wie aus Rheinhessen geschrieben wird, gelegentlich der nun­mehr beseitigten Gonsenheimer Wafferkalamität durch Herrn Baurat v. Böhmer über die enorm reiche Wasserzufuhr des Selztal-GruppenwasserwerkS gemacht. Die Geologen ent­deckten einen alten Flußlauf, der vor Unberechenbarer Zeit, vom rechten Rheinufer ausgehend, nach dem linksrheinischen Rheinhessen zog, um später wieder vor Bingen im Rhein­bett sich zu verlieren. Man hat es hier mit Windungen des Rheinstromes zu tun, die von dem jetzigen Flußlauf sehr erheblich abweichen. Der alte Flußlaus beginnt bei Biebrich, von wo er am Fuß der Berge nach Schierstein sich wendet, um dort in scharfer Kurve unter dem Rheinbett hindurch nach dem linken Rheinuser zu treten, wo er in der Nähe der Station Uhlerborn sestgestellt wurde. Von hier aus nimmt er seinen Lauf zunächst nach Gau-Alges- um sodann in der Richtung der Bahnlinie Mainz, trugen bis Kempten weiter zu ziehen, bis et sich allmählich ? * x im Heuthen Rheinbett verliert. DaS alte Rhèinbett ennzeichnst sich durch den in besagter Richtung verlausenden gleichzeitig eine überaus reiche Wasserader darstellt, tue »om «Lebirge starke Zufuhr erhält. Das Wasser

muß in der Erde weiter laufen, da über dem KieS sich eine starke Lehmschicht und über dieser sich wieder feiner Sand lagert, die das Wasser nicht durchlaffen. Die angeführten geologischen Verhältnisse lassen es begreiflich erscheinen, daß das Selzthal-Gruppenwerk ganz vorzügliches Wasser in solch enormer Masse liefert, daß trotz vorgenommener monate­langer Auspumpung nicht im geringsten eine Abnahme deS Wasserspiegels konstatiert wurde.

Drahtnachrichte«

Nachtragsetat.

Berti«, 11. Juni. Dem Reichstag« ging ein Nach- tragsetat zum Militäretat für 1909 zu, in dem 13 Millionen Mark als Einnahme eingestellt sind für den Verkauf deS sogenannten Aufmarschgeländes am Tempelhofer Feld, die wiederum für Beschaffung von neuen Truppenübungsplätzen mit Barackenlagern für das GardekorpS und die Eisenbahn­brigade sowie für das zweite, dritte, sechzehnte und achtzehnte Korps Verwendung finden sollen.

Wahle«.

Amsterdam, 11. Juni. Bei den Wahlen zur Zweiten Kammer wurden gewählt: 7 Liberale, 3 Demokraten, 25 Katholiken, 20 Protestanten und 9 von der Partei der historischen Christen. Es haben 36 Stichwahlen stattzu­finden, an denen 23 Liberale, 7 Demokraten, 11 Sozialisten, 21 Protestanten, 2 Kacholiken und 8 von der Partei der historischen Christen beteiligt sind.

Kreigesproche«.

Dresde«, 12. Juni. DaS Kriegsgericht sprach den Oberleutnant Zirn, früher Distriktschef in Südwestafrika, der in einem Gefechte mit dm Hereros im Januar 1907 vor dem Feinde Feigheit bewiesen haben sollte, frei.

Si«, förmliche Schlacht.

«che«, 12. Juni. Dreißig Wasserbauarbeiter lieferten stch in Kosten in der Kantine eint förmliche Schlacht, wobei sie sich als Waffen der Messer, Stöcke und Pflaster­steine bedienten. Es gab mehrere schwere Verletzungen. Einem Arbeiter wurde der Schädel gespalten. Er versuchte zu entfliehen. Die Angreifer setzten ihm nach und trieben ihn in einen vorüberfließenden Bach, in dem «r ertrank.

Wahl ei«es andere« Hafens.

Paris, 12. Juni. DerFigaro" meldet gerüchtweise, daß die Compagnie TranSatlantique infolge der durch den letzten Ausstand der eingeschriebenen Seeleute von St. Nazaire hervorgerufenen Schwierigsten dir Möglichkeit erwäge, für ihren Paffagierdienst und den Warmtransport einen anderen Hafen zu wählen und denjenigen von St. Nazaire lediglich für den Postdienst zu benutzen, da sie hierzu durch ihre Konzessionsbedingungen verpflichtet sei.

Barrdale«

Paris, 12. Juni. Auf der Westbahnlinie wurden in der vergangenen Nacht von bisher unbekannt ge- bliebenm Missetätern in der Nähe deS Vorortes Courbovoie die Drähte mehrerer Haltesignale beschädigt. Glücklicher­weise wurde dies rechtzeitig bemerkt unb so größeres Unglück verhütet.

Erdbeben.

Paris, 11. Juni. Heute abend 9 Uhr 15 Minuten wurde in Marseille und in der Umgebung der Stadt ein heftiges Erdbeben, das vier Sekunden dauerte, wahrge- nommen. Die Bewohner, deren sich eine große Aufregung bemächtigt hatte, begaben sich nach den freien Plätzen: Viele Uhren blieben stehen. Ein zweiter heftiger Erdstoß erfolgte 9 Uhr 46 Minuten. Mehrere Häuser wurden beschädigt. In Avignon, Perpignan, Cette, Nizza, Toulon, Cannes, Montpellier und Veziers wurden um dieselbe Zeit gleichfalls Erdstöße wahrgenommen. Meldungen über Verluste an Menschenleben find nicht eingegangen.

Papis, 11. Juni. Nach weiteren Meldungen aus Avignon, Cette und Toulon, sowie aus Nizza gerieten die dortigen Einwohner infolge des Erdbebens in heftige Be­stürzung, verließen ihre Häuser und begaben sich auf die Straßen und auf die öffentlichen Plätze. Die Möbel in den Häusern wurden von der Stelle gerückt. Die in Toulon liegenden Kriegsschiffe fingen an zu treiben und zerrten an der Verankerung.

Marseille, 11. Juni. Unter der Bevölkerung herrscht große Aufregung. An mehreren Stellen der Stadt sind Lager improvisiert. Das Observatorium ist zerstört. Im Wrichbilde von Lambesc stürzten Häuser ein, wobei 8 Per­sonen umgekommen sein sollen. Hilfstruppen find abgegangen, um die Trümmer aufzuräumen.

Gewitter.

Bordeaux, 12. Juni. Heftige Gewitter mit Hagel und Wolkenbrüchen richteten große Verheerungen an, wodurch die Ernte der Umgegend zerstört und die telephonischen Ver­bindungen unterbrochen wurden.

Frost.

Lübeck, 12. Juni. In der vorletzten Nacht verursachte starker Frost in Mecklenburg, Holstein und im Lübecktschen großen Schaden.

Hinterlassenschaft.

Köln, 12. Juni. Die an der Cholera in Hol­land unverheiratet verstorbenen Needereibesitzer Lohsen und Langensiepe hinterließen 125 Millionen Gulden. Eine hiesige Versammlung von 200 Personen, die Anrecht auf diese Hinterlassenschaft zu haben glauben, wählte einen Ausschuß, der sich mit der Sache befassen soll.

Verschwunden

Rom, 12. Juni. An Bord des von Genua nach Neapel fahrenden LloyddampsersBerlin" hatten der Newyorker Krösus Hollan Benno Bennett und seine Gattin eine Kabine gemietet. Nach dem Abgänge des Dampfers war Bennett, während seine Gattin sich mit anderen Passagieren unter­hielt, plötzlich verschwunden.

Englische Flottenmanöver

Dover, 12. Juni. ES geht daS Gerücht, die englischen Flottenmanöver würden in diesem Monate im Canal la Manche und in der Nordsee spielen. ES soll eine groß« Anzahl Kohlendampfer für die Zweck» der Manöverflotte ge* schartert worden sein.

Schnee.

Paris, 12. Juni. Die italienischen Stafettenfahrer für die Radfahrt Rom-Paris, die gestern eintreffen sollten, tour» den auf dem Simplon durch Schnee aufgehalt«n.

Kaiserbegegnung.

Berlin, 12. Juni. Wi« di«Doss. Ztg." aus Peters­burg hört, wird Ministerpräsident Stolypin den Zaren gut Begegnung mit dem deutschen Kaiser in di« finnischen Schären begleiten.

Fürst Eulenburg.

Berlin, 12. Juni. Fürst Eulenburg konferiert« gestern mit seinem Verteidiger Justizrat Wronker und stellte sich im Einverständnis mit seinem RechrSbeistande der Staatsan­waltschaft zur Verfügung. Er beabsichtigt, noch einige Tage hier zu verweilen und dann nach Liebenberg zu gehen.

Manöver.

Berit«, 12. Juni. Die Manöver bei Brandenbumtschert Armeekorps werden in der Lausitz und in Niederschleflea tu der Gegend von Sagan abgehalten werden.

Anarchisten.

Paris, 12. Juni. Die Untersuchung, die kürzlich infolge eines gegen einen Fabrikanten in Rivo de Gier verübten Anschlages eingeleitet worden war, ergab, daß derselbe das Werk einer wohlorganisierten Anarchistenbande war. ES wurden bereits mehrere Verhaftungen vorgenommen. In der Behausung eines der Verhafteten, eines 26jährigen Glas­arbeiters namens Prat, würd« eine regelrecht« Werkstatt zur Erzeugung von Dynamtlbomben entdeckt.

A« Bord genommen.

New-Port, 11. Juni. Nach einer hier eingegangenen Nachricht sind die 110 Kajütenpassagier« und bie 500 Zwischen­deckpaffagiere deS DampfersSlavonia* von den Dampfern Prinzessin Irene" undBatavia* an Bord genommen worden.

Schiffsnachrichte«.

Mitgeteilt vom Vertreter de» Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.

Der DampferKönig Albert" des Norddeutschen Lloyd ist am 9. Juni wohlbehalten in New-Dork angekommen.

Der DampferRhcin" ist am 1L Juni wohlbehalten in Baltimore angenommen.

Breme«, 10. Juni. Der Dampfer deS Norddeutschen LloydDorck" ist gestern in Penang eingetroffen.

Schiffsberichte.

(Mitgetrilt von Agent Ad. Treus ch-Hanau.)

Hamb«rg, io. Juni. Der DampferKönig Friedrich August" von der Hamburg * Amerika - Linie ist geffter« kn Oporto und der DampferSevilla" vorgestern in Sahtmort eingetroffen.

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Zwecks Verlegung von Gasröhren wird die Norbstrotze zivischen Eberhardstraße und der Bogenstraße von Montag den 14. bis 26. Juni für de« öffentliche» Der» kehr gesperrt.

Hanau den 12. Juni 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

J. A.: vr. v. Waldow, Reg.-Affessor.

Zahn-Praxis Wirsing

Stèinheimerstr. 10 1. Telephon 549

hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. 14465

IMe Wahrheit«

Es ist bekannt in jeder Stadt,

DaßKomoll" viele Freunde hat.

Die Frauen, Kinder, selbst die Herren,

Sie alle trinkenKomoll" gern.

Bekömmlich, billig nebenbei

IstKomoll" böJß alkoholfrei.

Drum trinkt e8 auch stets reich und arm,

Ob'» Wetter kühl ist oder warm.

Und jeder ist des Lobes voll:

Am besten schmeckt doch nur 14489!

Komoll.