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Erstes Blatt.

Hanauer K Anzeiger

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itNatiWlbrad! unb veüag bet Buchdruck««» bd »«el«. «K Waijtshaust« m Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Statt- an- Landkreis Zana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Sie fafMßinintr mW außer LHtfttWtayMâfl 18 Seiten.

SLmtliches.

Von beachtenswerter Seite ist darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineral-Wässer, wie Selterser, Soda-Wasser u. a. m. an die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden und- daß der Genuß so kalten Wassers, welcher schon in normalen Zeiten leicht ernste Ver­dauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe, beim Drohen der Cholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen befördere.

Im Auftrage des Herrn Ministers der geistlichen, Unter­richts- und Medizinal-Angelegenheiten werden daher die Ver­käufer von Mineral-Wässern im Ausschanke hiermit ange­wiesen, das Getränk fernerhin, gleichviel, ob die Cholera droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser-Temperatur entsprechenden Wärmegrade von etwa 10° Gels. abzugeben. Gleichzeitig wird das Publikum vor dem Genusse eiskalter Getränke überhaupt, also auch deS zu kalten Bieres, insbe­sondere aber der Mineral-Wässer, gewarnt. (A II 3624.)

Cassel am 22. Mai 1909.

Der Regierungs-Präsident.

P 5899 I. V.: Rieß v. Scheurnschloß.

Stadt- und Eandkreis Hanau.

âÄâhrige Oberersatzgeschäft .für den Aus- Hebungsbeurk Hanau findet am 2 3., 5«, 6«, 7. rirtv 8. Jitli d. J. in dem GasthauseMNt Sattdhof" in Hanau statt und beginnt morgens 81/* Uhr.

Die Militärpflichtigen haben sich pünktlich 71/» Uhr morgens einzufinden.

Die Eltern und über 14 Jahre alten Geschwister (Schwestern wie Brüder), derjenigen Militärpflichtigen, von welchen Reklamationen eingereicht sind, haben im Aushebungs­termin behufs Feststellung ihrer Arbeitsfähigkeit zu erscheinen, sofern deren Erwerbs- bezw. Aufsichtsunfähig- keit nicht, gemäß § 33,5 Schlußsatz der Wehrordnung, durch Zeugnisse beamteter Aerzte (Kreisarzt und dergl.) nachge- wiesen wird.

Militärpflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termin nicht erscheinen oder beim Aufruf ihres Ramens nicht anwesend sind, haben eine Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechende Haft zu gewärtigen.

Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit Geldstrafe bis zu 15 Mark oderentsprechender Haft geahndet.

Desgleichen wird auch das Singen auf den Straßen in der Stadt Hanau bei gleicher Strafe verboten.

Die Herren Orisvorfiände haben streng darüber zu wachen, daß die Militärpflichtigen in nüchternem An­stande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung er­scheinen.

Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu ver­öffentlichen. Die Militärpflichtigen sind darauf hinzuweisen, daß sie die Losungsscheine milzubringenhaben.

Die den Ortsvorständen in den nächsten Tagen im Um­schlag zugehenden besonderen Ladungen sind den einzelnen Militärpflichtigen ungesäumt auszuhändigen; über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 35. Juni d J. eine Bescheinigung hierher einzusenden.

Die Herren Ortsvorstände haben zur Er­teilung etwaiger Auskunft bei dem Geschäft anwesend zu fein und dürfen sich vor seiner Beendigung nicht entfernen, auch haben sie dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern, die über 14 Jahre alten Brüder und die unver­heirateten Schwestern der Reklamierten, sowie diejenigen Mannschaften, welche infolge Reklamation zur Disposition der Ersahbehörden.entlassen und über deren spätere Dienst­pflicht noch nicht entschieden ist, in ihrem eigenen Interesse zur Stelle sind.

Hanau den 7. Juni 1909.

Der Zivil-Vorsitzende

der Ersatz-Kommission des Aushebungsbezirkes Hanau.

Der Königliche Landrat.

M I. A.: Dr. v. Waldow, Reg.-Asscssor.

Landkreis Ranatf.

Unter den Schweinen in Fechenheim und Großauheim ist die Schweineseuche festgestcllt.

Hanau den 11 Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 8344 v. Beckerath.

Samstag ben 12. Juni

Unter dem Pferdebestande des Landwirtes Otto Schneider zu Großauheim ist die Räude ausgebrochen.

Hanau den 10. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3375 v. Beckerath.

Jmpforduuug.

Der nach meiner Bekanntmachung vom 15. März 1909 A 1373 (Kreisblatt Nr. 92) für den 3. Mai er. vorgesehene Wiederimpftermin der Gemeinde W i n d e ck e n wird hiermit anderweit, unter Beibehaltung der Schule als Jmpslokal, wie folgt festgesetzt:

am 16. Juni cr., nachmittags 2 Uhr, Wiederimpfung, am 23. Juni er., nachmittags 2 Uhr, Nachschau der

Wiederimpfung.

Hanau den 11. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

A 2817 v. Beckerath.

In der Zeit vom 16. bis 30. August d. Js. wird in Cassel ein staatlicher Kursus für Heizer und Maschinisten abgehaltcn werden.

Anmeldungen behufs Teilnahme an diesem Kursus sind bis zum 18. J«ni d. I. entweder an den Herrn Ge­werberat Wedel in Cassel, oder an den Vorstand des Dampfkessel-Ueberwachungs-Vereins dortselbst zu richten, von wo aus in beiden Fällen weitere Auskunft über die Bedin­gungen für die Teilnahme, den Ort des StattfindenS deS Kursus und die genaue Zeit für dessen Beginn erteilt werden wird.

Hanau den. 3m J»

Der Königliche Landrat.

V3261 v. Beckerath.

Stadtkreis F)anaa.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 5. bis 11. Juni 1909:

1 Bäcker, 1 Fahrbursche, 1 Hausbursche, 1 Heizer, 1 Monatsfrau, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 9 Tagelöhner.

Hanau den 12. Juni 1909. 14447

Städtische ArbeitsvermittelungSstelle.

Politische Rundschau.

Zur Reichsfittanzr form. Zu der heute im Zirkus Schumann in Berlin stattfindenden öffentlichen Kundgebung haben annähernd 100 deutsche Handelskammern und Börsen­vorstände und weit über 300 nichtamtliche kaufmännische Vertretungen ihre Beteiligung zugesagt. Die Zahl der von ihnen entsandten Abgeordneten beträgt 2329, an Karten wurden weit über 6000 ausgegeben.

Seemarrrrshaus in Sonderbura. Die Gesell- schüftSeemannshaus" beschloß, wie aus Kiel gemeldet wird, in ihrer Generalversammlung, unter Vorsitz des Großadmirals von Koester, die Errichtung eines Seemannsbauses für Unter­offiziere und Mannschaften der Marine in Sonderburg. Für den Bau sind 100 000 Mark ausgeworfen. Zur Erweite­rung' des Kieler Seemannshauses sollen zwei Nebenhäuser für 75 000 Mark angekauft werden. Der Kaiser stiftete 10 000 Mark. Durch Vermittlung des Geheimrats Busley wurde der Gesellschaft der Ueberschuß der Berliner Schiffbau- Ausstellung im Betrage von 130 000 Mark zugtwiesen.

Berbaudstaqe des Deutschnattonaleu Hand- lungsgehilfen-Verbarwes in Stuttgart. Am 12., 13. und 14. Juni d. J. findet in Stuttgart der 11. deutsche Handlungsgehilfentag und der 11. ordentliche Verbandstag deS Deutschnationalkn Handlungsgehilfen-Verbandes statt. Schon gestern begannen die Verhandlungen mit ber-5. ordent­lichen Generalversammlung der deutschnationalen Kranken- und Begräbniskasse. Man schreibt uns: Um 9.15 Uhr eröffnete der Vorsitzende Kollege T a r n o w s k y die Sitzung. Anwesend sind ca. 200 Mitglieder, darunter 74 Stimm­führer. Der Vorsitzende betonte, daß die Krankenkasse 1907 und 1908 nach Abschreibung der Abgänge um rund je 2000 Mitglieder angenommen hat. In der Verwaltung in Hamburg werden 27 Beanite beschäftigt, welches auf ca. 700 Mitglieder je einen Beamten ergibt. Die Jahresabrechnung wurde einstimmig genehmigt. Durch die ungünstigen Ge­schäftsverhältnisse war die Verwaltung genötigt, im Laufe des Jahres die Beiträge um 10 pCt. zu erhöhen, hierfür wurden teilweise die Leistungen erhöht und die Versicherung auf ganz Europa und das Ausland ausgedehnt. Kollege

Fernsprechanschlutz Rr. 605. 1909

Döring-Hamburg berichtet über die ebenfalls neu geschaffene Familienversicherung, welche am 1. März 1909 in Kraft trat und erwähnt, daß in den ersten zwei Monaten 479 Anträge auf Familienversicherung beantragt wurden. Die Wahl deS vorgeschlagenen Kassenvorstandes, sowie de» Prüfungsausschusses fand einstimmige Genehmigung. Zu erwähnen wäre noch das Vermögen der Kasse; dasselbe be­trug am 1. Januar 1908 264 877.78 Mk., am 31. De­zember 1908 271 153.43 Mk., mithin eine Zunahme von 6 275.65 Mk. Dem Reservefonds wurden 16 250 Mk. zu­geführt, sodaß derselbe heute 269 189.67 Mark beträgt. Ueber den Verlauf der weiteren Verharrdlungen werden wir berichten.

Has Dab and fern.

Caffel, 10. Juni. Anläßlich einer Familienfeier schenkte ein Mitbürger, der nicht genannt werden wollte, der Ferien­kolonie die Summe von 20 000 Mk. Eine Schenkung»» steuer von 8 Prozent soll nach dem Gesetz feiten» der Stadt von dem Werk der Stiftungen und Geldzuwendungen au» Anlaß der Einweihung des Rathauses gezahlt werden. Da der Wert dieser Geschenke recht beträchtlich ist, s« würd« diese Steuer ein ansehnliches Sümmchen ausmachen. Dir Stadtverwaltung ist bestrebt, eine Niederschlagung dieser Steuer zu erreichen. Infolge bei Menschengewühl» in den Straßen beim neuen Rathaus während der Serenade am DienStag mußten 18 im Gedränge verletzten oder ohnmächtig gewordenen Personen von den SanitätSkolonueu Hilfe ge­bracht werden.

Fritzlar, 10. Juni. Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den durch das Hochwasser geschädigten Gemeinden durch Vermittlung der Kreise unverzinsliche Dar­lehen zu gewähren. Die Beihilfe ist für Fritzlar auf 5000 Mark, für Geismar auf 8000 Mk., für Obermöllrich aus 4500 Mk. und Fritzlarer Weidegenossenschaft auf 2000 Mk. festgesetzt.

r. Marburg, 11. Juni. DaS 8 Jahre alte Töchterchen Martha deS auf der Ketzerbach wohnenden Töpfer« Seid«! wurde dort vorgestern von einer herrschaftlichen Kutsche über­fahren und so schwer verletzt, daß eS heute früh in der Klinik nach qualvollen Leiden starb.

r. Frankenberg, 11. Juni. Im Laufe dieser Woch» ist das letzte Loos der Edertalbahn, welche von Allendorf nach Berleburg führt, nämlich die Strecke zwischen Hatzfeld und Holzhausen, in Angriff genommen worden.

Jaffa, 11. Juni. Am 10. Juni gerieten die Passa­giere de» Lokalzuges Jossa-Brückenau in eine begreiflich« Aufregung. Als der Zug gegen 9 Uhr die Station Alten­gronau verlassen hatte, hielt derselbe plötzlich auf freiem Felde an. Man glaubte, es hätte sich ein Unglück ereignet. Doch löste sich die Aufregung bald in Wohlgefallen und Erheiterung auf, als man erfuhr, daß der Zug deshalb halten mußte, weil zwei vorwitzig« Schaf« ihm tu den Weg gelaufen waren.

st. Offenbach, 12. Juni. In der Stadtverordneten- Versammlung wurde gestern die Errichtung einer RechtSau»- kunftsstelle beschlossen, mit deren Leitung nicht, wie ursprüng­lich beabsichtigt, ein Jurist, sondern ein Subalternbeamter betraut werden soll. Ein Antrag, die Unterhaltung der Gräber soweit es gewünscht wird ausschließlich durch die Friedhofsgärtnerei ausführen zu lassen, würd« im Interesse der durch diese Maßnahme geschädigten Gärtner abgelehnt. Auch zu der projektierten Reichs-Wertzuwachssteuer nahmen die Stadtverordneten Stellung. Es wurde betont, daß die Wertzuwachssteuer lediglich den Städten zuerkannt werden müsse, die durch den Fortfall der Steuer einen be­deutenden Einnahmeausfall hätten, da im Falle der Annahme für das Reich, denselben nur ein geringer Prozentsatz ge» währt würde. Offenbach hat für dieses Jahr das Ergebnis der Steuer mit 20000 Mk. in den Voranschlag ausgenommen. Es wurde beschlossen, Protest gegen die Annahme einer Reichs-Wertzuwachssteuer zu erheben und diesen an da» Hessische Munsterium, den Bundesrat und den Reichstag zu richten. Der Zuschuß der städtischen Sparkasse zur Sladt- kasse wurde von 116 000 auf 146 000 Mark erhöht, um den städtischen Voranschlag günstig zu beeinflussen. Die TageS- verzinsung der Sparkasseneinlagen wurden satzungsgemäß fest- gelegt. Die Umzugskosten für Beamte, die hierher berufen w?rdcn, wurden einheitlich geregelt, und in der Beamten­ordnung wurde die Bestimmung getroffen, daß das Ruhe- gehalt eines Beamten mindestens die Höhe der Invaliden­rente erreichen muß. Den Beamten der Stadtkasse wurdt eine Entschädigung für Ueberstunden bei Feststeüuna der Landtagswählerliste gewährt.