v«MSp«è
*"WN MO M„ «»«Mich 60 V-., sie «* »früge Menuett« mit bem bmeffcabot Wteufi$l<|.
tot euqtlne Numm« test« 10 Wl»
BHeiieiilbnitt unb Verlag bot Buchdruck«, »d ««thu
General-Anzeiger
Amtliches Grxan für Stadt- und Landkreis Kanas.
HnUngl|ül> t tot ffinfetfsdätiK eh* betet MuM M
u. WaijmhaujM in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
•eutwdl. RMImet «. • 4 »<4tt A Hama»
%L 134 Fernsprechanschluß Nr. 605.
Freitag den 11. Juni
Fernsprechanfchl«tz Nr. 605, 1909
Amtliches.
Candkreis Hanau.
Oeffentliche Bekanntmachung.
Nach § 7 des Gesetzes, betreffend die Bereitstellung von Mitteln zu Diensteinkommensverbefferungen, find vom 1. April 1909 ab von allen Einkommensteuerpflichtigen mit Einkommen von mehr als 1200 Mk. und von allen Ergänzungssteuerpflichligen Steuerzuschläge zu erhebm, welche betragen:
i. Bei der Einkommensteuer r
a) für die physischen Personen, sowie diejenigen eingetragenen Genossenschaften, deren Geschäftsbetrieb über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht, und die Vereine, einschließlich eingetragener Genossenschaften, zum gemeinsamen Einkäufe von Lebens- oder Hauswirtschaft- lichen Bedürfnissen im großen und Ablaß im kleinen, auch wenn ihr Geschäftsbetrieb nicht über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht,
in den Einkommensteuerstufen von mehr als 1200 bis 3000 Mk. 5°/« , , , 3000 bis 10500 „ 10°/« „ , , 10500 bis 20500 „ 15«/» „ , , 20500 bis 30500 „ 20°/» „ „ , 80500 Mk. 25°/»
b) für Gesellschaften mit beschränkter Haftung in den Einkommensteuerstufen von mehr als 1200 bis 3000 Mk. 7,5°/o „ „ „ 3000 biS 10500 „ 15 °/e „ „ , 10500 bis 20500 „ 22,5°/»
. „ „ „ „ 20500 bis 30500 , 30 °/o „ „ „ 30500 Mk. 40 «/» c) für Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Berggewerkschaften in den Einkommensteuerstufen von mehr als 1200 bis 3000 Mk. 10°/» „ „ , 3000 bis 10500 „ 20°/» „ „ „ 10500 biS 20500 „ 30°/» , , , 20500 bis 30500 „ 40°/e , , „ 30500 Mk. 50°/.
II. Bei der Ergâuzuugssteuer 25 Prozent der zu mtrichtenden Steuer.
Bei Bemestung der nach dem Maßstabe der Einkommensteuer an kommunale oder andere öffentliche Verbände zu entrichtenden Abgaben bleiben die Steuerzuschläge außer Betracht.
Die Steuerpflichtigen werden hiervon mit dem Bemerken
Die Befreiung von Hanan.
(13. Juni 1636.)
Von Elfe Hertel, Hanau-Kesselstadt.
Zertretene Flur. Zertretenes Land.
Im HauS kein Brot. Der Halm verbrannt.
Die Kaiserlichen schließen ein
Seit vielen Wochen die Stadt am Main.
Und drinnen? — Krankheit und Hungersnot Und ein Allüberwinder, der grimme Todt Man bestattet oft siebzig an einem Tag Und fragt stöhnend, was doch noch werden mag.
Im Lager vorm Walde der Lamboy schreit: „Wie halten sie's aus die ganze Zeit?
Ich zwinge sie nieder — bei meinem Leben! Ich habe dem Kaiser mein Wort gegeben T
Ein Teufelchen in der Baumritze lacht: „Herr Feldherr, nehmt Eure Rede in acht! Ihr kennt nicht unter der Erde den Gang, Den die Mönchlein einst gruben, stundenlang. Und während Ihr droben zum Kampfe bereit, Ist drunten der kühne Bote schon weit.--- Ihr sitzt wie die Katze still vor dem Haus, Derweil wischt daS MäuSlein zum Loch Euch hrnaus.
Indessen flüstern di« Bürger bang : „Wo bleibt der Bote, der Henrich, so lang? — Hat man ihn aufgegriffen, den Guten, Mußt er für seine Treue bluten?"
Der Hunger steigt, daS Elend steigt Und keine rettende Hand sich zeigt. „O Landgraf Wilhelm! Auf den wir bauen, Auf dessen Beständigkeit wir trauen, Wir harren Deiner in höchster Pein, Du wirst — Du mußt unser Retter semi — Und stöhnend begräbt man seine Toten, Und harret der Hilst und harret des Boten. Dort I — Einer, der eilend durchs Gäßchen sich druckt „Hilf Gott, der Henrich!" man rufts beglückt. Die Stimme will dem Braven versagen:
in Kenntnis gesetzt, daß die Erhebung der Steuerzuschläge gleichzeitig mit dm veranlagten Einkommensteuer- und Ergänzungssteuerbeträgen erfolgen wird.
Hanau den 8. Juni 1909.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Deranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
I. V.: D . v. W a l d o w, Reg.-Asseffor.
Stadtkreis Hanau.
Steuererhebung.
In den nächsten Tagen wird mit der Zustellung der Steuerzettel für das Rechnungsjahr 1909 (1./4. 09 bis 31./3. 10) begonnen.
Zahlungen für das I. Vierteljahr haben alsbald nach Empfang der Steuerzettel zu erfolgen. Die veranlagten Staatseinkommen- und Gemeindesteuerbeträge sind im Steuerzettel mit schwarzer Tinte, die für 1909 gesetzlich zu erhebenden Staatssteuerzuschläge mit blauer Tinte angegeben.
Ueber daS Mittelschnlgeld werden demnächst besondere Zettel ausgehändigt.
An Stelle der Barzahlungen werden Schecks, welche auf die Reichsbank, den Hanauer Kredit- verein oder auf eines der hiesigen Bankhäuser bezogen sind, angenommen; hierbei wird be« merkt, daß die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und daß die von den Kaffen ausgestellten Quittungen (die zum Zeichen, daß Zahlung nicht in bar erfolgt, mit dem Stempel „durch Scheck bezahlt" versehen werden) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird. Einzahlungen durch die Post sind zulässig, jedoch hat der Steuerzahler Porto und Bestellgeld zu tragen.
Im Interesse der schnellen Abfertigung wird ersucht, das Geld möglichst abgezählt zur Kaffe zu bringe«.
Die Stenerkaffe befindet fich im Neustädter Rathaus, Zimmer Nr. 3, Erdgeschoß rechts, und ist für Einzahlungen täglich (nicht wie seither nur Montags, Mittwochs und freitags) vormittags von 8—121/» Uhr geöffnet. Schluß des Zahlungstermins für alle Steuerpstichtige ist der 30. Juni d. Js., anschließend wird mit der Beitreibung begonnen.
Hanau den 8. Juni 1909.
Stadtkasse. 14285
„Der Landgraf — nahet — in wenig Tagen l" — Da geht über manches verhärmte Gesicht Ein Leuchten, wie es durch Wolken bricht, Und manche Mutter wiegt dankbar ein Die Kleinen heut abend im Kämmerlein.--
Und über Not und Streit und Kampf Di« Sonne dringt durch den Pulverdampf. Versöhnend, verklärend die weite Natur, Schimmernd im Tau der verarmten Flur.
Und mit ihrem ersten, siegenden Strahl Begrüßt sie den Heißersehnten im Tal, Dort jenen, in Eisenrüstung schwer, Den hessischen Landgraf vor seinem Heer. Und wo die letzte Erhebung fällt Der Kriegsherr rastet und Umschau hält. Es steht eine Linde erhöht an dem Ort, Die Blicke des Fiirsten schweifen weit fort. — „O Heimaterde, Du armes Land — Zermürbt von Haß und Unverstand!" — So ruft er schmerzvoll: „Aus solcher Pein Löst Mannestreue und Gott allein!
Die wollen Dir helfeu, geprüfte Stadt, Die lang sich tapfer gehalten hat. Und eh' der Tag zurRuh' wird geh'n, Sollst Du befreit die Mauern seh'n l“ — — Und über Not und Streit und Kampf Die Sonne dringt durch den Puloerdampf. Die Morgensonne scheint heut so rot — Das deutet Kampf — das deutet Tod.
Di« feindlichen Posten haben die Nacht Mit Würfelspielen und Trunk verbracht. Da plötzlich bricht es von draußen herein — Von allen Seiten ein wildes Schrei'n, Von allen Seiten ein Ringen und Stechen, Ein heißen Biegen — oder Brechen! --Und eh' der Tag zur Neige gegangen, Ist Lamboy im eigenen Lager gefangen.
Der kämpft jetzt in letzter verzweifelter Not Einen Kampf im Innern, auf Leben und Tod.
toigliijt LehmhIt für Sera«, W- ui Arial«.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß an der hiesigen Lehranstalt
1. ein ObstverwertungskursuS für Frauen in der Zelt vom 2.—T. August,
2. ein ObstverwertungskursuS für Männer in der Zeit vom 9.—19. August
abgehalten werden. Die Kurse beginnen an den zuerst genannten Tagen vorm. 9 Uhr. Der Unterricht wird theoretisch und praktisch erteilt, sodaß die Teilnehmer Gelegenheit haben, die verschiedenen Verwertungsmethoden einzuüben. — Der Unterricht umfaßt: Obfiweinbereitung und Behandlung desselben im Keller, sowie Behandlung kranker Weine; Bereitung von Essig, Branntwein, Beerenwein, Schaumwein und alkohol» freier Getränke; Untersuchung von Reinhefen, Kahmhefru uni Schimmelpilzen, ferner des MosteS auf Zucker und Säure. Bereitung von Mus, Gelee, Marmelade und Pasten; ^Herstellung und Aufbewahrung von Konserven und Obstsästen Dörren des Kern- und Steinobstes und des Gemüses. Obsternte, Sortierung, Aufbewahrung und Verpackung des frischen Obstes. Gurken-, Kraut- und Bohnensäuerung usw.
Das Honorar beträgt 6 Mark, für Nichtpreußen 9 Mark. Anmeldungen find an die Direktion zu richten.
Geisenheim et Rh. den 21. Mai 1909.
Die Direktion._________V 32«!
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Peitsche mit Silbergriff, 1 Kneifer mit Futteral, 1 LoS von der Roten Kreuz-Lotterie, 1 grünes defektes Damenportemonnaie ohne Inhalt, 1 kleines braunes Portemonnaie mit 6 Pfg., 1 Peitsche.
Verloren: 1 Kneifer ohne Futteral, 1 Stickern- arbeit, 1 dunkelgrünes Portemonnaie mit etwa 3 Mk.
Zugelaufen: i schwarzer Dachshund mit gelben Pfoten.
Hanau den 11. Juni 1909.
Politische Rundschau.
Znr Reichsfinanzreform. Es verlautet, daß zur Vorlage an den Reichstag gelangen werden die Entwürfe der Erbanfallsteuer, der Reichswertzuwachssteuer. auf Immobilien, einer Erhöhung der Börsensteuer um etwa 30 Millionen; es heißt ferner, die meisten Anträge der Kom- misstonsmehrheit bezüglich der indirekten Steuern, ausgenommen den Kohlenausfuhrzoll und die Mühlenumsatzsteuer, würden akzeptiert oder mit Modifikationen als Regierung*» Vorlagen eingebracht werden.
Deutsch-Südwestafrika. Königsberg, 9. Juni. Zur Beseitigung der Schwierigkeiten, die sich der Unterhaltung.
Wie steht er vor feinem Kaiser da?
Ein Wortbruch 1 — wi« noch keiner geschah.
Da beschließt er sich selber den Tod zu geben.
Er kann die Schande nicht überleben. —
— Was tost, di« Lüste zerreißend, schwer
Und furchtbar vom Lager zur Stadt daher?
Die Bürger lauschen mit bleichem (Beflißt
Dem Donner wie am jüngsten Gericht.
Dann wird es ruhig — wird seltsam still — — So still, daß der Atem stocken will.
Und eS kommt eine Kunde ernst und schwa
Drüben vom Lager raunend her:
„Es ist der Lamboy, der unS umzogen,
Mit Pulverskraft in die Lüft« geflogen."--
Die Abendsonne liegt auf der Stadt.
Sind das ihre Bürger? SchreckenSmatt? Auf allen Straßen ein freudige« Grüßen.
Ein herzliches Aneinanderschließen.
Und von den Türmen ein Glockenschwingen Dem Lenker der Schlachten Lob zu fingen. Der Landgraf reitet durchs offene Tor.
Die dankbaren Bürger knien davor.
Die Wagen, die großen, mit Proviant, Vom Fürsten gespendet, sie werden bekannt. Doch geht es hier ohne Blutvergießen, Und alles zieht ab zu frohem Genießen.
— Und andern Tages ist Dankgebet
In allen Kirchen, von früh bi« spät. Und alle Gebete von groß und klein Sie schließen den Fürsten, den Retter, ein.
„Friede, Freude, stille Stunden l" — Endlich über Berg und Tal
Habt ihr einen Weg gefunden, Ruhevoll, nach Leid und Qual. ' Und die Sonnenstrahlen gleiten Wieder über Halm und Platt.
Und die Bürger rüstig schreiten, Arbeitsfreudig durch bie Stadt.