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««MiShrlich 1,80 Mk„ numatlich <0 Pf-., für t» «Ätige Abonnenten mit dem bettefjmden Paftausschla-, Die tinzeln« Nummer tost« 10 Pf^
WalMbtu» und Verlag der Buchdruck«« bd »«eitu «. WaisvchaustS in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Grg«» für Äüt- an) MKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Verantmortl. Äebtfttw: •, •<««<« M Hema».
Nr. 131 F-rnsprechanschlusi Nr. «05.
Dienstag den 8. Juni
Fernsprecharrschlutz Nr. 605. 1909
Slmtliches.
Don beachtenswerter Seite ist darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineral-Wässer, wie Selterser, Soda-Wasser u. a. m. an die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden und daß der Genuß so kalten Wassers, welcher schon in normalen Zeiten leicht ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe, beim Drohen der Cholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen befördere.
Im Auftrage des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten werden daher die Verkäufer von Mineral-Wässern im Ausschanke hiermit angewiesen, das Getränk fernerhin, gleichviel, ob die Cholera droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser-Temperatur entsprechenden Wärmegrade von etwa 10° Gels. abzugeben. Gleichzeitig wird das Publikum vor dem Genusse eiskalter Getränke überhaupt, also auch deS zu kalten Bieres, insbesondere aber der Mineral-Wässer, gewarnt. (A II 3624.)
Cassel am 22. Mai 1909.
Der Regierungs-Präsident.
P 5899 Z. V.: Rieß v. Scheurnschloß.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Zur Unterstützung invalid gewordener Hanauer, welche 1870/71 den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, sowie der Familien der in diesem Kriege gefallenen oder nachweisbar an den Folgen desselben gestorbenen Hanauer steht uns ein Fonds zur Verfügung, aus welchem evtl, die Zinsen Lur MteilM Hommen Men.
An die betreffenden ehemaligen Militärs bezw. an die Witwen und Waisen von solchen oder deren Vormünder, welche an jenen Fonds Ansprüche zu machen gedenken, ergeht daher die Aufforderung, sich unter Vorlage von Militär- papieren und allenfallsiger ärztlicher Zeugnisse bis zum 1. Anglist d. Js. entweder schriftlich zu melden, oder auf dem Rathause, Zimmer Nr. 12, zu Protokoll vernehmen zu lassen. Spätere Anmeldurrgert können nicht wehr berücksichtigt werden.
Hanau den 2. Juni 1909.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 14115
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 10. d. Mts., vormittags lO1^ Uhr, findet im unteren Saale des Neustädter Rat
Bochdergklänze.
Herrn Heinrich Henckel-Hanau in Hochachtung und Freundschaft zugeeignet von Hermann Haase-Gelnhausen.
Auf der Buchberghöhe.
Von allen schönen Punkten, Die ich im Walde weiß, Gebührt der Buchberghöhe Der allererste Preis.
Für den, der Waldesfrieden Und Ruh' und Stille liebt, Es in der ganzen Gegend Kein besser Plätzchen gibt. Dom Morgen bis zum Abend Stört hier kein rauher Klang, Es rauschen nur die Bäume, Es tönt nur Vogelsang.
Unb weithin kannst du schauen Auf Berge, Täler, Höh'n, Auf schattiggrüne Wälder, — Wie schön ist's hier, wie schön! Wenn anderwärts die Schwüle Die Menschen niederdrückt, Hier angenehme Kühle Den Wanderer erquickt.
Gar schön ist's hier im Lenze, Wenn junges, frisches Grün Hervorquillt auS den Zweigen, Und Anemonen blüh'nl
Doch auch im hohen Sommer, Wenn heiß die Sonne glüht, Ist köstlich hier zu weilen, Wenn rot die Haide blüht.
Und wenn des H e r b st e s Stürme Hier brausen durch den Wald, Die Blätter rauschend fallen, DeS Jägers Büchse knallt;
Und wenn die bunten Pilze Auch schon am Wege steh'n, Und feuchte Nebel wallen, — 3ffS immer hier noch schön.
Ja, ost hab ich bewundert Des Winters Zaubermacht, Wenn hier der Wald erglänzte In Schnee- und Eisespracht.
Und wenn der Tag zur Neige, Die Sonne scheiden geht, Dann rauscht in allen Zwergen DeS Waldes Nachtgebet!
Walvsrieden.
Hier mht sich's gut In stiller Waldcshut Unter Tannen, Buchen, Eichen; Yoginn singen in den Zweigen, Huten die versteckte Brut.
Hier wohnt das Glück!
Es schwebt der freie Blick Trunken über dunkle Walder, . Grüne Wiesen, reiche Felder, Kehrt beseligt dann zurück.
O Frühlingszeit!
O Waldesherrlichkeit!
Süße Ruhe, stiller Frieden Sind dem Herzen hier b-schieden, Urth vergessen ist das Lew!
hauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbe- gerichts statt.
Hanau den 7. Juni 1909.
Der Vorsitzende des Gewerbegericht».
Hild. 14117
Handelsregister.
Firma Gustav Graeve in Hanau.
Die Firma ist erloschen.
Hanau den 26. Mai 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 14107
Handelsregister.
Firma Otto Weber & Co.
Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma zu Hanau von dem früheren Gesellschafter, Kaufmann Carl Ferdinand Bauer in Hanau als Einzelkaufmann fortgeführt. Dem Kaufmann Oskar Geibel in Hanau ist Prokura erteilt
Hanau den 25. Mai 1909.
___ Königliches Amtsgericht 5. 14109
Konkursverfahren.
Hebet das Vermögen der Witwe des Bäckermeister» Jakob Herz, Maria geborene Ullrich in Hanau, Glockenstraße Nr. 13, ist heute am 5. Juni 1909, vormittags 10 Uhr 38 Minuten das Konkursverfahren eröffnet.
Der Rechlsanroalt Nu «bau Mi §W ist zum Konkursverwalter ernannt.
Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur Anmeldung bis zum 1. Juli 1909. Erste Gläubigerver- sammlung am 2. Juli 1909, vormittag» 9 Uhr, Prüfungstermin am 9. Juli 1909, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau, Marktplatz Nr. 18, Zimmer Nr. 5.
Hanau den 5. Juni 1909. 14105
Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts 5.
Gefundene und verlorene GegcnstSnde re.
Gefunden: 1 schwarzer Damen-Sonnenschirm (in der kath. Kirche), 1 weißer Kinder-Sonnenschirm (in der Marienkirche stehen geblieben, Empfangnahme bei Kirchendiener Grasmeher, Schloßstr. 2), 1 Damenporicmonnaie mit 5,10 Mk. (auf der Messe), 1 gelbes Damenportemonnaie
Anm. d. Red.: Wir zweifeln nicht, daß die vorstehend wiedergegebenen Gedichte unseres bekannten Poeten Herrn H. Haas e-Gelnhausen, gewidmet in feinfühliger Weise dem verdienstvollen 1. Vorsitzenden des Buchberg-Vereins, Herrn Rentier Heinr. Henckel-Hanau, der wie bei verschiedenen anderen gemeinnützigen Unternehmungen so auch hier seine schätzenswerte Kraft und Erfahrung in den Dienst der Sache gestellt und sich unermüdlich betätigt hat, mit Interesse ausgenommen werden.
Kunst und Leben.
Detlev von Lilienerons Doktordiplom. Das Doktordiplom, das die philosophische Fakultät der Universität Kiel dem Dichter ans Anlaß seines 65. Geburtstages überreichen ließ, hebt Lilienerons starke Hcimatsliebe hervor, erinnert an seine Kriegszeit, in der ihm Bellona zur Mus« wurde, und betont, daß Siliencron in der Geschichte der epischen Kunst seit Homer die alle Form umgestaltet und als Solitarins Poggfredensis (Einsiedler Poggfred) das Epos zum Gefäß lyrischer Ergüsse gemacht habe.
Grabstätte. In Constanza (Rumänien) wurde bei einem Hänserdäu eine Grabstätte aus dem 2. Jahrhundert aufgrdecki. Man fand einen Sarkophag mit menschlichen Ueberresten, eine Marmorplatte mit einer vollständigen lateinischen Inschrift, eine Hermesstatue und zahlreiche wertvolle Gegenstände.
Deutsche Kunftausstettung. Wien, 5. Juni. Heute vormittag wurde im Künstlerhause die von der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft veranstaltete Große Deutsche Kunstausstellung vom Kaiser eröffnet. Der Professor Löwith- München hielt eine Ansprache, in der er an die vor 41 Jahren durch den Kaiser vollzogene Einweihung der Künstlerhauses erinnerte und dem Kaiser für sein Erscheinen dankte. Der Kaiser gab in seiner Antwort seiner Freude Ausdruck, di» Vertreter der deutschen Kunst in Wi«n begrüßen zu
mit 5,20 Mk., 1 Damenportemonnai« mit 0,67 Mk. und 1 Damenportemonnaie mit 5 Pfg. auf der Messe.
Verloren: 1 goldener Kneifer (am Westbahnhof).
Entlaufen: 1 junger schwarzer Hund mit 2 weißen Hinterpfoten m. Gcschl.
Hanau den 8. Juni 1909.
PolitiTcbe Rundschau.
Zu* Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren. Der Pariser »TempS schreibt über die Zusammenkunft Kaiser Wilhelm» mit dem Zaren : Tros der für Rußland unangenehmen Dienste, die Deutschland u der Orientkrisis Oesterreich geleistet hat, wäre eS von oea Russen unklug, wenn fie sich den Anschein gäben, daß sie gegen Deutschland noch Groll empfinden. E» ist deSha.d nur natürlich, daß Kaiser Nikolaus, der in Europa enu lange Reise unternimmt und in deutsche Gewässer kommt, mit Kaiser Wilhelm zusammentrifft. Gerade daS Gegenteil wäre erstaunlich gewesen. Die Annahme, daß diese Zusammenkunft irgend etwa» an den bestehenden Mâchte- gruppierungen ändern könnte, ist ganz ungerechtfertigt. Da» Ziel der politischen Tätigkeit Europa» kann nicht daraus gerichtet sein, die bestehenden diplomatischen Gruppierungen zu sprengen ober zu schwächen. Die beiden Gruppierungen sind so beschaffen, daß sie zur Erhaltung deS Gleichgewichts genügen. Dieses Gleichgewicht wär» ein vollständig stabiles, wenn die Tripelentent« ihren militärischen Kräften klügere Sorgfalt zuwenden würde. Aber der Friede könnte nicht besser gesichert sein, als er e» durch die gegenwärtigen Verpflichtungen der Mächte ist. Wir möchten wünschen, daß die Zusammenkünfte der Staatsoberhäupter und ander« Vorkommnisse des internationalen Lebens nicht mehr zu> gewagten Vermutungen benutzt werden. Wilhelm IL kann mit dem Zaren Zusammentreffen, ohne daß man darin eine Drohung für daS französisch - russisch« Bündnis erblickt. König Eduard kann den König von Italien besuchen, ohne daß der Dreibund gefährdet erscheint. ES wäre gut, wenn all« Wett endlich von dieser Ueberzeugung durchdrungen wäre.
Die Diäten der Gerichtsassessoren. Die jüngste Nummer des Justiz-Ministerial-BlaNeS enthält die Ausführungsbestimmungen zu dem Besoldungsgesetze vom 26. Mai 1909. Wir heben daraus hier nur die Bestimmungen für die GerichtSassrssoren heraus, weil diese als diätarisch beschäftigte Beamte nicht unter daS Gesetz fallen, sondern ihre Bezüge erst durch ministerielle Verfügung vom 2. Juni 1909 feftgestellt worden sind und bisher unter den Assessoren über ihre Diätenbezüge auch nach der Erklärung deS Re- gierungsvertreterS im Parlament noch vielfach Unklarheit be»
können, und unternahm alsdann einen Rundgang durch di» Ausstellung.
Eine neue Münchener Ausstellung, »Japan und Ostasten in der Kunst", wird unter dem Protektorat des Prinzen Rupprecht sowie mit Unterstützung der japanische« Botschaft in Berlin und namhafter Künstler, Gelehrter und Sammler, darunter hervorragender japanischer, Anfang Juli im Ausstellungspark eröffnet werden; sie umfaßt bereit» 3000 auserlesene Nummern und wird di« größt« derartige, bisher in Europa veranstaltete Ausstellung sein.
Almanach ver Militär-Literatur. In wenigen Wochen wird ein mit dem Titelbilde des bekannten Generalobersten Freiherr von der Goltz versehenes etwa 1000 Seiten starkes Werk der Oeffentlichkeit übergeben werden, dessen Erscheinen schon seit einiger Zeit in militärischen Kreisen mit Spannung erwartet wird. Es ist dieS der „Almanach der Militär-Literatur" (Verlagsbuchhandlung Friedrich Engelmann, Leipzig), der berufen ist, eine recht empfindlich« Lücke auf dem Gebiete der Militär-Literatur dadurch auszufüllen, daß er die deutsche Militär-Literatur so reichhaltig und so übersichtlich geordnet wi« nur möglich wiebergibi und daneben ausführliche Personalnotizen bringt über die auf militärischem Gebiet literarisch tätigen Herren nebst Angabe ihrer sämtlichen Schriften. Ganz brsonderrn Wert gewinnt das großangelegte Werk aber dadurch, daß sorgfältig angefertigte Sach- und Autorenregister eine schnell« Orientierung auf jedem Gebiete der Militär-Literatur ermöglichen. Der „Almanach der Militär * Literatur", der zweifellos viel dazu beitragen wird, das geistige Streben in der Armee zu fördern, ist das Werk mehrjähriger Arbeit seitens des Schriftstellers Oberleutnant d. L. Otto Liman (Berlin). Das Werk bürste allen Offizieren bei militär- wissenschaftlichen Arbeiten ein guter Ratgeber sein und auch dem Buchhändler al» Nachschlagewerk große Dienste leisten. Wir werden das Werk nach seinem Erscheinen einer ein» sehenden Besprechung unterziehe«.