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Hanauer K Anzeiger

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«WW 1,80 SSt, monatlich 60 Vfg., für 8l* äi-e Adsnnortrn mit dem betreff«-« P»staufschl«^ Li« emzetne Nummer testet 10 Psz

Mtetieurdnuk und «erleg der Buchdruck«« bei senkt.

«. Waisenhauses in Hamm.

Geilkral-Anzeiger

Amtliches Grg»n für Stadt- «ad Zaaddreis Kaaaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Str« 130 Ferusprechauschlus; Nr. 605,

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Vie füuf gespaltene Petitgeil« »der denn «mm» W Ps», im Neklamenteil die Seile 36 Psg.

Berantreer«. Nedakteur: «. «4,,«,, lei Hmnm.

Ferusprechaufchluß Nr. 605. 1909

Slmtliches.

Candkreis Hanau.

Unter Bezugnahme auf meine Kreisblattverfügung vom 26. v. Mts., V 3071, (abgedruckt in Nr. 121 des Hanauer Anzeigers") wird hiermit bekannt gegeben, daß die Vertretung des erkrankten Kreistierarztes Wittlinger auch in veterinärpolizeilichen Angelegenheiten dem Tierarzt Huf­nagel hier übertragen worden ist.

Hanau den 5. Juni 1909.

Der Königliche Landrat.

V 3258 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau. Sitzung der Stadtverordneten- Bersnmmlung

am Freitag den 11. Juni 1909, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Bahnbau HanauBüdingen.

2. Durchführung der Straße durch die Sandelmühle.

3. Theatervertrag.

4. Fluchtlinienplan für das Gelände Philippsruher Allee, Hintergaffe, Salisweg, Eisenbahn und Kinzig.

5. Fluchtlinienplan für das Gelände FrankfurtHanauer Eisenbahn, Salisweg, Frankfurterlandstraße und Kinzig.

6. Bewilligung der Mittel für den Umbau des Hauses Hauptstraße 7.

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jur Den Vaiisweg.

8. Erwerb der Parzellen Karte 8 Nr. 265/155, 261/101, 262/154 der Gemarkung Keffelstadt.

9. Ausstellung von Grabdenkmälern auf dem deutschen Friedhof.

l0. Kreuzung der Straßenbahn mit der Eisenbahn.

11. Einstellung eines Kanzleigehilfen für die Kanzlei der Zentralverwaltung.

12. Gehaltsfestsetzungen von Beamten.

13. Berechnung der Straßenkosten für das zur Errichtung von Einfamilienhäusern bestimmte Gelände zwischen Hopfenstraße und Straße Nr. 139.

14. Befreiung der Gebr. Lieber von der Verzinsungspflicht bezügl. der Kosten der Verlegung des elektrischen Kabels nach Bruchkobelerlandstraße 6.

15. Befreiung der Quarzlampengesellschaft von der Ber- zinsungspflicht bezügl. der Kosten der Verlegung der Wasserleitung bis zu ihrer Fabrik in der Bulaustraße.

16. Befreiung der Quarzlampengesellschaft von der Ver­zinsungspflicht bezügl. der Kosten der Verlegung der Gasleitung bis zu ihrer Fabrik in der Bulaustraße.

17. Befreiung des Holzhändlers Minner von der Ver­zinsungspflicht bezügl. der Herstellungskosten für den Anschluß seines Grundstückes Antoniterstraße Nr. 10 an das städtische Kabelnetz.

18. Anderweite Gehaltsfestsetzungen.

19. Anstellung einer technischen Lehrerin an der höheren Mädchenschule.

20. Vergütung an die Kirchengemeinde Kesselstadt für das Inventar der Diakonissenstation und Kleinkinderschule.

21. Gewährung einer Vergütung an den Chemiker Dr. Braunmüller für Untersuchung des Wasser« der Wil­helmsbader Brunnen.

22. Haushaltsplan 1909.

Hanau den 4. Juni 1909.

Der Stadtverordnetenvorsteher.

U 1^079

Handelsregister.

Eingetragen ist am 29. Mai 1909 die Zweignieder­lassung in Hanau der am 20. Februar 1909 bei dem St. Petersburger Kaufmannsamte augemelbeten offenen Handels­gesellschaft in Firma

Gerth van Wyk & Co."

mit dem Sitze in St. Petersburg, persönlich haftende ^.^Köitigl. Niederländischer Vize-Konsul Fredrik Gerth van Wyk in St. Petersburg, ,

2. Doktor der Medizin Adolf Homm<l m Zürich, und die dem Kaufmann Emil Leuthold in Hanau für die Zweigniederlassung in Hanau erteilte Prokura. 14029 Königliches Amtsgericht 5 Hanan.

Handelsregister.

Firma Fritz Groh.

Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Kaufmann Karl Emanuel Groß in Hanau führt das Handelsgeschäft zu Hanau unter unveränderter Firma als Einzelkaufmann fort. Hanau den 26. Mai 1909.

_________Königliches Amtsgericht 5. 14031

Bekanntmachung.

Durch Urteil des Königlichen Amtsgerichts I Abteitung 84 Berlin vom 12. Oktober 1901 ist die angeblich am 5. Januar 1831 in Triest als Tochter des GoldarbeiterS Nikolaus Desch geborene Aloysa Anna Desch spätere Ehefrau des Papierfabrikanten G o n t a, (Gottwa, Gottiwa, deGottiva, Gotwa), nachdem sie seit dem Jahre 1857 verschollen war, für tot erklärt und als Zeitpunkt ihres TodeS der 31. Dezember 1867 festgesetzt worden.

Erben find bislang nicht ermittelt worden. Er werden sonach diejenigen Personen, denen Erbrechte an dem Nachlaß zustehen, aufgefordert, ihre Rechte bis spätestens

1. Angnst 1909 bei dem unterzeichneten Nachlaßgericht anzumelden, widrigen­falls die Feststellung erfolgen wird, daß ein anderer Erbe als der Fiskus nicht vorhanden ist.

Der reine Nachlaß beträgt ungefähr 700 Mark. Hanau den 4. Juni 1909.

Königliches Amtsgericht. Abt. I. 14033 âciövmm

Juli d. Js. einen

Attsflitg zur Besichtigung der Jungviehweide auf dem Gelände des Gutes Entenfang bei Birstein im Kreise Geln­hausen und der Quellenanlagen der Stadt Frankfurt a- M. bei Fischborn. Abfahrt vom Ostbahnhof mit dem Eilzug 10 Uhr 18 Minuten vormittags. Um 51/» Uhr nachmittag« findet gemeinschaftliches Essen in Birstein statt. Die Ent­fernung von Birstein nach Entenfang beträgt 5 Kilometer.

Anmeldungen find bis spätestens zum 20. Juni an Herrn Domänen-Rentmeister Reinhardt zu richten. Denjenigen Teilnehmern, die Mitglieder deS landwirtschaft­lichen Kreisvereins sind, werden die Hälfte der Eisenbahn- fahrkosten aus Vereinsmitteln erstattet.

Bei der Anmeldung zur Teilnahme ist auch anzugeben, ob Wagenplatz von Birstein ab gewünscht wird.

Hanau den 5. Juni 1909.

Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen KreisvereinS.

_____________v. Beckerath, Landrat.__ Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 graulederner Herren-Handschuh (linker), 2 Legitimationskarten von der Hanauer Ortskrankenkasse für Friedrich und Fxitz Schäfer, 1 gelbeS Handtäschchen mit 1 Paar weißen Handschuhen und 1 leeres Portemonnaie.

Hanau den 7. Juni 1909.

Politische Rundschau.

Fahrt der Postbeamten nach Friedrichsruh. Anläßlich des in Hamburg tagenden Verbandstages der mittleren Postbeamten fand eine Fahrt zum Mausoleum unter Teilnahme von über 1000 Beamten statt. Am Sarge Bismarcks wurde ein Kranz niedergelegt. Der Zug der Beamten wurde auf dem Wege durch den fürstlichen Park von dem Schwiegersöhne Bismarcks, dem Grafen Rantzau, begrüßt.

In der Wilhelmskirche in Haag fand vor- gestern die Taufe der holländischen Thronerbin, Prinzessin Juliana, statt.

Staatsrat v. Schicker, der stellvertretende Bundes-, ratsbevollmächtigte für Württemberg, ist in Stuttgart ge­storben.

Der französische Finanzminister Caillaux hat bei der Ausarbeitung des Budgets für 1910 mit einem Defizit von 220 Millionen Francs zu rechnen. 60 Millionen des Defizits rühren von einer Verminderung der Einnahmen, und 160 Millionen von den Mehrforderungen der verschie­denen Ministerien her. Der Finanzminister hat bei den Mehrforderungen bereits bedeutende Abstriche durchgesetzt.

Die englischen Parlamentarier wurden gestern vormittag im Reichstage bei dem ihnen zu Ehren veran­stalteten Frühstück des Vizepräsidenten des. Reichstages

Kaempf begrüßt, der ausführte, daß durch diesen Besuch eine Reihe Freundschaftskundgebungen in bemerkenswerter Weise fortgesetzt werde. Er erinnerte dann an die hochherzigen Bemühungen des Kaisers Wilhelm und deS Königs Eduard, dessen hervorragende Herzens« und Charaktereigenschaften und dessen Leutseligkeit bei seinem letzten Besuche die Herzen aller Deutschen gewonnen habe. Nach ihm begrüßte Staats­sekretär v. Bethmann-Hollweg die Gäste, die gekommen seien, um sich mit den einzelnen Verhältnissen unseres öffentlichen Lebens vertraut zu machen und Beobachtungen anzustellen. Wir Berliner hoffen, Ihnen hier die eine oder andere moderne Einrichtung zeigen zu können, namentlich solche, bie geschaffen find, um unsere Versicherungsgesetze durchzuführen. Mägen unsere Gäste daraus den Beweis nehmen, daß die deutsche Regierung bemüht ist, in sozialem Sinne ihr mög­lichstes zu tun, mögen unsere Gäste nicht nur die Erinnerung an ein paar angenehme Tage, sondern vor allem daS Be­wußtsein mit nach Hause nehmen, unS auch bur$ ihren Be­such herzliche Freude bereitet zu haben. Den Dank der Engländer sprach Mr. Ramsay Macdonald auS. Er sagte, Deutschland focht seine Kriege auS und fand dadurch Ruhe in der Welt. Nun sei es Naturnotwendigkeit, daß eS sich zum Erwerbs- und Industriestaat entwickeln müsse. Deutsch­land sei ohne Ambition und habe nicht die Absicht, irgend jemanden zu schädigen. Der Krieg zwischen England und Deutschland könne nimmermehr durch den Willen deS Volke« hervorgerufen werden, sondern nur durch Fehler und Miß­verständnisse in der Politik.

Ein englischer Staatsmann über die polt« tische Lage. AuS LoNdoN, 6. Juni, wird gemeldet: Zu Ehren der auS den Kolonien gekommenen Delegierten der Pressekonferenz de« britischen Reiches fand gestern abend ein Bankett statt, dem Lord Burnham, der Besitzer beiDail- Telegraph", präsidierte und an dem 600 Personen teilnahmen. Lord Rosebery hielt eine Rebe, in der er die Bedeutung der Presse hervorhSb und alsdann bezüglich deS bevorstehenden Besuches der Delegierten in Spithead auSführte, diese würden daselbst etwas sehen, was unvergleichlich in der Welt dastehe, eine gewaltige, aber immer noch unzulängliche Armada. Er glaube, die beste Benutzung dieser Armada sei die für den Zweck des Frieden-, nicht für den deS Krieges. Der Redner betonte ferner: Wir können und werden DreadnoughtS bauen, solange wir einen Schilling zu ihren Kosten und einen Mann für ihre Besatzung haben. Er bat die Delegierten, die Kunde hinauszutragen, daß auf jedem Mann im Reich« die Verantwortung laste, und den Bewohnern in den Kolonien zu sagen, wie Europa in Waffen starre und wie groß der Druck auf diese kleine Insel sei. Er könne sich solcher Lag« in Europa nicht erinnern, so friedlich in manchen Beziehungen, so bedrohlich in anderen, trotz Fehlen- irgend einer Frage, die gewöhnlich zum Kriege führe. Aber die bedrohlichen, überwältigenden Kriegsrüstungen, wie sie in der Welt­geschichte noch nicht da waren, seien ein böse- Zeichen. Er habe daS Vertrauen, daß die britische Macht jeder irgend denkbaren Verbindung anderer Mächte die Spitze zu bieten vermöge, aber mit Unbehagen sehe er daS rasche Empor­wachsen von Flotten. In Bezug auf daS schließliche Ergeb­nis möchte er gern wissen, ob eS Europa die Barbarei bringen werde. England müsse stet- darauf rechnen, sich selbst retten zu können, aber wenn e» ermatten solle, hab« es neuen Rückhalt in den Kolonien.

Wegen der politischen Morde tu Radom wurden gestern in der Zitadelle von Warschau bie Sozialisten Piekarski und Reger hingerichtet.

Spanien und Marokko. Die spanische Regierung hat sich bereit erklärt, die marokkanische Gesandtschaft zu empfangen, sobald der Sultan sie entsenden werde. Der spanische Gesandte Merry del Val ist gestern nachmittag- in Madrid eingetroffen, seine Abwesenheit von Tanger soll nur von kurzer Dauer sein.

Zur Reichssinanzreform.

Berlin, 5. Juni. Zu der Frage der Ersatzsteuern er­fährt dasB. T." von zuverlässiger Seite folgendes : Augen­blicklich finden täglich im Reichsschatzamt unter dem Vorfitz deS Staatssekretärs Sydow lange Konferenzen statt über bie dem Reichstag bei seinem Zusammentritt vorzulegenden neuen Steuern. Irgend welche positiven Beschlüsse und Maß­nahmen sind aber bisher noch nicht gefaßt worden. Di« Konferenzen im Reichsschatzamt haben lediglich den Zweck, den Finanzministern und den leitenben Ministern btt Bundesstaaten, die in nächster Woche mit dem Reichskanzler und dem Reichsschatzsekretär zu einer Beratung zusammen« treten werden, Material zu unterbreiten. Erst auf dieser Konferenz dürften bestimmte Beschlüsse bezüglich der Ein­bringung von neuen Steuervorschlägen gefaßt werben.