Erstes Blatt.
VqWsprâ, «MHSHMch 1,80 Mk., monatlich 60 Psg., fik a>* »Wge toeuMQUen mit dem b«tresii»d«l Postauffchlaß. Öt ctayeüK Nummer testet 10
WeMwibntd und Verlag ba Buchdrucker« bd rata, a, Waisenhaus«- in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stolt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
9tatMniMI|rt
■ »«fUmaHtaU Ma Seile 15
verautmortt. RtMtaart •#!«<« te (Ml
Nr. 129 Fernsprechanschltttz Nr. 605.
Samstag den 5. Juni
Fernspvechanschltttz Nr. 605. 1909
Sie ieutigeNunmer mW außer d.llaterhaltm-rblatj
18 Seiten.
Slnttliches.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 29. Mai bis 4. Juni 1909 : 1 Bau- uud Möbelschreiuer, 1 Uahrburfche, l Flickerin, 1 Heizer, 3 Tagelöhner.
Gesucht: 1 Einlegerin, 1 Faßbinder, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Tapezierer, mehrere Mädchen für leichte Fabrikarbeit.
Im Monat Mai erhielten Stellen zugewiesen : 1 Erdarbeiter, 1 Gartenarbeiter, 2 Hausburschen, 2 Bauschlosser, 2 Maschinenschlosser, 2 Schneider, 2 Schreiner, 3 Schuhwacher, 12 Taglöhner, 2 Tapezierer, 3 Viehfütterer. Hanau den 5. Juni 1909. 13965
Städtische Arbeitsvermitteluugsstelle.
Der Saatcnstand Mitte Mai 1909.
Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau, Land. Regutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel, 4 = gering, 5 =$. sehr gering.
Fruchtarten usw.
Durch-
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.
igjmtti für
G
Moten den
K
1
1—21 2
2—3! 3
3-4) 4
4—5
5
Winterweizen
3,3
3,5
1
2
1
2
Sommerweizen
2,7
2,7
—
—
—
4
—
—
—
Winterspelz
2,7
2,6
Winterroqgen
3,1
—
—
2
3
2
—-
---
Sommerroggen
3,0
2,8
—
—-
1
—-
—
——
—
——
—
Sommergerste
2,8
2,7
—
—
1
1
4
1
—
——
—
Hafer
2,8
2,6
—
—
3
—
3
1
—
—
—
Erbsen
2,9
2,8
■ u .
—
Maa»
1
1
—.
——
——
Ackerbohnen
2,7
2,6
—-
—
——
-------------'
1
1
—-
—*
—
Wicken
2,9
2,7
—
—
-
1
1
—
'M
——
Kartoffeln
2,9
2,8
Zuckerrüben
Winterravs- u.
2,9
2,8
—
—
1
—
1
——
--
—
—
Rübsen
3,6
3,8
—
—
——
—
—-
Flachs (Lein)
2,9
2,7
—
—
—
—
—-
——
—
—
Klee
3,0
2,8
—
-—
3
2
2
—
—
Luzerne
Wiesen m. kstl.
2,9
2,8
—
—
2
2
—
2
—
—
Be- (Ent-)wäss.
3,0
2,9
—
—
2
2
——
1
—
—
Andere Wiesen
3,4
3,2
—
—
—
—
3
—
4
—
—
Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.
Vr. Blenck, Präsident. V 3161
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 goldener Trauring mit kleinem Brillant (in der Gärtnerei Deines, Auheimerweg 8, Empfangnahme daselbst), 2 Jnterimspfandscheine Nr. 3376 und 3377 (ausgestellt von dem Leihbankagenten Grimm), 1 Haarspange, 1 weißer Kinderstrohhut mit blauem Bande, 1 Pfandschein, lautend auf 2 Bettdecken, 1 kleines Portemonnaie mit 31 Pfg., (am Schäferberg, Empfangnahme bei Hegemeister England, Forsthaus Lochseif).
Verloren: 1 goldener Ring mit grünem Stein und kleinem Brillant, 1 neues Opernglas (Marke „Nimrod"), 1 Kneifer mit Futteral, 1 grünseidener Sonnenschirm (im Wilhelmsbader Waldes 1 Paket (enthaltend 3 Erstlingshemdchen und 2 Jäckchen).
Zugefl ogen: 1 Brieftaube.
Zugelaufen: 1 grauer Wolfshund.
Hanau den 5. Juni 1909.
politische Rundschau.
Die preutztschett Lehrer an den Kultusminister Dr. Holle. Der preußische Lehrerverein, der 70 000 Lehrer umfaßt, hat nach der Annahme des Lehrerbesoldungs- gesetzes durch den preußischen Landtag an den erkrankten preußischen Kultusminister Dr. Holle ein Danktelegramm mit dem Wunsche baldiger Genesung gerichtet, Dr. Holle hat darauf erwidert: „Ich teile Ihre Freude über dir in beiden Häusern des Landtags erfolgte Annahme des Gesetzentwurfs, die Lehrerbesoldung betreffend. Sie bekundet die Anerkennung I
treuer Pflichterfüllung der mit verantwortungsvoller Aufgabe betrauten Erzieher unserer Jugend."
Die großer» englischen Flottenmanöver. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" erhielten drei Divisionen der Heimflotte und die ganze atlantische, sowie die Mittelmeerflotte Befehl, an den Seemanövern dieses Sommers teilzunehmen. Es werden ungeiähr 300 Kriegsschiffe unter Admiral May bei den Manövern versammelt sein. Da die von Malta abführenden vier Schlachtschiffe und drei Kreuzer nach Lagos beordert wurden, wird angenommen, daß die am 17. Juni beginnenden und drei Wochen dauernden Uebungen nicht in der Nordsee, sondern im atlantischen Ozean stattfinden werden.
Hus Hanau Stadt und Eand* ßanatt, 5. Juni.
* Der erste Metz - Sotttttag. Auf Grund der allgemein erteilten höheren Ermächtigung ist für Sonntag den 6. Juni eine vermehrte Beschäftigungszeit für alle Zweige des stehenden Handelsgewerbes in der Stadt Hanau und zwar bis 7 Uhr abends zugelaffen. Während des Gottesdienstes und zwar in der Zeit von 9^4 bis ll1^ Uhr vormittags und von 2 bis 3 Uhr nachmittags ist jedoch jede Art der Beschäftigung im Sinne des § 105b Abs. 2 der Reichs-Gewerbe-Ordnung ausgeschloffen.
* Deutsche Orientmission. Der Reisesekretär der deutschen Orientmission, Kaufmann Richard Schäfer aus Potsdam, der selbst 2 Jahre lang an dem Waisenhaus in Urfa in Mesopotamien tätig war und daher den Orient au# eigener Anjchuuung kennt, wird am nächsten M o n t a g, abends */,9 Uhr, im evangelischen Vereinshaus über die Liebesarbeit der Orientmission, die sie namentlich in Armenien treibt, berichten. Diesem Bericht darf in der jetzigen Zeit mit Rücksicht auf dir (Ereignisse der letzten Wochen mit besonderem Interesse entgegengesehen werden. Das alte Regiment der Türkei ist mit dem Sturz Abdul Hamids zusammen- gebrochen und hat das Maß seiner Ungerechtigkeit erfüllt. Die jungtürkischen 'Heerführer, von deutschen Offizieren erzogen, sind die Rächer deS armenischen Volkes und die Retter des osmanischen Reiches geworden. In der neuen Zeit, die jetzt angebrochen ist und die unter dem Zeichen der Freiheit steht, wird auch daS Evangelium in der Türkei einen freien, ungehemmten Lauf und neue, große Aufgaben zu erfüllen haben.
* Grttndsteittlegttttg zum Buchbevaturm. Wie schon mitgeteilt, findet morgen Sonntag den o. Juni d. I., nachmittags 4 Uhr, auf dem Buchberge bei Langenselbold die Grundsteinlegung zum Aussichtsturme statt. Die Feier dürfte, aller Voraussicht nach, eine sehr schöne werden, zumal sich rin Gesangverein („Sângerlust" - Niederrodenbach) und ein Musikkorps beteiligen werden, um dieselbe nach Möglichkeit zu verherrlichen. Für Restauration und hinreichende Sitzgelegenheit ist ebenfalls bestens gesorgt, sodaß alle Teilnehmer einige recht gemütliche Stunden auf unseren herrlichen heimatlichen Höhen verleben werden. Der 2.27 Uhr von Hanau-Ost nach Langenselbold abgehende Zug dürfte für Besucher, welche ihren Spaziergang nicht besonders ausdehnen wollen, sehr geeignet sein.
* Freiwillige Sanitäts - Kolonne vom Roten Kreuz Hannu a. M. Am 27. Juni d. Js. wird die hiesige Freiwillige Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz eine große Uebung unter Mitwirkung einer Reihe von auswärtigen Sanitäts-Kolonnen abhalten. Diese Uebung wird ein möglichst getreues Bild des Wirkens im Ernstfalle geben und die Tätigkeit der Kolonne bei Verband, Transport und Pflege von Verwundeten zu Wasser, zu Lande und auf der Eisenbahn zeigen. Näheres über Einzelheiten der Uebung wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Zu morgen früh 61/» Uhr werden die Mitglieder gebeten, sich im Uebungi« lokal — jedoch nicht in Uniform — zur Vornahme von Behelfsvorrichtungen vollzählig und pünktlich einfinden zu wollen.
* Tennis - Tnrniev Hanatt 1909. Die Turnierleitung gibt über den weiteren Verlauf der Wettspiele folgendes bekannt: Im Damen-Einzelspiel 2. Klasse gewann in der 1. Runde Frl. Kehl über Frl. L. Hertel mit 6:3, 7:5. Im Herren-Einzelspiel 2. Klasse siegten in der 1. Runde: Wendel über Kratz- ner 7:9, 7 ; 5, 6:0; Teres über Rouffelle 8 : 6, 6:2; Knell über Roth 6:1, 6:0; Walter über Bauer 6:1, 6:0. Im Herren-Einzelspiel 1. Klasse um die Meisterschaft von Hanau siegten in der 1. R u n d e: Schatt über O. Deines 6:1, 5 : 7, 8:6; Anderson über Sachsenweger 6 : 3, 6 :1, Bohn è über v. Baumbach und D i n t e l m a n n über Weber ohn, Spiel.
Das Turnier nimmt bei günstigem Wetter täglich seinen Fortgang. Vor Beginn kommender Woche dürften die ersten Entscheidungen kaum zu erwarten sein.
• Fortbildttngskttrstts in der Ktnderfürsorge. Der in diesem Jahre von der Zentrale für privat« Kinder- fürsorge in Frankfurt veranstaltete Kursus wurde am 2. dL. eröffnet; er wird bis zum 12. Juni währen und umfaßt Vorträge, Besichtigungen und Besprechungen. Aus ganz Deutschland, auch aus Oesterreich und der Schweiz sind Vertreter der privaten und öffentlichen Kinderfürsorge — Verwaltungsbeamte, Richter, Leiter von Erziehungsanstalten und -Vereinen — eingetroffen, in größerer Zahl als je zuvor. Nach einigen BegrüßungSworten von Prof. Klumker hielt Stadtrat Dr. Flesch einen Bortrag, in dem er die Aufgaben nnd die Weg« der Kinderfürsorge in großen Zügen zur Darstellung brachte. Kinderfürsorge ist die fürsorgliche Tätigkeit der Gesellschaft für jene Kinder, die entweder deS Schutzes einer Familie entbehren oder die, obwohl sie in der eignen Familie leben, in dieser nicht die erforderlichen gesunden Bedingungen für ihr« körperliche, geistige und sittliche Entwicklung finden. Krüpp«l- Haftigkeit, Taubheit, Blindheit, Schwachsinn von den Kindern auf der einen, Verwaisung oder Armut, Roheit, Müßiggang der Eltern auf der andern Seite, können Ursachen für di« Hilfsbedürftigkeit der Kinder sein. Demgemäß muß sich auch die Kinderfürsorge in Zweige gliedern, in benen selbst wieder, entsprechend den verschiedenen Altersstufen, sich scheiden müssen: Fürsorge für vorschulpflichtige und schulentlassene Kinder. Dr. Fesch machte seine allgemeinen Ausführungen durch Beispiele aus seiner langjährigen Erfahrung anschaulich. An den Vortrag schlossen sich zwei Besichtigungen. In der städtischen i Entbindungsanstalt hatte Geh. SanitätSrat Dr. Vömel die Führung. Er legte die Erfahrungen dar, di« er seit vierzig Jahren auf dem Gebiet der Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge gemacht hat. Er ist vielfach zu Ergebnissen gelangt, mit denen er sich bewußtermaßen in Gegensatz zu herkömmlichen Meinungen setzte, so hinsichtlich bet bedeutsamen Frage, wU lange Wöcherinnen das Bett hüten müssen. Dr. v. Mettenheimer, der Leiter der Kinderklinik deS städtischen Krankenhauses, sprach über die Gesichtspunkte, die heute bei dem Bau und der inneren Einrichtung von Kinderspitälern, sowie bei der Pflege und Ernährung der Säuglinge in ihnen zu berücksichtigen sind. Alle KursuSteilnehmer waren von dem in beiden Anstalten Gesehenen und Gehörten sehr befriedigt.
* Der Lehrvertrag. Bei Ausstellung der Lehrverträge wird immer noch zu oberflächlich verfahren. Dies« schon oft gerügte Mißstand trat auch vorgestern wieder gelegentlich einer GewerbegerichtSfitzung zu Tag«, bei der ein solcher Vertrag vorlag, auf dem sich nur die Unterschrift deS Vaters des Lehrling- und noch dazu mit Bleistift geschrieben vorfand. Für die Lehrverträge kommen aber bie Formvorschriften der §§ 125, 126 deS Bürger!. Gesetzbuches in Frage. Danach muß die Urkunde von dem Aussteller eigenhändig durch Namensunterschrift oder mittelst gerichtlich oder notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet werden. Werden über den Vertrag mehrere gleichlautend« Urkunde« ausgenommen, und daS ist bei den JnnungSlrhrvrrträgen d« Fall, so genügt eS, wenn jede Partei die für die andere Partei bestimmte Urkunde unterzeichnet. Dir Formvorschrift wird aber durch § 126 b der Gewerbeordnung noch dahin erweitert, daß der Lehrvertrag vom Gewerbetreibenden, dem Lehrling und von dessen gesetzlichem Vertreter unterzeichnet werden muß. Fehlt die Unterschrift bei Lehrling-, so ist di« schriftliche Form nicht gewahrt. Ist die schriftliche Form nicht gewahrt, so wird jedoch der Lehrvertrag nicht ungültig, die Rechte des Lehrherrn werden aber eingeschränkt. Zunächst kann der Lehrherr laut § 150 4a der Gewerbeordnung in eine Geldstrafe bis zu 20 Mk. oder Haft bis zu drei Tagen genommen werden, dann kann er nicht die Rückkehr bei Lehrlings verlangen, wenn dieser die Lehre grundlos verläßt und beide Teile verlieren den Entschädigungsanspruch, wenn das Lehrverhältnis vor Ablauf der vereinbart« Zeit beendet wird.
* Hanauer Geschichtsverein. In dem Museum ist seit dem 27. Mai ein am Heckenwingrrt bei Ostheim von Herrn Professor Wolff aus Frankfurt aufgedeckteS und dem Grschichtsverein überwiesenes Brandgrab auS der jüngeren Steinzeit ausgestellt. Besonderes Interesse erweckt dabei eine noch in der ursprünglichen Anordnung in der vou Aschen- und Kohlenresten tiefdunkel gefärbten Erde liegend« Halskette aus 32 ovalen kleinen Steinchen, die durch Punkte verziert sind, mit 5 etwas größeren Anhängern. Da« Schmuckstück hat wahrscheinlich gegen 4000 Jahre in bei Erde geruht.
* Dr. Götz-Stiftung. Aus dem 9. Krei« lagen für die diesjährige Tagung des Ausschusses der deutschen Turner- schaft 11 Unterstützungsgesuche vor, von welchen jedoch uur