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tetetieeibrudt unb »erleg bet Buchdrucker« bd v«««. n, Waisenhauses in Hanau.

General-Aiizeigkl

Amtliches

Anzeiger

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Erscheint tägüch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Bellage.

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Nr. 128 F-rnsprechanschKch Nr. 605»

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Amtliches.

Stadtkreis kjanau. Bekanntmachung.

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 29.Dezember 1908 . 16^ März 1SO9 ,

22. Januar 1909 Unb 21. Mai 1909 ausgestellte und von der Polizeibehörde genehmigte F-lltchtlinienplatt für das Gelände zwischen Kastanienallee, Weiheraraben, Salisweg und Friedhofstratze zu Hanau-Kesselstadt wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 7. d. Mts. an 4 Wochen lang auf dem städtischen Vermessungsbureau, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeit­raumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanan den 2. Juni 1909.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 13851

CT-*- _ ,, ................. ............ ..

Politische Rundschau.

Kaiser Wilhelm «nd der Zar. Die Begegnung de» Kaisers mit dem Zaren stand, wie dieVoss. Ztg." erfährt, ursprünglich nicht auf dem diesjährigen Reiseprogramm. Erst auf eine Einladung des Zaren wurde die Fahrt derHohen- zollern" in daS östliche Becken der Ostsee in daS Reise­programm eingefügt. DemNeuen Wiener Amtsblatt" wird aus Petersburg telegraphiert: Der bevorstehenden Zu­sammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm wird hier eine große politische Bedeutung beigemeffen im Sinne der Festigung der deutsch-russischen Freundschaft. Fürst BUow wixd Kaiser Wilhelm begleiten, während russtscherseits Stolypin und Iswolski im Gefolge des Zaren sein werden. Der deutsche Kaiser wird drei Tage in den russischen Gewäffern verbleiben. Die russische Presse betont, daß die Begegnung keineswegs die Isolierung Englands bedeute. Es ist aber höchst wahr­scheinlich, daß die Zusammenkunft auf die nächst« Politik Einfluß haben wird.

Die geplante Kaiferreife nach England. Eine neue Lesart über einen angeblich bevorstehenden Kaiserbesuch im kommenden Herbste findet sich in derBirmingham Post". Danach würde das Kaiserpaar nebst Tochter gegen Mitte Oktober zu einem Besuche in Windsor erwartet und nach einigem Aufenthalte sich darauf nach Schloß Sandringham begeben und dort im Familienkreise des Königs Geburtstag am 9. November mitfeiern. Gleich darauf werde die Kaiserin mit der Prinzessin nach Berlin zurückkehren, der Kaiser jedoch noch einige Wochen an der englischen Küste an einem zurückgezogenen Ort« sich ruhiger Ausspannung widmen. Der Ort selbst ist noch nicht gewählt.

Der Reichskanzler an den Ministerialdirektor Thiel. Der Reichskanzler hat an den Ministerialdirektor Thiel vom preußischen Landwirtschaftsministerium zu seinem 70. Geburtstag das nachstehende Telegramm gerichtet:Euere Exzellenz bitte ich heute, wo sie in voller Rüstigkeit das biblische Alter erreichen, meine herzlichsten Glückwünsche ent­gegenzunehmen. Möge Ihre reiche praktische Erfahrung dem preußischen Staate und der deutschen Landwirtschaft, die ihr schon viel verdanken, noch lange zu Gebote stehen. Mögen Ihnen die Freude an der Arbeit und der rheinische Humor niemals ausgehen. Reichskanzler Fürst Bülow."

Zur Reichssinanzreform. Am nächsten Dienstag werden die Finanzminister der deutschen Einzelstaaten in Berlin zusammentreten, um Stellung zu den Beschlüssen der Finanz- kommission des Reichstages zu nehmen. Nach einer Korre­spondenz trägt sich Fürst Bülow mit der Absicht, in den nächsten Tagen neuerdings die Führer der Blockparteien zu Besprechungen einzuladen. Der Reichskanzler gedenkt die Herren einzeln zu empfangen und mit ihnen die durch die Beschlüsse der Finanzkommission geschaffene Lage zu be­sprechen. An diese Audienzen sollen sich, falls die Einigungs- Versuche des Reichskanzlers von Erfolg begleitet sind, ge­meinsame Besprechungen der Blockführer unter Zuziehung der Staatssekretäre v. Bethmann-Hollweg, Sydow und v. Löbell anschließen. Wie verlautet, hat Fürst Bülow in Wiesbaden vom Kaiser den Auftrag erhalten, die Finanz­reform nicht unter Ausschluß der Linken herbeizuführen und in diesem Sinne tätig zu sein. Ueber den Erfolg seiner Be­mühungen wird der Reichskanzler dem Kaiser noch vor dessen Sommerreise berichten.

Das internationale Kolonialinstitut in Haag berret gestern über die Akklimatisation der weißen Rassen in den Tropen. Zur Sammlung von statistischem Material aus den Kolonien aller Nationen wurde ein Komitee ein­

Freitag den 4. Juni

gesetzt, dessen Mitglieder Professor Hubrecht und van Sandick- Holland, Graf Hutten-Czapski und Professor Rathzen« Hamburg, Chailleyee-PariS und Dryepont-Brüssel sind. Ueber die Frage der Bekämpfung des Opiums, sowie des Alkoholmißbrauchs in den Kolonien referierte van Deventer- Holland. In der Debatte sprach sich Staatssekretär Dern­burg über die Bekämpfung des Branntweins in deutschen Kolonien Afrikas aus und über die Notwendigkeit gemein­samen Vorgehens der kolonisierenden Nationen. Ferner sprachen Lord Reay-England, Thys-Brüssel, Vohsen-Berlin und Rathgen-Hamburg. U. a. wurde ein Antrag des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg, die Frag« der Bekämpfung deS Alkohols wegen ihrer besonderen Wichtig­keit in der nächsten Tagung ausführlich zu behandeln, an­genommen.

Der Lordmayor von London richtete an den Vorsitzenden des Festkomitees für den Besuch der Berliner Stadtvertreter einen Dankbrief, in dem er u. a. sagt, der Oberbürgermeister von Berlin und seine Begleiter seien eins in dem Lobe der Herzlichkeit ihrer Begrüßung. Ich bin voll Hoffnung schließt der Lordmayor daß der Be­such der Stadtvertretung eine Vermehrung der freundschaft­lichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zeitigen wird.

Die türkische Kammer nahm den Antrag, den Arbeitsminister Noradungian wegen der Vrrzögrrung der Arbeiten seines Ressorts zu interpellieren, an. Im Senat wurde heute das PensionSgesetz angenommen; der Konflikt mit der Kammer ist daher beigelegt. Die Verhandlungen zwischen der Pforte und der Orientbahn haben eine günstigere Wendung genommen und lassen eine baldig« Verständigung erhoffen.

China und Japan. , DasReutersche Bureau" er­fährt : China erklärte dem japanischen Gesandten in Peking, von dem vor Jahren bekämvften Vorschlag endgültig zurück­treten zu wollen, die Streitfrage betreffend die Fakumoenn- Bahn dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten, und habe den dringenden Wunsch ausgesprochen, die Verhandlungen wieder zu eröffnen, auf den Japan, wie man mit Grund annimmt, eingehen dürfte. Ferner ist infolge des Eintreffens weiterer Mitteilungen aus Peking in Tokio Grund zu der Annahme vorhanden, daß auch die abgebrochenen Unterhand­lungen über die Frage des Eigentumsrechts an dem Land­strich, zw'schen Korea und der Mandschurei und die Frage der Ausdehnung der chinesischen Bahn von dem Endpunkt außerhalb Mukdens bis nach der Stadt Mukdeu selbst gleich­falls wieder ausgenommen werden.

IeMer Verein fit WlsesnndheitGe-e.

(Unber. Nachdruck verboten). 8. u. H. Dessau, 2. Juni,

n.

Den zweiten Hauptpunkt der Tagesordnung bildete das Thema:Profilaxe und Bekämpfung der Lehrerkrankheiten mit besonderer Berücksichtigung der Volksschule". Sanitäts­rat Dr. Thiersch-Leipzig behandelte die Frage vom medi­zinischen Standpunkt aus. Nach seinen Ausführungen be­günstigt der Lehrerberuf bei vorhandener Anlage Erkrankungen des Nervensystems und der Atmungsorgane. Zur Ver­hütung dieser Erkrankungen sind notwendig: Strenge ärzt­liche Auswahl beim Eintritt in die Vorbereitungsanstalten, körperliche Kräftigung, peinliche Sauberhaltung der Unter­richtsräume und Einführung des ungeteilten Vormittags­unterrichts. Um die Frage weiter zu klären, verlangt der Redner eine Statistik der Lehrer- und Lehrerinnenkrankheiten. Auch der pädagogische Referent Rektor Endres-Rüdesheim kam in seinen Ausführungen zu dem Resultat, daß der Lehrerstand der Erkrankung einzelner Organe namentlich der Nerven und der Atmungsorgane mehr ausgesetzt sei als andere Berufsarten. Staat und Gemeinde haben aber ein großes Interesse an der Erhaltung eines gesunden Lehrer­standes. Darum sollte die Zahl der Unterrichtsstunden nicht zu groß sein, die Schülerzahl solle auch in Volksschulen nicht über 50 in einer Klasse betragen, Schulräume und Schul­einrichtungen müßten den Forderungen der Hygiene ent­sprechen. Auch müsse der Lehrer selbst sowohl in der Schule wie in seinem Privatleben für die Pflege und den Schutz seiner Gesundheit bemüht sein. Als pädagogische Korreferentin legte Fräulein A. Dörris-Hannover folgende Leitsätze vor: 1. Die nicht zu bestreitende Tatsache, daß die Krankheits­ziffer bei den Lehrerinnen im allgemeinen höher ist als bei den Lehrern, beruht zum größten Teil auf Ursachen, deren Ab­stellung möglich und notwendig ist. Vor allem muß der körperlichen Ausbildung der Mädchen während der Schul- und Seminarzeit größere Aufmerksamkeit gewidmet werden. 3. Die Ueberbürdung der Seminaristinnen mit Arbeit, insbesondere

Ferrrsprechanschlutz Nr. 605. 1909

mit Memorierstoff muß aufhören. 4. Ein erheblicher Uebel- stand liegt auch in der mehrjährigen BertretungSzeit, die bie meisten jungen Lehrerinnen vor ihrer Anstellung durchzu­machen haben. 5. ES ist durchaus zu fordern, daß die Besoldung namentlich der jungen Lehrerinnen aufgebessert wird, damit sie zu ihrer Gesundheit und Kräftigung da» Nötige tun können und nicht zu Nebenbeschäftigungeit während ihrer dienstfreien Zeit gezwungen sind. 6. Bemerkenswert ist auch, daß erfahrungsmäßig die Lehrerinnen leichtere Er­krankungen weniger zu beachten pflegen und damit öfter den Grund zu längeren schweren Erkrankungen legen. 7. G«- meinsam mit den Lehrern fordern wir gesund«, sreundllchi Schulräum«.

Die Referentin führte au«, daß schon während btt Schul- und Seminarzeit der Mädchen, in Schule und Hau«, der Grund gelegt werde zu der späteren geringeren Wider­standsfähigkeit des weiblichen Geschlecht«. Bei den Knaben sei die körperliche Erziehung ebenso selbstverständlich wU eine tüchtige Geistesbildung, bei Mädchen hielt man sie nicht für nötig, oder nicht für schicklich. Es wurde wohl ein wenig geturnt, hier und da etwa« von dem Sport genascht, aber damit warS genug. Zeigten sich dann bei dem Heran­wachsenden Mädchen die Folgen solcher Erziehung,- sucht» man mit irgend welchen Mitteln da« alle« wieder gut zu machen. Im Seminar wurde el in dieser Hinsicht eher schlimmer als besser. Die Lehrpläne und da« Examen forderten die Bewältigung eine« so großen Pensums, daß für Leibesübungen wenig Raum da war. Fester Wille und Aufregung hielten bis übers Examen hinaus aufrecht; dann kam die Reaktion. Der Typu« der Lehrerinnen ist der des im Seminar überarbeiteten, durch die Prüfung stark mit« genommenen bleichsüchtigen nervösen Mädchen«. Au« »diese« rekrutieren sich zum Teil unsere heutigen Lehrerinnen. Hier muß Wandel geschaffen werden. Diese Urbelstände müssen aus der Mädchenschule und dem Seminar verschwinden unt wir wollen hoffen, daß mit der Neuordnung der Mädchen­schule ein Schritt vorwärts getan wird. An bit Tagung schloß sich eine Sitzung der Schularztvereinigung an, aus der SanitätSrat Dr. Kunz-Wie«bad«n und Stadtarzt Dr. Oebbecke - BreSlau über die einheitlich« Organisation bei schulärztlichen Dienste« referierten.

11. EemMrsmmliH des algemeineu deutsch» LejeekiMmerckS.

(Unber. Nachdr. »erb.) 8. & H. Hamburg, 2. Juni.

Unter zahlreicher Beteiligung der im Allgemeinen deutschen Lehrerinnenverein zusammengeschlossenen Lehrerinnen Deutsch­lands tagte hier im Sagebühl'schen Etablissement die 11. Generalversammlung des Verein«, di« sich der wohlwollend« Unterstützung des Senats und der Hamburger Oberschul­behörde zu erfreuen hatte. In Vertretung der ersten Vor­sitzenden Helene Lange eröffnete Fräulein Rommel die Ver­handlungen. Nach den Begrüßungsansprachen sprach Fräulein Weichmann-Augustenburg über daS Thema: Nach welchen Gesichtspunkten ist der wissenschaftliche Unterricht in den Lehrerseminaren zu gestalten ? Die Referentin führte au«: Es frage sich, ob es wohlgetan gewesen sei, einen Unter­schied in den Lehrerinnenseminaren nach den Bestimmungen für das Höhere Mädchenschulwesen zu machen. Die Volk«- schullehrerin habe vor der höheren Lehrerin insofern einen Vorrang, als sie auf allen Stufen der Volksschule unter­richten kann, während die Lehrerin für die höhere Schule in allen Klassen nur dann unterrichten darf, wenn sie Ober­lehrerin ist. Mit einem geringeren Wissen als die Lehrerin der höheren Schille könne die VolkSschullehrerin aber unter keiner Bedingung auskommen. Zu wünschen sei r« auch, daß die beiden Seminare nicht zwei verschiedenm RessortS unterstellt würden. Am meisten empfehle sich immer noch das Einheitsseminar, wie es Elberfeld und Dortmund schon angenommen hätten. Der neue Lehrplan müsse möglichst großzügig gestaltet werden, waS freilich nur von fachkundiger Seite geschehen könne. Trotz der Vermehrung de« Lehr­stoffes sei eine Verkürzung deS Stundenplanes sehr wohl möglich. Zu bevorzugen sei das Jnternatsleben für bie Seminaristen, wie es in England gang und gäbe sei. B«- zuglich' der Fremdsprachen sei Latein für die Lehrerin der Zukunft unentbehrlich. An die Spitze der Pädagogik müsse der Unterricht in der Kinderpsychologie gestellt werden.

In einer öffentlichen Versammlung im Johanneum refe­rierte Frl. Henschke-Berlin über die Vorbildung der Lehrerinnen für den Unterricht an gewerblichen und kaufmännischen Fort- bildungsschulen. Die Fortbildungsschul« schlage die Brück« zwischen Beruf und Leben. Da sie sich auf die Realitäten des Lebens stütze, sei sie verpflichtet, auch den Lebensverhält-