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General-Auzeiger
Amtliches Organ für Stubb nnb Faa-Kreis Sanaa.
«e, Warenhaus« m Hamm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.
Serautmertl. Redakte«! *, Gch Neckar in Ha««,
Nr. 126 A-rnfprechanschlich Nr. «05.
Mittwoch den 2. Juni
Ferttsprechanfchlutz Nr. 605» 1909
Amtliches.
Eandkrds Ranau.
Infolge eines Tollwutfalles in Offenbach ist die Hundesperre über die Stadt Offenbach und die Ortschaften Bürgel, Rumpenheim, Mühlheim, Bieber, Heusenstamm und Neu- Isenburg auf die Dauer von 3 Monaten verhängt worden.
Hanau den 1. Juni 1909.
Der Königliche Landrat.
V 3176 v. Beckerath.
Gemäß Ziffer I Abs. 2 der Vorschriften vom 23. Januar 1907 (Amtsblatt Seite 55/56) hat der Herr Minister für Handel und Gewerbe dem Frauenbildungsverein in Cassel widerruflich das Recht zur Ausbildung von Gewerbeschullehrerinnen für die unter Ziffer II a bis f aufgekührten Lehrfächer (Kochen und Hauswirtschaft, einfache und feine Handarbeiten sowie Maschinennähen, Wäscheanfertigung, Schneidern, Putz, Kunsthandarbeiten) erteilt.
Hanau den 28. Mai 1909.
Der Königliche Laudrat.
V 3140 v. Beckerath.
Unter Bezugnahme auf meine Kreisblatt-Bekanntmachung vom 7. d. Mls., V 2675, in Nr. 108 des diesjährigen „Hanauer Anzeigers", bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der auf den 3. d. Mts. angesetzte Termin zur Körung .md Revision der Zuchtbullen im 4. Bezirk de« hiesigen Landkreises (W i n d e ck e n) infolge Erkrankung des Kreistierarzles Wittlinger hiermit bis auf weiteres verlegt wird.
Die Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden ersuche ich, den Bullenhaltern hiervon unverzüglich Kenntnis'zu geben.
Hanau den 1. Juni 1909.
Der Königliche Landrat.
V 3071 v. B e ck e r a t h.
Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.
Zur Bauausführung der Pumpstation an der Gips- mühle und der Kläranlage an der Landstraße Kesselstadt- Dörnigheim werden zur Vergebung ausgeschrieben:
a) die Dampframmarbeiten einschl. Lieferung der Spundwände;
b) die Lieferung der gußeisernen Einlaufschützrn, Etagen- Ablaßschieber, Aufzugswinden und dergl.;
c) die Lieferung von 800 000 Ringofensteinen;
Himmcls-Erscheinimgcn im Juni.
Der Juni ist in diesem Jahre astronomisch besonders interessant, da in ihm, wie wir nachher im einzelnen berichten werden, eine Finsternis der Sonne und eine des Mondes stattfindet. Die Sonne erreicht am 22. Juni morgens 3 Uhr 6 Minuten ihren höchsten Stand über dem Himmelsäquator, es findet also mit anderen Worten in der Nacht Dom 21. zum 22. Juni die berühmte „Sonnenwende" statt. Die Aenderung der Abweichung der Sonne vom Aequator ist so gering, daß man ihrer mit bloßem Auge kaum gewahr wird; denn zu Anfang des Monats steht die Sonne nur noch 1*/» Bollmondsbreiten von ihrer höchsten Stellung entfernt. Die erwähnte Sonnenfinsternis ist bei uns leider unsichtbar, da die Sonne zu der Zeit für uns unter dem Horizonte steht. Sie dauert nämlich für die Erde überhaupt vom 17. Juni abends 10 Uhr bis zum 18. Juni morgens 2'/» Uhr. Sie wird mit Ausnahme der Zeiten nahe Anfang und Ende total sein. Das Sichtbarkeilsgebiet erstreckt sich über Nordostasien, die nördlichen Polarländer und Nordamerika.
Der Mond erreicht am 4. Juni früh die Vollmonds- stellung und steht dabei der Ekliptik so nahe, daß er in den Kernschatten der Erde eintaucht, der in jener Entfernung noch beiläufig 2'/-mal so groß ist als der Mond. Wir sagen dann, es tritt eine Mondfinsternis ein. Die näheren Daten für diese Finsternis sind folgend«: Gegen 11"/« Uhr abends am 3. Juni wird man eine matten Trübung am linken Mondrande gewahr werden; sie rührt vom Halbschatten der Erde her, in den der Mond 11 Uhr 36 Minuten eingetreten ist. (Alle Angaben in mitteleuropäischer Seit.) Der Beginn der eigentlichen Fin- sternis findet um 12 Uhr 43 Minuten statt. Von 1 Uhr 58 Minuten bis 3 Uhr 0 Minuten ist dann der Mond völlig verfinstert. Es ist sehr wichtig, dabei auf die Färbung zu achten, da diese große Unterschiede von einer Finsternis zur andern aufweist. Merkwürdigerweise verschwindet er nie vollständig, sondern bleibt noch in einem matten, kupferroten bis schmutzig-grau-braunen Lichte sichtbar, da durch die Strahlenbrechung in der Erdatmosphäre noch etwas Licht zu
d) die Lieferung von 350000 kg Traß;
e) die Lieferung von 200 000 kg Weißkalk.
Verdingungsunterlagen und Ausführungszeichnungen können im städt. Sielbau-Bureau Hanau-Kesselstadt, Hauptstraße 3, während der Dienststunden eiugesehcn und die Ausschreibungsbedingungen, soweit der Vorrat reicht, gegen Erstattung von je Mk. 1,50 für Los a und b und von je Mk. 0,50 für Los c, d und e in Empfang genommen werden.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter am 12. Juni, Vorm. 11 Uhr, im städt. Sielbau-Bureau, Hauptstraße 3.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 1. Juni 1909.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschur. 13697
Verdingung.
Die Ausführung der Zimmerarbeiten zum Neubau der vierklassigen Gemeindeschule mit Abortgebäude in Wachenbuchen sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden.
Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung des Selbstkostenpreises von je 1 Mk. für das Los vom Unterzeichneten bezogen werden.
Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Samstag den 5. Anni, vormittags 9 Uhr, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im KreiShaus hierselbst, festgesetzten Termin statt.
Zuschlagsfrist 2 Wochen.
Hanau den 29. Mai 1909.
Stübing,
- Kreisbaumeister. 13635 Gefundene imd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weißes viereckiges Medaillon mit Photographien von Bad Schwalbach, 2 silberne Kinderringe mit blauen Steinchen, 1 Schlüsselring mit 5 Schlüsseln.
Liegen geblieben im Laden Marktplatz 8 bei Fr. Eckhardt: 1 weißer Herren-Stehkragen Nr. 34, 1 brauner Haarkamm und 1 bunter Damengürtel (schwarz-gold und gründurchwirkt). Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 kleines silbernes Geldtäschchen mit etwa 2 Mark, 1 silbernes Kettenarmband, 1 goldenes Medaillon mit Damen-Photographie, 1 schwarz-weißrot durchwirkter Damengürtel, 1 Portemonnaie mit 4.83 Mark, 1 Kneifer (auf dem Wege Hochstadt—Hanau).
Hanau den 2. Juni 1909.
ihm gelangt. Um 4 Uhr 14 Minuten verläßt er dann den Kernschatten der Erde. Leider geht er aber für uns schon vor dem Ende der Finsternis unter. Die übrigen Phasen finden dann an folgenden Tagen statt: das letzte Viertel am 11. Juni, Neumond am 18. Juni und erstes Viertelam 25. Juni.
Von den Planeten sind zu Anfang des Monats drei am Abendhimmel zu beobachten: Merkur bis 9 Uhr, VenuS bis 8'/« Uhr und Jupiter, der schon um 6 Uhr hoch im Süden steht. Merkur nähert sich dann bald der Sonne, am 7. Juni kommt er der Venus, die sich allmählich von der Sonne entfernt, bis auf 4'/, Vollmondsbreiten nahe. Den 15. Juni ist er in unterer Konjunktion mit der Sonne und deshalb um die Mitte des Monats unsichtbar. Gegen Ende des Monats kann man ihn dann von 31/* Uhr morgens ab wieder sehen. Venus vergrößert die Zeit ihrer Sichtbarkeit schon bis gegen 9 Uhr abends am Ende des Monats. Jupiter bewegt sich rechtläufig im großen Löwen und ist gegen Ende des Monats noch bis IO1/* Uhr abends zu beobachten. Dagegen werden die Bedingungen zur Untersuchung des Mars immer günstigere. Wer sich die Beobachtung der Mondfinsternis nicht entgehen läßt, wird daun auch Gelegenheit haben, diesen rötlich schimmernden Stern von halb 2 Uhr morgens ab zu sehen. Er steht im Sternbilde des Waffermanns. Auch Saturn wird man ungefähr von 2’/« Uhr ab im Osten finden können. Er steht in den Fischen und wird gegen Ende des Monats schon um 12'/« Uhr sichtbar.
Aus der Welt der Kometen haben wir einen interessanten Fall zu berichten, der den Ruf der Himmelsphotographie, der ein wenig durch die Ueberschätzung ihrer Leistungsfähigkeit bei der erhofften Auffindung des Halleyschen Kometen gelitten hatte, wieder neu befestigt. Der Komet Daniel, der im Sommer 1907 am Morgenhimmel zu sehen war, hatte allmählich durch seine große Entfernung von der Sonne soweit an Helligkeit abgenommen, daß seit dem 27. Juni 1908 selbst mit dem großen Refraktor der Nizzaer Sternwarte keine Beobachtung mehr möglich war. Da jedoch seine Bahn aus früheren Beobachtungen von Kritzinger bestimmt war, konnte man auch weiterhin seinen Ort am Himmel Voraus
Politische Rundschau.
Der Gesetzentwurf über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben sollte, nach einer parlamentarischen Korrespondenz, schon im Bundesrat auf Schwierigkeiten gestoßen sein. Wie der „Köln. Ztg." von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sind diese Angaben völlig unrichtig. Die dem Entivurf ablehnend gegenüberstehenden Staaten, gemeint sind offenbar Baden und Sachsen, haben schon darum keinen die Beratung aufschiebenden Beschluß gefaßt, weil man sich vorläufig in dem zuständigen Ausschuß überhaupt noch nicht mit der Vorlage beschäftigt hat, da das Referat noch nicht erstattet worden ist. Sobald das geschehen sein wird, wird der Entwurf in den Ausschüssen beraten werden. Aber auch dann ist bei den Mehrheitsverhâltniffen im Bundesrate an einen derartigen Beschluß nicht zu denken. Ferner wird uni aus Baden geschrieben: Handelskammern und Gemeindr- verwaltungen protestieren um die Wette gegen die Einführung von Abgaben auf dem Rhein, obwohl gerade der badische Staat seit vielen Jahrzehnten durch bie Kosten der Bauten am und im Rhein außerordentlich stark belastet ist und ein Interesse daran hätte, liefen Aufwand von den Steuerzahlern auf die SchiffahrtSinteressenten überzuwälzen. Nur vereinzelt hört man Stimmen, die einer ruhigeren Auffassung das Wort reden. Diese befürchten, daß Baden durch seinen grundsätzlichen Widerspruch den Anschluß verpaßt, und sie würden es richtiger finden, die Regierung suchte die Interessen des Landes durch rechtzeitige Einleitung von Verhandlungen zu wahren. Dazu würde u. a. die Festsetzung einer Maximalgrenzt der Abgaben auf Getreide und Kohlen gehören, wenn möglich auch eine gemisst Staffelung der Tarife für die übrigen Güter, um den Nachteil der Lage als Hinterland einigermaßen auszugleichen.
Heilverfahren für Alkoholkranke durch Landes» verstcherungsanstalten kommen mehr und mehr in Aufnahme. In größerem Umfang sind solche bis jetzt von den Landesverficherungsanstalten Rheinprovinz, SchleSwig-Holstein und Westfalen eingeleitet worden, mit recht befriedigenden, lohnenden Erfolgen, die noch besser wären, wenn die Betreffenden rechtzeitiger gemeldet und untergebracht würden. Einem Bericht des Reichsversicherungsamtes in Nr. 1 deS „Reichs- Arbeitsblattes" ist zu entnehmen: Unter den 112 männlichen und 6 weiblichen Versicherten, welche die rheinische Anstalt seit 1903 in Trinkerheilstâtten behandeln ließ, waren von den biS Ende 1906 abgeschlossenen 55 Fällen nicht weniger als 50 erfolgreich. Die Anstalt ist mit Abstinenzvereinen in Verbindung getreten und veranlaßt die auS der Kur Entlassenen solchen beizutreten, z. T. unter Gewährung eines Jahresbeitrags an die Vereine für jeden solchen Versicherten, b« ihnen beitritt. Die L.-V.-A. SchleSwrg-Holstein hat seit 1900
sagen. Nun ist es jetzt, wo der Komet in die Gegenüber stellung zur Sonne gelangt ist, nach einer Vorausberechnung des genannten Astronomen Herrn Professor Wolf in Heidelberg in der Tat geglückt, den Kometen nahe dem angegebenen Ort« auf zwei Platten zu photographieren. Dadurch wird die Zeit, welche di« Beobachtungen umspannen, um zehn Monate vergrößert, was für bie definitive Bahnb«, stimmung ein großer Gewinn ist.
Wenn wir wieder, wie es apch früher geschah, bie Sternbilder genauer betrachten, die um di« Mitte des Monats von 9 bis 11 Uhr den vom Pol nach Süden zu liegenden Teil deS Meridians passieren, so finden wir tief unten am Horizonte einen sehr auffallenden roten Stern, AntareS im Skorpion. Rechts von diesem stehen drei helle Sterne, bereit oberster «in schöner Doppelstern ist. Darüber haben wir dann noch nach Osten zu Teil« d«s Schlangenträgers oder Ophiuchus und nach Westen zu Teile der Wag«. Darüber steht der Kopf der Schlange, der schon im Opernglase wegen des Reichtums an Sternen einen reizenden Anblick gewährr. Weiter nach Norden zu liegt das schöne Sternbild der nörd- lieben Krone, dessen Sterne einen deutlich ausgeprägten Halbkreis bilden. Oestlich folgt dann das ausgedehnt« Bild beS Herkules, nördlich davon haben wir noch einige Stern« bei Drachens und den kleinen Bären zu erwähnen. H. K.
JO mm Naturtheater in $it86«5tn.
(Unber. Nachdr. verb.) S. & H. Wiesbaden, 30. Mat.
Mit Ernst v. Wolzogens Festspiel „Die Maibraut" wurde am heutigen ersten Pfingstfeiertage daS neue Naturtheater eingeweiht, das bie Stadt Wiesbaden in ihrem altb«rühmt«n Nerotal« als neueste Sehenswürdigkeit des WeltkurorteS geschaffen hat. Mit einem mystisch-dramatischen Spiel au« den letzten Zeiten des Heidentums 'in Germanien ist bie eigenartige Anlage eingeweiht worden, der bte Lösung bei durch den übermäßigen Ausstattungspomp der Großstadt- bühnen akut gewordenen Frage bringen soll, durch Ber- meidung jeglichen, die Aufmerksamkeit ablentenden Beiwerts eine Vertiesung des dramatischen Kunstwerks h«rb«i-uführ,a