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furnier K Anzeiger

Be$*g3yrrth

»»«MjihrNch 1,80 M., m«n»Üich 60 ^, für u». »ästige Abonnenten mit Sem betreuenden P»ftauffcht«^ DU eiaaeltw Nummer testet 10 Pfz.

HotânLdruck und Verlag »er Buchdrucker« de» seret». o, Baiito^imtM in Hemau.

Gtntral-Anzeigrr

Amtülhes Organ für Stadt- and Landkreis Zanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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DU fäLfgespâa« Petcheüe »d« deren »iE 30 M, M Bffl^^tfji die Aelle 36 ^

vermitmartl. Siäaktrurr «. Tcheecker ü HatM.

Mr. 117 Frrnsprechanschlittz Nr. 605»

Freitüg den 21. Mai

Fernsprechanfchlrch Nr. 605. 1909

Die kitlSkNilMtr nmfrtf nin d.MerhMMlÜ

13 Seiten.

Hierzu

Amtliche Beilage Nr. O".

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Sämtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Lieferung des Ochsenfleisches für die Klein­kinderschule und Kinderkrippe für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezembdr 1909 soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Der Bedarf für diese Zeit beträgt etwa 350 Pfund.

Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 5. Juni er. im Zimmer Nr. 14 des Rathauses ab­zugeben.

Hanau den 18. Mai 1909.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Hild. 12917

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Neupftasterung des Straßenkreuzes Vorstadt / Kleine Hainstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Siadtbauamt, Rat­haus, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Montag den 24. d. M., vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin ein­zureichen.

Die ©röffiumg der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 15. Mai 1909.

Der Magistrat.

Hild. 12831

Bekanntmachung.

Es ist in letzter Zeit wiederholt Beschwerde eingelaufen, daß Personen bei der Pflege der Gräber auf dem städtischen

Pariser Briefe.

Don einem nach Paris verschickten Hanauer.

Paris, 18. Mai 1909.

I.

Sehr geehrter Herr Redakteur!

Waren Sie schon einmal in Paris? Aber ich, seit gestern. Mit einem Kollegen, der hier auch Schmuck- und sonstige Schönheiten studieren soll. Aber sehen Sie, so geht's, wenn der Provinzler in die Großstadt fährt, zumal in die Großstadt einer fremden Nation, er macht anfangs nichts als Dummheiten. Nachdem ich am Sonntag mir noch hatte die Haare schneiden und ein deutsches Bad bereiten lassen, war ich am Montag früh so aufgeregt, daß ich zweimal verkehrte Schlüffel zu meinem Geschäftszimmer von Hause mitnahm und also zweimal wieder umkehren mußte, um die richtigen zu holen. Denn ich mußte meinem Herrn Chef noch einen Brief auf seinen Platz legen. Natürlich ließ ich ihn aber in dem Buch liegen, in dem ich ihn mitgebracht hatte.

Nun sah ich ein, daß ich zu Fuß den Ostbahnhof nicht mehr rechtzeitig erreichen konnte. Ich eilte daher zur Ehren- jaule, um unsere mit Recht so berühmte Trambahn zu fassen. Aber dort steht, daß sic erst um 6.32 Uhr von da nach dem Bahnhof absährt und mein Zug wollte das gleiche schon um 6.22 Uhr tun. DaS war also nichts, rien sagt der Fran­zose. Ich war schon der Verzweiflung nahe, da, denken Sie, erscheint eine wirkliche Hanauer Droschke, Taxameter auf Gummirädern, und bringt mich im Nu ans Ziel. Wahrlich, ich fühlte mich fast schon in Paris.

Am Bahnhof stand schon mein Kollege und fragte mich, warum ich mir gleich zu Anfang der Reise eine so soft» fpiel'ge Ausgabe wie die Droschke geleistet hgtte, es feien ja noch 22 Minuten Zeit. Sehen Sie, Herr Redakteur, das macht alles die Aufreguna wenn man das Reisen nicht ge­wöhnt ist.

Friedhofe welke Blumen, Kränze usw. an den Nachbar- gräben: oder auf den Wegen abgelegt haben. Nach § 12 der Friedhofs-Ordnung vom 22. Juni 1900 und § 8 der Polizei-Verordnung für den städtischen Friedhof müssen solche Gegenstände auf den dafür vorgesehenen Platz verbracht werden.

Wir bringen diese Bestimmung hiermit in Erinnerung mit dem Hinzufügen, daß der Friedhofs-Aufseher Zuwider­handlungen anznzeiqen verpflichtet ist und letztere mit Geld­strafe bis zu 30 Mf ^ (m Unvermögensfalle mit entsprechen­der Haft bestraft werden.

Hanau den 13. Mai 1909.

Der Magistrat.

Hild 12731

Bekanntmachung.

Die der Stadt Hanau gehörigen in der Gemarkung Großauheim gelegenen Grundstücke B 248, 250 und 282 (Acker im Auerneck neben dem Main) = 17 ar 60 qm sollen am

Samstag den 22. Mai 1909, vormittags 9 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Kaffe, Rathaus, 1. Oberge'choß, Zimmer 4, öffentlich verpachtet werden.

Pachtliebhaber werden hierzu eingeladen.

Hanau den 17. Mai 1909.

________________Stadthaupttafse.____12805

Konkursverfahren.

Ueber den Nachlaß des am 21. Dezember 1908 ge­storbenen Rentners August 2Scn|cl in Hanau, ist heute am 19. Mai 1909, vormittags 11 Uhr 15 Minuten, das Konkursverfahren eröffnet. Der Sensal Friedrich Rauscher in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt. Offener Arrest und Anzeigepflicht bis zum 15. Juni 1909» Termin zur Anmeldung am 16. Juni 1909» Erste Gläubigerversammlung am 16. Juni 1909, vor­mittags 11 Uhr. Prüfungstermin am 30. Juni 1909, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau Marktplatz Nr. 18 Zimmer Nr. 5.

Hanau den 19. Mai 1909. 12951

Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts 5.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kaufmanns Samuel Simon in Hanau, Inhabers der Firma Samuel Simon, ist heute am 19. Mai 1909, vormittags 9 Uhr 43 Minuten,

Wir fuhren nun mit dem v Zug nach Frankfurt-Haupt- bahnbof und bestiegen hier den Pariser Eilzug, der um 7 Uhr II Min. abgeht. In unheimlichem Tempo ging eS zwischen Regen und Hagelschlag nach Mainz-Bingerbrück, von da daS herrliche Nahe-Tal entlang und schließlich landeten wir in Metz, wo wir, Gott sei Dank, entgegen dm Ratschlägen eines freundlichen Schaffners, kein Mittagessen bestellt hatten, denn wir hatten Verspätung und der Aufenthalt wurde auf 5 Minuten abgekürzt. Ach, wenn wir nur wenigstens etwas zu trinken gekriegt hätten. Ich glaube, ich hätte in diesem Moment sogar Milch oder Aepfelwein getrunken. Aber nichts von allem, rien du tout sagt der Franzose. Vielleicht sagte sich der Bahnhof-Restaurateur, der Aufenthalt sei viel zu kurz zum Trinken. Ja, er war.auch zu noch anderem zu kurz. Ich hatte nämlich ein Telegramm aufzugeben. Ein Bahnbeamter eilte damit und mit einem Dreimarkstück zum Amt. Er sei im Moment wieder zurück. Das war er auch. Aber da schob mich gerade der Schaffner fluchend in mein Kupee und der Zug dampfte schon hinaus, während ich noch mit einem Bein auf dem Trittbrett hing und wehmütig den verlorenen. 2,40 Mark nachsah.

Bald hatten wir die französische Grenze erreicht. In Frouard müßten wir umfingen, hatte der Schaffner gesagt. Allein schon in Pagny hieß es ausstei'gen zur Zollrevision. Da wir, wie ich annehmen mußte, in demselben Zug bis Frouard weiterreisen würden, nahm ich nur mein Gepäck mit heraus. Aber, denken Sie, Herr Redakteur, als wir eben nach überstandener Zollrevision wieder auf den Perron Heranstraten, fährt gerade der ganze Zug zum Tempel hinaus und mit ihm mein treuer Hendschel-Fahrplan, den ich mir erst tags zuvor für zwei Mark gekauft hatte, und ein Schweinekoteleite, die einzige Requisition aus Metz. Na, was war zu machen, wir fuhren eben allein weiter und kamen denn auch abends nach etwa 14 stündiger, tätlicher Fahrt in der Lichtstadt an. Wie wir unfreiwillig fast ganz ' anderswohin gekommen wären und alles weitere sollen Sie

das Konkursverfahren eröffnet. Der Sensal Friedrich Rauscher in Hanau ist zum Konkursverwalter ernannt.

Offener Arrest und Anzeigepflicht sowie Termin zur An­meldung bis zum 17. Juni I9O9. Erste Gläubigerver- sammlunq am 18. Juni 1909, vormittags 91/» Uhr, Prüfungstermin am 2. Juli 1909, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 hier Marktplatz Nr. 18 Zimmer Nr. 5.

Hanau den 19. Mai 1909. 12953

Der Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts 5.

Verdingung.

Die Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz- tm» Schmiedearbeiten zum Neubau einer vierklassigen Schule mit Nebengebäude in Wachenbuchen sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden.

Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung bei Selbstkostenpreises von je 2 Mk. für das Los vom Unter­zeichneten bezogen werden.

Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Freitag den 28. d. Mts., vormittags 9 W< 'm Dienst­zimmer des Unterzeichneten, im KreiShaus hierselbst, fest­gesetzten Termin statt.

Zuschlagsfrist 2 Wochen.

Hanau den 19. Mai 1909.

Stübing, KreiSbaumeister. 12909 politische Rundschau.

Die Reichsfinanzreform. Der Zentralvorstand btt Nationalliberalen Partei nahm in einer sehr zahlreich be­suchten Sitzung eine Resolution an, in der er den Anschau­ungen der nationalliberalen Reichstagsfraktion beitritt, daß angesichts der Finanznot des Reiches die Mehrbelastung der Mafsen-Gennß- und Verbrauchsartikel um annähernd 400 Millionen Mark unumgänglich und auch erträglich ist unter der Voraussetzung, daß weitere 100 Millionen an Steuern auf den Besitz gelegt werden. Der Zentralvorstand hält hierbei in Uebereinstimmung mit der Reichstagsfraktion die allgemeine Besitzsteuer für die notwendige Vorbedingung bei Zustandekommens der Reform und betrachtet nach Ablehnung der Reichsvermögenssteuer die erweiterte Erbschaftssteuer unter Heranziehung der Kinder und Ehegatten in kinderloser Eh« als die zurzeit allein mögliche, am wenigsten drückende und die Finanzhoheit der Bundesstaaten am meisten schonend« Form einer solchen allgemeinen Besteuerung des Besitzes. Die nationalliberale Reichstagsfraktion werde, wie der Zentral­vorstand vertraue, auf diesem ihren Standpunkt verharren, im nächsten Brief erfahren, denn es ist jetzt Zeit, in den PariserSalon* und in die rue de la paix zu gehen. Sie kennen ja die Friedensstraß« in Frankfurt. Die hier ist ähnlich, nur ziemlich anders.

Mit ergebensten Grüß« Ihr Frèdèrie.

Seite Kettßreit IMer Wännergefnnfl-Bertine.

(Uuber. Nachdr. vab.) 8. & H. Frankfurt, 20. Mai.

IV.

Mit mächtigen Akkorden bat am Himmelfahrtstage bet Dritte Wettstreit deutscher Männergesangvereine um den vor Wilhelm n. gestifteten Kaiserpreis in der HandelSmelropol« am Main eingesetzt, nachdem bereits am gestrigen Abenk das Begrüßungskonzert der Frankfurter Sänger in Gegen­wart des Kaiserpaares vorangegangen war. Ein wunder­volles Frühlingswetter begünstigt die großartige Veranstal­tung, zu der einschließlich der Zuhörer gegen 20000 Sänger aus dem ganzen Deutschen Reiche und auch aus dem Aus­lande herbeigeströmt sind. So ist Frankfurt in diesem Jahre dasZentrum des deutschen Männergesangs", zu daS der Kaiser nach einer gestrigen Aeußerung an den Erbauer der koloffalen Festhalle, Professor v. Thiersch, die Stadt ausge­staltet sehen möchte, und daS es für gewisse ehrgeizige Kreis« der Mainstadt heute schon ist. Nach enthusiastischer Be­grüßung durch eine Menschenmenge, die an Zahl die Ein­wohnerschaft einer mittleren deutschen Stabt darstellte, würd« der Kaiser nach der Hofloge geleitet. Leider war der ge­waltige Raum der musikalischen Seite der Veranstaltung nicht besonders günstig. Den Massenchor mit seinen 210Q. Sängern beeinträchtigte ebenso wie die Instrumentalmusik an allen Fortestellen naturgemäß ein Widerhall, der die un­geheure Wucht der Chöre und einen richtigen Genuß nicht gut auskommen läßt. Das mit großem Gefolge erschienen« Kaiserpaar wurde beim Betreten der Festhalle mit Hochrufen und dem allgemeinen Gesang der Nationalhymne begrüßt. Dann folgte Richard WagnersKaisermarsch", dessen Schluß- satze der Kaiser stehend anhörte. Hieran schloffen sich bie