Erstes Blatt.
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vttEtchShrKch 1,80 M., manaüich 60 Psg., für au» »Laigr Äboonenten mit dem betresieuden Postaufschl-» Di« einzelne Nummer tast« 10 Pf»
General-Anzeiger
Jt»Uti»nBbni8 und Verlag der Buchdruckers de» verein, o, Waisenhauses i« Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Fandkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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verautwortl. Redakteur: E. Och re ck«r A Pmm».
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Die ievtigeNmmer msaßt außer H.AterhMWMK
14 Seiten. *
Amtliches
Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.
Es ist in letzter Zeit wiederholt Beschwerde eingelaufen, daß Personen bei der Pflege der Gräber auf dem städlischen Friedhofe welke Blumen, Kränze usw. an den Nachbargräbern oder auf den Wegen abgelegt haben. Nach § 12 der Friedhofs-Ordnung vom 22. Juni 1900 und § 8 der Polizei-Verordnung für den städtischen Friedhof müssen solche Gegenstände auf den dafür vorgesehenen Platz verbracht werden.
Wir bringen diese Bestimmung hiermit in Erinnerung mit dem Hinzufügen, daß der Friedhofs-Aufseher Zuwiderhandlungen anzureigen verpflichtet ist und letztere mit Geldstrafe bis zu 30 Mk., im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft werden.
Hanau den 13. Mai 1909.
Der Magistrat.
_ Hild 12731
Königliches Gymnasium
Die Kohlenliefet »tnq (700 Ztr. Anthracit Nuß II und 50 Ztr. gewöhnliche Nuß I) soll für das Rechnungsjahr 1909 unter Abschluß eines schriftlichen Vertrages an den Mindestfordernden vergeben werden. Angebote (einschließlich sämtlicher Transportkosten) erbitte ich versiegelt und mit Unterschrift unter Angabe der Bezugsquelle (Zeche) bis zum Samstag den 22. Mai. Die genaueren Bedingungen können an Werktagen zwischen 11 und 12 Uhr vormittags beim Schuldiener eingesehen werden.
Hanau den 13. Mai 1909.
Der Königl. Gymnafialdirektor.
Dr. Braun. 12729
Gefundene mid verlorene Genenstöndc re.
Gefunden: 1 goldene Damenuhr mit Monogramm A. R., 1 Manscheltenknopf mit grünem Stein, 1 Schlüsselring mit 8 Schlüsseln, 1 Jnvalidenversicherungsmarke der 5. Klasse.
Verloren: 1 goldene Schmetterlingsbrosche, 1 Schlüssel und 1 Schlinke an einer Schnur.
Hanau den 18. Mai 1909. -
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Sie limgeimifl Sams in da jiiiinettn Steiiijeit.
(Schluß des Vortrags Prof. Dr. Wolff.)
Meine hochverehrten Damen und Herren!
Ich habe bereits angedeutet, worin die singuläre Bedeutung unserer Funde beruht. Einmal waren bisher in Westdeutschland noch keine Brandgräber aus der Steinzeit gefunden, und man nahm daher hier allgemein an, daß die Sitte des Verbrennens der Toten an Stelle der Bestattung erst in der Metallzeit und auch dann erst ganz allmählich aufgekommen sei, und zweitens hatte man wohl hier und da durchbohrte und durch eingebohrte Punkte verzierte Kiesel gefunden, aber noch nirgends in größerer Zahl als Grabbeigaben und so, daß man ihre Zugehörigkeit zu Schmuckketten erkannt hätte. Nach beiden Seiten hin haben daher unsere Funde, als sie zum ersten Male auf dem Verbandstage zu Dortmund jetzt gerade vor Jahresfrist und dann wieder im vorigen August bei Gelegenheit des Frankfurter Anthropologenkongresses vorgelegt wurden, allgemeines Erstaunen erregt, und unser bisher den Neolithikern so gut wie unbekanntes Hanauer Vereinsgebiet ist dadurch mit eineln Schlage in den Vordergrund wissenschaftlichen Interesses für diese Kreise gerückt worden. Die Namen unserer Hanauischen Dörfer Marköbel und Butterstadt, Windecken und Kilianstädten sind in denselben fast so bekannt wie die der klassischen Fundstätten gestreckter und hockender Skelette in der Umgebung von Worms : Monsheim, Nierstein, Hinkelstein u. a. Wie kommt es nun aber, daß in einer Landschaft, in der wir in wenigen Monaten Dutzende von Brandgrâbcrn mit den beschriebenen Beigaben und Hunderte zu ihnen gehöriger Wohnstätten gesunden haben, vor wenigen Jahren auch noch keine Spuren von der einstigen Existenz ihrer Bewohner geschweige denn von deren Gräbern erkannt worden waren?
Die Steinchen sind eben so klein und unscheinbar, ihre Ornamente, wenn Punkte und Linien mit der gleichfarbigen,
Dienstag den 18. Mai
Hus Hanau Stadt und Tand.
Hanan, 18. Mai.
g. Ausflug des Kirchenchores der Johannis- kirche. „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus", so dachten auch die Mitglieder des Johanniskirchenchores und unternahmen am verflossenen Sonntag eine Wanderfahrt über den Buchberg nach Langenselbold. Zwar stand die Sonne schon hoch am Himmel, als sich eine stattliche Schar am Nürnbergertor versammelte, um gemeinsam in den herrlichen Maicntag hinein zu wandern. Unter fröhlichem Geplauder war gar bald die Schatten und Kühle spendende Bulau erreicht. Und wir zogen dahin auf den wohlbekannten Wald- pfaden, vorbei an mancher trauten Stätte, die unsrer Kindheit frohe Spiele gesehen. Nach l1/* Stunden wurde Niederrodenbach erreicht und hier mit dem übrigen Teil der Gesellschaft, der bis zu genanntem Orte die Bahn benutzt hatte, zusammen getroffen. Gemeinsam ging es nunmehr hinauf auf des Buchberges Höhen. Wenn auch jetzt schon der Buchberg als Aussichtspunkt, etwa wie der Hahnenkamm, nicht in Betracht kommen kann, so konnte man sich doch davon überzeugen, daß die Aussicht in Aussicht steht. Aber sei dem wie cs sei, schon der prächtige Wald lohnt eine Wanderung dorthin auch schon heute. Oben auf der Hohe wurde eine kurze Rast gemacht und alle Freude über die Schönheit der Natur im Frühlingskleide klang hinaus im Lied und die Töne verwoben sich harmonisch mit dem leisen Rauschen des Waldes, und das Echo gab es jubelnd zurück: „So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling." Nah einstündigem Marsche , trafen die Teilnehmer gegen 5 Uhr am Ziele der Wanderfahrt, dem Restaurant „zum Isenburger Hof" ein. Der schöne, geräumige Saal war dicht gefüllt und konnte man jetzt erst recht sehen, wie viele der Einladung des Vereins, mit zu pilgern in die herrliche Gotteswelt, Folge geleistet hatten. Herr Restaurateur Gerhold sorgte, wie besonders hervorgehoben sein soll, in anerkennenswerter Weise für das leibliche Wohlergehen seiner Gäste. Nachdem der erste Chor verklungen, hieß Herr Pfarrer Fuchs die so zahlreich erschienenen Mitglieder nebst Angehörigen herzlich willkommen. Herr Schwellenberg dankte im Namen aller mit beredten Worten dem Kirchenchor für all das Schöne, was heute geboten wurde. Schnell flogen die wenigen Stunden des gemütlichen Beisammenseins dahin und krackte ein Extrazug der Kleinbahn alle Teilnehmer um 10 Uhr nach Hause. Alle aber, welche an der schönen Wanderfahrt teilgenommen, werden die verlebten Stunden nicht vergessen. Wünschen und hoffen wir, daß der Kirchenchor noch recht viele solcher Ausflüge in unsere, an Naturschönheiten so reiche, engere Heimat unternimmt.
von der Asche dunkel gefärbten Erde ausgeiüllt sind, selbst für ein scharfes Auge so unsichtbar, daß es kein Wunder ist, daß sie, auch wenn der Pflug einzelne zutage gefördert hatte, unbeachtet geblieben waren. Die dunklen Stellen an sich aber sind, wenn sie überhaupt in die Augen fallen, von denjenigen, die von Wohngruben herrühren, nicht zu unterscheiden. Noch vor 20 Jahren hat man bei der Auffindung neolithischer Gruben, so z. B. derjenigen von Eschborn bei Cronberg, sich gestritten, ob man es mit Abfallgruben oder mit Gräbern zu tun habe. Dann aber wurde es infolge der epochemachenden Funde von Worms zu einer Art wissenschaftlichen Dogmas, daß in der Steinzeit nur bestattet worden sei, so daß selbst die einwandfreien Mitteilungen über die Auffindung neolithischer Brandgräber in Ostdeutschland den dominierenden Prähistorikern des Rheinlandes verdächtig erschienen. Es mag wohl noch manches Brandgrab, nicht nur in unserer Gegend, unerkannt vom Dampfpfluge aufgerissen sein, noch manches durchbohrte Steinchen unentdeckt auf Ackerschollen umherrollen, welches eine durch unsere Berichte geweckte regere Aufmerksamkeit und ein geschärfter Blick vielleicht bald entdecken wird. Unsere Ueber- ; e u g u n.g a b e r, d a ß w e n ig st e n s in der Um gc b uu g derHohen Straße und im Niddertale die Leichenverö'rennung bereits in der letzten Periode der jüngeren Steinzeit allgemein üblich war, hat inzwischen bereits eine überraschende Bestätigung erfahren. Gerade vor Jahresfrist wurde mir von Bausch, der beauftragt war, die im Niddertalc bei Eisenhahnbauten und anderen Arbeiten hergestellten'Erdeinschnilte abzusuchen, gemeldet, daß bei einer Vertiefung V§ Grenzgrabcus zwischen den Gemarkungen Kilianstädten und Büdesheim, der zugleich die hessisch-preußische Landesgrenze markiert, römische Gräber angeschnitten seien. Eine Besichtigung ergab die Richtigkeit der Meldung. Zugleich aber sahen wir in einem neu angelegten Abwässerungs- graben. der die nordöstlichste Spitze des Kilianstâdter Ge-
Fernsprechanschlnst Nr. 605. 1909
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* Olympische Spiele. Ein ganz ungeahuteS Resultat erbrachte der am letzten Samstag vorgesehene Meldeschluß, indem über 40 auswärtige Vereine mit über 150 Nummern meldeten. Vielen diesbezüglichen Anfragen gerecht zu werden, wurde der Meldeschluß bis zum Freitag den 21. Mai, abends 8 Uhr, verlängert. Ganz besonderes Interesse nehmen die beiden morgens stattfindenden Konkurrenzen, 25 Km.-Gehen und der 20 Km.-Armeegepäckmarsch in Anspruch. Die zu letzterem nötigen Ausrüstungen wurden in sehr entgegenkommender Weise vom Jnf.-Regt. Nr. 166 zur Verfügung gestellt, ebenso den Angehörigen des Regiments die Teilnahme am Marsche selbst gestattet. Und so kann man heute schon mit Recht annehmen, daß der 23. Mai ein Markstein in der Geschichte der Leichtathletik für Hanau bedeutet. Hoffen wir, daß das sporiliebende Publikum sein geschätztes Interesse durch lebhafte Teilnahme bezeugt.
* Der Verband der Vereine Kreditreform (zum Schutze gegen schädliches Kreditgebend dem auch der hiesige Verein Kreditreform angehört, hält in den Tagen vom 24.-26. Juli 1909 in Freiburg i. Breisgau seinen die«, jährigen 28. Verbandstag ab. Dem Verbände gehören z. Zt. zirka 370 Vereine, sowie die gleiche Anzahl Filialen und Vertretungen an. Die Vereine Kreditreform befassen sich mit dem provisionsfreien Einziehen von Forderungen mittels des Mahnverfahrens, sowie mit der Erteilung von Auskünften auf alle Plätze der Welt. An zirka 750 Orten des In- und Auslandes erhalten die Mitglieder und deren mit Legitimationskarten ausgerüstete Reisende unentgeltlich mündliche Auskünfte. Interessenten erhalten nähere Auskunft durch die Geschäftsstelle des hiesigen Vereins Marktplatz 4.
* Zur Warnung. In der Zeit vom 25. April bis 7. Mai 1909 hat ein Unbekannter in Frankfurt a. M. dadurch Betrügereien verübt, daß er in besseren Restaurationen zechte und schließlich an den Kellner daS Ansinnen stellte, ihm einen Hundertmarkschein zu wechseln. Unter irgend einem Vorwande lenkte er die Aufmerksamkeit des Kellners ab und verschwand mit den 100 Mark, ohne den Schein dafür abzugeben. Die Zeche wurde ebenfalls nicht bezahlt. In einem Falle mißglückte der Betrug und er ließ seinen Stock zurück. In diesem Falle war er in Begleitung eines Frauenzimmers, welches ebenfalls unter Zurücklassung des Jacketts unbekannt entkam. Beschreibung: 1,75—80 m groß, schlank, 28 bi» 30 Jahre alt, schwarze, hochgekämmir Haare, kurzen schwarzen Schnurrbart, lückenhafte Zähne, dunklen Taint.
* Der Werkmeister-Bezirksvereitt Hanau unternimmt am HimmelfahrtStage einen Frühspaziergang durch die Bulau mit Großauheim al» Endpunkt. Nähere» ist au» dem Inseratenteile ersichtlich.
* Das HahnenkammhauS ist täglich geöffnet. ts^Bfss^^s^^^sgesess^ssstisss^^f^ifsnfssg^sssBi meindewaldrS, gegenüber dem neuen Büdesheimer Bahnhöfe, durchschnitt, brandige Stellen, die unseren Butterstädter Gräbern auffallend ähnlich waren. Einige neolithische Scherben, die sich in der Umgebung fanden, rechtfertigten eine planmäßige Durchforschung des Waldstücke». Der Erfolg war ein höchst günstiger. Zuerst wurde ein Brandgrab aufgedeckt, welches, im übrigen den 9 Klm. entfernten von Marköbel völlig gleich, als Beigabe 4 an den Wurzeln durchbohrte Wolfs- oder Hundszähne enthielt, wie sie in römischgriechischer Zeit als apotropäische Anhänger, heute gedankenlos als Berloquen getragen werden. Im Laufe des Sommers aber und im folgenden Winter wurden teils in der Waldeck«, teils unmittelbar vor derselben auf dem zum Großherzogtum Hessen gehörigen Felde noch 12 weitere Brandgräber gefunden, in welchen meist unmittelbar auf dem gewachsenen Boden unter der Asche je zwei Plättchen aus Tonschiefer lagen. Das eine von rechteckiger oder ovaler Form zeigte zwei, das andere dreieckige eine Durchbohrung am Rande. Wie die Art der Durchbohrung, so verriet auch die Lage der Plättchen, daß sie einst aneinander gebunden und so inS Grab gelegt worden waren. Auch der Umstand, daß die mit den ovalen Plättchen zusammen gefundenen dreieckigen an der durchbohrten Seite der Rundung des anderen Stück-s entsprechend konkav eingebogen waren, so daß sie eine mehr herzförmige Gestalt halten, bewies die Zusammengehörigkeit. Wir hatten es hier mit Doppelanhängern zu tun. Ueberraschend war aber auch hier die Uebereinstimmung der Ornamente, die auf der einen Seite der Plättchen eingeritzt und eingebohrt waren mit denjenigen der Gesäßscherben, die in der Umgebung der Gräber und zum Teil in denselben gefunden wurden. Daß aber die im Walde und die aus dem Felde gefundenen Gräber, wie schon die Nähe der Fund- Nellen beweist, zu einer Gruppe gehörten, dafür spricht auch der Umstand, daß in einem der Büdesheimer Gräber wiederum statt der Schieferplättchen zwei gebogene, an den Wurzeln durchbohrte Tierzähne, diesmal von einem kleinen Pferd, gr-