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General-Anzeiger

Amtliches Organ für AM- und Landkreis Zavaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SinriickungSgebSdr,

Die süch gespalten« Petttjeil« oder deren Rem W Pk-, im L«eiameat»il bi« Zeit« 36 Pt»

Berantmortl. ««dakteur- «. «cheoSo, in H«au.

Nr. 114 F-rnfprechanschliitz Nr. 605»

Amtliches.

Candkreis Hanau.

Der Maurermeister Johannes Ebert II. in Neu­wiedermuß ist zum Bürgermeister dieser Gemeinde ge­wählt und bestätigt worden.

Hanau den 15. Mai 1909.

Der Königliche 8 and rat.

A 2362 v. Beckerath.

Stadtkreis Hanau.

Sitzung der Studtverordneten- Bersummlung

am Freitag den 2t Mai 1909, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Theatervertrag Anträge Beyer und Genossen.

2. Entwässerung von Hanau-Kesselstadt.

3. Baufluchtlinienplan für das Gelände zwischen Kastanien­allee, Weihergraben, Salisweg und Friedhofsstraße.

4. Uebertragung der Mitttel für den weiteren Ausbau der Rückertstraße auf Rechnungsjahr 1909,

5. Abänderung des Fluchtlinienplanes für das große Rohr.

6. Erwerb von domânensiskalischen Grundstücken an der Aepfelallee.

7. Ausbau des Fischerhüttenweges.

8. Aufstellen einer neuen Fuhrwerkswage.

9. Beschaffung von Baumkörben.

10. Beschaffung von Rasenjchutzgeländern.

11. Beschaffung von Bänken für den Schloßgarten.

12. Einstellung eines Kanzleigehilfen für die Kanzlei der Zeniralverwaltnng.

13. Bewilligung der Mehrforderung des Schreinermeisters Loos für die für das Direktorzimmcr der Fortbildungs­schule gelieferten Möbel.

14. Gesuch des Konditors Deblon um bauliche Herstellungen in den von ihm gemieteten Räumen im Hause Markt 14.

15. Aufstellen von 6 Laternen in der Freigerichtstraße.

16. Erhöhung der Vergütung des Marktmeisters Wagner für Ueberwachung der Laternen.

17. Gehaltszulagen für die Betriebsbeamten rc. der Gas- rc. Werke.

18. Endgültige Anstellung des Straßenmeisters Methfessel.

19. Festsetzung des ruhegehaltsberechtigten Dienstalters des Boten Raab.

20. Verkauf des Hauses Hintergasse 10 zu Hanau-Keffelstadt.

21. Haushaltsplan für 1909.

Die Umgebung Kami in der jüngeren Steinzeit.

Den in der Jahresversammlung des Hanauer Geschichts­oereins am 10. Mai d. I. gehaltenen Vortrag des Herrn Professors Dr. G. Wolff- Frankfurt a. M. überDie Umgebung Hanaus in der jüngeren Steinzeit" bringen wir nachstehend wortgetreu zum Abdruck:

Meine hochverehrten Damen und Herren!

Gestatten Sie mir zunächst, meiner Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, daß es mir nach längerer Zeit wieder einmal vergönnt ist, im Kreise der Hanauer Geschichtsfreunde über neue Entdeckungen auf dem Gebiete der Hanauischen Lokalgeschichte zu berichten. Als ich vor 20 Jahren Ihre Stadt verließ, da habe ich nicht geahnt, daß das Hanauer Land und seine Vorgeschichte mich so festhalten würde, wie es geschehen ist. Wohl sind mir infolge der regen baulichen Tätigkeit, welche Behörden und Private ent­wickelt haben, manche Teile der Stadt, besonders der Vor­städte, fremd geworden; aber draußen im Büchertal und in der Südwetterau, in dem Gebiete, welches neben der Stadt das Arbeitsfeld des Hanauer Geschichtsvereins ist, der ja Dank der freundlichen Würdigung meiner bescheidenen Mit­arbeit auf diesem Felde dauernd auch mein Verein geblieben ist: da sind mir Land und Leute, Wege und Stege heute so bekannt, wie es selbst in der Zeit meines Hanauer Aufent­haltes kaum der Fall gewesen ist, und wie es, ich darf dies wohl ohne anmaßend, zu sein, sagen, kaum bei vielen ge­borenen Hanauern der Fall sein dürfte.

Wie dies gekommen ist? Ich war kaum 2 Jahre von Hanau fern und hatte mich in meiner neuen Heimat und ihrer Geschichte zurecht gefunden, da nötigte mich die Bildung der Reichs-Limeskommjssion, in der mir neben dem Hanauer Limes auch das ganze Hinterland desselben zwischen Vogels­berg und Taunus als Arbeitsfeld überwiesen wurde, zu wochen- rind monatelaugem Aufenthalt und dann wieder zu

Montag den 17. Mai

22. Gesuch des Kaninchen-Zuchtverein» um Stiftung von Ehrenpreisen für d-e Kaninchenausstellung am 3. und 4. Juli d. Js.

23. Festsetzung der Entschädigung für Quartierleistungen im Rechnungsjahre 1909.

24. Versicherung gegen Haftpflicht für Unfälle rc., welche durch den Zuchteber herbeigeführt werden.

25. Gewährung einer Vergütung an den Chemiker Dr. Braunmüller für Untersuchung des Wassers deS Wil­helmsbader Brunnens.

26. Gesuch der Diakoniffenstation Langstr. 61 um Erlaß des Wassergeldes und der Kanalgebühr.

27. Ueberschuß der städtischen Sparkasse 1908.

28. Gesuch des A. Kistelstein in Schwenningen um Er­mäßigungen der Beerdigungsgebühren seines Vaters.

29. Wahl eines Armenpflegers.

30. Wahl von 2 Mitgliedern in die Arbeitsamts-Kom­mission und 4 Gewerbegerichtsbeisitzer.

31. Urteil des Bezirksausschusses in Sachen Keunecke wegen Bauerlaubnis zur Errichtung eines Wohnhauses auf dem Grundstück Karte 7 Parzelle 82.

Hanau den 14. Mai 1909.

Der Stadtverordnetenvorsteher.

Uth. 12659

Bekanntmachung.

Einer Verfügung des Königlichen Stempelsteueramtes zu Cassel 'zufolge ist für jede Zeitkarte eine Fahrkarten- fteuer von Mk. 0,10 zu entrichten. Der Preis einer Zeitkarte beträgt daher vom Tage dieser Bekannt­machung ab Mk. 3,10» 12685

Betriebsleitung der Hanauer Straßenbahn.

Zugelaufen: 1 gelblich-rote, gestromte kleine Hündin, Kopf etwas dunkler, auf der Brust etwas weiß, Behaarung mittellang.

Mittelbuchen den 14. Mai 1909.

Bürgermeisteramt. 12663

LMmktnkch für h Landkreis Hanau. Generalversammlung

Dienstag den 25, Mai 1909, nachmittags 31/» Uhr, in derConcordia", Paradeplatz Nr. 1 hier, zu welcher die stimmberechtigten Vertreter gemäß § 49 des Kasten­statuts eingeladen werden. allwöchentlichen Fahrten ins Hanauer Land. Ich habe es immer bedauert, daß die ganze Organisation der Reichs- Limesforschung die Tätigkeit der lokalen Geschichtsverrine auf dem Gebiete der römisch-germanischen Altertumsforschung fast ein Jahrzehnt lang gewistermaßen ausgeschaltet hatte, zum Nachteil der Vereinstäiigkeit und nicht zum eigenen Vorteil. Als daher die Arbeit der Kommission im Gelände größten­teils abgeschlossen war, da habe ich auf der Generalversamm­lung der deutschen Geschichtsvereine zu Straßburg 1899 in einem besonderen Vortrage darauf hingewiesen, daß es nun die Aufgabe der westdeutschen Vereine sei, was die Limes- kommission begonnen habe, sortzusetzeu, dabei aber zu ver­hüten, daß die durch die Kommission zeitweilig geschaffene Konzentration wieder der alten Zersplitterung und Zerfahren­heit Platz mache. Das Ergebnis der in Straßburg ange- knüpften Verhandlungen war die Gründung des Verbandes west- und süddeutscher Geschichtsvereine für römisch-germanische Altertumsforschung.

Auf derselben Straßburger Versammlung wurden im An­schluß an die erwähnten Debatten die ersten authentischen Mitteilungen über die Absicht unserer Reichsbehörden ge­macht, an Stelle der ihrer Auflösung entgegengehenden Limes- kommission ein ständiges Institut für römisch - germanische Forschungen in weiterem Umfange als es bei jener nach ihrem Zwecke und ihrer Organisation der Fall gewesen war, zu gründen. Aber erst nach mehrjährigen Verhandlungen, an welchen auch der neu gegründete Verband lebhaft beteiligt war, ist im Jahre 1902 die Römisch-germanische Kommission des Kaiserlichen Archäologischen Instituts ins ßebe ' getreten, gewissermaßen als dritte Abteilung des letzteren neben der römischen und der athenischen, aber doch mit wesentlich an­derer Organisation und größerer Selbständigkeit, vor allem aber mit dem ausgesprochenen Zwecke, die bisher in den lokalen Geschichtsvereinen gepflegte heimatliche Altertums­forschung zu unterstützen und zu konzentrieren, nicht aber sie zu ignorieren.

Fernfprechanschlnß Nr. 605» 1909

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Tagesordnung:

1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1908 und Dechargr» erteilung.

2. Wahl des Rechnungsprüfungsausschusse« zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres.

3. Vorstandsersatzwahl.

Hanau den 17. Mai 1909.

Der Borstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanan«

A. Pfosch, Vorsitzender. 12661

Gefundene und verlorene Genenst linde rc.

Gefunden: 1 schwarzseidener gehäkelter Damengürtel, 1 Spazirrstock.

Liegen geblieben in der kleinen Wirtschaft in Wilhelmsbad : 1 braunes Handtäschchen mit Portemonnaie mit Inhalt.

Stehen geblieben bei S. Wronker: 1 Damen­schirm mit weißem gebogenen Metallgriff (Empfangnahme auf dem Fundbureau).

Verloren: 1 Portemonnaie mit ea. 4,50 Mk. und 1 Radfahrkarte für Wilhelm Gauff.

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer mit gelbem Deckel.

Hanau den 17. Mai 1909.

PolitiTcbe Rundschau*

Zur Reichsfinanzreform. Wie demHannover' schen Courier" au« Berlin gemeldet wird, haben im Reichs­tage Verhandlungen zwischen den Vertretern der Freisinnigen, den Nationalliberalen und der Reichspartet begonnen, welch« eine Einigung dieser drei Parteien über daS Steuerprogramm zum Ziele haben. Es sollen die Konzessionen festgestelli werden, welche die Liberalen bei den indirekten Steuern für den Fall zu machen bereit sind, daß gleichzeitig da» Erb- anfallsteuergesetz in Kraft tritt. Man hofft, durch den Nach­weis, daß die Linke zu einer ausreichenden Belastung deS Konsums entschlossen ist, die Konservativen zu einem Nach­geben in der Erbschaftssteuerfrage zu bewegen.

In der Besprechung der Kaiserznfammenknnft in Wien weist dieTribuna" auf die Bedeutung ber Trink« spräche Kaiser Franz Josefs und Kaiser Wilhelm», sowie den Depeschenwechsel mit dem König Viktor Emanuel hin und spricht die Hoffnung aus, daß diese Kundgebungen bei den Italienern, die dem Dreibunde nicht allzu günstig gesinnt sind, jeden Zweifel bezüglich des Werke» dieses Bündnisse» für Italien beseitigen werden und ebenso jede» Mißtrauen bezüglich der Stellung Italiens in diesem Bunde als eine«

Kaum irgendwo aber war eine solche Konzentration notiger und ersprießlicher als im Maingebiete und in der südlichen Wetterau. Hier blühte in der Zeit, als unter dem Einflüsse der Romantik und ihrer Begeisterung für da« deutsche Mittelalter sich in den vierziger Jahren de« vorigen Jahrhunderts die lokalen und territorialen GeschichtSverrin« bildeten, die Kleinstaaterei ganz besonders üppig; an der Nidder und unteren Nidda bewegten sich die LandeSgrenzen, nach welchen ja jene Vereine ihre Forschungsgebiet« gegen­seitig abgegrenzt haben, in geradezu verwirrenden Zickzack­linien durch die doch nach ihrer physischen Beschaffenheit und ihrer älteren Geschichte, besonders der Urgeschichte, zusammen­gehörige Landschaft.

Um die Wirkung dieser Verhältnisse auf die Lokalforschung zu zeigen, möge ein Be'spiel genügen: Am Areal der Römer- stadt bei Heddernheim hatten Kurhessen durch das Dors Praunheim, Frankfurt durch die Praunheimer Mühle, Nassau durch Heddernheim Anteil. In den fünfziger Jahren macht« der Vorstand des Nassauischen Altertumsvereins den Versuch, durch gemeinsames Vorgehen mit den Vereinen zu Hanau und Frankfurt wenigstens eine einheitliche Aufnahme bei römischen Stadtgebietes und des Gräberfeldes zu ermöglichen. Er scheiterte trotz des eifrigen Bemühens bei Hanauer Vereinsvorsitzenden Dr. Dehnhardt am Widerspruche der kurfürstlichen Regierung, die es entschieden ablehnte, innerhalb der Grenzen des Kurstaates ausländische Geometer ihr landes­gefährliches Gewerbe ausüben zu lassen.

Wenn nun für Heddernheim durch die Vereinigung all« drei Territorien im preußischen Stacue und jüngst der drei Gemeinden in Großfrankfurt die Hindernisse, die einer plan­mäßigen Forschung widerstanden, beseitigt sind, so dauerten sie an der preußisch-hessischen Landesgrenze im Niddertal« fort. Die Folge davon war, daß dasselbe bis zum Beginn« der Reichs-Limesforschung zu den archäologisch am wenigsten durchforschten und am wenigsten bekannten Gegenden ganz Westdeutschlands gehörte.