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Weiotienibtuct und Verlag der Buchdruckerei oa verein.
General-Anztigtr
Amtliches Organ für Stabt nur Landkreis Kanan.
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Die stuf gespaltet« Petitjâ oder beten Raum 20 ^fg, im SieklameuttU bie Zeile 36 yf^
e». WalfenhaujeS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
verantworti. Stedaktem: «. «chrecker in Hana»
Nr. 106 Fernfprechanschlith Nr. 605.
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Amtliches.
Bekanntmachung
Versenditng von Paketen während der Pfingstzeit.
Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 23. bis einschl. 30. Mai weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Seit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden.
Berlin W 66 den 28. April 1909.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
J. A.: Kobelt.
Seitens des hiesigen Magistrats ist behufs Erweiterung des Friedhofes der Antrag auf Enteignung der im Grundbuch der Stadt Hanau Bd. 54 Blatt 3109 für den Oekonom Karl Horst, Ludwigs Sohn, eingetragenen Grundstücke: X 10, Parzellen 12 von 36,09 ar und 12a von 1,15 ar und die Bd. 32 Bl. 2009 für Jakob Heinrich Emmerich eingetragenen Grundstücke: X 10, Parzellen 13 von 17,61 ar und 13a von 0,76 ar, gestellt worden.
Nach Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten bin kch zum Kommissar für das Planfeststellungsverfahren ernannt worden.
In Gemäßheit des § 19 d. Ges. über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. 6. 1874 wird der Plan nebst Beilagen in der Zeit vom 6. —21. ds. Mts. im hiesigen Kreisbaus im Polizeijekretariat zu jedermanns Einsicht während der Dienststunden von 9—12 Uhr vorm. und 3—6 Uhr nachm. offen ausliegen.
Während dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben. Dieselben sind bei wir schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben.
Hanau den 5. Mai 1909.
Der Königliche Negierungskommissar.
Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor. 11841
Landkreis Hanau.
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gulsvorsteber des Kreises, in deren Bezirken auswärts vrranlaate Gewerbebetriebe belegen sind, mache ich auf die Vorschrift im Artikel 40 Nr. 2 der Gewerbesteuer-Anweisung vom 4. November 1895 aufmerksam, wonach das auf ihre Gemeinde (Guisbezirk) zum Zwecke der kommunalen Besteuerung entfallende Gewerbesteuersoll durch Summierung der in Spalte 7 der Nolle und der Nachweisung nach Muster 22 verzeichneten Beträge am Ende der Nolle zu berechnen und diese Berechnung unterschriftlich zu vollziehen ist (vergl. Muster 12, Seite 160 a. a. O.)
Das Ergebnis der Berechnung ist mir bis zum 15. d. M., und zwar unter Mitteilung der auf die einzelnen Gewerbesteuerklassen entfallenden Summen, anzuzeigen.
In Gemeinden und Gutsbezirken, in welchen sich auswärts veranlagte Betriebe nicht befinden, bat sich diese Anzeige auf die Gesamtsumme der in Spalte 7 der Rolle verzeichneten Beträge und die auf die einzelnen Gewerbesteuer- klassen entfallenden Summen zu beschränken.
Hanau den 4. Mai 1909.
Der Königliche Landrat.
St. 1245 I. A.: Dr. v. Waldow, Neg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister mache ich auf meine Verfügung vom 9. Mai 1901 — St 2024 — veröffentlicht in Nr. 109 des „Hanauer Anzeiger" ausm-rksam, nach welcher die Handwcrkerverzeichnifie znm 15. Mai mir einzureichen sind. Das Verzeichnis der selbständigen, in den Ge- werbesteuerklasseu III und IV besteuerten Handwerker ist nach der Rolle für 1908 aufzustellen. Die Kontrollen der steuerfreien Gewerbe stehen den Herren Bürgermeistern zur Verfügung, sie werden auf Verlangen alsbald zugesandt werden.
In das Verzeichnis sind auch diejenigen Handwerker aus. znnkhmen, welche neben dem Handwerk einen anderen Ge- werbs;weig (beispielsweise ein Spezereigeschäsi) betreiben.
Die sorgfältige Aufstellung der Verzeichnisse mache ich den Herren Bürgermeistern zur Pflicht.
Hanau den 4. Mai 1909.
Der Königliche Landrat.
St 1246 I. A.: vr. v. W aldo w. Reg.-Assessor.
Freitag den 7. Mai
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Die Arbeiten zur Neupfinsterung der Nordfirafie zwi'chen Eberhard- und Bogenstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem auf Samstag den 15. d. M., vormittags 11 Uhr, festgesetzten Eröffnungstermin einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Hanau den 3. Mai 1909.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 11873
Städtische Kasernen-Neubauten.
Die Tischlerarbeiten für die Mannschaftsgebäude T, TT, ITT und IV sollen demnächst im beschränkten Verfahren ausgeschrieben werden.
Unternehmer, welche beabsichtigen sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, wollen Adresse und den Nachweis ihrer Leistungsfähigkeit bis rum Dienstag den 11. Mai 1909 der Bauleitung, Lamboysiraße 56, bekannt geben.
Hanau den 7. Mai 1909.
D e r Magistrat. 11965
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Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Weißbindermeisters und Bauunternehmers Iohannes Lamm zn Langenselbold ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, yir Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögeusstücke sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an die Mitglieder des Gläubigerausschusses der Schlußtermin auf
den 8. Juni 1909, vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hierselbst bestimmt.
Langenselbold den 3. Mai 1909.
____________Königliches Amtsgericht. 11991
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 versilbertes Kettenarmband mit Schlößchen.
Stehen geb lieben: 1 Damenschirm mit 2 langen Quasten.
Verloren: 1 weiße Kinderschürzr.
Hanau den 7. Mai 1909.
politische Rundschau.
Die Regierung und die Konservativen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In einer Betrachtung über den Stand der Reichsstnanzreform greift die Konservative Korrespondenz auf die Reichstngsverbandlungen des Jahres 1906 zurück. Als damals ein Teil der Konservativen dem Erbschaftöstcuergksetzt zustimmte, sei es geschehen im Vertrauen auf feierliche Erklärungen aus dem Munde des Fürsten Bülow und des Frhrn. v. Rheinbaben, „daß diese Steuer niemals auf Kinder und Ehegatten ausgedehnt werden würde!* Solche feierliche Erklärungen sind nicht abgegeben worden. Der Reichskanzler hat bei den damaliaen Verhandlungen lediglich die Bedenken gegen eine Erbschasissteuer überhaupt entwickelt, um zu beweisen, „daß die verbündeten Regierungen an diesen Bedenken nicht achtlos und leichtsinnig vorbeigegangen sind". Der preußische Finanzmin-ster hat bei jenen Beratungen zwar seine Gegnerschaft gegen die vom Abg. Fritzen (Zentrum) als möglich behandelte De'zendenten- steuer bekundet, aber keineswegs ein bindendes Versprechen gegen diese Steuer gegeben. Unrichtig ist auch die Darstellung, als würdige die Reichsregierung nicht in sachlicher Weise die konservativen Einwände geaen die Nachlaßsteuer und die ErbanfaNsteuer. Wenn der Reichskanzler an der Erweiterung der Erbschaflèbesteuerung sesthält, so geschieht dies nicht aus Gegnerschaft gegen die konservative Partei, sondern, wie er am 10. April ausgeführt hat, in der Erwägung, daß der Besitz nach fast allgemeiner Uebereinstim-
Rmttyttd)(Utfd)htt$ Nr. 605. 1909
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mung in Höhe deS anS der Nachlaßsteuer veranschlagten De« träges an den neuen Steuern beteiligt sein muß und eine andere gerecht-, zweckmäßige und gleich erfolgreiche Besitzsteuer mit besserer Aussicht auf Annahme im Reichstag zurzeit nicht vorgeschlagen werden kann. Auch hat sich der Reichskanzler gegenüber den konservativen Vorschlägen in der Finanz- kommission nicht ablehnend verhalten, vielmehr die Wert- zuwachssteuer auf Grundbesitz durch den Mund des Reichs- schatzsckretârs als wohl erwägenswert bezeichnen und die Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfs zusagen lassen. Als Ersatz für die Deszendentenbesteuerung kann der konservative Vorschlag deshalb nicht in Betracht kommen, weil ein ausreichender Betrag aus dieser Quelle nicht zu gewinnen ist. Weiter muß die Auffassung als falsch bezeichnet werden, als richte die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit allein auf die Bekämpfung der ablehnenden Haltung der Konservativen in der Frage der Erbschaftssteuer. Der Reichskanzler hat vielmehr nié einen Zweifel darüber gelassen, daß er ein Aufbringen von 400 Millionen aus indirekten Steuern als ebenso notwendige Grundlage für die ReichS- finanzreform betrachte wie die angemessene Besteuerung bei Besitzes.
Eine Aufbesserung der Mannschaftslöhnung in Heer und Marine war bekanntlich von der Reichsregierung, einem Wunsche des Reichstages entsprechend, im Anschluß an die Besoldungsaufbesserung für Beamte und Offiziere beabsichtigt. Die Absicht, die hierfür erforderlichen Aufnxnbungen von rund 20 Millionen Mark durch einen Nachtragsetat vom Reichstage bewilligen zu lassen, ist jetzt mit Rücksicht auf die gänzlich ungeklärte Lage der Reichs- finanzreform aufgegeben worden, so daß der Nachtragsetat einstweilen nicht eingebracht wird.
Französische Deserteure in Deutschland. Zwei Mann des berittenen 17. Jägerregiments in Nancy befer« fierten nach Vic in Deutsch Lothringen, wo sie von der Bevölkerung mit Hohn empfangen wurden. Umringt von einer feindlich gesinnten Menge, wurden sie ins Gefängnis geführt und werden aus Lothringen ausgewiesen werden.
Englisches Unterbaus. Der Liberale Bottomley wies darauf hin, daß drei serbische Offiziere, die er namentlich bezeichnete und die an dem Königsmord beteiligt gewesen seien, jetzt Adjutanten König Peters seien; er richtete an den Minister des Aeußern die Anfrage, ob im Hinblick auf das Abkommen, das seinerzeit zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Serbien geführt hätte, Vorsorge getroffen sei, daß der englische Gesandte in Belgrad in seiner dienstlichen Eigenschaft nicht mit diesen Leuten in persönliche Berührung zu kommen brauche. Sir Edward Grey erwiderte, daß ihm mit Bezug auf bi« genannten Offiziere nichts bekannt sei und daß die Wieder» Herstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Serbien ihr Gutes gehabt habe; er schlage deshalb vor, nicht unnötigerweise von neuem diese Frage 1» Erörterung zu bringen.
Roosevelt erklärt in einem Artikel in der Zeitschrift „Outlock", Amerika sei verpflichtet, abznwarten, ob Japan mit Erfolg die Auswanderung von Arbeitern nach Amerika verhindere. Falls kein Erfolg zu verzeichnen fei, müsse sich Amerika durch gesetzgeberische Maßnahmen schützen. Amerika sei jedoch machtlos, feine Rechte geltend zu machen, außer, wenn ei fortfährt, seine Flotte anszubauen. Die wohlmeinenden, aber unverständigen Friedensapostel, welche den Ausbau der Flotte zu verhindern suchten, mißverständen die Stimmung ihrer Landsleute. Amerika würde kämpfen, ob gerüstet oder nicht. Die Friedensapostel könnten nur verhindern, daß Amerika siegreich sei.
Abvitl Hamids Odalisken. Die türkische Regierung hat gestern den noch im Jildis verbliebenen Odalisken und Dienerinnen erklärt, sie sollten binnen kürzester Frist den Jildis verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Man erlaubte den Mädchen, ihre Kleider mitzunehmen, gab ihnen aber kein Reisegeld. Nun sitzen die armen Geschöpfe, bie fast durchweg von großer Schönheit sind und bem Padilchah als eine Huldigung der Vilajet-Verwaltungen dargebracht wurden, in Beschiktasch bei ehemaligen Kolleginnen, die an Beamte, Sekretäre und Lieferanten der PalaiS verheiratet wurden und den Mädchen vorläufig Unterkunft gewährt haben, da sie meist keinen Piaster Bargeld und als Schmuck nur wertlose Imitationen haben, wie man auch im Jildis neben kostbarsten (Steinen viel wertlosen Schund gefunden hat. Die Mädchen, die meist sehr jung nach Jildis kamen, und dort maßlos verwöhnt wurden, sind nun mit ihren kost» baren Toiletten hilflos auf die Siraße gesetzt, woraus man den dafür Verantwortlichen mit Recht Vorwürfe macht. Wir nach Einführung der Konstitution, so versuchten auch nach dem jüngsten Regierungswechsel viele türkische Frauen, freiere