Erstes Blatt.
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W»tâ»Idrnck und Verlag der Buchdrucker« de» verein, n. vtaijenhauseS in Hanau.
General-Anzeiger
Amffiches Organ für Stadt- and Landkreis Sinas.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünf gespaltene Pvitzeil« oder deren Raum 80 ^^ im NekUuneutal di« Zeit« 16 U»
verantmor«. Sledatteur: •. Schrecker in HM«.
Nr. 104 F-rnsp*-chanschlutz Nr. 605.
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Sie bMeNuMer umfaßt außer h.lluterhaltuuBdlatt
14 Seiten.
Slmtliches.
Seitens des hiesigen Magistrats ist behufs Erweiterung des Friedhofs der Antrag auf Enteignung der im Grundbuch der Stadt Hanau Bd. 54 Blatt 3109 für den Oekonom Karl H o r st, Ludwigs Sohn, eingetragenen Grundstücke: X 10, Parzellen 12 von 36,09 ar und 12a von 1,15 ar und die Bd. 32 Bl. 2009 für Jakob Heinrich Emmerich eingetragenen Grundstücke: X 10, Parzellen 13 von 17,61 ar und 13a von 0,76 ar, gestellt worden.
Nach Verfüaung des Herrn Regierungs-Präsidenten bin ich zum Kommissar für das Planfeststellungsoerfahren ernannt worden.
In Gemäßheit des § 19 d. Ges. über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. 6. 1874 wird der Plan nebst Beilagen in der Zeit vom 6. —21. ds. Mts. im hiesigen Kreisbaus im Polizeisekretariat zu jedermanns Einsicht während der Dienststllnden von 9—12 Uhr vorm. und 3—6 Uhr uachm. offen ausliegen.
Während dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben. Dieselben find bei mir schriftlich tinzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben.
Hanau den 5. Mai 1909.
Der Königliche Regierungskommissar.
I r. v. Waldo w, Reg.-Assessor.
Stadtkreis F)anau.
Mittwoch de»» 12. Mai d. I., von nachmittags 3 Uhr ab werden im Zimmer Nr. 5 der Königlichen Polizei- Direktion hier, Hainstraße 10, die in der Zeit vom 1. Juli 1904 bis einschließlich 31. März 1907 gefundenen und hier abgegebenen, jedoch weder von den Eigentümern noch von den Findern reklamierten Gegenstände gegen bare Zahlung meistbietend öffentlich versteigert.
Hängn den 3. Mai 1909.
Königliche Polizei-Direktion.
P 3037 I. A.: Dr. d. Waldo w, Reg.-Assessor.
Handelsregister.
Firma Paul Enger» Philips.
Unter dieser Firma betreibt der in Hanau wohnhafte Kaufmann Paul Eugen Philip s in Großauheim ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.
Feuilleton.
An MM NttWWheit Md ßegtmtf. Eine Skizze zum Besuche Kaiser Wilhelms auf Malta.
Von Otto Leonhardt.
Nachdruck verboten.
Wenn Kaiser Wilhelm sich zum Besuche des englischen Königs in Malta ausichiffen wird, so wird es unseres Wissens das erste Mal sein, daß ein deutscher Kaiser seinen Fuß auf Maltas Erde setzt. Doch gehen die Beziehungen unseres Vaterlandes zu jener merkwürdigen und erinnerungS- reichen Insel im blauen Mütelmeere schon in alte Zeiten zurück. Gehörte doch auch Malta einmal selbst zum Deutschen Reiche! Als der Erbe des letzten Normannenfürsten übernahm Kaiser Heinrich VI. auch den Besitz von Malta, und so lange die Hohenstaufen noch regierten, war die Insel als zum Reiche gehörig anzulehen. Dann freilich ist sie in poli- tiiche Bahnen gegangen, die sie von Deutschland weit abgeführt haben. Aber von Interesse ist es, daß Malta in dem Leben unserer beiden großen Dichterfürsten eine gewiffe Rolle gespielt hat. Im Leben Schillers insofern, als er sich 15 Jahre lang mit dem Plane jener Tragödie „Die Malteser" getragen hat, die die heroische Zeit des Ordens und auch der Insel schildern sollte. Schließlich hat er doch nur Fragmente von diesem Werke vollendet, aber in einigen davon lebt ein ganz großartiger Wurf, und merkwürdig ist, wie Schiller in mehreren Versen den geographischen Schauplatz, den er doch mit Augen nie gesehen, so richtig und anschaulich schildert, wie im „Dell" die ihm gleichfalls unbekannte Schweizerlandichaft. Was aber Goethe anlangt, so hat nicht viel daran gefehlt, daß er selbst Malta aussuchte. Wiederholt hat er auf Sizilien die Reise nach der Insel erwogen« und als er in Glrgenti am Himmel einen Bogen
Mittwoch den 5. Mai
Dem Kaufmann Friedrich Stoll in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 27. April 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 11791
PoKtiTcbe Rundschau.
Einschränkung von Dienstreisen Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine vom Finanzminister und dem Vertreter des Ministeriums des Innern unterzeichnete Verfügung der preußischen Regierung, worin eine sachgemäße Beschränkung der Diensire'sen angcordnet wird. In der Verfügung heißt es: Die Reisetätigkeit der Beamten hat in den letzten Jahren einen Umfang angenommen, der zu einer nicht zu rechtfertigenden Belastung der Fonds geführt hat. Reisen, die im wesentlichen nur repräsentativen Charakter haben, sind auf das unbedinnt notwendige Maß zu beschränken. Mehrere Dienstgeschäfte in derselben Gegend sind, wenn irgend angängig, in einer Reise zu erledigen. Die Zahl der teilnehmenden Beamten ist auf das unumgänglich notwendige Maß zu beschränken. Eine besondere Beschränkung wird die Beschickung von Kongressen und ähnlichen Veranstaltungen erfahren müssen. Derartige Veranstaltungen haben sich in letzter Zeit sehr erheblich vermehrt. Ganz besonders hat die Zahl der zu ihnen entsandten Beamten zu- genommen. Der Nutzen der Teilnahme von Beamten an diesen Veranstaltungen ist im allgemeinen nur gering; ihre festliche, mehr auf Darbietung von Vergnügungen gerichtete Seite ist vielfach ganz unverhältnismäßig ausgebildet. Aus bitten Gründen muß die Teilnahme von Beamsen an Kongreßen usw. möglichst eingeschränkt werden. Wird die Teilnahme gestattet, so muß sie auf die Anwesenheit bei den sachlichen Verhandlungen beschränkt werden.
Porlamciitarilchcs.
Die Besolvungsorvnung in der Budgetkommission.
Die Budgetkommission des Reichstages begann gestern mit der Beratung der Besoldungsordnung. Hierzu liegt eine umfangreiche Drucksache vor, die unter dem Namen des Referenten Dr. Dröscher (kons.) ein Kompromiß sämtlicher Parteien, von der Rechten bis zur äußersten Linken, darstellt und gegenüber der Regierungsvorlage eine Verschiebung. Vereinfachung und Zusammenlegung einzelner Besoldungsklaffen bringt, sowie an einer Reihe von Stellen Aufbesserungen, besonders der Unterbeamten. Es findet zunächst eine Generaldiskussion statt, in der der Berichterstatter feststellt, daß es sich um eine Vereinbarung aller Parteien handelt. Schatz- sekretär Sydow gibt eine Erklärung ab über die Stellung der Regierung zu dem Antrag der Budgetkommission. An einzelnen Stellen gehe dieser weit über die Vorlage hinaus,
aus leichtem Gewölk erblickte, dessen einer Fuß auf Sizilien ruhte, während der andere, wie sein Führer vermutete, etwa auf Malta zu suchen sein würde, da wurde der Wunsch, die berühmte Insel der Johanniter zu besuchen, wieder auf das lebhafteste in ihm erregt. Aber die mit der Reise verknüpften „Schwierigkeiten und Gefahren" ließen ihn schließlich doch von dem Vorsätze abstehen. Schwierigkeiten und Ge'ahren bietet nun heute eine Reise nach Malta nicht mehr, aber dennoch gehört sie nicht zu den Zielen, die der große Touristenstrom bevorzugt, obgleich sie durch so große Erinnerungen geweiht ist und dem aufmerfjamen Beobachter des Interessanten genug bietet.
WaS für eine reiche, wechselvolle Geschichte hat nickt dieses kleine Etiand schon hinter sich I Zwischen Afrika und Europa m'tten inne gelegen, ist es von der Natur gleichsam zu einer Art Sprungbrett bestimmt, von dem die Europäer nach Afrika, die Afrikaner nach Europa hinüberietzen. Und so hat denn Malta auch immer zwischen Orient uyd Occident hin und her geschwankt. Der erste große Schatten, der auf der Insel vor uns auftaucht, ist der Homers. Denn nach der Meinung einiger soll Malta jene Ogygia fdn, wo Kalypso den Odysseus festhielt, und noch heute zeigt man im Nordwesten der Insel eine Höhle, aus der ein klarer Quell hervorrieselt: dies soll die Grotte der Kalypso sein. Der treffliche Odyssee - Foricher Victor Berard hat allerdings Malta seine homeri'chen Ehrungen abgesprochen und sucht die Insel der Kalypso viel weiter gegen den westlichen Ausgang des Miüelmeeres hin. Sicher ist dann, daß auf Malta eine phönizische Ansiedlung bestand; es sind auch die Ruii'en eines phömziichen Tempels gefunden worden, der dem phönizischen Herkules und den sieben Brüdern Kabiri geweiht war. Dann faßt mit den Griechen zum ersten Male europäische Kultur auf Malta Fuß, allein wiederum muß sie vor dem Orient zurückweicken. Die Karthager bemächtigten sich dieses Brückenkopfes von Sizilien und unterwerfen Malta einer gewalttätigen, die Insel skrupellos ausbeutenden Herr
Fernsprechairschlutz Nr. 605. 1909
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z. B. in der Klaffe 1 (Nachtwächter und Bahnwärter) um 32 Proz., in der Klasse 2 (Landbriefträger, Schaffner, Portiers) um 47 Proz., Klaffe 3 (Botenmeister, Rottenführer, Unter- beamte der Heeresverwaltung usw.) um 45 Proz., Klaffe 4 (Post- und Telegraphengehilfinnen) um 23 Proz., obgleich diese erst vor zwei Jahren erhöht wurden, bei den Postassistenten eine Erhöhung um 26 Proz. gegenüber der Vor- läge. Diese Mehrausgaben würden 16 Millionen bet den ijnterbeamten und 10'/, Millionen bei den mittleren Beamten betragen. Geld sei nicht vorhanden. Das werde z. B. bei der Post und Telegraphie ein Defizit schaffen, eine böse Wirkling auf die Bundesstaaten haben, namentlich Preußen; für dieses würde eine Mehrausgabe Don 19 Millionen erforderlich sein. Man müsse darauf Ruckucht nehmen und ebenso auch Rücksicht auf die Genrernden. Durch diese Gehaltserhöhung drücke man auch die Arbeitslöhne in die Höhe, namentlich auf dem Lande. Daß die Regierung sich auf diesen Antrag ein- lassen werde, sei ausgeschloffen. Er erwecke Hoffnungen, die nicht erfüllt werden können. Soweit die Anträge über die preußische Regelung hinausgingen, müsse er sie bekämpfen. Ein Vertreter des Zentrums spricht lebhaftes Bedauern über diese Erklärung aus. Weshalb sei Preußen für das Reich maßgebend? Weshalb werde nicht Baden und Bayern er- wäbnt? In dieser Erklärung liege einr auffällige Herabwürdigung des Reichstages. Es handle sich um ein einheitliches Werk, das bestimmt sei, für eine Reihe von Jahren Ruhe zu schaffen. Der Antrag der Budgetkommission werde unter den Beamten Zufriedenheit schaffen, die Regierungsvorlage Unzufriedenheit. Der Antrag sei ein einheitliches Ganzes. 26 Millionen seien eben in die Bedarssberechnung einzustellen. Schatzsekretär Sydow erwidert, es falle ihm nicht ein, der Budgetkommission die Berechtigung zu einem solchen Vorschläge zu bestreiten, aber die Regierung hab« ebenso das Recht, ihre Ansicht dazu zu äußern. Die Gemeinsamkeit des Vorgehens zwischen dem Reich und Preußen sei ein alter Grundsatz. Beim WohnungSgelvzuschuß werd« voraussichtlich Preußen dem Reiche folgen. Geld sei nicht da. Die Regierung wolle gewiß nicht engherzig sein; sie sei bereit, Einzelheiten zu prüfen; aber er habe eS doch für sehr wertvoll gehalten, seine Erklärung sofort abzugeben, damit nicht in der Beamtenschaft falsche Hoffnungen erweckt würden. Der Wortführer der Sozialdemokraten bemerkte, man hab« bislang vielleicht die Hoffnung gehabt, der Staatssekretär würde im preußischen Ministerrat als preußischer Minister den Willen des Reiches mehr zur Geltung zu bringen suchen. Für den Reichstag sei e§ nicht maßgebend, wenn Preußen ein kaudinisches Joch aufzurichten versuche. Die Frage sei lediglich nach der Maßgabe zu beurteilen: waS ist den heutigen Verhältnissen entsprechend? Und da sei der Reichstag anderer Ueberzeugung als die preußische Regierung. Er habe gerade erwartet, daß die Zurückhaltung deS Reichstages bei der Regierung Anerkennung finden würde. Er bebaute die Erklärung, aber: wir lassen uns nicht hindern. Wenn eS an Geld fehle, schön, dann solle man direkte Steuern machen
schaft. In dem großen Ringen zwischen Kurthago und Rom, dessen Siegespreis die Herrschaft über daS Mittelmeer war, mußte Malta natürlich für die Römer als ein Vorwerk von Afrika großen Wert haben; und so geht denn Malta in römische Hand über.
Der Griechenzeit verdankt Malta seinen Namen, der Römerzeit seine zweite große Erinnerung. Im Nordosten der Insel heißt eine stille Bucht San Paolo a Mare. Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Ort, wo derApostel Paulus, als er von Cäsarea nach Rom segelte, im Jahre 58 Schiffbruch erlitt. Es war zu winterlicher Zeit und in dunkeler Nacht, „und da wir ankamen, erfuhren wir, daß die Insel Melita hieß." Damals hieß der Oberste der Insel Publius, und an der Stelle, wo sein HauS gestanden haben soll, erhebt sich heute eine Kathedrale. Die Einführung des Christentums auf Malta nahm von diesem unfreiwilligen Besuche deS Heidenapostels ihren Pusgang. Mit dem Zusammenbruche der Römerherrschaft beginnen für Malta wechselvolle Schicksale. Es spiegelt sich in seiner Geschichte das große Kommen und Gehen der Völker in der Politik der Mittelmeer- länder. Vandalen und Goten sind über Malta gegangen, ohne daß ihre Herrschaft jedoch eine Spur hinterlassen hätte. Mit Beliiar kamen zum zweiten Male die Griechen auf bi» Insel, um aber bald den Arabern Platz zu machen. Und so legte der Orient noch einmal seine Hand auf dieses Felseneiland; 220 Jahre dauerte die arabische Herrschaft, und es ist eine wunderliche Laune der Geschichte, daß gerade die Bekenner Mohammeds es waren, die auf der Insel das Fort St. Angelo errichteten, dasselbe Fort St. Angelo, das später dem Anstürme der Macht des Islams so heldenmütigen Widerstand entgegensetzen sollte. Von den Normannen, die die Araber im Besitze der Insel verdrängten, übernahmen, wie bereits angedeutet, die Hohenstaufen sie; ihre Erben wurden die Anjous, und so ' ging die Insel schließlich in die Hand Spaniens über. Es war Karl V., der den Gedanken faßte, dem Orden vom Spitale des heilige»