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ANtlichts Orga« für Stot- uni Fasärris Haas«.
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Die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Xan» SS Psz. im Reklamentai hu Zelle 36 $g.
BerantworN. Sickakteur: 9. »chrecker in HaètM».
Nr. 100
W-rnsprechanschlufj Nr. 605. Freitag dtN 30. April
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fperniprechanschluß Nr. 605. 1909
Amtliches.
Bekanntmachung.
Achtuhrladenschlittz.
Nachdem mehr als ein Drittel von Inhabern offener Verkaufsstellen in Hanau bei mir den Antrag gestellt hat, den Achtuhrladenschlits; an sämtlichen Wochentagen des Jahres, mit Ausnahme:
1. der Samstage,
2. des letzten Tages vor Fest- und Feiertagen,
3. derjenigen Tage, an denen die Ortspolizeibehörde gemäß § 139 e Absatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung einen späteren Ladenschluß zuläßt, für die offenen Verkaufsstellen in Hanau, ausgenommen die Geschäfte der:
a) Bäcker und Konditoren,
' b) Barbiere und Friseure,
c) Flaschenbier- und Mineralwasserhäudler,
d) Gemüse-, und Obsthändler,
e) Gärtner und Oekonomen,
f) Milchhändler,
g) Cigarrenhändler, ein zuführen, find gemäß § 139k Absatz 2 a. a. O. und § 5 der Bundesratsbekanntmachung vom 25. Januar 1902 (Amtsblatt für 1902 S. 95) die beteiligten Geschäftsinhaber, einschließlich der Antragsteller-, zur Abgabe ihrer Aeußerungen für oder gegen den Antrag aufzufordern.
Zur Entgegennahme der Aeußerungen sowie der etwa zu erhebenden Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste der Inhaber offener Verkaufsstellen habe ich den Bürgermeister Herrn Hild in Hanau bestellt.
Die Inhaber offener Verkaufsstellen in Hanau fordere ich hiermit auf, ihre Aeußerungen für oder gegen den Acht- nhrladenschluß in der Zeit vom 1. bis einschlietzlich 8. Moi d. J. meinem genannten Kommissar schriftlich mitzuteilen, oder in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags im Rathaus zu Protokoll zu geben. Nach Ablauf der Frist für die Abgabe der Aeußerungen wird die Liste der beteiligten Geschäftsinhaber vom 15. bis einschließlich 28. Mai -. J. in dem Rathaus in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags zur öffentlichen Einsicht ausgelegt. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste können nur vom 15. bis 28. Mai b. J. einschließlich schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Ich weise noch darauf hin, daß bei Feststellung der für die Abänderung der Ladenschlußzeit erforderlichen Mehrheit von zwei Dritteln nur diejenigen Geschäftsinhaber gezählt werden, die eine bestimmte Aeußerung für oder gegen die Abänderung innerhalb der gesetzten Frist abgegeben haben. (A. II. G. 410 a.)
Cassel den 13. April 1909.
Der Regierungs - Präsident.
I. V.: v. Rieß. 10079
MW Uema-NMute« Hmn.
Die Erd-, Maurer-, Asphaltarbeiteu und ein Teil der Schmiedearbeiten, einschl. Materiallieferung, für die Familiengebäude I, II und III sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen bis zur Eröffnung derselben am
Samstag den 8. Mai 1909, vormittags 10 Uhr, an die Banleitung der städtischen Kasernen-Neubauten Hanau, Lamboystraße 56, einzureichen.
Die Zeichnungen, Verdingungsunterlagen und Ver- dingungsanschläge liegen dortselbst zur Einsichtnahme aus, letztere können auch, so lange der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 8 Mk. — nur in bar — von dort bezogen werden.
Der Zuschlag wird innerhalb 5 Wochen erteilt und bleibt der Unternehmer so lange an sein Gebot gebunden.
Hanau den 28. April 1909.
Der Magistrat. 11415
Handelsregister.
Firma Gebrüder Glaser.
Die offene Handelsgesellschaft ist durch den am 3. Mai 1907 erfolgten Tod des Gesellschafters Silber- warenfabrikaut H u g o G! a s e r zu Hanau aufgelöst worden.
Das Handelsgeschäft wird in Hanau unter unveränderter Firma von dem seitherigen Gesellschafter
Silberwarenfabrikant Thomas Glaser zu Hanau als Einzelkaufmann fortgeführt.
Hanau den 14. April 1909.
Königliches Amtsgericht 5. _ 11429
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von da, Band 69, Blatt Nr. 3667 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Heinrich Kämmerer in Langstadt eingetragene Grundstück:
DD 557/104 = 9 ar 38 qm, Freigerichtstraße Nr. 15, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,
b) Wohnhaus (Hinterhaus) mit Hofraum,
— Gebäudesteuernutzungswert: 2020 Mk. —
— Gebäudesteuerrolle Nr. 3122 —
— Grundsteuermutterrolle Art. 2838 —
am 11. Juni 1909, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 13. April 1909.
___________Königliches Amtsgericht 2 11425
Gcfimdenc mid verlorene Gcgenstündc re.
Gefunden: 1 silberne Damenuhr mit Kette auf dem Rückdeckel Monogramm C. v. B.
Liegen geblieben: 1 Bastmütze. Empfangnahme bei Fr. Eckhardt, Marktplatz 8. .
Zugelaufen: 1 schwarze Dachshündin.
Hanau den 30. April 1909.
Politische Rundschau.
Das Defizit im britischen Staatshaushalt. Laut der amtlichen, heute abend veröffentlichten Feststellung schloß das Jahr 1908/09 mit einem Defizit von 714 000 Pfund Sterling ab. Die Staatseinnahmen blieben mit V/a Mill, hinter dem Voranschlag zurück. Der Voranschlag für 1909/10 weist eine Vermehrung der Ausgaben um 11860000 Pfund Sterling auf, verursacht durch den Mehraufwand für die Flotte und die Altersversorgung, während der Ausfall in den Einnahmen auf Grundlage der bestehenden Steuern auf 3188000 Pfund Sterling veranschlagt wird. Dies ergibt ein Defizit von 15 048 000 Pfund Sterling, und zusammen mit dem tatsächlichen Defizit des Jahres 1908/09 ein zu deckendes Gesamtdefizit von 15762000 Pfund Sterling. In der amtlichen Erklärung heißt es weiter, es sei augenscheinlich, daß eine ernste Depression bestehe, und es sei unmöglich, eine sofortige Erholung vorherzusagen, wiewohl der Außenhandel sich zu bessern beginne.
Die Monarchenbegegnung in Bajä.
Bajä, 29. April. Die englische Königsjacht „Victoria and Albert" ist, gefolgt von zwei Kreuzern und einigen Torpedobooten, um 10 Uhr 45 Min. hier eingetroffen. „Re Umberto" hißte die englische Königsstandarte, der Kreuzer „Coalit" feuerte Salut, die Musik spielte die englische Hymne, die Mannschaften riefen Hurra. Die englischen Schiffe hißten nun ihrerseits die italienische Königsstandarte und erwiderten den Salut. Sobald die „Victoria and Albert" vor Anker gegangen war, begaben sich der König und die Königin von Italien, sowie der Herzog und die Herzogin von Aosta, die ebenfalls hier eingetroffen sind, an Bord der Königsjacht und wurden am Fuß der Schiffstreppe von König Eduard, der große Admiratätsuniform trug, empfangen. Königin Alexandra und die Kaiserin-Witwe von Rußland erwarteten die italienischen Herrschaften oben an der Treppe. Die Begegnung war sehr herzlich. Um 11 Uhr 40 Min. kehrten die italienischen Herrschaften an Bord des „Re Umberto" zurück. Um 12 Uhr 30 Min. erwiderten der König und die Kömgin von England, sowie die Kaiserin-Witwe den Besuch auf dem „Re Umberto", wo fie von den italienischen Herrschaften in derselben Weise empfangen wurden. Dann begann das Frühstück.
Bajä, 29. April. Nach dem Frühstück verweilten die Majestäten noch einige Zeit auf Deck der „Re Umberto", wo sich König Eduard mit Tittoni unterhielt.
Die Wirren in Perfien.
Petersburg, 29. April. Aus dem Biwak in der Nähe von Marand wird gemeldet - Eine Abteilung russischer Truppen hat ungehindert Marand, das 65 Werst von Dschulfa entfernt ist, erreicht. Unterwegs erschien bei General Snarski ein Abgesandter des Gouverneurs von Marand
und überbrachte dessen Gruß. Er bitte, nicht weiter vorzurücken, er sei von seinem Oberbefehlshaber telegraphisch beauftragt worden, in Erfahrung zu bringen, zu welchem Zweck die russischen Truppen vorrücken und ob sie dazu die Erlaubnis der persischen Regierung besitzen. Ferner habe der Oberbefehlshaber vorgeschrieben, Maßregeln zu ergreifen, daß den russischen Truppen keinerlei Beschwerden gemacht werden. General Snarski erwiderte dem Abgesandten, daß er weiter vorrücken werde.
London, 29. April. Wie dem Reuterschen Bureav aus Täbris gemeldet wird, sind die russischen Truppen heute abend vor der Stadt eingetroffen.
Die Lage in Marokko.
Paris, 29. April. Aus Tanger wird berichtet, daß die zwei tot geglaubten französischen Schürfer von den Marokkanern zwar schwer verwundet wurden, sich aber nach Bergent retten konnten.
Paris, 29. April. Der „TempS" meldet aus Tanger, daß El Gebbas vom Sultan Muley Hafid den Auftrag erhalten habe, den deutschen Unternehmern der Tangerer Hafenbauten eine Bezahlung in Monatsraten vorzuschlagen, welche- Anerbieten angenommen werden dürfte.
Die Umwälznng in der Türkei.
Konstantinopel, 29. April. Es verlautet, daß das neue Kabinett sich wie folgt gebildet hat: Kriegsminister Salih Pascha, der Schwiegersohn Fuad Paschas (er hat lange Zeit in Deutschland gedient), Justizminister der Deputierte und Advokat Sabri Bey, Finanzminister der Deputierte Djavid Bey. Das Ministerium des Innern (das Hilmi Pascha ablehnte), soll bis auf weiteres von dem Unterstaatssekretär geleitet werden. Die übrigen Minister bleiben.
Konstantinopel, 29. April. Die heutige Nationalversammlung beschloß mit großer Mehrheit, daß der Sultan den Eid auf die V e r f a s s u n g vor der Nationalversammlung wiederholen und an einem beliebigen Tage, binnen einer Woche, vor der Nationalversammlung erscheinen solle. Die Versammluug billigte sodann einstimmig den Inhalt der Depesche Mahmud Schewket Paschas, in der er die von der Armee für notwendig gehaltene Fortbringung Abdul Hamids nach Saloniki mitteilt.
Konstantinopel, 29. April. Blättermeldungen zufolge empfing der Sultan den Souschef des Generalstabes des Saloniker Korpsbereiches, Ali Riza, und den Artilleriekommandanten Hassan Riza und wollte ihnen je fünfzig Pfund schenken. Beide Offiziere lehnten jedoch das Geschenk ab. Ali Riza bat den Sultan dringend, er möge seinen Untertanen niemals Geldgeschenk- machen. Alle Angehörigen der makedonischen Arme« hätten einen Eid abgelegt, keine Geldgeschenke anzunehmen. — In Albanien wurde der Thronwechsel günstig ausgenommen, ebenso in Trapezunt, Erzerum und Erzinaghian. Aus dem Innern fehlen Nachrichten.
Konstantinopel, 29. April. Die Wachen sind von den Botschaften zurückgezogen worden. Auch sonstige Aufhebungen von militärischen Maßnahmen deuten auf eine fortschreitende Beruhigung der Lage hin. Der Sultan hat, einer Blättermeldung zufolge, seine Privatgüter der Nation überlassen.
Konstantinopel, 29. April. Der Thronfolger Pussos Jzzed hatte gestern abend während der Illumination zu Ehren des Sultans ein öffentliches Konzert im Palais Tschaneitscha veranstaltet. In türkischen Kreisen verlautet, der verhaftete frühere Großwesir Kiamil Pascha sei wieder freigelassen worden. Die gesamte Korrespondenz Abdul Hamids soll im Jildis beschlagnahmt worden sein. ~ Der neuernannte Finanzminister Djavid hat seine Entlassung eingereicht, weil er ernannt ist, ohne gefragt worden zu sein.
Saloniki, 29. April. Wie verlautet, steht eine Aburteilung Abdul HamidS gar nicht in Frage. Er wird nur in strenger Isolierung unter Garantie für sein Leben gehalten. Ob das Exil später gewechselt wird, ist bisher unb«> kannt. Die von ihm bewohnte Villa wird streng bewacht.
Abdul Hamids Abfahrt von Konstantinopel.
Wien, 28. April. Der Korrespondent der „Neuen Freien Presse" schildert die letzten Augenblicke des Aufenthalts Abdul Hamids in Konstantinopel, deren Augenzeuge er war: Der Luxuszug war für Mitternacht in größter Heimlichkeit bestellt worden, nur wenige Eingeweihte harrten auf dem Bahnsteig des historischen Augenblicks. Vor 12 Uhr er- schienen mehrere Flügeladjutanten, dann wurde der Perron durch Soldaten abgesperrt. Um halb 2 Uhr fuhren mehrere Hofwagen vor. Aus dem ersten stieg der Exsultan Abdul Hamid in verschossenem, grauen Zivilanzug mit weißer Weste, dunklem Ueberzieher und Fes. Da die üblichen Färbemittel fehlten, erschien der sonst rötlichbraune Bart fast weiß, das Gesicht fahler als je, aber die stets unruhigen Augen ohne Spur einer inneren Bewegung. Keine Lippe, keine Hand der Soldaten bewegt sich zum Gruß. Totenstill« herrscht. Erst als der Sultan die Hand an die Stirn legt, salutieren die Offiziere. Allein bestieg Abdul Hamid langsam den Salonwagen, gefolgt von zwei Prinzen, dem sieben-