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vierteljährlich 1,80 M., m-natlich 60 Pfg., für ai* mirtige Abonnenten mit dem betresseudrn Pastauffchlaz.

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General-Anzeiger

AMlichks Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Du jimjgeipalte«« Petitzeil« »d« bereu Naum W Wg. im Settamenteß die Zeil. « W»

Verantwort!. Nedakteur: «. «chrecker is Hamm.

Nk. 96 Fernfprechanschlittz Nr. 605,

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Montag den 26. April

Fernfprechanschlutz Nr. 605, 1909

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die Königliche Kreiskasse bleibt wegen der Ab­schlußarbeiten für das Rechnungsjahr 1908 von Mittwoch den 28. bis einschl. Freitag den 30. April er. geschlossen.

Hanau den 26. April 1909.

Königliche Kreiskasse._________11195

Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Zum 1. Mai d. Js. ist die Stelle der Waschfrau an der Kinderkrippe zu besetzen.

Meldungen sind an die Oberschwester der Krippe zu richten.

Hanau den 16. April 1909.

Das Kuratorium der Kinderkrippe.

Hild. * 9671

Zugelaufen:

1 wolfsstreisige Dogge, weiblichen Geschlechts, -mit 4 weißen Pfoten. Abzuholen Friedrichstraße 11.

Ravolzhausen den 26. April 1909.

____________Die Ortspolizeibehörde. 11207

Gefundene und verlorene ©tRcnftnnbe n.

Gefunden: 1 Damenportemonnaie (Samt) mit 1 Mk., 1 Schlangenarmband (vergoldet), 1 Jnvalidenkarte und Dienstbuch für Henriette Kolb, 1 Portemonnaie mit über ^-^ Mk., 1 goldener Ohrring mit roter Koralle.

Verloren: 1 Kiudermatrosenmütze, 1 Damen- vortemonnaie mit 30 Mk.

Stehen geblieben: 1 Stock.

Zugelaufen: 1 Dobermanpinscher, 1 Huhn.

Hanau den 26. April 1909.

Politische Rundschau.

Das deutsche Kaiserpaar auf Korfu. Der Kaiser hielt gestern vormittag Gottesdienst in der Kapelle des Schlosses Achilleion ab. Das Kaiserpaar mit ihren Um­gebungen war nachmittags zum Tee bei dem Könige von Griechenland im Schloß Mon Pepos bei der Stadt Korfu geladen.

Zur Reichsfiuanzreforu». DieRordd. Allg. Ztg." schreibt gestern abend in ihrer Wochenschau:Es ist in der Presse des ganzen Landes mit Nachdruck hervorge­hoben, daß eine alsbaldige Erledigung der Finanzreform im eigensten Interesse des Reichstages und seines Ansehens gegenüber dem deutschen Volke liegt. Gelingt es dem Reichs­tag, die Finanzreform nunmehr zu Ende zu führen, so wird er unter die Parlamente gerechnet werden, die für die weitere Gestaltung des Deutschen Reiches Großes und Wesentliches getan haben; gelingt es ihm nicht, so werden die Abgeord­neten ihren Wählern gegenüber einen schweren Stand haben, denn immer mehr verbreitet sich die auch von uns vor kurzem wiedergegebene Meinung, daß vor seinen Wählern der Abge­ordnete am besten bestehen wird, der die besten Steuern be­willigt hat, nicht aber der, der die wenigsten Steuern be­willigte. Die Augen des ganzen deutschen Volkes sind auf die weiteren Arbeiten der XXX ll. Kommission des Reichs­tags gerichtet. Möge ein guter Stern über ihnen walten!" In die Viktoriasäle zu Köln war gestern eine öffentliche Versammlung von Männern verschiedener Parteirichtung ein­berufen worden, die von Exz. Hamm geleitet wurde und auf welcher Professor Dr. Adolf Wagner als Hauptredner zur Reichsfinanzreform auftrat. In einer von der Versammlung angenommenen Resolution heißt es: Daß das Reich seine dauernden Ausgaben durch regelmäßige eigene Einnahmen deckt, ist eine Lebensfrage der Nation. Das deutsche Volk verlangt, daß keine Partei die Zustimmung zu einer solchen Reform von einer Mehrung ihres politischen Einflusses^ oder von Zugeständnissen an ihre politische Richtung abhängig wacht. Die zu der Reform notwendigen Steuern zu tragen, sst Ehrenpflicht jeden Standes und Berufes. Wenn das Volk in seiner Gesamtheit die Erweiterung der indirekten Steuern zum Wohle des Ganzen opferbereit auf sich nimmt, muß sich auch der Besitz, Grundbesitz wie Kapital im gereckten gleich der Ausdehnung der Erbschaftssteuer, auf einen jeben "'llig unterwerfen. Sie ist nicht nur gerecht, sondern wird zudem lediglich den Großgrundbesitz treffen und diesem noch bedeutende Erleichterungen gewinnen. Die neu vorgesch.agene Reichswertzuwachssteuer erfüllt die Forderung eines gerechten Ausgleiches nicht. Die Versammlung, weiß sich im Einver­

ständnis mit der großen Mehrheit des deutschen Volkes, wenn sie dringend von dem Reichstage die baldige Er­ledigung dieser Lebensfrage der Nation im Sinne der Reso­lution fordert.

Der Verband der Fachpresse Deutschlands, der vor einigen Tagen in Berlin eine Sitzung abhielt, hat die Tatsache, daß die Jnseratensteuer nun auch von der Reichsregierung fallen gelassen wird, mit großer Freude be­grüßt. Ferner fand in der Sitzung die im Reichstag ange­nommene Resolution des Abgeordneten Hompesch, worin die Regierung aufgefordert wird, noch in dieser Session dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, der jede Ver­bindung einer Abonnentenversicherung mit einer Zeitung verbietet, lebhafte Zustimmung. Es wurde be­schlossen, die Angelegenheit weite» zu verfolgen und mit formulierten Vorschlägen an die Regierung heranzutreten.

Maßregelung. Nach derBreslauer Zeitung" wurden die beiden Vorsitzenden des Verbandes mittlerer Post- und Telegraphenbeamten in Berlin unter Einleitung des Dis­ziplinarverfahrens ihrer Aemter enthoben, angeblich wegen einiger Artikel in Sachen der Personalreform im Verbands­organDeutsche Postzeitung". Auch gegen verschiedene Redner der letzten Berliner allgemeinen Beamtenversammlung soll ein Verfahren eingeleitet werden.

Die württembergische Regierung hat dem Land­tag eine ausführliche Denkschrift über das Volksschulwesen vorgelegt, welche die grundsätzliche Uebernahme der Volks- sckullasten auf den Staat, fei es ganz oder teilweise, ab­lehnt, dagegen dafür rintritt, daß sich der Staat in Form von Staatsbeiträgen in immer weiterem Umfang nach dem Maß seiner Kräfte an der Befriedigung der Bedürfnisse der Volksschule beteiligt.

Ein Geschenk Kaiser Franz Josefs an sein Heer. Durch ein Handschreiben an den Kriegsminister hat Kaiser Franz Josef der Armee zum Andenken an das Jahr 1809 den in seinem Eigentum stehenden Heldenberg bei Wetzdorf in Niederösterreich geschenkt, wo Radetzky, Feld­zeugmeister Freiherr von Wimpffen und Feldzeugmeister d'Aspre begraben liegen. Dort sollen in Zukunft die Ueberreste von Militärs, welche durch besondere Leistungen vor dem Feinde oder durch militärische Schöpfungen von dauerndem Werte sich ausgezeichnet haben, ihre Ruhestätte finden. Die Er­haltung des Heldenberges wird aus kaiserlichen Mitteln be­stritten werden.

Der deutsche Kronprinz in Wien.

Wien, 25. April. Mehrere Blätter begrüßen mit warmen Willkommensartikeln den deutschen Kronprinzen. Das Fremdenblatt" schreibt: Wir dürfen den deutschen Kron­prinzen heute in Wien als Vertreter des deutschen Kaisers und des deutschen Volkes begrüßen. In dem Willkomm, das ihm geboten wird, spricht die Erinnerung mit an die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, bei denen der Kaiser und das Volk in Deutschland sich einig erwiesen haben in der Bundestreue, die den vollen Wert des mitteleuropäischen Bündnisses als der stärksten Friedensbürgschaft in Europa dargetan hat. Die Kraft dieses Bündnisses hat in den ver­gangenen schweren Zeiten alle Zweifler im Auslande besiegt und bekehrt. DieNeue Freie Presse" schreibt: Der Besuch des Kronprinzen erfolgt diesmal unter dem Eindruck der großen Manifestation deutscher Bundestreue au« Anlaß der Annexionskrise. Die Zusammengehörigkeit beider mitteleuro­päischer Reiche ist vielleicht noch nie so mächtig hervorge­treten. Der Kronprinz wird die Ueberzeugung von der Stärke des Bündnisses in die Heimat mitnehmen. Auch das Neue Wiener Tageblatt" betont die Wichtigkeit und den Zeitpunkt des Besuches des Kronprinzen. DasVaterland" bezeichnet ebenfalls den Besuch als von besonderer Bedeutung, begrüßt mit Freuden, daß der Repräsentant, einer fernen Zu­kunft, der deutsche Kronprinz, dem hohen Greise den Beweis seiner Liebe und Ehriurcht gibt und drückt den Wunsch aus, daß der Besuch das Band zwischen Deutschland und Oester­reich-Ungarn noch fester knüpfen möge zum Wohle der Völker und zum Schutze des Friedens Eliropas.

Wien, 25. Apeil. Der deutsche Kronprinz ist heute nachmittag um 2 Uhr 8 Min. aus Bukarest hier eingetroffen. Auf dem Siaatsbahnbofe war eine Ehrenkompanie des 4. Infanterieregiments mit Fahnen und Musik und den reglcments- mäßigen Vorgesetzten aufgestellt. Kurz nach 3/<2 Uhr erschien der Kaiser in preußischer Marschallsuniform mit dem Bande des Schwarzen Adlcrordens. Ferner hatten sich eingefunden die Erzherzöge Franz Ferdinand, Franz Salvator, Leopold Salvator, Eugen, Friedrich und Reiner mit ihren Suiten in den Uniformen ihrer preußischen Regimenter und der deutsche Botschafter Freiherr von Tschirsky-Bögendorff mit den Herren der Botschaft. Der Kaiser schritt die Front der Ehren­kompanie ab. Um 2 Uhr 8 Min. fuhr der Zug unter den

Klängen desHeil Dir im Siegerkranz" in den Perron. Der Kaiser trat dicht an den Bahnkörper heran. Der Kron­prinz in der Oberstenuniform seines Husarenregiments mit umgehängter Pelzattila entstieg dem Waggon, schritt auf den Kaiser zu und wollte ihm die Hand küssen. Der Kaiser wehrte jedoch ab, schüttelte dem Kronprinzen die Hand und küßte ihn dreimal. Nachdem der Kronprinz die Erzherzöge durch Händedruck begrüßt hatte, fuhr der Kaiser mit seinem Gaste zur Rechten in seinem Hofwagen nach der Hofburg. Das vor dem Bahnhof in überaus großer Zahl angesammelte Publikum brach in brausende Hochrufe aus. In der Hof­burg begrüßten den Kronprinzen der erste Oberhofmeister und Zeremonienmeister. Gleich nach der Ankunft stattete der Kronprinz den in Wien weilenden Erzherzögen Besuche ab und fuhr gegen halb 4 Uhr zu den Pferderennen in Freudenau.

Wien, 25. April. Wie nachträglich gemeldet wird, fuhr der deutsche Kronprinz nicht zum Rennen nach Freudenau.

Wien, 25. April. Um 7 Uhr adends fand im neuen Saale der Hofburg eine Tafel statt. Der Kaiser holie den Kronprinzen ab und geleitete ihn in den Gobelinsaal, wo der Kronprinz die Mitglieder des Kaiserhauses begrüßte. Sodann reichte der Kronprinz der Erzherzogin Ikaria Anunziata den Arm, während der Kaiser die Erzherzogin Isabella zur Tafel führte. An der farbenprächtigen, mit exotischen Blumen reichgeschmückten Tafel nahmen Platz: in der Mitte der Kaiser zur Linken des Kronprinzen. Zur Rechten des Kronprinzen saß Erzherzogin Maria Anunziata, Erzherzog Franz Ferdinand, Erzherzogin Gabriele, Erzherzog Franz Salvator, Fürstin Sophie Hohenberg, Erzherzog Eugen und der Minister des Aeußern, Freiherr von Aehrenthal; zur Linken des Kaisers Erzherzogin Isabella, Erzherzog Leopold Salvator, Erzherzogin Isabella Marie, Erzherzog Friedrich, sowie die Gemahlin des deutschen Botschafters Freiherrn von Tschirschky und Erzherzog Reiner. Außerdem nahmen an der Tafel teil die Suite des Kronprinzen, der dem Kronprinzen zugeteilte Ehrendienst und die Suiten der Erzherzöge und Erzherzoginnen; ferner die Herren der deutschen Botschaft und die obersten Hofchargen. Nach der Tafel hielt der Kaiser Cercle, während der Kronprinz sich in das Hofoperntheater begab, um der Vorstellung des Bajazzo" und des Balletts aus derHeimat" beizuwohnen.

Der französische Präsident in Nizza.

Nizza, 25. April. Der Zug mit ^ dem Präsidenten Fallières ist heute vormittag hier eingetroffen. Die Menge bereitete dem Präsidenten lebhafte Kundgebungen, ebenso dem Ministerpräsidenten Clemenceau und den anderen Ministern. Fallières nahm an einem ihm zu Ehren vom Munizipalrat veranstalteten Bankett teil.

Nizza, 25. April. Bei dem Bankett erwiderte der Präsident Fallières den Willkommengruß des Maire, dankte für den herzlichen Empfang und gab der Dankbarkeit Frank­reichs für den großen Republikaner Gambetta Ausdrucks der den vom Feinde überschwemmten Boden Zoll für Zoll ver­teidigte und die erschöpften Kräfte des Landes wiederher« stellte.

Nizza, 25. April. Nach dem Bankett fand die Ent­hüllung des Gambetta-Denkmals statt, wobei Ministerpräsident Clemenceau die Gedenkrede hielt.

Paris, 25. April. Den Blättern zufolge wurde tn Nizza eine junge russische Studentin namens Neitousse, sowie ihr Vetter Alperosa verhaftet, welche angeblich dem früheren russischen Revolutionär Baron Stackelbsrg ihre Abucht mit­geteilt haben, eine feindselige Kundgebung gegen Clemenceau und Fallières zu veranstalten. Baron Stackelberg, der seit zwei Jahren infolge der Empfehlung Clemenceaus die fran= zösische Staatsbürgerschaft erlangt hat, verständigte Jaurès von diesem Plane, hinter welchem er die Rânk« von Lock­spitzeln vermutet.

Der Dreibund und die Türkei.

Wien, 25. April. DasFremdenblatt" schreibt zur Behauptung desEclair", daß zwischen den Dreibundmächten Abmachungen über die Teilung der Türkei getroffen seien, von einem solchen Plane sei in maßgebenden Kreisen des Dreibundes niemals die Rede gewesen, und gerade dir Annexionspolitik des Wiener Kabinetts widerspreche ihm auf- gründlichste. Hätten wir, fährt das Blatt fort, die Dinge auf dem Punkte gelassen, auf dem sie sich zur Zeit des Aus­bruchs der türkischen Julirevolution befanden, so wären wir aller Wahrscheinlichkeit nach in die Konvulsionen hinein- gejogen worden, die das ottomanische Reich jetzt durchmacht. Neber die Linie hinauszugehen, die durch die Entschlossenheit zur Konservierung unseres Besitzes gezogen war, haben wir niemals beabsichtigt. Auch Italien und Deutschland sind über den Verdacht erhaben, Teilhaber auf eine die Zerreißung der Türkei ausgehenden Balkanpolitik zu sein. Es wird gut