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Hanauer K Anzeiger

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«-jährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für mh- »ärtjgt Abonnentin mit bem betreffmden Postaufschlag.

Die anjelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker« bei verein, w. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für $tot= nuD Fanddreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Sw situ/gespalten« Petitzeile »der »eren Raum 36 ^ im Reklameuteü die Zeile 36 Pf^

verantmerü. Redakt»«: «. Schrecker ta Hanau.

Nr. 90 Fernsprechanschlich Nr. 605

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Montag den 19, April

Ferusprechauschlufi Nr. 605

1909

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Amtliches.

Landkreis Hanau.

Nachdem das in Gemäßheit des Gesetzes zur Verhütung von Hochwassergefahren vom 16. August 1905 (Gesetz- Sammlung Seite 342) für die Nidder aufgestellte Ver­zeichnis mit den dazu gehörigen Plänen im Sinne der An­weisung des Herrn Landwirtschaftsministers vom 8. Juli o. Js., R IIb 4996 M. f. L. ili 1580 M. d. ö. A. fertig gestellt ist, kann in die örtliche Prüfung dieser Unterlagen gemäß § 2 Absatz 3 des vorbezeichneten Gesetzes eingetreten werden.

Cassel, am 11. April 1909.

Der Regierungspräsident.

A III 2059 J. V.: v. Rieß.

Wird veröffentlicht.

Das Verzeichnis nebst den Plänen liegt vom 21. d. M. ab sechs Wochen lang in meinem Amtszimmer an den Wochentagen vormittags von 912 Uhr und nach' mittags von 35 Uhr, zur Einsicht aus.

Etwaige Einwendungen oder Anträge können innerhalb der Auslagefrist schriftlich bei mir angebracht werden.

Die Herren Bürgermeister in Eichen, Ostheim, Windecken, Kilianstädten, Oberdorfelden, Niederdorfelden und Gronau ersuche ich, dies wiederholt in ortsüblicher Weise in den Ge­meinden bekannt zu machen.

Hanau den 17. April 1909.

Der Königliche Landrat.

V 2191 I. V.: Vr. V. Waldow, Reg.-Asseffor.

Der Landwirt Heinrich Goy VII. in Roßdorf ist zum Bürgermeister der dortigen Gemeinde gewählt und heute bestätigt worden.

Hanau den 19. April 1909.

Der Königliche Landrat.

A 1794 J. V.: Dr. V. Waldow, Reg.-Asseffor.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Zum 1. Mai d. Js. ist die Stelle der Waschfrau an der Kinderkrippe zu besetzen.

Meldungen sind an die Oberschwester der Krippe zu richten.

Hanau am 16. April 1909.

Das Kuratorium der Kinderkrippe.

Hild. 9671

Wre MtnWt zu Hanau.

1. Montag den 19. April, nachm. 3 Uhr: Mitteilung des Stundenplans an die Schülerinnen der Klaffen VIII. Aufnahme der für diese Klaffen neu an­gemeldeten Schülerinnen.

2. Dienstag den 29. April: Beginn des Unterrichts:

a) für die Klassen VIII: vorm. 7^ Uhr,

b) für die Klassen IX u. VIII: vorm. 8 Uhr.

3. Dienstag den 29. April, vorm. 8 Uhr: Aufnahme der für die Klassen IX u. VIII neu angemeldeten Schülerinnen; vorm. 10 Uhr: Aufnahme der in die Klasse X (1. Schuljahr) eintretenden Schülermnen.

Hanau den 16. April 1909.

Der Direktor.

Bungenstab. 9625

Gefundene und verlorene Gcpenstöndc re.

Gesunden: 1 braunseidener Schleie., 1 Schlüsselring mit 5 Schlüsseln, 1 Rosenkranz.

Verloren: 1 goldener Gürtel mit Kleeblattchen.

Stehen geblieben:! ®$^ .

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Hanau den 19. April 1909.

Politische Rundschau.

D-- Kaiser in K°rs... ®«» U" & vormittag in der Schloßkapelle Gotte.d ' ... uon mittag hatten die Geistlichkeit und b'C ~ Safturi eine große Prozession veranstaltet, , - jahr, am Schlosse vorbeizog. Das Wetter .st 1-hr schon und warm.

Fürst und Fürstin von Bülow haben gestern nachmittag von Venedig die Rückreise nach Berlin angetreten. Zur Verabschiedung halten sich der deutsche Konsul und die Spitzen der Behörden am Bahnhof eingefunden.

Zur Reichsfinanzreform. DieNorddeutsche All« gemeine Zeitung" schreibt in ihrem Rückblicke bezüglich der Reichsfinanzreform: Di- starke und die spontane, aus dem Volk und aus den Wählern hervorgehende Bewegung, ist ein großer, ungewöhnlicher Vorgang. Er beweist, daß das deutsche Volk über die ihm im vorigen Jahre mit Recht vorgeworfene Steuerscheu hinweggekommen und die Einsicht für die staatlichen Notwendigkeiten in beständigem Fortschritt begriffen ist. Die Vertreter des Volkes aber haben sich da­von überzeugen müssen, daß bei den Wählern nicht derjenige am besten bestehen wird, der die meisten Steuern abgelehnt, sondern der, der das Meiste zum Zustandekommen der Finanzreform beigetragen hat. Heute dürfen wir hoffen, daß von dieser Ueberzeugung die Arbeiten der Finanz­kommission des Reichstages in den bevorstehenden ent« scheidungsreichen Monaten getragen werden. Insbesondere hat die Erbanfallsteuer in immer wachsendem Maße bei allen Volksschichten Freunde gefunden. Ersichtlich hat auch die Opposition gegen diese Form der Besitzbesteuerung an Wider­standskraft erheblich eingebüßt; insbesondere in Erkenntnis der staatsrechtlichen, wie finanziellen Undurchführbarkeit des Befitzsteuerkompromisses haben politische und wirtschaftliche Verbände von Bedeutung ihren Einfluß zu Gunsten einer erweiterten Erbschasisbesteuerung geltend gemacht.

Der Wechselim preußischen Kultusministerium. Die Nationalzeitung hatte gemeldet, der Reichskanzler habe dem Kaiser in Venedig Vortrag über den Wechsel des In­habers des Portefeuilles des Kultusministers gehalten. Dies ist falsch. Der Rücktritt Dr. Holles und die Berufung eines neuen Kultusministers wird nicht vor Pfingsten erfolgen.

Der Entwurf über ein Reichshaftpflichtgesetz für Beamte soll, nach den Absichten der verbündeten Re­gierungen noch in dieser Session dem Reichstag vorgelegt werden. Die Verabschiedung des Entwurfs im Bundesrat ist demnächst zu erwarten.

Nichtbeflätigung eines sozialdemokratischen Stadtverordneten. Dem sozialdemokratischen Stadtverord­neten Dr. Quarck in Frankfurt am Main ist eine Verfügung der Regierung zugegangen, wonach seine Wahl zum Mitglied der städtischen Schuldeputation nicht bestätigt wird.

Zeremonie zur Seligsprechung der Jungfrau von Orleans. Gestern vormittag fand in der Peters­kirche zu Rom die feierliche Zeremonie der Seligsprechung der Jungfrau von Orleans statt. Der Bischof von Orleans zelebrierte die Messe, bei der ihm dreizehn Kardinäle, dar­unter drei französische, assistierten. Anwesend waren außer­dem 60 französische Bischöfe, sowie mehrere italienische und andere ausländische, ferner der Herzog von Alencon, Ver­wandte des Papstes, endlich 30 000 französische Pilger und mehrere tausend Einheimische.

Die englische Seemacht. In der in Glasgow ge­haltenen Rede sagte Premierminister Asquith: Unsere See­macht hat und muß in der nächsten Zukunft die erdrückende Ueberlegenheit an Material und Personal über jede mögliche gegen uns gerichtete Kombination von Mächten behalten. Wir haben die Lage mit unseren großen Vertragsfirmen und mit anderen besprochen mit dem Ergebnis, daß, bevor die Marine­voranschläge festgesetzt wurden, Vorkehrungen getroffen sein werden, die es uns im eigenen Lande mit Leichtigkeit ermög­lichen werden, in Zukunft allen Erfordernissen gerecht zu werden oder sogar darüber hinauszugehen.

Holland und Venezuela. Der venezolanische Sonder­gesandte de Paul erklärte, das Protokoll, durch welches die diplomatischen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Venezuela wiederhergestellt werden, werde am Sonntag oder Montag unterzeichnet werden. Venezuela habe keine Kon­zession ' wegen' der Aufhebung des dreißigprozentigen Zu- schlagszollcs auf die von den Antillen herrührenden Waren gemacht. ' Der Handels- And Schiffahrtsvertrag werde noch Gegenstand der Beratung zwischen den beiden Ländern bilden. De Paul wird nach der Unterzeichnung des Protokolls nach Frankreich und England reifen, um die Verhandlungen mit den beiden Ländern fortzusetzen.

Die Antwort ves Eisenbahnministers Breiten­bach an den Verband reisender Kaufleute in der Frage der Eisenbahnreform, die dem Verbände soeben zuge­gangen ist, spricht sich in erster Linie dahin aus, daß eine vollständige Aenderung des noch nicht einmal zwei Jahre bestehenden Gepäcktarifes nicht in Aussicht genommen werden könne, da er gerade für den Kaufmann, vornehmlich bei der Aufgabe großer Gepäckstücke und bei weiten Entfernungen, sowie bei zusainmenstellbaren Fahrscheinheften große Vorteile gewähre, denen gegenüber die Nachteile in den Kauf ge­

nommen werden müßten. Ueber die Abfertigung von Reise­gepäck ohne vorherige Lösung von Fahrkarten seien in den Ausführungsbestimmungen zum Tarife nunmehr neue Vor­schriften getroffen worden, über die auch bei Musterkoffern nicht hinausgegangen werden könnte. Die Stationen seien erneut angewiesen worden, auf Gepäck, besonders beim Ver- und Entladen von Musterkoffern, größte Sorgfalt zu ver­wenden. Es sollen auch für kleinere Stationen Handwagen und Karren angeschafft werden, um das Schleifen der Koffer zu vermeiden. Die Vorschriften über die Zulösung von Fahrkarten beim Uebergang in höhere Wagenklaffen seien nicht zu, ändern, so lange die Fahrkartensteuer noch besteht. Die Zulassung der Umschreibung der Fahrkarten für andere Wege erscheint dem Minister nach Aufhebung der Rückfahr­karten überflüssig, doch wünscht er Material darüber auS dem Kreise der reisenden Kaufleute zu haben, um die Frage nochmals prüfen zu können. Die eigentliche Regelung der Gepäckträgertaxen lehnt der Minister ebenfalls ab, da hier örtliche Verhältnisse maßgebend seien.

Erster deutscher Beamtentag.

Bertin, 18. April. Heute mittag fand hier der erste deutsche Beamtentag statt. Er gestaltete sich zu einer Kund­gebung der gesamten deutschen Beamtenschaft gegen b« Ver­schleppung der Besoldungsvorlagen und der Reichsfinanz- reform. Da der große Saal derNeuen Welt", in dem die Versammlung stattfinden sollte, sich für die Menge der Erschienenen als unzureichend erwies, mußte die Versammlung geteilt werden und eine zweite Versammlung in der Brauerei Happold angesetzt werden. In derNeuen Welt" waren etwa 5000, in der Brauerei Happold etwa 3000 Beamte zugegen. In beiden Versammlungen sprachen dieselben Redner. Zurrst nahm Chefredakteur Coboeken das Wort zu einer allgemeinen Uebersicht über die Entwicklung derBe- anuenvorlagen. Ueber die Reichsbeamtenvorlage sprach Ober­postsekretär Caspary, über die preußische Beamtrnvorlagr Eisenbahnmaterialienverwalter Lewonig, über die Gehalts­aufbesserung der Kommunalbeamten Magistratssekretär Stuermer. In der Hauptversammlung präsidierte der Vor­sitzende der Beamtenvereine Großberlins, Korbach. Die Redner führten sämtlich eine außerordentlich scharfe Sprache. Ihre Ausführungen wurden häufig von tosendem Beifall unterbrochen.

Schließlich gelangte einstimmig folgende Resolution zur Annahme:Die am 18. April 1909 in derNeuen Welt" zu Berlin zum Ersten Deutschen Beamtentage versammelten Delegierten aus allen Teilen Deutschlands richten die von 5000 gleichzeitig versammelten Beamten unterstützte dringende Bitte an die Reichs- und Staalsregierung und an die Parlamente, die Beamtenschaft so schnell wie möglich in den Besitz der ihnen zugedachten Gehaltserhöhungen gelangen zu lassen. Sie hoffen und erwarten auf das Bestimmteste, daß daS Preußische Herrenhaus die im Abgeordnetenhaus von allen bürgerlichen Parteien gemeinsam in Uebereinstimmung mit der Regierung, festgesetzen Gehaltssätze nicht ändern und insbesondere an bet mehrfach in bindigster Form zugrstcherten rückwirkenden Kraft der Vorlage vom 1. April 1908 unbedingt festgehalten wird. An den Deutschen Reichstag aber ergeht die nicht minder dringende Bitte, nicht nur im Interesse der Beamtenschaft^ sondern auch ganz besonders aus nationalen Rücksichten end­lich die Reichsfinanzreform zu einem würdigem Abschluss« zu bringen und dabei nach den Vorschlägen der Regierung den Besitz in gebührender Weise heranzuziehen. Auch im Interesse der Kommunalbeamten wird erwartet, daß im Reiche wie in Preußen die Neuregelung der Gehälter baldigst abgeschlossen wird, weil der größte Teil der Kommunen erst nach der endgültigen Regelung der Beamtengehälter in Reich und Staat an diese Frage herantritt. Zu dieser Stellung­nahme sieht sich die Beamtenschaft um so mehr veranlaßt, als ihre Notlage durch die Verzögerung der Annahme bei Besoldungsvorlagen eine so erschreckende Höhe erreicht hat, daß nur sofortige Hilfe großes Unglück von Tausenden vor Beamtenfamilien fern halten kann. Der Erste Deutsche Be­amtentag gibt schließlich einmütig seiner Meinung dahin Aus­druck, daß die Besoldungsvorlagen nicht einen vollen Aus­gleich für die Entwertung des Geldes herbeiführen, daß aber die derzeitige schlechte Finanzlage des Reiches dem bewährten Patriotismus der Beamtenschaft daS Opfer zumuten muß sich einstweilen zu bescheiden." Darauf wurde der Erst« Deutsche Beamtentag geschlossen.

Tumulte bei einem Fustballwettkamps.

Glasgow, 18. April. Das Endspiel des gestrigen Fuß­ballwettkampfes um den Pokal von Schottland endete mit einem Tumult, bei dem 60 000 Zuschauer das spielende Feld angriffen, die Goalpfosten ausrissen, die Eingangspforte und die Umzäunung der Billetschalter in Brand steckten. Ueber 40 Personen, meist Schutzleute, wurden dabei verletzt und mußten ins Svital aebracht werden. Als die Feuerwehr