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verantwort!. Redakteur: e. Schrecker in Hanan.
I?k. 81 ^ernsprechanschlitfj Nr. 605» ^■aUl!!L!^J.m........ T im HW
Dienstag den 6. Apül Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Auf Grund des § 105e der Gewerbeordnung und Ziffer 170 der Ausführungëanweisung zu derselben in der Fassung vom 28. Dezember 1908 — Ministerialblatt der Handelsund Gewerbeverwallung 1909, Seite 9 — verordne ich hiermit:
Die Verordnung vom 25. März 1895, betreffend Ausnahmen von den allgemeinen Sonntagsruhebestimmungen — Amtsblatt Seite 74 ff. — erhält in I zu 1 folgenden Zusatz: „Gibt die untere Verwaltungsbehörde gemäß Ziffer 138 Absatz 1 lit b der Ausfuhrungsanweisung in der Fassung vom 28. Dezember 1908 die Zeit von 5 Uhr morgens bis §1 Uhr nachmiuags ohne Unterbrechung durch die Gottesdienstpause für den ambulanten Milchbandel frei, so ist die Versorgung der Kundschaft mit Molkereiprodukten auch nur während dieser Zeit und nicht während der für den stehenden Handel mit diesen Gegenständen zugelassenen Zeit gestattet."
Die'e Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kratt.
Cassel den 27. März 1909.
Der Negierungs Präsident.
Wird hiermit veröffentlicht.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
P 3739 I. A.: Dr. v. Waldow, Neg.-Ässessor.
z Stadtkreis Hanau.
^â BetmnttmachuW.
Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüffe 29. Dezember! 908 „ _. . vom - ausgestellte und von der Posizei- 22. Januar 1909 a
behârde genehmigte ^htdjflinkttvfan für das Gelände nördlich der krummen Kinzig, zwischen Hanau- Friedberger Eisenbahn und Wiesenweg, wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 7. d. Mts NN 4 Wochen lang auf dem städtischen Vermessungsbureau, Rathaus Zimmer Nr. 21, während der Gejchäftsstunden zu jedermarkns Einsicht offen gelegt.
Einwendungen gegen den Plan sind innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.
Hanau den 3. April 1909.
Der Magistrat.
Hild. 8803
Handelsregister.
Firma Friedrich Rumpf.
Das bisher unter dieser Firma von dem Bauunternehmer Friedrich Rumpf in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf den Bauunternehmer Johann M a r 1 i n R u m p f in Hanan überge- gangen, welcher das Geschäft unter unveränderter Firma als Einzel kaufmann zu Hanau forttührt.
Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten Verbindlichkeiten beniglich der abgeschlossenen Verträge über das Geschäftsgebnnde in Frankfurt a. M. und über den Fabrikneubau in Fechenheim ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch den Erwerber ausgeschlossen.
Hanau den 30. März 1909.
________Königliches Amtsgericht 5.8807
Handelsregister.
Firma Oscar Lius. . - ,
Das bisher unter dieser Firma von dem Kaufmann Karl Brück in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf die Witwe des Kaufmann. Eugen V o 11e 1 er, EmiU. gib. Br»« m Hanau âd„. gegangen, meld,, daS K-,»âst un°-r°ud-rtt- Firma als Einzelkaufmann zu Hanau chUsuy .
Hanau den 26. März 1909.
__ Königliches Amtsgerichts
Gefnudtne nud verlorene ^toenstiinde rc
Gefunden: 1 schwarzer
1 schwarze Ledertasche mit Wecker und V'Vnaverftocf (in Droschke lie en geb iebenh 1 Kne.fer und 1 ®P«^ der „Concordia" beim Oratorieu-Koi^er ' '
Empfangnahme bei Haas, Paradeplatz 1), 1 Portemonnaie mit 27 Pfg., 1 Spazierstock (Nohrstock), 1 gelber Kinder- spazierstock (Rolrstock', 1 goldenes Armband, 1 goldene Brofcbe (3 Kleeblätter).
Verloren: 1 Krim'techer. 1 schwarzes Handtäschchen mit der Aufschrift „Gruß aus Nürnberg", 2 Zeugnishefte (Eberhardscbulk) auf dem Wege Hanau—Langendiebach, 1 silberne Brosche (kleine Eidechse), 1 goldene Brosche (Zehnmarkstück mit dem Bildnis Kaiser Friedrich).
Hanau den 6. April 1909.
Politische Rundschau.
Bei der Kundertjahrfeier der Artillerie- prüfungskommission wurde folgende Allerhöchste Kabineitsorder bekannt gegeben: „Ich entbiete der Artillerie- prüfungskommission zu ihrem Jubeltage Meinen Glückwunsch und nehme gern Veranlassung, ihr für die ausgezeichneten Dienste, die sie während ihres einhunderijäbrigeu Bestehens Mir, Meinen erhabenen Vorgängern am Thron und dem Vaterlande geleistet hat, Meinen königlichen Dank auszu- sprecben. Ich freue Mich, heute vor Meinem Heere bezeugen zu können, daß die Arnllericprüfungskommission ihren hohen verantworningsreichen Aufgaben stets in vorbildlicher Weise gerecht geworden ist, und gebe dem zuversichtlichen Vertrauen Ausdruck, daß sie bis in die fernste Zukunft fortfahren wird, in gleicher Treue und Hingebung dem Könige und dem Vaterlande ihre Dienste zu weihen.
Neues Palais, den 3. Avrü 1909.
Wilhelm R"
Retchstagsersahwahl. Bei der am 3. d. Mts. stattgehabten Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Düren- Jülich wurden im ganzen 19 ^90 Stimmen gbgegeben. Da- von erhielten Rittergutsbesitzer Fürst Alfred Salm Reffer- scheidt-Schloß Dyck (Zentrum) 16 594, Teppichweber Scbön- brenner - Düren (Zentr. cbristlich - sozial) 1272, Bildhauer Schack Kölii-Suelz (Soz.) 1165, Kautman'n Schmitz-BirkerS- dorf (Zentr.) 54 und Gutsbesitzer Frantzen-Ameln (Zentr.) 45 Slimmen. 60 Stimmen waren zersplittert. Ersterer ist mithin gewählt.
Der Religionskampf in Palästina. Nach in Konstantinopel vorliegenden Meldungen nimmt der Religionskampf in Palästina einen bedrohlichen Charakter an. Die Angehörigen der griechischen Kirche suchen Unruhen zu stiften, um eine europäische Einmi'chnng zu erlangen. Außerdem hat sich in Jerusalem eine revolutionäre Organisation gebildet, um eine armenische Nationalbewegung in die Wege zu leiten.
Englisches Nnterhans. In Beantwortung verschiedener Anfragen über die lenkbaren Luftschiffe auf dem Festlande erk'ärt« Kriegsminister Haldane, soweit er unterrichtet sei, beabsichtige Frankreich fünf Schuhhallen für lenkbare Luftschiffe zu bauen; in Deutschland sollten sechs Luftschiffe gebaut worden sein und sechs weitere gebaut weiden. Der Kriegsminister fügte diesen Mitteilungen hinzu, daß die englische Regierung den Bau einer zweiten Schutzhalle in Aldershot außer der bereits vorhandenen erwäge.
Das Ende der Pretorianer des Sultans. Das Zuavenbataillon, das am 30. März meuterte, wird auf» gelöst und die Leute des Bataillons werden in ihre syrische Heimat transportiert werden. Dasselbe wird mit dem alva- utsifchen Bataillon geschehen, trotz des Protestes von hoher Seite. Damit verschwindet aus dem Jildiz die Truppe, der man in den ersten Tagen der Verfassung zu Mißtrauen Gelegenheit gegeben hatte. An Stelle dieser Truppen werden anatolische Truppen mit einem Maschinengewehrdetachement treten. Der Großwesir, der Kriegsminister und der Kommandeur der Division von Jildiz blieben an» 31. März bis zu später Nachtstunde in Jildiz. Sie verhandelten mit dem Sultan über die erwähnten Aenderungen und versicherten dem Herrscher, daß diese Aenderungen im Interesse der militärischen Disziplin notwendig seien.
Ä«s China. Mit dem gestrigen Tage ist ein neues Naturalisanonsgesetz veröffentlicht worden, in dem bestimmt wird, daß Angshörige des chinesischen Reiches nicht mehr das Bürgerrecht eines ausländischen Siaaies annehmen dürfen. Das Gesetz trifft ferner die Bestimmung, daß Chinesen, die bisher Bürger und Untertanen eines fremden Staates gewesen sind, dennoch chinesische Untertanen bleiben. Viele Chinesen, namentlich solche, die in Hongkong als britische Untertanen eingeschrieben sind, werden von dieier Maßregel hart betroffen, u. a. auch eine Anzahl höherer Beamter im In- und Auslande.
Zur Laste auf Samoa wird amtlich gemeldet: Die vom G? es des Kreuzergelchwaders gemeinsam mit Gouverneur Dr. Solf emoeleiteten Ma'wahmeil haben nach heute aus s Apia eingetroffenen Telegrammen zu dem Erfolge geführt, ■
daß die Rädelsführer der unruhigen Samoaner ohne Anwendung von Gewaltmaßregeln gefangen genommen worden sind. Das gesamte Geschwader wird nunmehr eine Rundfahrt um die Insel vornehmen, von welcher der Gouverneur und der Chef des Kreuzergeschwaders eine Sicherung des wieder hergestellten Frieden? erwarten.
EuftTport.
Eine militärische Dauerfahrt des „Z l".
Friedrichshafen, 5. April. Das Reichsluftschiff „Zeppelin I" ist heute früh 9 Uhr 18 Min. zu einer vierundzwanzigstündigen Dauerfahrt ausgewogen und schlug bi» Richtung nach Ulm ein. Es passierte um 10 Uhr 30 Min. Ravensburg.
Friedrichshafen, 5. April. Die heutige Dauerfahrt des Reichsluftschiffes ist rein militärischer Natur. Graf Zeppelin ist nicht mitgefahren. Das Ziel der Fahrt wird geheim gehalten.
Friedrichshafen, 5. April. An der heutigen Fahrt, für die das preußische Kriegsministerium die Aufgabe gestellt hatte, nahmen als Fahrgäste vier Offiziere des Münchener Lustschifferbataillons unter Führung von Major Sperling teil
Ulm, 5. April. Das Reichsluftschiff „Z I" kommt in seiner heutigen Fahrt sehr langsam vorwärts, sei eS, daß «S durch den scharfen Ostwind aufgehalten wird, oder daß die Motors nur mit halber Kraft ausgenutzt werden Um elf Uhr war das Luftschiff in Schussenried, worauf es eine Wendung vornahm, um 12 Uhr befand es sich wieder zwischen Waldsee und Steinach.
Ulm, 5. April. Um halb 2 Uhr bewegte sich das Luft- schiff in der Richtung auf Ummendorf und Biberach; »6 scheint jetzt der Bahnlinie auf dem Wege nach Ulm zu folgen.
Biberach, 5. April. Die Annahme, daß daS Luftschiff sich In der Wchtung auf Ulm bewege, bestätigt sich nicht. Es wird seit etwa 12 Uhr von hier aus in mehr oder weniger weiter Entfernung gesehen und befand sich nach einer Meldung aus Schussenried um halb 3 Uhr zwischen Winterstätten-Stadt und Winterstädten-Dorf, somit auf dem Rückwege.
Ravensburg, 5. April. DaS Luftschiff bat sich südwärts gewendet und befindet sich auf der Fahrt nach dem Bodensee. Um 3V« Uhr flog es über Weingarten.
Friedrichshafen, 5. April. Das Reichsluftschiff „Z 1* befand sich zeitweilig über Meersburg und stenerte um 6 Uhr wieder über den See nach dem gegenüber liegenden Schweizer Ufer.
Friedrichshafen, 5. April. Das Reichsluftschiff „Z 1* ist nach eisstündiger Fahrt um 7 Uhr 55 Min. glatt und sicher vor der Halle gelandet. Das Luftschiff hatte in den Abendstunden gegen einen ziemlich starken Ostwind zu kämpfen. Die Uebungen mußten in der Hauptsache zwischen Rorschach und Friedrichshafen in einer Höhe von etwa 150 Metern vorgenommen werden.
Paris, 2. April. In Savigny-sur-Orge unweit Jnvisp gibt es ein Aerodrom und sollen demnächst zwei neue Aeroplane bestiegen werden. Sie heißen „Jl-de-France" und „Mlface". Neu ist die Feier, zu der gestern mit dem Erzbischof von Paris, Mgr. Amette, und zahlreichen Geistlichen der Umgegend eine auSerwählte Gesellschaft sich einfand. Fürsten und Fürstinnen, Herzöge und Herzoginnen, Grafen und Grafen und Gräfinnen; auch elegante Leute mit bescheidenen Namen hatten es sich nicht nehmen lassen, bei strömendem Regen nach Savigny zu fahren. Dort hielt Mgr. Amette im vollen Ornate eine Ansprache an die Versammlung, in der er den Schutz pries, den die Kirch« gern allen neuen Errungenschaften gewährt, erst recht der aber, welche den Menschen zur Eroberung der Lust geführt hat Denn der Mensch ist nicht dazu da, auf der Erde zu kriechen, sondern sich in die Höhen zu erheben. Der Prälat fordert« dann die Versammlung auf, mit ihm zu Gott zu flehen, daß er eine neue Wissenschaft schirme und die unter seinen Schutz nehme, die sich ihr widmen und ihr Leben Gefahren aussetzen. Dann taufte und segnete er die „Ile-de-France" und „Alsace", die unter den Regengüssen sich nicht aufschwingen konnten, sondern nur von Menschenhänden aus ihrem Schlammbette emporgehoben wurden.
Handel. Gewerbe und Verkehr»
Diamanten. Während bisher den Nachrichten über die Diamantensunde in unserer südwestafrikanischen Kolonie mit Zweifeln begegnet wurde, zeigt sich, daß die Förderung an deutsch-kolonialen Diamanten die gehegten Erwartungen übertrifft. So sind, wie dem „Berl. Tagebl." von beteiligter Seite mitgeteilt wird, feit der Auffindung der ersten Diamanten bis jetzt über 20000 Karat von Südwest nach Europa gebracht worden, und nicht nur die Menge sondern auch di< Witte soll die Hoffnungen der beteiligten Kreise übertreffen Bisher war nämlich angenommen worden, daß die deutschen Diamanten sämtlich viel kleiner ausfallen würden, als di« in der englischen Kapkolonie gefundenen. Diese Anschauung