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t'izistischen^ Markt qetraaen werden, obwohl ihre Urheber sich doch endlich überzeugt haben konnten, daß sie nickt imstande sind, das curopä'scke Urteil über die Solidität unserer inneien Verhältnisse angesichts der offenkundigen Taffacken zu beeinflussen. Die Kaiser!, und König!. Armee genießt in allen unterrichteten und ernsten Kreisen einen so fest begründeten vorzüglichen Ruf, daß gegen sie mit leichtfertigen Verdächtigungen nichis auszurichten ist. Dasselbe gilt vom Patriotismus unser Bevölkerung.
Die türkitch-biilgnri'chen Derhandsiinffen haben am Freilag begonnen. Die Türkei wird bezüglich der Vakuffrage und der rechtlichen Stellung der Mohammedaner dieselben Bedingungen stellen, wie gegenüber Oestcireich- Ungarn, und als Entschädigung für die Leuchttürme wird die Pforte zwei Millionen Franken fordern.
Die „Köln. Atg." meldet aus Konstantinopel: Als türkische Bevollmächtigte für die Verhandlungen mit dem bulgarischen Minister Ljaptschew sind ernannt: der Minister des Aeußeren, der Verkebrsminister und der Generalsekretär des Aeußeren. Die Verhandlungen werden demnächst beginnen, zuerst zivischen den Bulgaren und den Orientalischen Bahnen, schließlich zwischen allen dreien. Am Samstag wird in Konstantinopel der Direktor der Deutschen Bank, Geheimrat Helfferich, erwartet. Seine Ankunft steht in Verbindung mit der türkischen Anleihe und der bulgarischen Zahlung als Entschädigung der Eisenbahn. Der Kabinetts- chef des Fürsten Ferdinand trifft am Samstag in Sofia ein. Die Gerüchte von einem bevorstehenden Besuch des Fürsten Ferdinand beim Sultan sind auf den -Wunsch des Fürsten Ferdinand zurückzuführen, die politischen und persönlichen Beziehungen zur Türkei herzlicher zu gestalten.
Französische Sensationsmeldungen über eine deutsch-österreichische Allianz mit der Türkei.
Aus Konstantinopel wird dem „Echo de Paris" gemeldet, unter deutschen Auspizien bestehe dort ein österreichischtürkisches Allianzprojekt. Im Vilajei Erzerum solle die Türkei Vorkehrungen treffen, um im Kriegsfälle dort 250 000 Mann konzentrieren und damit eine russische Kaukasusarmee beschäftigen zu können. Die Befestigungen von Erzerum, Trapezunt und Bayazid solle» unter deutscher Leitung vervollständigt werden, der Rest der ottomaniscken Armee solle in Europa gegen einen eventuellen Angriff Bulgariens konzentriert bleiben. Dafür werde der Türkei rhr jetziger Besitzstand durch Deutschland und Oesterreich garantiert. Zusammen mit der Herstellung der Verbindung des bosnischen und türkischen Bahnnetzes von Uyatz nach Mitrowitza werden bestimmte Vorschläge Deut'chlands und Oesterreichs nach Abschluß der türkisch-bulgarischen Verhandlungen erwartet.
Petersburg, 4. April, Die offiziöse „Rossija" spricht ihre Genugtuung aus über die mit ihren Informationen übereinstimmende Erklärung der „Rordd. Allq. Ztg.", die deutsche Regierung habe in der Frage der Aufhebung des Artikels 25 des Berliner Vertrages auf Rußland keine Pression ausgeübt und sich an Rußland gewandt, beseelt von den traditionellen, freundschaftlichen Gefühlen. Die „Rossija" ist überzeugt, daß nunmehr alle Vermutungen bezüglich des von der deutschen Regierung in dieser Frage angeschlagenen nicht genügend freundschaftlichen Tones schwinden werden. Zur richtigen Beurteilung der russischen Antwort auf den deutschen Vorschlag sei in Betracht zu ziehen, daß, als Deutschland in Petersburg mit dem Vorschlag Hervorirat, die österreichisch-serbischen Beziehungen den Höhepunkt der Span- nung erreicht hatten. Daher-trat das Berliner Kabinett mit einem Plan hervor, der wie der deutsche Dotschaiter erklärte, den Ausgang aus der gefährlichen Lage sicherte, ohne die der russischen Politik zu Grunde liegenden Prinzipien zu verletzen. Die Einzelheiten des Planes sind bekannt. Der deutsche Botschafter erklärte dabei, falls Rußland es nicht für möglich findet, der freundschaftlichen Vermittelung Deutschlands entgeaenzukommen, werde dieses seinem Bundcs-
Feigel, Heinrich Feidler, Max Grimm, Walther Krug, Georg Land und Heinz Mayer für die nächste Spielzeit wieder engagiert worden. Wie wir hören, beabsichtigt Herr Direktor Sleffter für die nächste Spielzeit ein vollständiges Chorpersonal zu engagieren und wird dann auch die Zeit nicht mehr fern sein, wo die ernsteren Musikwerke ihren Einzug halten und Opern zur Darstellung kommen werden.
Zum Scklutz unserer Betrachtung danken wir den Künstlern und Herrn Direktor Sieffter für die uns bescherten schönen Abende, wünschend, daß sich alle Zwistigkeiten zum Guten wenden mögen und haben die frohe Hoffnung auf eine genußreiche kommende Spielzeit.
* Die letzten Vorstellungen der Saison. Die Schlußvorstellung der dieswinterlichen Saison bot eine Wiederholung der Operette „Der tapfere Soldat". Das Publikum stattete den Vertretern und Vertreterinnen der Hauptpariieen durch Spendung sinniger Blumengebinde Dank ab für die gebotenen Genüsse. — Die am Samstag stattgefundene Wiederholung der Operette „Die Fledermaus" bot besonderes Interesse durch das Gastspiel des Frl. Martha Bommer aus Stuttgart in der Partie der „Rosalinde". Die Dame verfügt über präcktige stimmliche wie darstellerische Mittel, die ihr den Erfolg bei ihrem hiesigen Auftreten voll und ganz sicherten. Als „Alfred" gastierte Herr Robert Möhring vom Stadttheater in Landsberg auf Engagement. Wie wir vernehmen, ist nach dem Ergebnis des Auftretens ein Engagement nicht beabsichtigt, sodaß es sich erübrigt, auf die Leistungen näher einzugehen.
ssrantiurter Tdeater.
Opernstaus. Montag, 5. April, abends halb 8 Uhr: „Fledermaus". Außer Abonn. Kleine Preise. — Dienstag, 6. April, abends 7 Uhr. „Versiegelt". „Der Barbier von Bagdad." Im Abonu. Dew. Preise. — Mtttwoch. 7. April, abends halb 8 Uhr. „Das Nacht-
I genoss-n die Wahl der durch die Umstände bedingten Mittel überlassen müssen. Daraus geht zur Genüge der Ernst des Moments hervor, und in weich' hohem Grade das Schicksal Serbiens von Rußland abhing. Rußland mußte einerseits die Unvermeidlichkeit eines bewaffneten öfter« reichi'ch-serbischen Konflikts mit allen Folgen, andererseits die Ersetzung eines Miitels, um den Kollektivwillen Europas auszudrücken, durch ein anderes in Bewacht ziehen. In der Aufhebung des Artikels 25 einwilligend, gibt Rußland keineswegs sein Prinzip auf, daß zur Abänderung der Verlragsbestimmung erforderlich sei und hat auch die Frage der Einberufung einer Konferenz nicht vorher entschieden. Dieses Zugeständnis nahm von der russischen Regierung die schwere Verantwortung für das Serbien etwa drohende Unheil und erleichterte den friedlichen Ausgang aus einer äußerst zugespitzten Lage. Wie schmerzlich auch für die russische Diplomatie die gegen sie gerichteten Vorwürfe sind, so werde doch vor der Geschichte zweifellos die Beschuldigung fallen, die russische Diplomatie habe es nicht verstanden, zur Vorbeugung des drohenden Unheils die Eigenliebe zu opfern. Durch die Annahme des deutsches Vorschlages sicherte Rußland auch das baldige Zusammenkommen einer Verständigung zwischen Bulgarien und der Türkei und die Aufhebung des Montenegro betreffenden Artikels 29 des Berliner Vertrages. Aus Gesagtem folgt: daß der im kritischen Augenblicke zwischen Rußland und Deutschland stattgehable vollkommen freundschaftliche Gedankenaustausch zweifellos die Lösung der Frage auf einer Grundlage gefördert hat, die keineswegs die Würde Rußlands tangiert. Sobald die durch die andauernde politische Krise hervorgerufene Erregung schwinden wird, wird sicherlich anerkannt werden, daß in diesem Fall weder von der einen Seite eine Einschüchterung stattfand, noch auf der anderen Furcht vorhanden war, sondern nur beiderseits der aufrichtige Wunsch bestand, einen friedlichen Ausweg aus der für den Weltfrieden gefährlichen Lage zu finden.
Loi der bÄnisch-serbisitn Kreuze
schreibt der Spezialberichterstatter des „Berl. Lok.-Anz.":
Sarajewo, Ende März.
Von jeher — schon vor Jahren, als andere das noch nicht taten — habe ich der japanischen Armee, ihrem Schneid und ihren sonstigen guten Eigenschaften stets volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Nur eines wollte mir an ihren Ossizieren niemals gefallen: das war deren stete mißtrauische Verschlossenheit und Geheimnistuerei? In China, während des Boxeraufstandes, sah ich dann Teile dieser Armee an der Arbeit, lernte auch in Japan selbst eine ganze Anzahl ihrer Offiziere kennen, und meine oben ausgesprochene Meinung festigte sich noch. Doch, was ging mich schließlich die Versch'ossenhelt japanischer Offiziere an? Mir konnte sie ganz gleichgültig sein ! Diese Gleichgültigkeit hörte aber auf, seitdem ich in — Bosnien weile. Seitdem hege ich gegen diese kleinen Japsen einen scharfen Groll; ja, wiederholt traten schon Momente ein, wo ich sie sogar mit meinen schlimmsten Flüchen bedachte. Das klingt recht eigentümlich und ist schwer zusammenreimbar. Darum will ich nachstehend berichten, wie ich dazu kam. Also:
Nach meinem Eintreffen in Bosnien empfingen mich die österreichischen Militär- wie Ziv ilbehörden in freundlichster Weise. Sobald ich aber mit der Bitte um genaue Informationen und freie persönliche Bewegung an die Herren herantrat — selbstverständlich unter dem Hinweis, daß ich nicht etwa wichtige militärische Geheimnisse erkunden, bezw. hinausmelden wolle — bann hieß es allerorten: „Ja, Verehrtester, das geht nicht an, das können wir nicht. In dieser Beziehung haben wir nutz die Japaner zum Vorbilde genommen und, eingedenk der Erfo'ge des japanischen Verschleierungssystems im Mandschurischen Feldzüge, beschlossen, auch bei unserer Armee die Kriegsberichterstattung nach Möglichkeit einznschränken!“ (D. h. also zu unterbinden.)
Das wurde an den verschiedensten Stellen und stets mit so viel überzeugender Liebenswürdigkeit gesagt, daß man denen, die so Schlimmes sprachen, nicht einmal wirklich
lager von Granada." Außer Abonn. Ermaß. Preise. — Donnerstag, 8. April, abends 7 Uhr. „Figaros Hochzeit." Im Abonn. Gewöhn!. Preise. — Freitag, 9. April. Geschlossen. — Samstag, 10. April, abends 7 Uhr. Der Ring der Nibelungen. Vorabend: „Das Rheingold." Im Abonn. Große Preise. — Sonntaa, 11. April, nachm. halb 4 Uhr. „Prima Vollerm«^' Außer Abonn. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr. „Margarethe". Im Abonn. Große Preise. — Montag, 12. April, nachm. halb 4 Uhr. „Ein Walzertraum". Außer Abonn. Kleine Preise. Abends 7 Uhr. „Carmen." Außer Abonn. Große Preise. — Dienstag, 13. April, abends 6 Uhr. „Die Walküre." Im Abonn. Große Preise. — Mittwoch, 14. April, abends halb 8 Uhr. „Der tapfere Soldat." Außer Abonn. Kleine Preise.
Schauspielhaus, Montag, 5. Slpril. abends 7 Uhr. „Das letzte Gljick." Im Abonn. Gewöhn!. Preise. — Dienstag, 6. April, abends 7 Uhr. „Rosmersholm". Im Abonn. Gewöhnliche Preise. — Mittwoch, 7. April, abends 7 Uhr. „Das letzte Glück." Im Abonn. Gewöhn!. Preise. — Donnerstag, 8. April, abends 7 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Götz von Berlichingen." Außer Abonn. — Freitag, 9. April. Geschlossen. — Samstag, 10. April, abends 7 Uhr. „Die Rabeusteinerin." Im Abonn. Gew. Preise. — Sonntaa, 11. April, nachm. ha>b 4 Uhr. „Moral." Außer Abonn. Kleine Preise. Abends 7 Uhr. Zum ersten Male. „Der König." Komödie in 4 Akten von G. A. de Caillavet, Robert de Flers und E. Sirene. Im Abonn. — Montag, 12. April, nachm. chalb 4 Uhr. „Alt-Heidelberg." Außer Abonn. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr, „Die Liebe macht". Im Abonn. Gewöhn!. Preise. — Dienstag, 13. April, abends 7 Uhr. „Was ihr wollt." Im Abonn. Gewöhn!. Preise. — Mittwoch, 14. April, abends 7 Uhr. „Der König." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. —, Donnerstag, 15. April, abends 7 Uhr. „Die Jungfrau von Orleans." Außer Abonn. Ermaß. Preise. — Freilag, 16. April, abends halb 8 Uhr. „Moral." Außer Abonn. Kleine Preise.
böse fein sonnte, sondern — die Not zur Tugend machend ---- neun Zehntel seines immerhin nicht ganz unberechtigten Pergers ans b<e Häupter der gelblichen Vorbilder niedergehen ließ. Mehr wie einmal schon wünschte ich in letzter Zeit diese kleinen Japsen zu allen Teufeln! Wenn dieser fromme Wunsch mir auch leiser nicht zur Erfüllung meiner sonstigen Wünsche verhelfen konnte, erleichterte er doch etwas das Gemüt, und das ist auch schon etwas wert!
_ Vor acht Tagen zog eS mich unwiderstehlich an die serbische Grenze, und zwar via Visegrad. Ich hatte daS Gefühl, daß es gerade dort im Moment am interessantesten sein müßte, und teilte diesen meinen Herzenswunsch dem Generalstabschef, Obersten von Liposcac, mit. Der Herr Oberst war jedoch anderer Ansicht. Er riet mir in überzeugendster Weise, erst einmal das nordöstliche Serbien und die Grenzstadt Vjelina anzusehen, zumal ich, was er bereits wußte, zu einer Autotorur dorthin von einem bekannten jn ganz Bosnien hochgeachteten Großindustriellen, Generaldirektor von Tempelhof, eingeladen worden war, der gerade hier zum Besuch weilte. Oberst v. L. stellte mir auch sofort einen Geleitschein dorthin aus. Ohne einen solchen Geleits- und Empfkhlungsschein an die bezüglichen Truppen- kommandenre ist es nämlich jetzt nichts mit der- artigen Grenzreisen. Kaum eine Viertelstunde später war ich durch das liebenswürdige Eingreifen des Landes- sektionschess, Herrn von Hoermann, auch im Besitz eines Waff-nscheins, der mir die Mittührung eines Revolvers gestattete. Noch in derselben Nacht trat ich die nordöstliche Reise, zuerst per Bahn bis Lucavac, dem Wohnsitze meines freundlichen Gastgebers, an. So geht es eben manchmal l Nach Visegrad hatte ich fahren wollen, ober nach Lucavac fuhr ich jetzt. Oh, diese verwünschten kleinen Japaner. . .. Völker ElwopaS, schützt eure heiligsten Güter, darunter auch das Selbstbestimmungsrecht.
Uninteressant war übrigens diese Tour keineswegs, und Entrepreneur, der Agewaltige von Lucavac, Herr v. Tempelhof, einer der scharmantesten reichSbeutfchen Landsleute, di« ich seit langem kennen gelernt. Erst seit 15 Jahren existiert Lucavac, daS sich aus bescheidenen Anfängen unter seiner energischen Leitung zu dem jetzigen Niesenetablissement emporgewachsen hat. 1894 legte Herr v. T. auf damals versumpftem Urmalbterrain. das erst gerodet werden mußte, eine Sodafabrik an, die glänzend einschlug und zu der allmählich vier weitere Fabriken hinzükamen für Aetznatron» kristall, Chromfabrikats und reines doppelkohlensaures Natron, sowie eine eigene Faß- und Trommelfabrik. Der gesamte Besitz trögt jetzt den Namen „Erste Bosnische Ammoniaksoda-Aktiengesellschaft", deren Generaldirektor Herr v. L. ist.
Ganz hervorragend sind daselbst auch die Wohlfahrtseinrichtungen. Für die 55 Beamten, unter denen die eigentlichen Fachmänner fast durchweg Reichsdeutsche, sowie für die 600 Arbeiter wurden 40 stattliche Häuser, umgeben von freundlichen Gärten, desgleichen ein Kasino und eine gedeckte Kegelbahn erbaut. Ferner ein Krankenhaus nvt eigenem Arzt und einer Hebamme und, last not least, eine eigene deutsche Schule mit drei Lehrern eingerichtet. Auch eine eigene gut geschulte, uniformierte Feuerwehr, ja selbst eine 20 Köpfe starke Dilettantenmusikkapelle, sowie Männer- und Frauenbäder sind vorhanden. Für das geistige Wohl sorgt ein evangelischer Pfarrer, der Reichsdeutscher ist. Doch wird in dem schlicht eingerichteten Kapellenraum von ' einem zeip- u weise aus Tuzla berüber^ommenben katholischen Geistlichen auch fatholifcher Gottesdienst abgehalten. Hut ab vor unserem Landsmann Tempelhof, dessen Energie und eiserner Arbeitskraft dies alles in erster Hand zu verdanken ist
LuMport.
Zeppelin über die d^ahrt n»^ München.
Stuttgart, 3. April. Wie der „Schwâb. Merk." aus Friedrichehasen berichtet, ist Graf Zeppelin von der Probe, die das Reicksluftschiff bestanden hat, in hohem Grade befriedigt. Man halte ihm davon abgeraten, bei der unklaren Wetierlage die Fahrt vorzunehmen; durch die Fahrt hält der Graf jedoch den Beweis für erbracht für den von ihm immer ausgestellten Satz, daß bei Sturm, der eine Landung gefährlich erscheinen läßt, das Liislschiff sich einfach so lange in der Luft hält, bis die Wetterlage sich zum Landen gebessert hat. Der Wind am 1. April erreichte zeiiweiie eine Stärke bis zu 15 und 18 Sefunbenmeiern. Mit seiner eigenen Geschwindigkeit von 12 Sefunbenmetern kämpfte das Fahrzeug dagegen an und bewirkte so unter Anwendung feiner vollen Motorkraft, daß es nur langsam rückiväris getrieben wurde, ohne damit feine Steuerfähigkeit zu verlieren. Ein ruhmvolles Zeugnis für das starre System liegt auch in der glänzenden Art, in der es sich bei der Verankerung im Sturme bewährt hat. Aufs höchste erfreut war Graf Zeppelin von der gewinnenden Art, mit der ihn Prinzregent Luttpo'd ehrte. Heute früh war der Graf schon wieder um 61/« Uhr an seinem Tagewerk, nachdem er den gestrigen Abend im Kreise seines StabeS und der Lilftsäufferosfiziere gefeiert hatte' Bis heute früh sind etwa 180 Glückwunschtelegramme eingetroffen. Die erste Periode brr Uebunas'ahrten unter militärischer Leitung hat nunmehr in der Haupiiache ihren Abschluß gefunden. Auch für heute ist eine foldtb in Aussicht genommen; im übrigen bereitet sich die Friedrichshafener Luftschifferabteilunq langsam zur Heimreise nach Berlin vor, die wohl noch vor Ostern augetreten wird. — Die Ueber- siedelung des „Z I" nach Metz wird vorläufig noch verschoben, da die b rlige Halle noch nicht fertiggeftellt ist.
Stuttgart, 3. April. Wie der „Schwâb. Merkur'' berichtet, hat bet Kömg folgendes Glückwunschtelegramm an den Griffen Zeppelin gelichtet: „Angesichts der neuen großartigen Leistung des Luftschiffes kann ich mir nicht versagen, wiederum meinen herzlichen Glückwunsch in alter Teilnahme an Ahrem Lebenswcrk zu sprechen, gez. Wilhelm."
Stuttgart, 3. Avril. Wie der „Schwab. Merkur" aus Zeppelinkreiseu erfährt, sind ernsthafte Verhandlungen zur Einrichtung einer Lustschifflinie zwischen Düsseldorf und Frankfurt a. M. im Gange.
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Der neue „Z II" ist nahezu fertig gestellt. Aus Fried» rick-hafen wird der „Voss. Ztg." geschrieben: Nur wenige kleine Teile, wie Höhensteuer, Rückenflossen, Stabilitäts- flächen wurden, weil die alte Halle zu schmal und niedri?