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Erstes Blatt

Hanauer K feiger

ve,«o»preUt

«^jährlich 1,80 Mk., m»naüich 60 Pfg., für au».

«ârltgt Abonnent«, mit dem betreffenden Poftauffcht«,. Du tutjtiite Nummer kostet 10 Pf».

Letattentdruck und Verlag der Buchdrucker« de» verein. H, Wa,s«chauIeS in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stabb und Fan-Kreis Zanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die fünfgespaltene Petüjvt« oder deren «am» 20 Mß, et Neltameamt die Zeile SS U^

verantwortl. Redakteur: •. Schrecker le (mh,

Nr. 78 Fernsprechanschlich Nr. 605.

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Sie Iscklge Ammer nmsatzt außer Il.IluierhaltuWSilaü

14 Seiten.

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Amtliches.

Candkreis Ranau.

Der Königs. Kreisarzt ist vom 3, bis 26. d Mts. beurlaubt und wird in bie'er Zeit in kreizärstlichen An­gelegenheiten durch Herrn Dr. Münzel in Fechenheim und als Poli'.eiarzt, sowie in eiligen Fällen von Herrn Dr. Roth hier vertreten.

Hanau den 2. April 1909.

Der Königliche Landrat.

V 1905 v. Beckerath.

Unter den Schweinen zu Großkrotzenburg ist die Schweine­seuche festgestellt.

Hanau den 1. April 1909.

Der Königliche Landrat.

V 1880 I. A.: Hartmann, Kreisse^retär.

Zwangsvollstreckung.

Am Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Groß- aubeim belegenen, im Grundbuche daselbst Band 34 Blatt Nr. 1794, im Bestands-Verzeichnis unter Nr. 88 und 148 zur Znt der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Maurers AugM WkplgM Bonifer, Nikolaus Sohn, zu Großauheim eingetragenen Grundstücke:

M 854/246 = 1 ar 66 qm, Acker vor dem Walde,

— Reinertrag = 0,36 Mk. — und M 898/241 = 5 ar 25 qm, Acker daselbst,

— Reinertrag = 1,11 Mk. —

— Grundstenermutterrolle Art. 1483 —

am 2l. Mai 1909, vormittags 10^4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — in Grostauheim im Gasthof MM Löwen — versteigert werden.

Hanau den 24. März 1909.

Königliches Amtsgericht 2. 8475

Zwangsvollstreckung.

Am Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Groß- auhe'm belegene, im Grundbuche daselbst Band 34, Blatt Nr. 1794, im Bestands Verzeichnis unter Nr. 145 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Maurers Ananst Nikolaus Bonifer, Nikolaus Sohn, in Großanheim eingetraaene Grundstück:

M 887/240, Acker vor dem Walde, von 9 ar 71 qm, — Reinertrag = 2,07 Mk. —

— Grundsteuermutterrolle Art. 1483 —

am 21 Mai 1909, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — in Grostauheim im Gasthof zum Löwen — versteigert werden.

Hanau den 24. März 1909.

___________Königliches Amtsgericht 2. 8473

Gefundene iinb verlorene Genenstlinde re.

Gefunden: 1 Kinderichirm (im Laden, Rosenstr. 16, bei Walk stehen geblieben, Empfangnahme daselbst), 1 Nickel­brille mit Futteral, 1 Mülleimer.

Verloren: 1 Füllfederhalter, 1 buntseidener Gürtel mit Rokokoschnalle.

Zugelaufen: 1 Aagdhund, braungetigert, w. Geschl.

Hanau den 2. April 1909.

Politische RundTdiau.

Der Kaiser nahm dem „Reichsanzeiger" zufolge Beute vormittag im Neuen Palais die Vorträge des Chefs des Admirnlstabes der Marine, Graf Baudissin, des Chefs des Generalstabes der Armee, v. Moltke, und des Chefs des Militärkabinetts, Frhrn. v. Lyncker, entgegen.

Beifohunasseiersichkeit fr den verstorbenen Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Wie­gand. Gestern vormittag erfolgten in Bremen unter großer Beteiligung die Deis tzunasieierlichkeiten für den verstorbenen Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Wiegand. Als Vertreter des Kaisers waren erfdrettett der Chef der üb arme» station der Nordsee, Admiral v. Fischel, als Vertreter des Prinzen Heinrich Kapitänleutnant v. Usedom, für den König

Freitag den 2. April

von Sachsen der sächsische Konsul Wâtjen, für den Groß Herzog von Oldenburg Rittmeister v. Wedderkop. Der Senat der Stadt Bremen nahm fast vollständig an den Beisetzungs­feierlichkeiten teil. Ferner hatten Vertreter entsandt das Reichsamt des Anncrn, das Reichsko'onialamt, das Reichs­postamt und zahlreiche andere Reichsbehörden, die Bremer städtischen und Staatsbehörden, sowie fast sämtliche größere Schiffahrts-Gesellschaften, die Wersten des In- und Aus­landes. Die Hamburg— Amerika-Linie war durch General­direktor Ballin vertreten. Nachdem Pastor Weise von der Ncmbertkirche im Trauerhause die Trauerrede gehalten hatte, wurde der mit Kränzen und kostbaren Blumenarrangements reich geschmückte Sarg unter Orgelspiel hinausgetragen. Nach der Grabrede und dem Trauergeiaug wurden noch eine große Anzahl von Kränzen am Grabe niedergelegt. Eine v'el- tausendköpsige Menschenmenge hielt den Friedhof und dessen Umgebung besetzt.

Lord KitchenerS Rücktritt. Den „Times" wird aus Kalkutta unter dem 30. März telegraphiert, daß Lord Kitchener Ende August sein Kommando in Indien niederlegen und eine Reste nach China und Aapan machen werde. Er wird bei die'er Gelegenheit wahrscheinlich bei den großen Manövern der japanischen Armee zugegen sein.

Die Lage in Marokko.

Paris, 1. Avril. Dem „Matin" wird aus Fez ge­meldet, daß trotz der Bemühungen der Gesandten Frankreichs und Spaniens Muffy Hafid sich geweigert habe, den Artikel 60 der Algeciras-Akte, nach welchem Europäer in einem Um­kreise von 12 Kilometern in dem dem europäischen Handel geöffneten Gebiete Grundbesitz erweiben können, sofort in Kraft treten,zu lassen. Ferner habe Muley Hafid den von der ©ehtnbMtäföminifpon in Tanger geplanten öffentlichen Bauten die Genehmigung vertagen wollen. Weiter hat er verlangt, daß die überwiegende Mehrheit dieser Kommission aus Marokkanern bestehe.

Paris, 1. April. Ueber die unter dem Obersten Gou­raud stehende mauretanische Expedition bringt der „Matin" eine Zusammenstellung, nach welcher di? Exped'tionsiruppen, die an 15 000 Mann stark waren, seit März vorigen Jahres nicht weniger als 137 Mann, darunter viele Offiziere und Unteroffiziere, verloren haben.

Tanger, 31. März. Die französische Gesandtschaft ist hier king-troffen. Regnault wird am kommenden Sonntag nach Paris zurückkehren.

Die Demission des griechischen Kabinetts.

Athen, 1. April. In der Kammer erklärte der Minister­präsident, das Kabinett habe demissioniert. Er bat den Präsidenten, die Sitzungen zu vertagen, 'bis die Krise bei- gelegt sei. Die Sitzung wurde sofort geschloffen. Für die Demission werden zahlreiche Gründe angegeben, unter anderen, daß morgens alle Kaufleute von Athen und Piräus ihre Ge­schäfte schloffen und eine große Versammlung veranstalt ten, um gegen die Haltung des Zolldirektors von Piräus und gegen zahlreiche Unregelmäßigkeiten km Zolldienst zu protestieren und die Absetzung des Direktors zu verlangen. Die Ver­sammlung begab sich in völliger Ruhe vor das königliche Palais, um dem König eine Bittschrift der Kaufleute zu über­reichen. Polizei und Gendarmerie wollten den Zugang zu dem Palais mit Gewalt verhindern und gingen scharf gegen die Kaufleute vor. Als der König von der Sache hörte, befahl er, daß die Polizei sich zurückziehe und der Kund­gebung der Kaufleute freien Lauf lasse. Die Abordnung der Kaufleute begab sich hierauf zum König und überreichte die Bittschrift. Sie beklagte sich über die Haltung der Polizei. Der König ordnete Untersuchung an.

Stimmungsbild aus dem Reichstage,

(Sitzung vom 1. A p r i l.)

(Don unserem parlamentarischen Mitarbeiter.)

Da der Etat nun doch einmal nicht rechtzeitig fertig­gestellt werden konnte, hielten es die redelustigen Herren unter den Reichsboten nicht mehr für erforderlich, sich irgend welche Beschränkung aufzuerlegen, und so gelang es in der gestrigen Abendsitzung nur noch gerade, den Etat des Aus­wärtigen Amtes zu erledigen und das Referat des Abg. Schwabach entgegenzunehmen, dem als ehemaliger Geheimrat im preußischen Eisenbahnministerium die Budgetkommission die Berichterstattung über den Etat der Reichseisenbahnen übertragen hatte. Heute kam man schon um 10 Uhr zu­sammen, um den Versuch zu macken, wenigstens an diesem Tage in einer anschließenden neuen Sitzung die dritte Lesung des Etats zu bewältigen: aber erst zu einer Stunde, in der häufig die Plenarsitzung geschloffen werden kann, konnte man diese letzte Arbeit vor den Osterserien beginnen. Eine Reihe von Stunden brachte man noch mit den Eisen­bahnen zu. Die Elsässer Will und Böhle, ersterer dem

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1901)

Zentrum nahestehend, der andere der sozialdemokratischeBertreter von Straßburg, erörterte die Verhältnisse der Beamten und Ar­beiter beiden elsaß-lothringischenEisenbahnen und hatten sonstige allgemeine Beschwerden und Wünsche vorzutragen, die zum ständigen Material in den Beratungen der Eisenbahnetat» in den Landtag gehören. AIs Chef der Reichsbahnen er­widerte in sehr eingehenden Darlegungen der preußische Eisenbahnminister von Breitenbach. Der Abg. Werner hatte die in der Budgetkommission so gründlich behandelte Frag« des Kohlenbezuges zur Sprache gebracht; der Minister wiederholte seine dortigen Erklärungen, in denen er ein« Benachteiligung des Eisenbahnfiskus bestritt. Jnbezug auf das Vereinsrecht der Eisenbahner nahm der Minister di« Stellung ein, die für staatliche Betriebe selbstverständlich ist: absolute Neutralität, soweit die Vereinstätigkeit von den Beamten nicht zu dem Versuch gebraucht wird, wirtschaft­liche Forderungen durchzusetzen oder sozialdemokratische Politik zu treiben; hiergegen werde rücksichtslos eingeschritten. ES war begreiflich, daß die Sozialdemokraten hiergegen entrüstet demonstrierten und Herr Emmel, der Abgeordnete für Mül­hausen erhielt zwei Ordnungsrufe, da er statt einer sach­lichen Vertretung seines Standpunktes den Minister persön­lich beschimpfte. Die anderen Parteien erklärten sich mit den Grundsätzendes Herrnv. Breitenbach einverstanden und auch di« Arbeitervertreter aus dem Zentrum bekundeten ausdrücklich daß von einem Streikrecht bei der Eisenbahn nicht die Red« sein dürfe. Im übrigen bezog sich diese Erörterung auf Bahnwünsche, insbesondere die Verbefferung des Verkehr- nach der elsaß-lothringischen Grenze und nach den süddeutschen Staaten. Der Etat des Reichsschatzamtes, dessen Beratung sich anschloß, führte zu einer nochmaligen Aussprache übr» Freihandel und Schutzzoll. Die Abgg. Dr. Arendt, Dr. Weber und Graf Kanitz vertraten dabei gegen den frei­sinnigen Kämpf den Standpunkt der ehemaligen Kartell­parteien. Nach einer kurzen Besprechung der Frage eines Nitritzolles beim Etat der Steuern und Zölle konnte der Präsident schließlich gegen 4 Uhr nachmittag- die zweit« Etatsberatung für beendet erklären.

Eine Stunde darauf begann in der neuen Sitzung bt« dritte Lesung des Etats. An der allgemeinen Besprechung produzierte sich Herr von Dannenberg, der neue hundert­prozentige Zuwachs der Welfenfraktion. Zwar ist er einer von den neuesten, er tat sich grenzenlos erdreisten. Der Reichskanzler war nicht anwesend, das HauS hörte zu An­fang belustigt zu, und schließlich hörte auch Herr v. Dannen­berg auf. Dann begann die Einzelberatung: man hielt sich beim Etat des Reichsamts des Innern sehr lange auf und in später Abendstnnde mußte man sich noch einmal auf morgen früh vertagen.

StiinmWliili) As dem AtzmdiiettihmS.

(Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.)

„Hier steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug noch wie zuvor!" Dieser klassische Stoßseufzer entrang sich der beklommenen Brust eines preußischen Volksvertreter», als er die Nebenbahnvorlage mit heißem Bemühen studierte und keinerlei Bahn oder Bähnchen für seinen Heimatkreis Schwiebus-Züllichau darin erspähen konnte. Und wie dem Schwiebuser so ists auch fast allen anderen sünfunddreißig Landboten ergangen, die am Donnerstag tut Abgeordnetenhause bei der Sekundärbahnvorlage ihr Herz ausschürteten. Sie alle hatten sich über Enttäuschungen zu beklagen, und selbst diejenigen, denen die Vorlage diesen oder jenen Wunsch erfüllt hat, wußten noch von mancher schönen Hoffniingsblüte zu vermeiden, die immer noch nicht gut Frucht gereift ist. Es war ein eigenartige» Bild, daS der weite Saal am dritten Tage der Beratung der Sekundär­bahnvorlage bot: Zu Beginn der Sitzung zählte man ganze sünfimdfünfzig Abgeordnete im Hause, just so viel, alS auf der Rednerliste standen, und als späterhin noch einige Nach­zügler erschienen, da vernahm man bald, daß auch dies« Herren ihre Namen nachträglich auf die Liste gesetzt hatten. Alles Redner also. Hörer waren sie nicht. Denn während der gerade zum Wort verstattete Kollege seinen Klagen am Rednernult freien Lauf ließ, unterhielt man sich im Saal« in höchster Unbekümmertheit um das, was der da oben zu sagen hatte. Und wer gesprochen, deß Bleibens war auch nicht länger im öden Saale: flugS enteilte er der bleiernen Langeweile, die ihre Schwingen über das Haus breitete. So kam's, daß nur noch zwanzig des Aufrufs harrende Volks­boten die Bankreihen zierten, als Herr o. Kröcker die Ver­tagung vorlcklug. Und diese zwanzig, zu denen noch rund zehn Nackzügler kommen, werden nun am Freitag dem Land« und der Regierung sagen, was sie leiden.

LuMport.

Die Fernfahrt des Reichsluftschiffes.

München, 1. April. Graf Zeppelin suchte um 9*/t Uhr auf dem Obcrwiejenfelde zu landen. Ein heftiger Süd­wind trieb aber den Ballon gegen Oberfoehring zu. Di« Luftschifferabteilung ist mit der Eisenbahn zur Hilfeleistung