Erstes Blatt.
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vierteljährlich 1,80 Ml., m»uaUich 80 Pfg., für aul« WÄtige Nbonnmien mit dem betrefjmden PostauffchUrg.
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Notarirurdnick und Verlag der Buchdruckerei deS »er«!«.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabt« «ab Fan-Kreis Zanan.
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Di« jüufzespalt«« Petcheii« ad« der« Rmtm 80 $g, im «eOauwucil di« Aoi« »- '
t». WarjeuhaujeS in Hauau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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13 Seite»».
Hierzit „Amtliche Beilage Nr. 4".
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Amtliches.
Stadtkreis F)anau.
Die Hanauer Straßenbahn-Aktiengesellschaft beabsichtigt den Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn vom Ostbahnhof hierselbst über Klein-Sieinheim nach Groß-Steinheim.
Der Lageplan zu der Preußischen Strecke der Straßenbahnlinie liegt vom 22. d. M. bis zitm 5. April -. I. einschließlich im Gebäude der Polizeidirektion, Zimmer Nr. 3, zu jedermanns Einsicht offen.
Gemäß § 17 des Gesetzes über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen bringe ich dies unter dem Hinweise zur öffentlichen Kenntnis, daß jeder Beteiligte während der Offenlegung im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben kann. Die Einwendungen sind schriftlick tinzureichen oder mündlich im Polizeisekrelariat zu Protokoll zu geben.
Hanau den 20 März 1909.
Königliche Polizei-Direktion.
P 3219 v. Beckerath.
Politische Rundschau.
Der Kaiser empfing am Samstag vormittag in Gegenwart des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, v. Schön, den Sondergesandien der Republik Venezuela, Dr. Paul. Nach beendeter Audienz * wurde Dr. Paul, der den Präsi- dentenwechsel in Venezuela notifizierte, von dem Monarchen durch Verleihung des Kronenordens erster Klaffe ausgezeichnet.
Der Ausstand der französischen Postbeamten.
Paris, 20. März. Ueber den Stand des Streiks des Post- und Telegraphenpersonals wird amtlich bekannt gegeben: Der telephonische Dienst funktionierte nachmittags beinahe normal. Die Telephonisten im Hauptamt ließen sich auch nicht verleiten, die Arbeit einzustellen trotz verschiedener Versuche, die in dieser Hinsicht von Arbeitern gemacht wurden. Im Haripttelegraphenamt hält die vormittags festgestellte Besserung der Lage an. Seit gestern haben weitere 17 Beamte und 47 Damen den Dienst wieder ausgenommen. Auf den anderen Pariser Aemtern hat sich wenig geändert.
Feuilleton.
3it bkmkßchkütv MMklsschitseier der LmtsrimmiüS am 30. März.
Nicht vergebens hat die musikalische Welt sich bestrebt, den 100jährigen Geburtstag Mendelssohns feierlich zu begehen und ein dankbares Erinnern hat so manche Vernachlässigung, die den Kompositionen des Meisters widerfahren ist, wieder gut zu machen geiucht. Wir wollen zu den zahllosen Besprechungen über Mendelssohn's Wirken nicht eine neue hin zufügen; es liegt uns vielmehr ob, in wenigen Zügen darzulegen, in welcher Weise speziell der Oratorien- oerein Mendelssohn zu ehren gedenkt und nach welcher Richtung die Bedeutung des Meisters in der heutigen Zeit, »0 Jahre nach seinem frühen Tode, zu suchen ist.
Daß gerade der Oratorienverein berufen ist, Mendelssohn's zu gedenken, nimmt nicht wunder: erkennt doch die Geschichte willig an, wie vieles Bedeutende er auf dem Gebiet der geistlichen Musik geschaffen. Wenn wir daran senken, daß im Anfang des 19. Jahrhunderts die Riesenwerke eines Bach und Händel noch nickt zum vollen Leben ruferweckt waren, insonderheit Back's Kirchenmusik nahezu verschollen war, so ist es umso bedeutungsvoller, daß der ldjährige Mendelssohn es war, welcher die Bach iche Mauhäuspassion nach halbhundertjähriger Vergessenheit in Berlin zur ersten Aufführung brachte. Bald wuchs der jugendliche Wiedererwecker Dach'scher Kunit zum ichastendtii Meister heran. Schenkte er doch der Welt eine stattliche Reihe großer Kirchenmusiken, unter denen, wie jedermann weiß, Paulus und Elias die einzigen Orator-en der nachklassischen Zeit blieben, die sich bis in das 20. Jahrbumerr hinein siegreich behauptet haben. Um Mendelssohn alsKom-
unverändert ist die Lage in Bezug auf das Fahrpostpersonal. Ziemlich befriedigend geregelt ist der Dienst in Nantes, Epinal, Le Havre, Tours, Orleans und Bordeaux.
Parlamentarisches.
mb. Die Abgeordnetenhaus - Kommission zur Vorberatung des Stempelsteuergefetzes trat am Samstag vor der Plenarsitzung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie beschloß zunächst die Gesellschaftsverträge zu behandeln und trat in eine ausführliche Verhandlung aller einschlägigen Fragen ein. Man kam jedoch dahin überein, daß sich die zahlreichen Fragen, die von allen Seiten aufgeworfen wurden, nicht in der Vollkommission erledigen ließen. Es wurde daher eine Subkoinmisffon zur Vorberatung der Beschlüsse gewählt. Namentlich syll die Sub- kommiision die Frage prüfen, inwieweit die Gesellschaften des bürgerlichen Rechts z. B. Kalckohr-Gesellschaften und Kolonial« Gesellschaften unwirtschaftlicher Natur der gleichen Stempel- besteuerung unterliegen sollen, wie die Akiiengesellschaften und die Gesellschaften m. b. H. Weiter soll sie prüfen, ob nicht das Einbringen von Patenten und Erfindungen dem Jmmo- biliarstempel unterzogen werden können und ob nicht bei Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H. die niedrigste Stufe im Stempel herabgesetzt, die oberen Stufen dagegen erhöht werden können. Bei den gemeinnützigen Gesellschaften soll geprüft werden, ob eS nicht möglich ist, die landwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaften sowie die Produktivgenoffenschaften anderer Art, z. B. Handwerkervereinigungen mit einem niedrigeren Stempel zu belegen. Hierauf wurde über Miets- und Pachtverträge allgemein verhandelt. Ein freisinniger Antrag wollte die mündlichen Miets- und Pachtverträge von der (Steuer ausgeschlossen wissen. Die Regierung erklärte aber auch die Besteuerung der mündlichen Verträge für notwendig, um den nötigen finanziellen Effekt zu bewirken. Von konservativer Seite wurde betont, daß durch mündliche Verträge eine Rechtsunsicherheit herbeigeführt wird und daß es deshalb von Vorteil sei, wenn durch die gleichartige Besteuerung die Schaffung schrift- I Ueber Verträge gefördert würde. Dem wurde von anderer Seite mit dem Hinweis darauf widersprochen, daß erfahrungsgemäß schriftliche Verträge mehr als mündliche zu Prozessen führen. Der Antrag wurde abgelehnt. Einen breiten Raum nahm die Frage ein, ob Dienstwohnungen von Privatbeamten, von Beamten kommunaler Körperschaften stempelpflichtig seien. Man war darüber einig, daß sich das nicht generell regeln lasse, sondern je nach Lage des einzelnen Falles entschieden werden müßte. Ein freisinniger Antrag wollte Mietsverträge bis zu 400 Mk. (bisher 300 Mk.) Rempelfrei lassen, ferner den Mietszins für gewerblichen ^»«»»^-—— ^—^— ———>■■ ponisten geistlicher Musik zu feiern, wurde seid Psalm 42 gewählt, weil er in gedrängter Form und in besonders reizvoller Abwechslung von Ensemble, Eolostücken und Chor uns ein Stück echter Oratorienmusik bietet, die besonders in dem weihevollen Einleitungschor zum Ausdruck kommt.
Von besonderer Bedeutung zeigt sich Mendelssohn als Schöpfer der weltlichen Kantate. Hierzu lieferte er ein geradezu klassisches und bis heute unübertroffenes Beispiel in der Komposition des Goelhe'ichen Gedichtes: „Die erste Walpurgisnacht." Nicht umsonst hatte er dem Genius Goeihe's gehuldigt, als er im Alter von 11 Jahren bei dem Dichter zu Gast war und seitdem in stetem Verkehr durch seinen Briefwechsel nvt ihm blieb. Mendelssohn komponierte mit 22 Jahren diese Dichtung auf seiner italienischen Reise.
Wie in diesem Werk altgermaniscke Gotterverehrung im Kampf gegen das vordringende Christentum geschildert und in seinem letzten Aufglühen beleuchtet wird, ist unvergleichlich schön. Hier stehen dem Komponisten alle Farben musikalischer Illustration rur Verfügung, sowohl wenn er am Anfang des Werkes den Frühling besingt oder den Chor der Wächter schildert, welche sich heimlich im Walde mifftellen, um unbeobachtet ihre Wodausfeier vorzubcreiten, als auch, wenn das Heidcuvolk die Chiisten durch einen spukhaften Aufzug mit wildem Lärm und Geheul erschreckn» will. Gekrönt wird das Werk durch den prachtvollen Weihegesang, den bet Druidenchor und sein Vorsänger anstimmen und der sich zu einer imposanten Schlußwnkung gestaltet.
Diese Kantate, welche den zweiten Teil des Konzertprogramms ausfüllt, soll als bedeutungsvolles Seitenstück zum 42. Psalm dienen und Mendelssohns reiche Gestaltungskraft auf dem Gebiete der weltlichen Chormusik aufs neue ins Gedächtnis rufen.
Zwischen diesen beiden Kompositionen wurde als Jn- strumentaliver? das berühmte Konzert für Violine ins Orchester gestellt, wozu sich der Oratorienverein der Mitwirkung einer ausgezeichneten solistlschen Kraft, des Fräulein
Zwecken dienende unbewegliche Sachen (Läden, Remise«, Speicher, Pferdeställe) im Stempel gleichzustellen der Pachtung land« und forstwirtschaftlicher Grundstücke. Dem wurde von konservativer und Zentrumsseite widersprochen, von nationalliberaler Seite zugestimmt. Vom Zentrum war der Antrag gestellt worden, eine weitere Staffelung der Stempelsteur» dahin vorzunehmen, daß über 7000 Mk. hinaus von tausend zu tausend Mark sich der Stempel um je */ie bis zu» Höchstbrtrag von 18/io Proz. erhöhen soll. Dem wurde von verschiedenen Seiten zugestimmt. Es wurde auch daraus hingewiesen, daß durch diese höhere Besteuerung der Ausfall gedeckt werden könnte, der bei Freilassung der Mieten biS zu 400 Mk. und bei Herabsetzung der Erträge auS den Stempeln für gewerbliche Räumlichkeiten entstehen würde. Im Lauf der Debatte kam allseitig die Ansicht zum Ausdruck, daß die Mieten für gewerblichen Zwecken dienend« Räumlichkeiten nicht dem gleichen Stempel unterliegen sollen, wie die Mieten für Wohnräume. Es wurde aber noch kein Beschluß gefaßt. Zunächst wird die Subkommission ihre Beschlüsse fassen.
Die Finanz» und Siener-Kommission bei Reichstags beriet am SamStag die Elektrizitäts- und Gassteuer. Der Referent Dr. Pichler erstattete einen anderthalb- stündigen Bericht über die zahlreichen Petitionen. Der Re- ferent spricht die Hoffnung auS, daß man mit der Vorlage ebenso schnell fertig werde, wie mit der Jnseratensteuer. Die Frage der Besteuerung der Beleuchtungskörper könne besonders behandelt werden. Dagegen stellte aber der Vertreter der Nationalliberalen, Abg. Fuhrmann, den ausdrücklichen Antrag, die Regierungsvorlage in allen ihren Teilen in einer Abstimmung schon heute zu erledigen. Auf feiten der Reichs- partei plädiert man für Annahme der Vorlage, die freilich recht wenig Aussicht zu haben scheine. Jetzt sei es noch Zeit für eine solche Steuer, später nicht mehr. Der Schatzsekretär macht seine Ausführungen sehr resigniert : sie würden ja wohl doch keinen großen Eindruck machen. Die Vorlage gehe von der Annahme aus, daß die Steuer auf die Konsumenten abgewälzt werde. Eine Hemmung der Industrie sei nicht zu befürchten. Die Elektrizität sei ja in keinem Lande so auSgebreitet wie in Oberitalien, trotz der dortigen Steuer. Die elektrotechnische Industrie werde spielend die Sache überwinden. Keine Ersatzsteuer werde so auS sich selbst heraus stet» steigende Erträge bringen. Diele Steuer habe eine gewaltig« Zukunft, weit über die BevölkerungSvermehrung hinaus. Man solle nicht jetzt den richtigen Moment verpaffen, wie man es mit der Reichseisenbahn und dem TabakSmonopol getan habe. Der Vorsitzende der Kommission bittet, nach den Ausführungen der Referenten und deS SchatzsekretärS um möglichste Beschränkung in den Ausführungen, damit man auch heute zur Abstimmung komme. Die Vertreter der Carlotta Stubenrauch aus Paris, versichert hat. DaS Violinkonzert gehört zu den auserwählten Werken seiner Gattung. Ist es doch neben dem Deethovenschen und Brahmscherz Konzert das einzige ebenbürtige, welches außer seiner klassischen Struktur eine Fülle schönsten Melodienreichtums über uns ausbreitet und Laien wie Künstler gleichermaßen von Anfang bis zu Ende fesselt.
Mit diesen drei Hauptwerken Mendelssohns, einem geift», lichen Chorwerk, einer weltlichen Kantate und einem Jnstru- mentalwerk, will der Oratorienverein des Meisters Bedeutung auf verschiedenen Kompositionsgebieten darlegen, er will aber damit zugleich zeigen, daß er als Chorverein in erster Linie berufen ist, einen solchen Meister zu ehren. Mendelssohns Klavier- und Kammermusik, seine Lieder auS wundervollen a capella-t^oren gehören mehr der musikalischen HauS- gemeinde, dem intimen Kreis an, die Oratorien und Psalmen, Chor- und Orchesterwerke aber sind unseren Konzert- und Chorvereinen anvertraut und willig und freudig leisten sie mit der Darbietung dieser Werke eine Ehrenpflicht, die dem Komponisten, aber auch dem Andenken eines religiösen uni edlen Menschen geweiht ist.
In seinem kurzen Erdendasein — er wurde schon iw 38. Lebensjahr vom Tode ereilt — hat Felix Mendelssohn seines Schöpfers Lob gesungen in allen Phasen seines LebenS. Im Alter von 13 Jahren komponierte er u. a. einen vierund fnnffhmmiqen Psalm mit einer großen Doppelfuge für die Berliner Singakademie. Den 42. Psalm komponierte er auf seiner Hockzeitsreise, das Oratorium PauluS im 25. bis 27. Lebensjahre, den Elias am Ende seines Lebens, ganz zu schweigen von einer stattlichen Anzahl von Psalmen, Motetten und lateinischen Kirchenstücken. Auf diesem Gebiet ruht auch heute noch Mendelssohns Bedeutung. Auf instrumentalem Gebiet steht sein Violinkonzert an erster Stelle, danach seine Orchesterouvertüren, während die Symphonien und ein Teil seiner Klavierwerke in den Hintergrund des Interesses treten mußten. Seine Kammermusik, vor allem die beiden