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Erstes Blatt.

HMlluer K Anzeiger

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VstatisLidruS und Verlag der Buchdruckers deS serel«.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stabt» uni FanNreis Zana».

ElarückaagSgtdühr t

Die fLuf-espaltea« Pentjtür ober bereit Matt» 20 Pft» im ateflameiueil bk Aale 36 $>

ee. WaltenhaujeS in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

CeranttoortL Rtdaktrr«:. Schrecker kl Hatta»

Ml. 61 Fernsprechanfchlich Nr. 605,

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18 Seiten.

Amtliches.

Eandhrds l^anau.

Der Bürgermeisier Kümmel von Niederissigheim ist auf eine weitere 8jährige Amtsperiode tum Bürgermeister dieser Gemeinde gewühlt und bestätigt worden.

Hanau den 11. März 1909.

Der Königliche Landrat.

A 1259 v. Beckerath.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Infolge ^ttfraftlreirnS der neu veranlaaten Gebäude­steuer am 1. Januar 1910 wird Ihnen im Monat März d. I. nur der Gebäudesteuerbeirag für die ersten 3 Vierteljahre des Nechnnnasjahres 1909 nach der bisherigen Veranlagung und erst im Monat Dezember d. A. der Gebäudestenerbelrag für das 4. Vierteljahr des gedachten Rechnungsjahres nach den Ergebnissen der Ge- bändestenerrevision von dem zuständigen Katasieramt mitgeleilt werden.

Hanau den 11. März 1909.

Der Ausführungs-Kommissar für die Gebäudesteuer- veranlagung.

1394 v. Beckerath.

Stadtkreis Rana«.

Bekanntmachnng.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 6. bis 12. März 1909 :

5 Bau^chlosser, 1 fyahrbursche, 1 Goldarb etter (Karabiner und Westenringet, 6 Hausburschen, 1 Silberschleiser, 5 Tagelöhner, LTap zrerer Gesucht werden 3 Schneider auf Groß- u. Kleinstück, 2 Schlosser, 1 Tapezierer, 2 junge Dienstmädchen, mehrere jugendl. Fabrikarbeiterinnen.

Hanau den 13. März 1909. 5839

Städtische Arbeitsvermttteluugsstelle.

Getiindcnc und verlorene Kenenstöiidc re.

Gesunden: 2 Brillen mit Futteral, 1 Schlüsselring (Niembügel) mit 9 kleinen Schlüsseln, 1 gelbe Frühstücks­büchse (mit der AufschriftMein Frühstück").

Hanau den 13. März 1909.

Politische, Rundschau.

Das Reichsfinauzkompromis;. Ueber das Steuer- kompromiß äußerte sich der Staa'smmister von Gevekot im Lippischen Landtage wie folgt: Aus mir glaube ich jetzt schon das tagen zu können, daß die Slaatsreoierung die'em soge- nanmen Kompromiß emgegentreten wi>d, denn, wenn ein solches Kompromiß Gesetzeskraft erlangt, dann sind wir kaput; es läßt sich absolut nicht durchführen. Es ist ein Eingriff in das Recht der Einzelstaaten, wenn man von Berlin aus Direktiven geben will, in welcher Weise die Staaten ihre Landessteuererheben sollen. Ich glaube, aus diesem Dilemma kommen wir nicht anders heraus, als wenn wir auf die ur­sprünglich von der Regierung beabsichtigte Steuer zurückkommen, auf die Nachlaßstener.

Grziehunflsfrageu im hessischen Lindtaft. In der SchuldebaNk des Landtages gab die Regierung die günstigen Eifahriingkn zu, die mit der Zulassung der Mädchen in die höheren Schulen gemacht würden. Ueber die Gefahren für die Jugend durch Schundliteratur wurde in schärfster Weise gesprochen. Der Minister bezeichnete diese traurigen Erscheinungen als Verbrechen an der Jugend und forderte vor allem" die Eltern zur Mitarbeit au der Abwehr dieses Giftes auf. Der öftere Wechsel der Schul­bücher wurde auch vom Regierungst-sch als ein Unfug be­zeichnet. Eine Erhöhung der Schulgeldlätze für die höheren Schulen wurde von dem Haus befürwortet.

Negicrimftsrat Martin, der Verfasser des kürzlich erschienenen BuchesFürst Bülow und Kaiser Wilhelm 11. beabsichtig gegen alle Zeitungen, die bei B sprechung seines Buches ihn in'beleidigender Weise angegriffen haben, Siraf- Mtrag zu stellen. Durch diesen Schritt will sich Herr

Samstag den 13. März

Martin Gelegenheit schaffen, die in seinem Bucke ausgestellten Behauptungen über die Eutfflhung desDaily Telegraph"- Interviews zu beweisen, nachdem Bülow ihm nicht den Ge­fallen getan hat, ihn deshalb at verklagen.

Gin Gnadengesuch für die Eliasz-Lothringer, welche bis zum Jahre 1890 wegen Fahnenflucht nach Frankreich oder wegen Verletzung der Weh, Pflicht durch Dienen im französischen Heer bestraft worden sind, istdem elsaß-loihrinaischen Landesausschuß zugegangen. Es ist von allen Abgeordneten unterzeichnet.

Neber ein nenes Modell für die 25 Pfennig- Stücke wird der Bundesrat in einer seiner nächsten Sitzungen Beschluß fassen, da die 3 preisgekrönten Entwürfe unbrauch­bar sind.

Die Krisis im Orient.

Köln, 12. März. Die hiesige Fabrik medizinischer Ver­bandsstoffe Ntermöhlen u. Co., G. m. b. H., erhielt vor sechs Wochen telegraphisch den Auftrag zur Lieferung von einer halben Million ihrer patentierten aseptischen Scknellverbände, kriegsgebrauchsfertig an die serbische Armee. Die Lieferung ist vor zwei Wochen von hier abgegangen.

Wien, 12. März. DasNeue Wiener Abendblatt" meldet aus Rom: In diplomatischen Kreisen hält man die Konferenz für gesichert, da hinsichtlich der wirt­schaftlichen Kompensationen, welche Serbien und Montenegro erwarten, die Mächte nur ein prinzipielles Votum zu formulieren gedenken.

Belgrad, 12. März. Für den Empfang der russischen Kosaken und Offiziere, welche morgen hier eintreffen, werden durch den nationalen Ausschuß für Landesverteidigüng große Empfangs-Vorbereitungen getroffen. Der Kronprinz beab­sichtigt, die russischen Freiwilligen selbst zu begrüßen.

Belgrad, 12. März. (Sestern abend fand ein Minist er­rat statt, welchem ausführliche Telegramme der Wiener Ge­sandtschaft über die Unterredung des Gesandten Simitsm mit Baron Aehreuthal über die Aufnahme der serbischen Note in Wien vorlagen. Wie im Ministerium des Aeußern ver­lautete, hat man an Wiener maßgebender Stelle unum­wunden Bedenken gegen die Fassung der Note geäußert. Der Ministerrat beschäfiigte sich dann mit dem Berichte des Gesandten in Konstantinopel, welcher außerordentliche Be­friedigung erweckte. Der Kriegsminister erklärte, daß er in der Lage sei, nunmehr die militärischen Vorbereitungen ge­mäß den im Ministerrat gegebenen Instruktionen zu Ende zu führen.

Belgrad, 12. März. Die Note des Grafen Forgach ist dem Handels- und dem Finanzministerium zur Feststellung des Entwurfes der Antwort übergeben worden. Mit der definitiven Nedigierung wird sich dann der Ministerrat be­fassen. Von kompetenter Seite wird erklärt, daß die Anwort frühestens nächste Woche übermittelt werden dürfte. In Re- gierungskreisen verlautet, die serb sche Regierung werde in derselben aussprechen, sie sei nicht in der Lage, die Frage der Annexion, die eine europäische Frage sei, mit der Handels» vertragsirage zu verquicken. Die meistens günstige Be­urteilung der Zirkulardepesche von feiten der österreichisch­ungarischen Presse hat in Belgrader Kreisen eine gewisse Verwirrung hervorgerufen, die auch in der Presse ihr Echo findet. Einzelne Blätter hoffen, Oesterreich-Ungarn werde Serbien noch mehr zu erniedrigen versuchen und hierdurch eine Verzweiflungstat des serbischen Volkes provozieren, das die gegenwärtige Regierung davonjagen und an die Waffen appelliren werde.

Belgrad, 12. März. Der Skupschtina ist ein Nack- tragskredit von 5 400 000 Francs für Heeresbedürfnisse unterbreitet worden.

Sosia, 12. März. Die halbamtlicheWreme" bespricht die Frage der Entschädigung der Onembahnen, über die gegenwärtig in Petersburg verhandelt werde. Das Blatt er­klärt, die Regierung halte sich moralisch und rechtlich für verpflichtet, darauf zu sehen, daß die Gesellschaft ent­schädigt weide. In dieser Hinsicht habe die Regierung in Petersburg Schritte unternommen, damit von den von Bul­garien zu zahlenden 82 Millionen Franks vor allem der Wert der weggeuommenen ofttumeliicben Bahnstrecken auf der Basis der Kapitalisierung des jähi lichen Kilomeierertrages von 64,89 Franks an die Gesell chaft ersetzt werde. Die Festsetzung der Entschädigungssumme müsse den weueren Ver­handlungen zwischen der Pforte und den Orientbahnen über­lassen werden.

Konstantinopel, 12. März. DerOsmanische Lloyd" schreibt: Die serbische Shitmort habe die Pforte beunruhigt. Die Pforte werde wegen des Transportes von Kriegsmaterial Vorsicht und Zurückhaltung bewahren und die Durchfuhr von großen Mengen nicht gestalten. Infolgedessen werde man Dynamit nur teilweise passieren lassen. Auf Anraten der

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Pforte habe Serbien die Beförderung einer großen Quantität Kriegsmunition abbeftellt.

Konstantinopel, 12. März. (Wiener Korr.-Bur.) Die Durchfuhrerlaubnis für serbisches Kriegsmaterial ist nur eine beschränkte und mit Bedingungen verknüpft; sie bezieht sich nur auf die Ladung des DampfersCrime." Di« Ladung des sich unterwegs befindlichen Dampfers ,Orinoqut* wird zuerst geprüft werden.

Hus Hanau Stadt und Eand*

Hanan, 13. März.

* Wallonische Kirche. Morgen findet der letzt, Gottesdienst in französischer Sprache in diesem Winter präzit 11 Uhr in der Kapelle statt.

* Handelskammer. Wie in der Sitzung des Der- kehrsausschusses der Handelskammer mitgeteilt wurde, ist aus eine Eingabe des Verbandes der vereinigten Baumaterialien» Händler Deutschlands, betreffend die Erhebung von Wagen­standgeld an Sonn- und Feiertagen, die Antwort ergangen, daß nach der am 1. April d. I. in Kraft tretenden neuen Eisenbahnverkehrsordnung künftig für Sonn- und Feiertage Wagenstandgeld nur dann zu zahlen ist, wenn die Be- oder Euliadefrist schon am Tage vorher, nachmittags zwei Uhr, abgelaufen ist. Folgen mehrere Sonn- und Festtage auf­einander, so ist nur für einen Tag Wagenstandgeld zu er­heben. Bisher wurden nach Ablauf der Be- und Entlade­frist Sonn- und Feiertage bei der Berechnung von Wagen­standgeld voll eingerechnet.

* Lehrersängerclior. Zu dem Dienstag den 16. März im Saale derCeiuralhalle" stattfindenden Konzert sind von Heule ab noch Eintrittskarten in den beiden Hof­buchhandlungen zu haben.

* Hanauer Geschichtsverein. Montag den 22. März, abends, soll im roten Sälchen des Bürgervereins eine Monatsversammlung statlfinden. In dieser gedenkt Herr Stadtbanrat a. D. T h y r i o t Mitteilungen über die politischen Ereignisse in Hanau 1830 zu machen und dann über die Entwicklung de - Spiel» ka rtendruckes mit besonderer Berücksichtigung der in Hanau fabrizierten Spielkarten zu sprechen. Eine großer« Anzahl der Hanauer Spielkartendrucke wird dabei vorgele^ werden.

* Stadltheater. Morgen nachmittag 1/i4 Uhr geht die OperetteDie F l e de r m a u s" nochmals bei er* mäßigten Preisen in Szene. Am Sonntag abend findet ein« Aufführung des beliebten VolksstücksHasemann! Töchter" von Adolf L'Arronge statt. Stets gern gesehen wird das liebenswürdige Stück auch morgen seinen Beifall finden.

* Gastspiel Cl^o de M6rode. Die berühmt« Tänzerinßléo de Märode", welche sich gegenwärtig auf einer Tournäe durch Deutschland befindet, wird, wie schon gemeldet, am Dienstag hier ein einmaliges Gastspiel absolvieren. An vielen Hof- und Siadtiheatern ist sie bereit! ausgetreten und überall wurde sie mit stärkstem Beifall auf* genommen. Anläßlich eines Gast'piels in Prag schreibt die Bo' emia" u. A.: Wer hat nicht von ihr gehört, der schönen belgischen Tänzerin mit dem aliadeligen Namen und dem wundervollen Profil, dem originellen, allüberall nach­geahmten Scheitel und dem pikanten Ruf, der zwischen ihr und Königsthronen Beziehungen spann und sie mehr in aller Leute Mund gebracht hat, als ihre recht mäßige Tanzkunst es je vermocht hätte. Wer kennt nicht auch die zierlich« Staniette jenes französischen Bildhauers, die mit ihrer Hüllen- losigkeit wob! nur unter dem harmlosen Titel einerTänzerin" geht, deren Modell aber nach der Atelieriradinon feine ander« als die schöne Cleo gewesen sei. Zart und lieblich erschien sie in der unveränderten Grazie einer anscheinend unver­gänglichen Jugend und machte ihre Pas, die so alt sind und so wenig modern m-hr für eine Zeit, die eine Aino Aktä und die Schwestern Wiesenthal bat. Aber vielleicht beweist das nur, daß Grazie und Anmut nicht von einer Mode ab» hängen, und daß die seelenlos gescholtene Kunst des BallettS französischer Schule nur an den Mängeln ihrer gegenwärtigen Vertreterinnen krankt. Cleo trug ihren berühmten Scheitel und zeigte die schlanke, mehr als schlanke Taille und du haselnußgroßen Diamenien, an einer raffiniert dünnen Kette, die selbst für einen König gar kein übles Cadrau finb. Aber was will alles das bedeuten, wovon man im voraus so viel gehört hat und das nun ein Blick bestätigen kann, gegen Cleos Augen. Diese Augen sind das Wunderbare, das Erlebnis. Groß und edel geschnitten, von langen seidiger Wimpern beschauet, blicken sie mit der scheuen Keuschheit eines Rehes, mit der ins Herz treffenden schimmenden Weich­heit eines Wesens, das ganz Liebe und Hingebung ist, und