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Erstes Blatt.

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General-Anzeiger

Amtliches Grsan für LtsLt- uni Fandkreis Zausn

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Die fünszespaüeiu PetttjeUe oder deren Kam» 20 $£ im Siettamenteit bu Seile 36 Pfg.

«v, Watfenhaufes in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!, JUUfteurt 9. C $ rt der h Ha«»

^L 60 fpernsprechanschlittz Nr. 605,

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14 Seiten.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Der Königliche Rentmeister Lotze zu Hanau hat unter seiner vollen persönlichen Verantwortlichkeit mit unserer Genehmigung seinen Pnvatgehilfcn Paul Westphal zur Erteilung von Quittungen über Zahlungen an die Kreis- und ^orstfasfe dortselbst bevollmächtigt. Die dem früheren Privatgehilfen Ludwig Frischkorn in gleicher Werse erteilte Vollmacht ist seit dem 27. Februar d. Zs. zurückgezogen.

Cassel am 3. März 1909.

Königliche Regierung. V 1395 Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A.

CD 206 Rudolph. 5681

Lanâkreis Hanau.

An der Obstbauanstalt in Oberzwehren ist zur Be­kämpfung von Obstbaumkrankheiten und Schädlingen eine besondere Sammelstelle errichtet worden.

Für den hiesigen Kreis haben die Herren Lehrer Hof­acker in Ostheim und Kaufmann Bingemer in Hanau das Amt eines Sammlers übernommen. Indem ich diese Einrichtung zur öffentlichen Kenntnis bringe, ersuche ich, etwaige an Obsibäumen anftrctende Krankheiten zuerst den genannten Sammlern mitzuieilcn.

Hanau den 10. März 1909.

Der Königliche Landrat.

V 1399 I. A.: Hartmann, Krrissekretär.

Gefundene und verlorene ©ettciistfhttie re.

Gesunden: 1 Paket (5 Kilo) gestauchte Drahtnägcl, 1,52 Mk. bar, 1 Peitsche, 1 graue Damen-Handtasche mit Opernglas.

Verloren: 1 Drille mit Futteral, 1 kleines goldene? Bröichchen mit 5 kleinen Steinchen, 1 Hundepeitsche, 28 Meter Wachstuchborde.

Zugelaufen: 1 gelber Dachshund, 1 Doberman- pinscher m. Geschl. Abzuholen bei Hermann Tag, Ravolz­hausen.

Hanau den 12. März 1909.

Feuilleton.

Lieder- und Bnlladcnabcnd.

Hanau, 11. März.

Der am Montag abend in den Sälen der Centralhalle abgehaltene Lieder- und Balladenabend des Kammersängers Herrn Alexander Heinemann-Berlin nahm den erwarteten befriedigenden Verlauf. Bei ausverkatiftem Hause entwickelte sich das von Herrn Heinemann und dem Gesangverein Sumser dargebotene Programm ab, das an künstlerischer Qualität nichts zu wünschen übrig ließ. Der berühmte Sänger hatte eine vorzügliche Auswahl von Balladen und Liedern getroffen, und wir erinnern besonders an Schuberts ^Greisengesang" undZm Grünen". Eine wunderbare Stimmung wußte der Künstler in beide Schubcrtlieder zu bringen, so daß er gleich bei seinem ersten Auftreten sich die Gunst des andächtig lauschenden Publikums erobert hatte. Nun folgten 4 Balladen von Löwe, a)Die nächtliche Heer­schau", b)Abcndlied", c)Gutmann und Gutweib", d) sauf Wunsch)Die Lauer". £icr hatte der Sänger Gelegenheit, sein volles Können zu entfalten, so daß nach der Schluß­nummer der Beifall nickt enden wollte. Zuletzt hatie Herr HeinemannModerne Balladen und Lieder" von Hans Heer­mann gewählt, welche wiederum wahre Beifallsstürme ent­fesselten. Zn diesen Darbietungen konnte man nochmals einerseits die Kraft und zu gleicher Zeit das wunderbare Piano des Künstlers bewundern. Aber auch dieSumser unter Herrn Altvaters Leitung hatten einen besonders guten Abcnd. Fein abgetönt und präz>s wurden die verschiedenen Chornummern gelungen. Auch die überaus feinfühlige Begleitung der Lieder durch Herrn Altvater ist aner ennend zu erwähnen, sodaß die Veranstaltung sich zu einem Konzert- abend ersten Rana.es aestattete.

Freitag bett 12. März

politisch« Rundschau.

Stimmen der Presse zur Wahl in Verden- Shke. Ausweislich der jetzt vorliegenden Wahlresultate kann angenommen werden, daß etwa die Hälfte der frei­sinnigen und ein gutes Drittel der bündlerischen Stimmen für den Welfen gestimmt haben. DieHamb. N a ch r. " schreiben u. a.: Vermutlich haben sich sowohl Wähler, die am 26. Februar für den freikonservativen Kandidaten des Bundes der Landwirte gestimmt haben, als auch ein Teil der Freisinnigen in der Stichwahl für den Welfen ent­schieden. Wäre die offizielle Wahlperiode, die der Bund der Landwirte und der Freisinn zugrinsten des Rational- liberalen ausgegeben hatten, ohne Ausnahme befolgt worden, so wäre der Sieg des Welfen unmöglich gewesen. Jene offiziellen Wahlparolen haben offenbar weder für die agrarisch- freikoniervativen Wähler noch für die Freisinnigen eine bindende Kraft gehabt. . . Der Welsensieg hat noch eine besondere Bedeutung: er ist erstritten unter dem Zeichen des neuesten Symptoms der Schwäche- und Veriöhnunaspolitik, mit der das Welfentum von der Blockregierung gehegt, ge­pflegt und gezüchtet wird. DieKöln. Z t g. " schließt ihren,Kurzsichtige Vergritungspolitik" überschriebenen Ar­tikel mit den Worten:Dr. Heiligenstadt hat sich, wie wir in freisinnigen Blättern gelesen haben, durch seine Haltung im Wahlkampf die allgemeine Hochachtung erworben: trotz­dem hat ihn der Freisinn einer vorüberrauschenden Partei- leidenschaft geopfert. Ueber die Holiung der Naüonalliberalen in BingkN'Alzey kann man zweierlei Meinung sein; man kann sie verurteilen ; der Verrat der Freisinnigen in Verden- Hoya mußte verurteilt werden."

Die Krisis im Orient.

Belgrad, 11. März. Die serbische Note hat im serbischen Publikum einen guten Eindruck gemuckt, weil dadurch ohne Fallenlassen der serbischen Forderungen die Gefahr eines Krieges für den Augenblick beseitigt erscheint und dieserbische Sache, wie man meint, nunmehr in Europas Händen liegt. Milowanowitsch verlas heute in der Skuptschrina-Sitzung sowohl die russische Note als auch die serbische Antwort, wobei er auf das Bestreben der Mächte, den Frieden zu erhalten, hinwies. Mein Schweigen, so führte er aus, sollte einer Intervention der Mächte in Wien und Belgrad dienen, doch habe man dies nur in Belgrad tun wollen, weshalb die russische Negierung, um die Serben und ihre Forderungen zu schonen, allein freundschaftliche Vorstellungen in Belgrad unternommen habe. Der jungradikale frühere Minister Julwitsch dankte der Negierung, der es durch eine so weise Antwort gelungen sei, den Frieden zu wahren. Man müsse nun auf die Weisheit und Gerechtigkeit Europas rechnen, in dessen Händen die serbische Sache ruhe.

Belgrad, 11. März. Offiziös wird folgendes bekannt gegeben : Mit der Veröffentlichung der serbischen Zirku'arnote

* II Abonnements-Konzert des Weins'schen Gesangvereins. Am 25. ds. Mts. veranstaltet ge­nannter Verein, dessen ckoristische Darbietungen einen vor- züglicken Ruf genießen, in derCemralhalle" sein zweites Abonnementskonzert. Das Programm, dessen erster Teil als Akt der Pietät dem Andenken Felix Mendelssohn- Bartholdy gewidmet ist, ist sorgfältig ausgewählt. Als mit» wirkende Künstler sind, wie an anderer Stelle ersichtlich, ge­wonnen : Herr Otto Wolf (Tenor), Hofopernsänger in Darmstadt, im hiesigen Konzertsaal kein Neuling und dessen glänzende gesangliche Beaabung Veranlassung war, daß der­selbe ab 1. Oktober als königlicher Hofopernsänger nach München berufen ist; ferner Herr Adolf Müller, der allseitig beliebte Kantonist, dessen Auftreten das Hanauer kunstverständige Publikum immer mit F, enden begrüßt. Alißerdkm wirkt die Kapelle des Infanterie-Regiments mit, sodaß den Bouchern ein hoher Kunstgenuß bevorsteht.

* Volkslirdcrabend ves Gesangvereins Tonblttlhe". W NN wir vor kurzem Gelegenheit nahmen, an freier Stelle auf den am 20. März er. in dem Saale der Centralhalle ftaufindenden Volksliederabend des Gesang­vereinsTonblütbe" hinzuweiien, so sind wir heute in der Lage, auf das vorliegende Programm näher eingehen zu können und müssen wir konstatieren, daß dasselbe ein sehr reickbaliiges und abwechslungsreiches ist. Zwölf prächlige Volkslnoer, ältere und neuere Kompositionen, sind hierin vertreten, womit sich die Sänger in die Herzen der Zuhörer emstugen werden und wild es für jeden Besucher ein Genuß sein, diesen schlichten und doch so ergreifenden Volksweisen zu lauschen, zumal dieselben gegenüber den schwierigen Kunst- choren, für jedermann leicht faßlich und verständlich sind. Auf die vorzüglichen Leistungen heS GesangvereinsTon- blluhe" noch näher einzugehen. wäre überflüssig, da hiervon hinreichend Proben abgelegt wurden, welche auch an dieser Stelle schon des öfteren gebührend gewürdigt wurden und wird dieTonblütbe auch an ihrem Volksliederabend

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

und der Billigung der Antwort der serbischen Regierung auf die russischen Vorschläge durch die Skupschtina betrachtet man die Angelegenheit als vorläufig erledigt und wird nunmehr di« Stellungnahme der Mächte, namentlich Oesterreich-UngarnS,ab« warten. In Serbien selbst ist man mit dieser Politik zu­frieden, weil namentlich daS Konferenz-Programm in den Vordergrund gerückt ist. Sollte die Konferenz nicht zustand« kommen, so würde die bosnische Frage akut bleiben und Rußland die Annexion nicht anerkennen.

Konstantinopel, 11. März. In wohlunterrichtete« Kreisen, die der Pforte uahestehen, wurde bezüglich der Kon­ferenzfrage heute erklärt, die Türkei stehe durchatiS auf dem Standpunkte Deutschlands und Oesterreich-UngarnS, daß di« Konferenz nur die Aufgabe haben könne, von den bereit- getroffenen Abmachungen Kenntnis zu nehmen.

Paris, 11. März. Die Blätter besprechen die serbisch« Note in günstigem Sinne. DerTemps" erklärt, Serbien habe durch die Art, wie es die Ratschläge Jswolskiß ausgenommen habe, seine Pflicht gegenüber Europa erfüllt. Die serbische und die russische Note zusammen­genommen, gäben Oesterreich-Uugarn in allem, waS eS be­rechtigter Weise verlangte, Genugtuung. Unter solchen Um­ständen sei es gestattet, wieder von der Konferenz zu sprechen, die der seit sechs Monaten währenden Krisis ein End« machen soll.

PnrlnmtntarilchcS.

mb. Die Budgetkommission deS Reichstage» setzte gestern die Beratung des MilitâretatS fort. Der aus der Kommission geäußerte Wunsch, inaktive Offizier« als Lehrer bei der Kriegsakademie zuzulaffen, wird in Er­wägung gezogen werden. Eine längere Erörterung findet über die Frage des KohlenbezugeS statt. Die Kohlen werde« in der Hauptsache von den fiskalischen Gruben bezogen, aber nicht unbeträchtliche Mengen auch auS England und Döhmen. Ein freisinniger Abstrichantrag der mit den sinkenden Kohlen- preisen begründet wird, wird abgelebnt; insbetondere weil es sich um einen übertragbaren Fonds handelt. Do« ZenlrumSseite wird die Abschaffung der Musikkapelle an der Haiiptkadeltenanstalt in Groß-Lickterfelde verlangt. Dem wird von liberaler Seite widersprochen. Im Gegenteil solle man den Musikunterricht noch viel mehr fördern. Don der Militärverwaltung wird betont, daß man die Bedeutung der Musik für Erziehung und Geiellschaft voll würdige, und den Zöglingen keine Schwierigkeiten mache, wenn sie besonder« Musikstunden nehmen wollen. Eine Resolution deS Zen>rrim», die auf der einen Seite weitere Freist-llen in den Kadetten­anstalten wünscht, auf der anbeten Seite eine Erhöhung der Erziehungbeuräge, eniiprechend der Vermögenslage der Eltern, wird mit Stimmengleichheit abgelebnt Für UnterrichtSgelder der Truppen enthält der Etat diesmal eine Mehr'orderung von 371 655 Mk. Die Kapitulanten sollen nach »er* aufs neue diesen guten Ruf bekräftigen und sich einen durch­schlagenden Erfolg sichern, wofür die vorzügliche Leitung ihres bewährten Dirigenten bürgt. Auch ist dem Sologesang ein würdiger Platz ringel äumt, indem Herr Wilh. Wein», Mitglied deS GesangvereinsTonblüthe", welcher als Bari- tonist zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, einige SoliS zum Vortrag bringen wird. Ebenso wird der über Hanau'» Mauern bekannte und sehr beliebte Rezitator, Herr Ira« Bock, ebenfalls Mitglied drrTonblüthe", mit einigen Re- zilaiionen und Humor. Dialekt-Vorträgen aufwarten. Nicht minder gewählt ist auch der instrumentale Teil, welcher durch die gesamte UlanenfapeUe, unter persönlicher Leitung ihre» Obermusikmeisters Herrn A. Urbach, feine Ausführung findet, indem Piecen sehr bedeutender Meister hierin ver­zeichnet sind und wird gen. Kapelle ihr ganzes Können ein- setzen um den gestellten Anforderungen in vollstem Maße gerecht zu werden. ES sind somit alle Vorbedingungen er­füllt, welche auf einen genußreichen Herrenabend schließen lassen. Wir wollen darum nicht versäumen, Freunde der Mustk und des edlen MännergesangS nochmals hierauf auf­merksam zu machen, zumal der GesangvereinTonblüihr" hierdlirch dokumentieren wird, daß die so beliebt gewordenen Herrenabende, durch die in den letzten Fahren in den Vorder­grund getretenen Konzerte, nicht verdrängt werden sollen, sondern, daß man neben die'en Konzerten, welche durch die gi ößcrcn Darbietungen auch höhere Eintrittspreise bebirgen, bemüht und bestrebt ist, seinen werten Gästen und Festbe- suchcrn auch bei einem geringen Emtriltspreis etwas ScköneS und Gediegenes durch bi? Liederabende zu bieten. Möge dieses eble Streben volle Würdigung finden unb ein dankbares Publikum den Gesangveiein .'.Tonbiüthe" hie,für an seinem VolkSIiederabcnd durch ein vollbrietztes Haus belohnen. Ein­trittskarten :\ 60 Pfg. sind bei den Mitgliedern zu haben.

: Sinfoslit-Konzert. Herrn Ober-musikmeister C. Sckmidt ist es gelungen, für das am Donnerstag den 18. März im Stadttbeater stattfittdende Silüome-Komert