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Erstes Blatt.

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M«rt«li!hrlich 1,80 Mk., menarlich 60 Psg., für aui« »artig« Abonnenten mit dem beneaeuben Poftausjchiag.

Du euijelne Nummer leitet 10 Psg.

R»tati»nkdruck und Verlag der Buchdrucker« bet verein, r». Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amllilhes Organ für ZALl- nn) LMreis Zanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Di« fünf gespaltene Pentjeil« ober beten Raum 80 Pf^ im S^e^itirfn'f*1 die A«u« 36 Ps^

»er antwort! Redakte«: «. Schrecker in Hanan.

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Sie icutige Nummer umsuht außer lUlnterhaltllnMKl!

14 Seiten.

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Amtliches.

Eandkräs Ranau.

Unter Bezugnahme ans die Verfügung vom 19. August 1905, V 5375 abgedruckt in Nr. 119 des K'eisblaüs für 1905 ersuche ich die Herren Bürgermeister, die Vorstände derjenigen Viehversicheriingsvereine ihres Gemeindebezirks, deren Geschäftsjahr am 31. Dezember v. Is^ abgelanien ist, aufzuiordern, innerhalb 8 Tagen den Jahresbericht für 1908, sofern dies noch nicht geschehen ist, an mich tinzureichen.

Hanau den 3. März 1909.

Der Königliche Landrat.

V 1253 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Die Forderungsnachweise der Mitglieder der Einkommen- steuer-Voremschätzungskommission sind zur Zahlung auf die hiesige Königliche Kreiskasse angewiesen.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Mitglieder hiervon in Kenntnis zu setzen.

Hanau den 4. März 1909.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis .Hanau.

St 666 I. V.: Dr. v. Waldo w, Reg.-Assessor.

Die in der Sammelwasenmeisterei für die Stadt- und den Landkreis Hanau Station Bruchköbel der Hanau- Friedberger Eisenbahn gewonnenen Erzeugnisse (etwa 300 Häute von Großvieh, 800 Häute von Kleinvieh, 12000 Ko. Feit, 30000 Ko. Fleiichmehl, Roßhaare, Borsten und Klauen) sollen vom 1. April d. Js. ab für das Rechnungsjahr 1909 im Submissionswege an den Höchst- bieteuden vergeben werden.

Angebote leistungsfähiger Firmen sind bis zum 20. März v. Js. an den Unterzeichneten zu richten.

Die Verkaussbedinqungen werden auf Erfordern übersandt.

Hanau, den 3. März 1909.

Der Vorsitzende der Verwaltungskommission für die Sammehvaienmeifterei.

5107 v. Beckerath, Landrat.

Handelsregister.

Firma Wilhelm Knewitz in Hanau.

Das Geschäft ist nach Schwäbisch Gmünd verlegt.

Hanau den 25. Februar 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 5041

PolitiTche Rundschau.

Nachklänge zur Stichwahl in Bingen-Alzey. Reichstags- und Landlagsabgeordneier Dr. Osann hat gestern sein Amt als Vorsitzender des Landesausschusses der hessischen Nationalliberalen niedergeleat. Die Veranlassung dazu bot das Eintreten der Naiionalliberalen des Reichstagswahlkreises

Bingen-Alzey für den Zentrumdkandidaien, Landtagsabge- ordneten Uebel, resp, bie tnfolae dieses Eintretens zwischen dem Parteivorstand jenes Wahlkreises und dem Zemral- vorstand der Partei entstandenen Differenzen. Der Landes- ausschuß der Partei soll nach einer Korrespondenz in dieser Frage einen durchaus korrekten Standpunkt eingenommen haben; da aber trotzdem von einigen, den näheren Verhält­nissen meist völlig fernstehenden Kreisen der Partei Vor­würfe gegen diele Haltung erhoben worden sind, glaubte der Vorsitzende des Landesausschusses am einfachsten durch einen Appell an dessen Mitglieder eine Entscheidung über diese Frage herbeiführen zu sollen.

Dit Krisis im Orient.

Köln, 4. März. Ein Berliner Telegramm derKöln. 3h,." führt ans: Gegenüber her irrefübrenben und wider­sprechenden Mitteilungen über die serbische Antwort glauben wir folgendes mit Bestimmtheit seststellen zu können: JiOfV dem der russische Gesandte den Serben den -bergicht aut Er­hebung von Territoriaisorderungen ungeraten hatte utu uaru­dern die Vertreter von Frankreich, England und> ItalienNch in dem gleichen Sinne ausgesprochen haben, hat der serbische Ministerpräsident Nowakowitsch erklärt, daß er chch diese Forderung unterwerfe. Serbien werde daher die ^eriitoriai- forderungen nicht aufrecht erhalten und iede Piovokal on

Frcitng ben 5. Mrz

gegen Oesterreich unterlassen. Was die Frage der Auto­nomie Bosniens und der Herzegowina anbelangt, so be­trachte er sie als durch das türkisch-österreichische Abkommen in der Weise geregelt, daß Serbien sich nicht mehr mit ihr befassen könne.

Belgrav, 4. März. Nach einer Meldung desSerbischen Preßbureaus" erklärte die serbische Negierung in der Ant­wort auf die russische Note, daß sie den freundschaftlichen Ratschlägen der russischen Negierung Folge leisten wolle, in­sofern sie den Interessen Serbiens entsprächen. Wie gleich nach der erfolgten Annexion Bosniens und der Herzegowina betrachte die serbische Regierung auch jetzt die bosnische Frage als eine europäische und werde weiterhin in dieser Frage im Interesse des Friedeus ruhig die gerechte Entscheidung der Großmächte erwarten.

Belgrad, 4. März. Heute wurde ein Ausfuhrverbot für Mehl, Weizen, Mais, Bohnen, Roggen, Gerste, Hafer, Heu, Stroh und Kleie erlassen.

Petersburg. 4. März. Wie diePetersb. Tel.-Ag." aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat die serbische Negierung infolge des russischen Vorschlages die Antwort erteilt, Ser­bien habe weder die Absicht, Anlaß zu einem Kriege mit Oesterreich-Ungarn zu geben, noch seine freundnachbarlichen Beziehungen zu diesem Staate zu ändern. Ebensowenig verlange Serbien im Zusammenhänge mit der bosnisch-Herze­gowinischen Frage von Oesterreich-Ungarn territoriale, poli­tische oder wirtschaftliche Entschädigungen, sondern es ver­laffe sich, indem es sich jeglicher Einmischung in die Frage, welche der Entscheidung der Signatarmächte unterliegt, ent­hält, vollständig auf deren Weisheit und großes Gerechtig- keisgekühl. Die serbische Regierung beabsichtige nun, an die Großmächte eine Zirkularnote in dem erwähnten Sinne zu richten.

Bukarest, 4. März. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist abends hier einaetroffen. Er wurde am Bahnhof von König Karol empfangen.

Saloniki, 4. März. Die türkischen Behörden haben die Abreise türkischer und albanesischer Freiwilligen nach Serbien verboten und die Grenzpolizei angewiesen, solche Personen nicht passieren zu lassen.

Paris, 4. März. Eine Note der Agence Havas meldet: Serbien teilte dem russischen Gesandten die Antwort mit, die es den Mächten übermitteln wird. Es versichert darin seine friedlichen Dispositionen und bezeichnet seine militäri­schen Vorsichtsmaßregeln als rein defensiv. Es wünsche lediglich die Wiederherstellung eines normalen Zustandes an seinen Grenzen und fordere nichts Bestimmtes. Es ver­traue den Mächten seine Interessen an, falls Europa die Annexion von Bosnien und der Herzegowina anerkenne.

PürllimkiitarischcS.

mb Die verstärkte Bnvgetkommission Ves Abge­ordnetenhauses beriet gestern Donnerstag vormittag, noch einmal die Vorlage über den W o h n u n g s g e I d z u s ch u ß, die ja bekanntlich vom Plenum noch einmal überwiesen worden war. Die Kommission nahm mit 15 gegen 13 Stimmen einen nationalliberalen Antrag an, wonach die Kommissionsbefchlüsse vom 22. Februar 1909 mit der Maß­gabe aufrecht erhalten werden, daß die 48 Orte, die nach den Kommissionsbeschlüssen noch deklassiert geblieben waren, in diejenige Ortsklasse eingereiht werden, die ihrer bisherigen Stellung in der Servisklasseneinteilung entspricht, und daß der Zeitpunkt für die nächste Revision des Ortsklassenver- zeichmsses auf den 1. April 1919 bestimmt wird. Die Differen­zierung zwischen verheirateten und unverheirateten Beamten bliebe also nach diesem Beschluß aufrecht erhalten. Der Finanzminister hatte sich gegen den nationalliberalen Antrag erklärt, der kür Preußen einen Mehrbedarf von 2 700 000 Mk., für das Reich einen solchen von' 3 600 000 Mk. bedeute. Nach Meinung des Finanzministers habe der nationalliberale Antrag nur Aussicht auf Annahme seitens des Staats­ministeriums unter der Voraussetzung, daß die Zuschläge nur 33L's Prozent betragen, bei Wegfall der Differenzierung, oder 36 Prozent für die höheren Beamten unb 40 Prozent bei den mittleren Beamten unter Aufrechterhaltung der Differenzierung. Das Staatsministerium werde zu dem Be­schluß der Kommission bis zur nächsten Sitzung, die am Samstag s. erfinden soll, Stellung nehmen und dort seine Entschließungen bekannt geben. Durch Annahme des nationalliberalen Antrages wurde ein Antrag der Konser- vativen für erledigt erklärt, der die alte Ortsklaffeneinteilung beibehalten, ein Provisorium bis 1911 vorschlug und in sämtlichen Klassen gleiche jährliche Zulagen als Wohnungs­gel dzuschuß gewähren wollte, so daß in den grössten Orten dieselben Zuschläge gezahlt werden sollten, wie in den kleinsten. Ein Antrag des Zentrums und der National- liberalen, im § 1 Abs. 3 stattBeamte, welche nicht ver­heiratet sind" zu sagenmännliche Beamte, die nicht ver­heiratet sind" wurde abadehnt.

mb. Die verstärkte Iustizkommission Ves AbgeorV. nctcnhanses erledigte am Donnerstag vormittag die Vor­lage. betreffend die Haltung des Staates und der Kommunal­verbände für die Beamten. Im wesentlichen wurde die Regierungsvorlage angenommen. Abgeändert wurde die

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Bestimmung, wonach die Schulverbände für ihre Lehrer un° beschränkt haften. Es soll vielmehr der Staat den leistungs­schwachen Gemeinden für die Beträge Ersatz leisten, die fit auf Grund von Verfehlungen der Lehrer an Dritte zahlen müssen.

mb. In der gestrigen Sitzung der Bnvgetkommission Ves Reichstages hat daS Kriegsministerium, jetzt von einer Verminderung der Intendanturbeamten abzusehen, da man dadurch die in Vorbereitung stehende Reform, die die An­spannung aller vorhandenen Kräfte bedeute, erschwere. Eine längere Erörterung veranlaßt die Frage der Mitwirkung höherer Intendanturbeamten bei den Musterungen. Die Meinungen darüber sind auch bei den Militärs sehr verschieden. Manche würden sich mit einem Intendantursekretär gern begnügen. Eine Resolution Oriola (natL), den Reichskanzler um Maßnahmen zur Vereinfachung des Intendanturgeschäfts zu ersuchen, wird abgelehnt, dagegen eine Zentrumsresolution angenommen, die um Verminderung der Zahl der höheren Jntendanturstellen und Verbilligung deS ganzen Apparate- ersucht. Beim Kapitel der Militärjustiz erklärt das Krieg?» Ministerium, daß die Zahl der richterlichen Beamten wegen der Häufung der Geschäfte nicht vermindert werden könne. Die angeforderten Beamtenstellen werden genehmigt. Weiter wird eine Resolution angenommen, die den Reichskanzler um Erwägungen ersucht, ob nicht bis Gouvernements und Kommandantuxgerichte aufgehoben werden können. Man begrüßt die Herabminderung der für Mietsentschädigung aufzuwendcnden Veträge. Von mehreren Seiten wird verurteilt, daß die Militär­verwaltung zur Beschaffung von Wohnungen für Offiziere auf die betreffenden Stadtverwaltungen einen Druck ausübe. General von Wachs erklärt, ein solcher Druck werde nicht auSgeübt; wo große Wohnungsnot herrsche, habe die Mili­tärverwaltung allerdings Anregungen zu höherer Bautätig­keit gegeben. Zentrum und Freisinnige werfen die Frage der Existenzberechtigung der Generalinspekteure auf, insbe­sondere der Inspekteure für Jäger und Schützen. Die Militärverwaltung bejaht die Notwendigkeit. Der Kriegs­minister verweist darauf, daß das deutsche Heer von allen Armeen veihältnismäßig die geringste Anzahl hoher Generale habe. Die Zahl dieser Stellen sei auf das äußerste beschränkt. Ein Abstrich an diesen Stellen würde die Schlagkähiakeit des Heeres sehr gefährden. Das Kapitel wird ohne Abstrich ge­nehmigt. Für Gouverneure, Kommandanten und Platzmajore steht ein Posten von rund 683 000 Mark im Etat. Es wird angeregt, ob nicht durch anderweite Plazierung dieser Stellen Ersparnisse zu erzielen seien. Eine Prüfung der Frage wird zugesagt. Morgen Fortsetzung der Beratung.

mb. Die Reichslagskommission für Vie grotze Ge« werbenovelle beriet gestern zunächst den § 135, der von der Beschäftigung von Kindern handelt. Die Sozialdemokraten beantragen Heraufsetzung des Schutzalters der Kinder vom 13. auf das 14. Lebensjahr und des Schutzalters der Jugend- liehen vom 16. auf das 18. Dafür stimmt außer den Sozial­demokraten nur die Wirtschaftliche Vereinigung. Zu H 139 b beantragen die Sozialdemokraten, die Gewerbeaussicht der Reichsverwaltung, statt wie bisher ben Bundesstaaten zu unterstellen. Die verbündeten Regierungen erklären den An­trag für unannehmbar; er wird abgelehnt. Gegen die Stimmen der Nationalliberalen wird eine Zentrnmsresolution angenommen, in der gefordert wird, den Gewerbeinspektoren polizeiliches Versügungsrccht auf Grund der §§ 120 d unb 137 a und die Verhängung von polizeilichen Strafen zu über­tragen. Die Sozialdemokraten beantragen in einem neuen Paragraphen Arbeiterkontrolleure als Hilfsarbeiter der Ge- werbeaufsicht. Der Antrag wird abgelebnt schon wegen seiner ungenügenden Vorbereitung. Am Dienstag wird die Beratung fortgesetzt bei der Ruhezeit in offenen Verkaufs­stellen.

mb. Die Jnslizkommission ves Reichstags erledigte gestern eine weitere Reihe von Paragraphen nach den Be­schlüssen erster Lesung. Eine längere Debatte entspann sich darüber, ob gegen Urteile der Landgerichte in Berufungs­instanz, soweit der Streitwert 300 Mk. übersteigt, Revision an das Oberlandesgericht gugelaffen werden soll. Der An­trag wurde schließlich gegen drei Stimmen abgelehnt.

Hus aller Welt.

Tumnltarifche Szenen.

Berlin, 4. März. Tumultarische Szenen im Gerichts- saale ereigneten sich gestern vor einer Strafkammer des Land­gerichts Berlin 3. Wegen Körperverletzung war ein Hunde- fangbeaniter Gerlach angeklagt. Derselbe war, als er den Hund eines Schwereidirektors' ab'angen wollte, mit letzterem in Streit geraten. Dabei schlug er auf seinen Gegner ein und warf ihn zu Boden. Das Schöffengericht ahndete diese Mißhandlung mit einer Gefängnisstrafe von drei Alonaten. In der Berufungsinstanz behauptete der Hundesängec, er sei von dem Cchäfereidirektor zuerst mit einem Spazierstock ge­schlagen worden. Letzterer bekundete, daß er nur in Not- wehr von seinem Stocke Gebrauch gemacht habe. Diese Be­hauptung brachte den Angeklagten derart in Erregung, daß er den gegnerischen Zeugen mit Schimpswprten überschüttete. Ehe der Gerichtsdiener es verhindern konnte, ergriff der