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Die sânf gespaltene Pentzeile oder deren Kaum M Pfg, im Siektameutetl die Zeit« & Pfg.

n. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BerantwortL Redakteur: <8. Schrecker w Hanau.

Nr. 52 F-rnsprechauschlich Nr. 605.

Mittwoch bcn 3. März

Aerusprechanschlutz Nr. 605. 1909

Die hcutific3lummtr amscht allszer d.MerhMWsM

14 Seiten.

Slmtlichss.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen:

1. das in Hanau belegene, im Grundbucke von da Band

51 Art. 3003 Abt. I Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Verste'gerunasvnmerkes auf den Namen des Schlossermeisters Heinrich Jung in Hanau eingetragene Grundstück:

SS 336/108 — 21 ar 56 qm Haus Nr. 9 in den türkischen Gärten,

a) Wohnbaus mit Ho krau m und Hauswarten,

b) Seitenbau rechts (A), Diamantschleiferei mit abgesondertem Abirittsbau (E),

c) Maschinenbaus mit Kesselhaus (B) mit abge­sondertem Dampsschornstein (0) nndAnbau(O), d) 2tes Wohnhaus mit Hosraum in den türkischen Gärten Nr. 7,

e) Prooisori'cher Schuppen, Gebäudesteuernutzungswert: zu a) — 570 Mk., zu b) = 540 Mk., zu c) — 270 Mk., zu d) = 975 Mk., zu e) = 45 Mk., — .Grnndsteuermuttei rolle Art. 1852 — — Gebäudesteuerrolle Nr. 2142 — und 2. die in Hanau belcaenn, im Grundbuche von da Band 18 Art. 1023 Abt. I Nr. 1 und 2 zur Zeit der Eintragung des Versteigernugsvermerkes auf den Namen des Schlossermeisters He »»rich Juusi und dessen Ehefrau Marie geb. Grammich in Hanau eingetragenen Grund­stücke :

0 17 = 3 ar 4 qm ] _ „ _

0 18 = 51 qm J" Hahnengaffe Nr. 3,

a) Wohnhaus mit Seitenflügel rechts A u. C und Querbnu B Hofraum und Hausaanen, Gebändesteuernutzungswerl: 1800 Mk., — Grundsteuermuiterrolle Art. 123 — — Gebäudesteuerrolle Nr. 162 a—c — am 23. April 1909, vormittags 10*'» Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.

Hanau den 12. Februar 1909.

Königliches Amtsgericht 2. 4905

Feuilleton.

Mit» MnttMknWMt im Fmksmttt LMllitmechW.

— Hana«, 3. März.

Am vorgestrigen Abend fand im Saale der „Concordia" dahier das dritte Abonnemenlskonzert der „F r a n k- f u r 1 e r Q u a r t e t t v e r e i tt i g u n g" statt. Die Kon- zerlgeber (Hermann Hock, Fritz Dippel, Aug. Alle- solle und Heinrich A p p u n n) halten das Programm für diesen ihten dritten Kammermusikabend unter dem Zeichen der Hnndertjahrfeierlichkciien Haydn — Mendelssohn zusammen- gestellt, welche gegenwärtig überall den GlUndton der der­zeitigen Konzertabende bilden. Unter diesem Gesichtspunkt sind die hier intimen Konzerte eines Kammermnsik-Enembles in dem grossen Vorteil, die Komponisten, deren Gedächtnis gefeiert werden soll, in den feinsten Zügen ihrer Kunst, in den tiefsten Regungen ihres geistigen Schaffens und auf den höchsten Linien ihrer Darstellungsformen zu zeigen. Denit die Kammermnsikiverke eines Komponisten sind und bleiben der beste Gradmesser für ihre Bed utung. Die Frankfurter Quartettvereinigiina, welche in den langen fünfzehn Jahren ihres Zu'ammenwirkens gerade H a y d n und Mendels­sohn als dankbare und anregende Ätubienobjefie durch­forscht und sich ihren idealen Zwecken nutzbar gemacht hat, war in der Laze, e niges des Schönsten und Besten aus der einschlägigen Literatur auszusuchen und darzubieten. Dadurch gestaltete sich das vorgestrige Konzert zu einem ausgesucht genustreichen Abend, welcher durch die anerkannte Kunst sämtlicher Milwirkenden zu einem hervorragend bedeutungsvollen Tloment tn dem hiesigen Konzertb ben dieser Saison sich weit emporhob. Als erste Nummer wurha ein Hand n' sches Stre-ch-

ZwangsverReigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von da Band 69 Blatt Nr. 3667 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Heinrich Kämmerer in Langstadt eingetragenen Grundstücke.:

DD 533/109 — 2 ur 55 ym, Garten ander Fre-gerichtstraße,

— Reinertrag — 0,90 Mk. —

DD 534/109 = 2 ar 54 qm, Garten daselbst,

— Reinertrag — 0,90 Mk. —

DD 535/109 = 7 ar 67 qm, Garten daselbst,

— Reinertrag — 2,70 Mk. —

— Grundsteuermuiterrolle Nr. 2838 —

am 23. April 1909, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.

Hanau den 12. Februar 1909.

Königliches Amtsgericht 2. 4903

Das Kottkursverfabren über das Vermögen des Spenglers Kranz Diebelins in Hanau wird nach er­folgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben.

Hanau den 24. Februar 1909.

__________Königliches Amtsgericht 5. 4883

Gefundene und ucrlorciit Scfltitstäube re.

Gefunden: 1 Hammer, 1 Scheere, 1 silberner matt- vergoldeter Teelöffel m-Emailleverziernng, 1 Bund nummerietter Schlüsseln, 1 grgucr, Kinderhandschuh (rechter).

Verloren: 1 Portemonna e mit ca. 4—5 Mark und mit einer Rad sahrkarte für Johann Ruth ans Langendiebach, 1 schwarzer Sammetgürtel mit Goldschnalle.

Zugelaufen: 1 grau r Spitz w. Geschl.

Hanau den 3. März 1909.

Politische Rundschau.

Der Kaiser wohnte gestern in Wilhelmshaven der Vereidigung der Marinerekruten bei, an die er eine An­sprache hielt.

Die Kaiserin ist gestern nachmittag zum Besuch des Ueberschwemmungsgebietes in der Altmark in Osterburg ein« getroffen.

Die hessische Zweite Kammer setzte gestern die Etatsberatung fort. Siaa'.sminister Ewald erklärte, die Regierung sei bei der Aufstellung des Voranschlags durch die für notwendig erachtete Sparsamkeit dazu veranlaßt q u a r t e t t (B-dur) .geboten. Sämtliche vier Sätze zeigten die Originalität des Komponisten in unverkennbarer Deut­lichkeit. Das fragliche Quartett ist auf allen Wegen und Gängen ein echtw und rechter Haydn, charakteristisch bis in die kleinsten Details hinein. Entsprechend der Feinarbest in der Komposition war die ganz vorzügliche Ausführung seitens der vortragenden Künstler. Das Allegro con spirito mit seinem freien und leichten Schwung gelang ausgezeichnet. Die prächtige kompositorische Durcharbeitung des Adagio kam feinsinnig und warm im Empfinden zur.vollen Geltung burd) eine auf allen Se ten gleichmäßig gefühlsinnige Wieder­gabe. Die Originalität des Menuett erfuhr eine plastische Darstellung, und ebenbürtig der Ausführung dieser ernannten drei Sätze wurde der Schlußsatz des Quartetts, das Allegro m a non troppo, ^u Gehör gebracht. Als Zweite Nummer verzeichnete das Programm eine breitediqe Haydn'sche Sonate für Klavier und Violine (F-dur). Ausge'ührt wurde diese Nummer von den Herren Dr. Frank Limbert (Klavier) und Hermann Hock (Violine). Di' beiden Vor­tragenden boten ihrer Zuhörnnchaft jeder an sc-nem Teile eine mnsterha'te munkal sche Glanzleistung. Herr Dr. Limbert behandelte feiten Klavie pari in wohltuender Anschmiegung an das Violiniolo und zeiate überall seine äußerst gewandte Technik, ohne dieselbe aus dem Rahmen des Ganzen hervor- zuheben. Vorieilha't unterstützt wurden die feinen Nüancen seines Klavierspiels durch die wunderschönen Klangw rkungen des Flügels, der auf alle Alten des Anschlages reagierte und dadurch das aeist- und empfindung' volle Spiel des Herrn Dr. Limbert zur schönsten Geltung brachte. Herr H e r m a n n H o ck bolte aus seiner Violinstimme alles heraus, was an leichter Elegatiz der Technik unb an durch­dachter, inniger Vortingcweiie herauszn' olen war. So oestaltcte sich im Zusammenwirken das Allegro ck einer brillanten Nummer. Das Andante konnte man in all seinen Phasen der Entw ckelung leicht und mit ungetrübtem Genuß verfolgen, besonders gestaltete sich das prächtig gespielte Thema

worden, jede Neuforderung zu unterlassen. Die Regierung müsse aber natürlich auch die Zweckmäßigkeitsgründe auf das Genaueste untersuchen. Im weiteren Verlaufe kam der Staalsministcr auf die Angelegenheit des Schlitzer Gelde- zu sprechen und sagte, bei der gräflichen Rentkammer sei ei üblich, den Arbeitern der Landwirtschaft, der Forst- und . Gartenwirtschaft, an Stelle des Lohnes Lohnmarken auszu« händigen, die gewiffermaßen eine Anweisung bilden sollen an die Rentkammer. Diese Art der Lohnauszahlung habe der Regierung schon im Jahre 1905 Veranlassung gegeben zu untertuchen, ob dies gegen den Paragraphen 115 der Gewerbeordnung verstoße. Die Ermittelungen haben jedoch ergeben, daß in keinem Falle ein gewerblicher Arbeiter mit Lohnmarken ausbezahlt wurde. Infolgedessen sei kein Grund zum Einschreiten vorhanden gewesen. Der Finanzminister erklärte, daß die Revision der Besoldungsordnung vor Ab­schluß der Reichfinanzreform nicht erfolgen könne, sie könn» aber vielleicht schon nach einem Jahre vorgelegt werden. Das Gemeindesteuergesetz mit Begründung sei im Entwurf» fertig und könne in Bälde eingebracht werden.

Krisis im Orient.

Belgrad, 2. März. Bei der gestrigen Hoftakel zu Ehren der neuen Regierung kündigte der König die Begnadigung sämtlicher politischer Verbrecher in einer Rede an, in der er zunächst die Annäherung zwischen den politischen Parteiev Serbiens, aus denen die gegenwärtige Regierung hervorge­gangen, als Serbe und Herrscher begrüßte. Die Verhältnisse, fuhr der König fort, seien zweifellos schwer, er und fern ganzes Volk blickten aber vertrauensvoll in die Zukunft, da sie die Führer des Volkes geeinigt an der Leitung der Staatsgeschäfte sähen, so wie alle Serben in dem gegen- wärtigen, schicksalsschweren Augenblick alle Beleidigungen und Angriffe der Vergeffeuheit überwiesen, so verzeihe er, der Königs alle ihm und seinem Hause zugefügten Beleidigtingen. Mögè, sagte der König, von jetzt an unter uns jede Un­einigkeit schwinden, möge unsere Brust nicht mehr von Haß und" egoistischen Wünschen erfüllt sein, damit wir alle wie ein Mann, von gleich großer Liebe zum Vaterlands getragen, uns zur Wehr seiner bedrohten Zukunft setzen. Ich bin überzeugt, daß die aus anerkannten Patrioten zusammen­gesetzte Regierung in der Lage und gewillt sein wird, die in sie gesetzten Hoffnungen zu rechtfertigen. Der König schloß mit Hochruien auf Serbien und das Serben« tum. Ministerpräsident Nowakowitsch erwiderte mit einer Dankesrede, die in begeistert aufgenommene Hochrufe auf den König und das königliche Haus ausklang.

Belgrad, 2. März. Es verlautet, die serbische Regierung werde gegenüber dem russischen Ratschlage, von territorialen Forderungen abzustehen, den Standpunkt einnehmen, daß sie nicht umhin könne, die definitive Entscheidung über die territorialen Forderungen den Großmächten zu überlasten. In deren gerechte Entscheidung setze Serbien das grösste Vertrauen, zumal von diesen eine gründliche Lösung d — I ■■—■....... w. ......■■■■■ — , I ————--er auf der O-Saite mit der Einfassung der reizenden, bewegten Klavierpartic zu einem herrlichen Tonbilde. Die rhythmischen Feinheiten und Schwierigkeiten beS Allegro vivace erfuhren eine vollendete Wiedergabe und brachten die Sonate zu einem glanzvollen Abschluß. In dem Mendelssohn- Str e i ch q u i n t e t t (A-dur op. 18) war als zweiter Brat­schist Herr Gotthold Graf-Frankfurt zugezogen. In allen Sätzen dieses Quartetts zeigt sich die große Mendels- solm'sche Kunst, klangichön und stilstreng zu schreiben, im besten Lichte. Daneben hört man fortwährend die süße und einschmeichelnde Melodie, welche die Mendelssohii'iche Muse überall aufzuiveiien 'hat. Dieser dem Komponisten Mendels­sohn eigentümlichen und eigenartigst Ausdrucksweise wurde die Wiedergabe des in Rede stehenden Streichquintettes vollauf gerecht. Der e r st e Satz vermochte eine prächtige Wirkung zu erzielen durch die schon gelungene Darstellung der Ab- wedrehing zwischen den einschmeichelnden Cantilenes und Springbogenfiguren. Das Andante sostenuto brachte eine reizvolle G staltung der in ihm enthaltenen reichen Melodien unddersieum'chivirrendenPassagen. Das Scherzo erfuhr mit seinen prickelnden Themen und Nachahmunaen eine rhythmisch vorzüglich anaelegte und dabei in Bezug auf Ton­gebung sehr vorsichtig behandelte und gut gelungene Wieder­gabe. Der hohe und weite Raum des Konzertsaalcs bewirkte alleidin's [yerhei eine Reibe von Klangübertragungen, welche die Anff'ssuug dieser Musikalischen Filigranarbeit dem Hörer erschwerte. Der Schlußsatz des Quintettes kam dagegen mit seinen breiter angelegten Harmonien wieder zu schöner Entfaltung.

Albumblätter.

Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen, Ein Werdender wird immer dankbar sein.