Erstes Blatt.
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$L 49 Fernsprechanschluff Nr. 605.
Samstng ben 27. Februar
F«r»sp«,cha»Ichlutz Nr. 605. 1909
Sie tatififfaincr nmfnfjt * d.llnterhaltWSblkti
18 Seiten.
Amtliches.
Candkreis kjanau.
An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsicher des Kreises.
In den nächsten Tagen lasse ich Ihnen das vorgeschriebene Formular über die Eimitwlung der Hagelwetier, sowie der Hochwasser- und Ueberschwemmunzsschäden für das Jahr 1909 mit dem Ersuchen zugehen, mir dasselbe nach ordnungsmäßiger Ausfüllung bis zum 2. Januar 1910 zurück- zure-chen.
Hanau den 25. Februar 1909.
Der Königliche Landrat.
V 1131 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Bekanntmachnnft
Infolge des heutigen Nebels konnte ein Gefechtsschießen bei Mittel buchen nicht statlfinden und muß dasselbe nunmehr um einen Tag verlängert werden (bis einschließl. Montag den 1. Mär; d. Js.)
Vorstehendes wird in Ergänzung meiner Bekanntmachung vom 20. d. Mis. — Nr. 43 des „Hanauer Anzeigers" — zur off änlichen Kenntnis gebracht.
Hanau den 27. Februar 1909.
Der Königliche Landrat.
I . A.: Dr. v. Waldow, Reg.-Affessor.
Stadtkreis Fjanau.
Bekanntmachnng.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 20. bis 26. Februar 1909:
2 ^ahrbnrsck en, 4 Hansburichen, 1 Knecht, 1 Monatsfra«, 1 Polsterer und Tapezierer, 1 Lchnl macher, 2 Tagelöhner.
Gesucht werden junge Favrilarbeiterinnen, 1 Goldarbeiter, 2 Schneider, 1 Sattler und Tapezierer.
Hanau den 27. Februar 1909. 4599
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Hokzverkauf.
Königl. Oberförsters! Hanau. Schutzbezirk Bruchköbel — Lamboymald. ■
Montag den 8. März 1909, vorm. ^»lO Uhr,
an „Deut'chen Hos" (Lamboystraße) zu Hanau.
Eichen: 40 rm Scheit, 41 rm Knüppel, 19,50 Hdt. Wellen Reis.
Buchen: 17 rm' Scheit, 3 rm Stockholz, 31,90 Hdt. Wellen Reis.
Birken: 84 rm Scheit, 1 rm Knüppel, 2,10 Hdt. Wellen Reis.
Erlen, Minden: 11 rm Scheit, 30 rm Knüppel, 21,60 Hdt. Wellen Reis.
Kiefern: 79 rm Scheit, 75 rm Knüppel, 3,40 Hdt. Wollen Reis.
Fichten: 310 Stück Stangen 1.—3. Kl., 850 Stück desgl. 4.-6. Kl., 10,30 Hdt. Wellen Reis.
Auf Antrag erteilt Hegemeister Haust in Bruchköbel und Forstausieher Nâring zu Neuhof mündlich nähere Auskunft. Der Forstkassenreudant nimmt nach dem Termin Zahlungen an. 4585
Gcfnndcnc mid verlorene Gcoeiistiindc re.
Gefunden: 1 brauner Pelz, 1 kleiner goldener Hing mit rotem Stein.
Verloren: 1 blauer Damengürtel mit runder Schnalle.
Weggeschwemmt: 1 vierräderiger brauner Hand-
Zu gelaufen: 1 grauer Pinscher w. Geschl. Hanau den 27. Februar 1909.
PlirllimtutlirischeS.
mb. Die verstärkte Geschäftsordnungskommisston >es Reichstages nahm gestern die Zweite ~efung der llenderungcn der Geschäftsordnung vor. § wird nam »en Beschlüssen der ersten Lesung angenommen. Er laute»
Interpellationen an den Bundesrat oder an den Reichskanzler müssen bestimmt formuliert und von 30 Mitgliedern unterzeichnet, dem Präsidenten des Reichstages überreicht werden. Der Präsident teilt die Interpellation abschriftlich sofort dem Reichskanzler mit und fordert ihn im Reichstage spätestens am dritten auf die Einbringung der Interpellation folgenden Sitzungstage zur Erklärung darüber auf, ob und wann er die Interpellation beantworten werde. Erklärt der Reichskanzler sich zur Beantwortung bereit, so erhält an dem von ihm bestimmten Tage der Interpellant das Wort zur Begründung der Interpellation. Zur Interpretation dieses Paragraphen gibt die Kommission die Erklärung ab, daß eine Unterzeichnung durch Bevollmächtigte oder durch unterstelltes Einverständnis innerhalb der 30 notwendigen Unterschriften nicht zulässig sein soll.
Hus Hanau Stadt und Hand«
Hana«, 27. Februar.
* Westebanstosftarif. Auf Anordnung des preußischen Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten wird vom 1. März b. Js. ab, zunächst nur im Bereich der preußisch-hessischen Siaaisbahnkn, der Ausnahmeiarif 5 (Wegebaustofflarif) auf Stoffe zur Herstellung oder Unterhaltung von Privat- wegen ausgedehnt und überdies von der Forderung des Ver- wendungsuachweiies abgesehen. Der Tarif gilt für die schon bisher im Warenverzeichnis genannten Stoffe nur bei Verwendung zum Wegebau im Jolande, d. h. im Gebiete des deutschen Reichs und des Großherzogtums Luxemburg; er wird sogleich bei der Aufgabe oder Abnahme der Sendungen gewährt, wenn der Frachtbrief in der Spalte „Inhalt" d n Zusatz enthält: „Zur Verwendung für den Wegebau im Jnlaude". Fehlt dieser Zusatz, so wird der Aus- nahmetgtif nachträglich gewährt, wenn dem Erstaliimgsan- trage die Origiiialfrachibriefe und eine Erklärung über die Verwendung im Jnlaude beigefügt sind.
* Sinfonie-Konzert. Einem geehrten Publikum zur gefälligen Mitteilung, daß das Sinfonie-Konzert nicht wie angegeben am 2., sondern Donnerstag den 18. März im Sladttheater statifiudet.
* Anerkennung eines Hanauer Künstlers. In der uns vorliegenden neuesten Nummer des „Praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" finden wir den Abdruck eines von Herrn Pedro Sckmiegelow, dem hiesigen Akademie- lehrer, gemalten Gartenbildes „Eingang zum Pastoratsgarten" in Lorenzkirch. Das Bild ist beim Ganeubilder- Wettbewerb der weitverbreiteten Zeitschrift preisgekrönt worden. Die Lands lasten des genannten Malers erfreuen sich, wie wir bei dieser Gelegenheit erfahren, in seiner früheren sächsischen Heimat besonderer Beliebtheit. Auch die im vongen Sommer von ihm gemalten stimmungsvollen Temperabilder aus dem Elbtale haben schnell Liebhaber gefunden.
* Der Natnrheilverein „Priesniir" hat sich entschlossen, auch zu Anfang dieses Jahres, am 14. März, in den Sälen der „Centralhalle" wiederum eine gesellige Unterhaltung nebst Tanz zu arrangieren, um seinen Mitgliedern Gelegenheit zu Vergnügung und Amüsement zu geben, denn ein gesunder Geist und Körper, bereit Erringung und Erhaltung genannter Verein durch naturgemäße Lebensweise sich zum Ziele gesteckt hat, verlangt auch sein Vergnügen. Daß die vorjährig veranstaltete Feier wohl allen Teilnehmern noch lebhaft in bester Erinnerung steht, darüber glauben wir sicherlich nicht zu zweifeln. Auch für die dermalig geplante Veranstaltung soll ein besonders ausgewähsies Programm hinsichtlich der Unterhaltung wie des Tanzes vorgesehen sein und können wir deshalb einen Besuch dahin nur empfehlen. Ein evtl. Ertrag des Festes soll übriges, wie wir hören, zum Besten des neuen Luftbades (an der Fasanerie) verwendet werden. Liste zum Einzcichnen zirkuliert und sind Gäste ebenfalls recht herzlichst willkommen.
* Silberne Hochzeit feiern Montag den 1. März Goldarbeiter Iulius K a m mandel und Frau, geb. Jäger, Lützowstraße 4.
* Parolemnstk. Die Ulanenkapelle wird morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke spielen: „Hoch zu Noß", Marsch von Linke; „Anona", Charakterstück von Morena; „Estudiantina-Walzer" von Waldteufel; „Kasinolied" von Holländer; „Kavallerie Parademarsch" von Loienz.
Hk. Leipziger Messe. Der Handelskammer ist das O st e r h e f t der im Beilage von Dr. Trenkler u. Co. in Leipzig-Stötteritz erscheinenden illustrierten kunstgewerblichen Halbjahrsrevue „D i e L e i p z i g e r M c s s e" zugegangen und kann von Interessenten während der Dteuststunden auf der Handelskammer eingeiehen werden.
* Stadttheater. Henie wird die Operette „Die l u st i g e W i l w e" zum letzten Male zur Aufführung kommen und fei darauf nochmals besonders hingewiesen. Am
Sonntag nachmittag geht daS Lustspiel „Husarenfieber nochmals in Szene und abends wird bei aufgehobenem Abonnement die Operette „Die Fledermaus" mit Herrn Carl Albert (Mahlau) vom Residenztheater in Frankfurt als Gast zum 5. Male gegeben. Die Vorstellung findet bei gewöhnlichen Preisen (1. Rang ermäßigt) statt. — Am Montag geht „Die Dollarprinzessin" zum 21. Male in Szene. — Gastspiel Büller. Der berühmt« Charakteikomiker Carl William Büller wird am nächsten Mittwoch in seiner Glanzrolle als „Rosenthal" in dem reizenden Lustspiel Bernsteins: „Hertha 'S Ho ch rei t*, gastieren. — Gastspiel Hanako. Die japanische Schauspielerin Madame Hanako wird mit ihrer Gesellschaft am Montag den 8. März ein einmaliges Gastspiel absolvieren.
* Ans Offenbach wird uns geschrieben: Seit einigen Tagen hat sich hier ein „Dollarprinze'fln"-Fieber eingeschlichen. Auch die gestrige zweite Aufführung war bereits seit einigen Tagen total „ausverkauft" und nach jedem Akt mußte der Vorhang unzählige Male hochgehen. Das Publikum raste und wollte Direktor S t e f f t e r und. Kapellmeister Andermann sehen. Die Herren Süssenguth, Richter, Pröls, sowie die Damen Weinig und Harves waren glänzend. Für Frl. Boß sprang in letzter Minute Frl. Homann-Webau vom Walhalla- Theater in Wiesbaden ein und wurde geradezu gefeiert. Brillante Stimme, vornehmes Spiel, hochelegante Toiletten, über alle diese Attribute verfügt die hübsche Dame — hoffentlich sehen und hören wir sie bald wieder. R.
* Konzert des Lchrersängerä ors. Wir weisen an dieser Stelle auf das im Inseratenteil der heutigen Wummer enthaltene interessante Programm hin, das bei unserm kunstliebenden Publikum wohl allgemeines Interest- erwecken dürfte.
* Hanauer Tnrnerschast. Die zur deutschen Turnerschaft zählenden Turnvereine Hanaus haben mit Beginn deS Jahres nachstehenden Mitgliederstand:
wânnl. Mitglieder Frauen «. Mädchen über 14 Jahre über 14 Jahre Kinder Hanauer Turngemeinde 556 75 183 „ Turn- u. Fechtklub 258 65 — „ Tv. Kesfklstadt 153 20 — „ Tnrngesrllschaft 120 — — „ Turnverein 95 — — 1182 160 183
* Nistkästen. Bezugnehmend auf unsere gestrige Mitteilung, Nistkästen betreffend, teilt unS der Vorstand des Hananer Tierschutzvereins mit, daß er eine Anzahl Nistkästen für Staare, Meisen und Rotschwänzchen beschafft Habs, welche bei dem Vorstandsmitgliede Herrn Karl Schäfer, in Firma Kneisel Nachf., Marktplatz 7, zum Selbstkostenpreis (für Staare Mk. 1.15, für Meisen 75 Pf., für Rotschwänzchen 75 Pfg.) zu haben sind. Auch erklärt sich der Borstand gerne bereit, die neu anzuschaffenden Kästen unter fachmännischer Aufsicht aufhängen, die vorhandenen auf Wunsch in den Privatgärten unter obiger Aufsicht Nachsehen zu lassen. Bestellungen bittet derselbe bei Herrn Karl Schäker aufzugeben.
* Maskenball und Rosenmontag im Gesang- Herrin „Sumter". Am letzten Samstag abend veran- ftalteten unsere „Sumset" ihren diesjährigen Maskenball und wurden die Teilnehmer in ein Kabaret versetzt, welches in den Sälen der „Ceniralhalle" feine Schlager vom Stapel ließ und die Lachmuskeln der Zuhörer in Erschütterung brachte. Ein buntes Gewogt von Masken durchflutete die Säle und war die närrische Stimmung von Anfang bis Schluß des Abends auf der Höhe. — Nicht minder närrisch verlief die Herrensitzung, welche am Rosenmontag abend im Saale der „Stadt Bremen" abgehalten wurde. Das Ministerium hatte treffend verschiedenen Miigliedern ihre Sünden des verglingenen Jahres zur Notiz genommen und unter Lachsalven der zahlreichen Zuhörer wurden die Enthüllungen zu Tage gefördert.' Den Höhepunkt des Abendâ bildete die Nekriilen-Vereidigllng, .zumal in diesem Jahre eine stattliche Anzahl neu beigelretener Sänger zu verzeichnen war und wohl selten war es den Zeremonienmeistern vergönnt, in solch ausgiebigem Maße ihres Amtes zu walten, wie gerate diesmal. Alles in Allem können unsere lieben „Sumser" mit Befriedigung auf alle Veranstaltungen, mit welchen sie in diesem Winter in die Oeffentlichkeit traten, zurückblicken und wünschen wir, daß dies auch in Zukunft so bleiben, möge.
* „Bikioiin"-Tporiplatz. Morgen Sonntag stehtt» sich die 1. und 2. Fußballmannschaften des Turnvereins Bieber gegen die 2. und 3. Mannschaft der „Hanauer Viktoria" auf dem Sportplätze an der Freigerichtstraße in einem Wettspiel gegenüber. Beginn der Spiele pünktlich um 2 Uhr nachmittags.