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Vierteljährlich 1,80 Mk., monaUich 60 Pfg., für auf« »ättige Abonnenten mit dem betreuenden Poßaujjchlag. Die euyelne Nummer lastet 10 Pfg.

General-Anzeiger

N»tati»nSdruF und Verlag der Buchdruckerei seL verei«.

Amtliches Organ für Mt- M FanNreis Kanan

Ciarückuu-Sgrdühr t

Die füafgespalteue Peuqeil« »der bereu Wat« 80 ^ im Rekiamrmeü bk geile 35 pfg.

CT, WaljentzaufeS in Hanau.

Erscheint täglich Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantwort!. Nedakie«! S. Schrecke, le Ha«â

91t. 45 Feri>sprecha»schl«b Nr. 605.

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Slmtlkches.

Stadtkreis Fjanatt»

In Abänderung der Besanntmacfiung vom 2. Dezember v. Js. ersuche ich, die von dem Haus- und Siraßenkchricht ausgeichiedenen und für sich angesammelten Glas- IMd fonstigen Scherben am L und 15, jeden Monats wenn diese Tage auf einen Sonn- oder Feiertag fallen, am nächstfolgenden Tage zur Abfuhr bereit zu stellen.

Zur Ausführung der rechtzeitigen Abfuhr empfiehlt eS sich, den Abfu^runternehmer Herrn, R scholl auf Wilhelms­baderhof wenigstens 1 bis 2 Tage vorher schriftlich oder telephonisch zu benachrichtigen.

Hanau den 22 Februar 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

P 1545 I. V.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor.

Termm-Verlegnng.

In der Enteignungs-Angelegenheit betreffend Kläranlagen der Stadt Hanau in der Gemarkung Dörnigheim wird der in Nr. 38 dieses Blattes bekannt gegebene Termin auf­gehoben und auf

Freitag der» 26. Februar d. Js., vormittags 10 Nhr, verlegt unter Beibehaltung der Zusammenkunft im Bürger­meisteramt zu Dörnigheim.

Cassel den 20. Februar 1909.

Der Enteignungskommissar. Goldschmidt.

A.TT. Enteign, 16. Negierungsrat. 4305

Stadtkreis Hanau. Bekamrirnachmtg.

Die Arbeiten zur Herstellung von Ersatzwegen am neuen Lazaretlgrundstück sollen unter Zugrundelegung der Bedin­gungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus-, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem Eröffnungstermin am 1. März, Vormittasis 11 Uhr, einznscndm.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau am 18. Februar 1909.

Der Magistrat.

H i l d. 4275

Feuilleton

Ein Sonntnnslind.

Von Lotte Stadthagen.

Nachdruck verboten.

Hu, wie der Wind heult! Hier im Flur hört man's viel mehr als im Wohnzimmer. Und eine Kälte, brr I Bleib doch unten, Großel, und geh zurück ins Warme! Warum willst Du mit Deinem Asthma unnötig die steile Treppe steigen? Ich werde doch mein altes Zimmer finden, meine geliebte Gefrierbüchse, und das Haus stecke ich auch nicht in Brand. Verlaß Dich drauf! Gute Nacht noch­mals 1*

Das junge Mädchen hatte eins der Lichter angezündet, die in weißen Porzellanleuchtern auf einem Tische mit ge­häkelter Decke in dem hohen, geräumigen Vorflur der Ober­försterei standen, und sprang leichtfüßig die Treppe zum oberen Stockwerk hinan.

Warte, Hildchen, warte, das erstemal komme ich mit; es geht sch-m trotz des Asthmas, nur ein bißchen langsam: die Beine sind mit fünfundsechzig nicht mehr so gelenkig wie mit siebzehn." ,

Die kleine, sehr korpulente alte Dame raffte mit der fleischigen Linken vorn das lange, dunkle Wollkleid und stieg, sich mit der Rechten am Geländer haltend, mühsam die Treppe hinan. Obgleich ihr die Luit bald recht knapp wurde, nahm ihr liebes, altes Gesicht mehr und mehr den Ausdruck freudiger Erwartung an, so daß Hilde, die langst obeckstanc und hinunterleuchtetè, fragte:Was hast Du, Großel, ®u siehst ja so vergnügt aus!" , . < ,

Der Schein der Kerze fiel auf ihr immersroqes Kmdergc- sicht, das das rötliche Kraushaar goldig umflatterte.

Ist das ein Wind!" wich die Großmutter der Frage aus, die Worte zwischen den kurzen, raschen .l femzugen hervorstoßend,nimm das Licht vor dem Zug in acht, Ku i so, da sind wir. Ohl"

Dienstag den 23. Fcbruar

Handelsregister.

Firma Ph. Heinzinger in Hanau.

Das bisher unter dieser Firma von dem Rentner Karl Heinzinger in Hanau betriebene Handels­geschäft ist auf den Schirmsabrikanten Philipp Secherling in Hanau übergegangen, weichet das Geschäft unter unveränderter Firma als Einz.lkauf- mann forlfnhrt.

Der Nebergang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten Verbindlichkeiten ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch den Erwerber Philipp Secher­ling ausgeschlossen.

Hanau den 20. Februar 1909.

__________Königliches Amtsgericht 5. 4309

Handelsregister.

Firma Abraham Löbenstern in Hanau.

Das bisher unter dieser Firma von dem Kauf­mann AbrahamLöbenstein in Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Manfred Löben st ein in Hanau übergegangen, welcher das Geschäft unter unveränderter Firma als Einzelkauf- mann zu Hanau fort führt.

Die Prokura des Kaufmanns Manfred Löben­stein in Hanau ist durch Uebergang des Geschäfts erloschen.

Dem Kaufmann AbrahamLöbenstein in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 15. Februar 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 4307

Handelsregister.

Firma Ningsreie Kohlen-Handlung Fritz Seeger.

Unter dreier Firma betreibt in Hanau der in Hanau wohnhafte Kaufmann Fritz Seeger ein Handels­geschäft als Einzelkaufinann.

Hanau den 15. Februar 1909.

__________Königliches Amtsgericht 5. 4311

Gcsinidcnc iwb verlorene ©cgeufitiitiie rc.

Gefunden: 1 silberner Damengürtel mit gelber Schnalle, 1 hellbraune 2 Liter haltende Peiroleumskanne, 1 kleiner brauner Pelzkragen, 1 Herren-Siehkrogen Nr. 41, 1 weißer wollener Damen Schal, 1 Paar weiße wollene Kinderbandschuhe, 1 kleine Blechdose mit Gift, 1 silbernes Kettenarmband mit Anhänger (Herz).

DasOh" galt dem Licht, das ein plötzlicher Windstoß ausgeblasen hatte; aber das junge Mädchen hatte schon den Drücker gefasst und stieß mit kräftigem Ruck die ver­quollene Tür auf.

Wohlige Wärme, rosige Dämmerung umfing die Ein­tretenden. Ueberrascht blieb Hilde stehen.

Ach, Große! !" das war alles, was sie herausbrachte, und nach einer Pause setzte sie, immer noch regungslos auf demselben Fleck verharrend, hinzu:Ein Ofen, ein kleiner, eiserner Ofen 1"

Gelt. Hildchen, das haben wir fein gemacht?" meinte lächelnd die alte Dame, die sich mit strahlendem Gesicht an der Ueberraschung der Enkettn weidete.Was sagst Du nun zu Deiner Gefrierbüchse? Ist sie nicht ein behagliches Schlaistübchen geworden?"

Herrlich, einfach famos! So warm! Und in dem kosigen, roten Halbdunkel muß es sich wundervoll träumen lassen!"

Sie hatte ihre gewohnte Beweglichkeit wiedererlangt, setzte den Leuchter auf das weißgedeckte Tischchen neben dem Bett und sprang zum Ofen.

Welche Hitze er ausströmt!" sagte sie und streckte die Hände gegen die strahlende Wärmejetzt kann mir nicht mehr das Waschwasser einfrieren, und zum Schlafengehen werde ich's immer so schön mollig haben!"

Morgens zum Aufstehen auch," fügte die Großmutter hinzu,Christel kann gleich früh als erstes hier einheizen, ehe sie hinuntergeht."

Wie fein I Du gute. gute Große! Du, wie Du immer für mich sorgst!" Hilde fiel der alten Dame ungestüm um den Hals und küßte sie herzhast auf die weite Wange.Wie hast Du's nur mit dem. Großpapa angestellt, daß er,s er= laubt hat? Er ist doch so sehr gegen alle Veränderungen im Hause."

Ja, weiß Gott, für Neuerungen war er nie unb ist er jetzt im Alter erst recht nicht. Auch hat er das Prinzip, die Jugend nicht zu verwöhnen; aber für seinen Notkopf ist er schon manch liebes Ma! von seinen Prinzipien abgewichen, und diesmal auch. Als Deine Mutter schrieb hm ich meine, als es bestimmt war, daß Du aus längere Zeit zu

Fernsprechanfchlntz Nr. 605, 1909

" I .....- ......s

Verl oren: 1 Monatskahrkarte zur Fahrt zwischen Hanau-West-Frankfurt a. M.-Ost für Karl Minner, 1 Porte- monaie mit 1.05 Mk., und 95 Konsummarken vom Fa­milienkonsumvereinEinigkeit", 1 langer brauner Damenpelz. Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Zugelaufen: 1 schwarzer Spitz männl. Geschlechts. Hanau den 23. Februar 1909.

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Politische RundTd;au.

Wahlprotest gegen die Landtagsmandate in Lippe Detmold. Aus Detmold wird berichtet: Nach Eröffnung des neugewählten Landtags verlas der AlterS« Präsident einen Einspruch des Reichtagsabgeordneten Dr. Neumann Hofer gegen die Gültigkeit aller Landlagsmandate. Dr. Neumann-Hofer begründete seinen Einspruch mit der Behauptung, daß die Wahlen verfassungswidrig zustande gekommen sind, daß gegen die Bestimmungen des Wahlge­setzes die für die Zusammensetzung der Wählerabteilungev bedeutsame Gebäudesteuer nicht in Anrechnung gebracht worden ist zum Schaden der freisinnigen und der Wähler in erster Linie, die Gebäudesteuer zu bezahlen haben. Ueber die Be­rechtigung des Einspruchs beriet der Landtag in geheimer Sitzung.

Der Bund der Landwirte hielt gestern im Zirkus Busch in Berlin die Generalversammlung wie alljährlich ab. Die Beteiligung war wie immer sehr groß. Die beiden Vorsitzenden, Frhr. v. Wangenheim und Dr. Rösicke, hielten Ansprachen über die politische Lage. Den Geschä'tSbericht erstattete der Direktor des Bunde?, Dr. Diedrich Hahn. Gegen die Nachlaßsteuer wurde eine Resolution angenommen.

Der finnische Landtag ist gestern durch kaiserlichen Ukas aufgelöst worden. Die Neuwahlen finden im Mai statt. Am 1. Juni soll der neue Landtag eröffnet werden.

Neber die Hottentotten-Bande, welche am 5. Januar bei Rietfoniein auf britisches Gebiet übertrat und dort entwaffnet wurde, berichten kapläntische Blätter, daß el von 22 Hottentotten 19 gewesen seien, welche infolge von Verdurstungsgekahr dem Subinspektor Mander der Kappolizei sich unterworfen hätten. Zwei von ihnen find verdurstet. Es ist wahrscheinlich dieselbe Bande, welche die Mordtaten und Räubereien auf deutschem und britischem Gebiet verübt hat. Ihr Führer war der ehemalige Unterhäuptling Moren­gas, Abraham Rolf. Er wollte zu Simon Copper stoßen. Die Bande wird scharf in Gewahrsam gehalten und steht ihrer Aburteilung durch die Kapgerichte entgegen. Die deutsche Regierung in Berlin hat eine Danksagung an die Kapbehörden für ihre Unterstützung veröffentlicht.

Die Vorgänge in Persien. Bei einem Dorfe an der Straße nach Dsckulfa kam es zwischen Reitern Sattar

uns trimmen würdest, jetzt mitten im Winter, hatte ichs nicht allzu schwer, den Ofen bei ihm durchzusetzen. Immer­hin, auf das Setzen eines Kachelofens wäre er nie und nimmer eingegangen. Nicht daran zu denken l Die Schmutzerei und die fremden Handwerker! Das eiserne Oefchen wurde fertig ans der Stadt verschrieben, und der alte Niemack, der Tausendkünstler hat es gesetzt. Er war etwas unsicher, ob es so richtig ist, aber es muß doch wohl, es brennt, brennt ja wunderschön."

Die alte Dame hatte während des Sprechens die Lampe auf dem Tischchen vor dem Bett angezündet und auf dem Stuhl am Fußende desselben, dem Ofen gegenüber, Platz ge­nommen. Ein Weilchen schweigen beide. Man hörte nur das Heulen des Windes und das Knacken des Holzes im Ofen. Hilde balanzierte auf einem Bein und hielt die Sohle des andern Fußes gegen die Feuerung.

Weißt Du, Großel, was ich schrecklich gern mal möchte?" fragte sie plötzlich,aber es ist was furchtbar dummes!"

Nun?"

Auf den Tisch springen und quietschen, so laut wie ich kann!"

Aber Kind!" Die alte Dame blickte etwas beängstigt zu dem Sofatisch am Fenster hinüber.Na, wenn es nicht gerade einer von den guten Mahagonitischen sein muß, will ich Dir das Vergnügen gern einmal gönnen." Sie wollte etwas hinzufügen, könnte aber lange nicht die rechten Worte finden und lächelte nur still vor sich hin.

Sag mal, Hildchen," begann sie endlich,vorhin sprachst Du von Träumen im Halbdunkel, jetzt willst Du quietschen, sollte dahinter nicht etwas stecken, so etwas ganz Be« sondere?, hm?"

Das junge Mädchen drehte sich rasch um und sah der alten Dame forschend ins Gesicht.Großchen, Du weißt was!"

Was sollte ich wissen?"

Oh, Großel, tu nicht so, ganz bestimmt weißt Du was, ich sehe Dir's ja an! Manta hat Dir's geschrieben, gelt? so hat sie's also doch gemerkt, und mich deshalb fortgeschickt, ganz wie Hans Gust . . ."

Hilde hielt betreten inne und wurde glühend rot. Eine