Erstes Blatt.
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, co, WagenhaujeS in Hanau.
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Asilliihes Organ für Stabb uni FMms Sinan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünfgespalteue Petitjev« ob« deren Raas, 30 Pitz. « rkeriamtmeü bit Zeit« 36 Pfg.
verantwort!. Redakteur: S. Schrecker in Hanau.
^r. 39 Kernsprechanschttttz Nr. 605»
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14 Seiten.
Slmtliches.
Landkreis F)anau.
An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.
Für Jnvaliden-Renten-Anträge ist ein neues Muster vorgeschrieben, welches von jetzt ab zu verwenden ist.
Einige neue Formulare werde ich auf Antrag der Gemeinden übersenden; der noch etwa vorhandene Bestand an allen Formularen ist w vernichten.
Hanau, den 15. Februar 1909.
Der Königliche Landrat.
J 140 J. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Zwangsversteigerung.
Zum Zivecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung 1. der in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langenselbold Artikel 535 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsv"rmerkes auf den Namen I. der Ehefrau des Peter Bassermann III., Katharina geb. ^aust zu Langenselbold,
II. der Kinder des verstorbenen Johann Wilhelm Kanft :
a) der Ehefrau des Peter Bassermann 4r, Anna Rosina geb. Faust zu Langenselbold,
b) der ledigen Katarina Elisabeth Faust daselbst,
c) der Enkel desselben und Kinder der verstorbenen Ehefrau des Sanitälsrats Dr. med. Friedrich Fuhrhaus, Anna Katharina geb. Faust, als:
1. Anna Elisabeth,
2. Wilbeim Otto Ernst,
3. Anton Josef,
4. Lina Dorothea Antoinette
Fuhrhaus in Gelnhausen, zu I zu ^«teln, zu II a) zu ^s'el, zu b) zu ^olel und zu c) zu ^etel eingetragenen Grundstücke: Kribl. 4 Nr. 40, Auf der Kohlplatte, Acker, 48,69 ar, 8,61 Tlr. Reinertrag,
Krtbl. 66 Nr. 27, Im Dorf, Galten, 7,40 ar, 1,74 Tlr. Reinertrag, Kribl. 58 Nr. 53/40, Die Klosterwingerte, Acker, 33,79 ar, 4,78 Tlr. Nemertrag,
Dienstag den 16. Februar
Krtbl. 58 Nr. 54/40, daselbst, Acker, 33,79 ar, 4,56 Tlr. Reinertrag,
Krtbl. 58 Nr. 55/44, daselbst, Acker, 33,80 ar,
4,56 Tlr. Reinertrag,
2. der in der Gemarkung Langendiebach belegenen, im Grundbuch von Langendiebach Artikel 687 auf den Namen
I. der Witwe des Peter Bassermann III. (Peters Sohn) Katharina geb. Kaust in Langen'elbold,
II. 1.
a) Heinrich, b) Peter, c) Johann Wilhelm
1 Winterstein, Peter Bassermann III. Enkel von seiner Tochter Anna Katharina verehel. Peter Winterstein,
2. Ackermann Johann Peter Bassermann (Peter III. Sohu),
3. a) Wilhelm, 1
b) Friedrich Wilhelm, I Bassermann, Peter' Basser-
c) Anna Katharina, | mann III. Enkel von
d) Anna Maria, seinem Sohn Wilhelm, e) Heinrich, J
eingetragenen Grundstücke und zwar:
1. eingetragen auf den Namen der vorsiehend unter II.
1, 2 und 3 Genannten zu je ^stel Kribl. 12 Nr. 62, Auf'm Linnes, Acker, 9,06 ar,
0,79 Tlr. Reinertrag,
2. eingetragen auf den Namen der vorstehend unter I. Genannten allein
Krtbl. 12 Nr. 63, Auf'm Linnes, Acker, 3,96 ar,
0,37 Tlr. Reinertrag, besteht sollen diese Grundstücke * am 6. April 1909, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gexichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 8. Februar 1909.
Königliches Amtsgericht. 3853
Gcfniidtilc null verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weißer Damengürtel mit gelber runder Schnalle.
• Verloren: 1 evgl. Gesangbuch mit Sammetdecke und Monogramm E. *H.
Hanau den 16. Februar 1909.
31 KemmallaMas für den Reßimngsbezirk Gaffel.
(Eigener Bericht.)
88 Cassel, 15. Februar.
In feierlicher Weise wurde heute nachmittag um 5 Uhr der 34. Kommunallandtag für unseren Regierungsbezirk
Fernsprechanschlutz Nr. 605
1909
durch den Oberprâstdenten der Provinz Hessen-Nassau, , Exzellenz Hengstenberg, mit folgender Ansprache er» ‘ öffnet:
„Geehrte Herren I Namens der Königlichen Staatsregierung heiße ich Sie auch bei Ihrem diesmaligen Zu- sammentreten willkommen. Wir alle stehen noch unter dem frischen Eindrücke der Naturereignisse, die vor kaum mehr als einer Woche auch unser Land betroffen haben. Wenngleich hier nicht Verheerungen wie m anderen Teilen unseres Vaterlandes eingetreten sind, so will ich doch auch an dieser Stelle der m e n s ch l i ch e n T e i l - nähme Ausdruck geben, die uns alle bei dem Gedanken an das beschädigte Hab und Gut unserer Mitbürger erfüllt.
Ihre Beratungen beginnen diesmal früher als in den beiden letzten Jahren. Der Grund hierfür liegt in der Dringlichkeit, die Ihre Verwaltung denjenigen Vorlagen btimißt, die die Beamten des Bezirksverbandes betreffen. Die Vorlagen über die Regelung der Dienst- und Besoldungsverhältnisse dieser Beamten wollen den Vorgängen im preußischen Staate folgen, zugleich aber den besonderen Verhältnissen des Bezirksverbandes in einer nach Ansicht Ihrer Verwaltung angemessenen Weise Rechnung tragen.
Wenn es trotz der hierdurch entstehenden Mehrbelastung gelungen ist, von einer Erhöhung derBezirks - abgaben abzusehen, so, darf dies — abgesehen von dem voraussichtlich demnächst zur Verabschiedung gelangenden Gesetz über die Abänderung des LandeSkredit- kassengrsetzes — in erster Linie der sparsamen und vorsorglichen Aufstellung des Haushaltsanschlages für 1909 verdankt werden.
Neben diesen Gegenständen wird Sie der Ihnen vor- gelegie Entwurf einer Wanderarbeits- stättenordnung beschäftigen. Er ist aus längeren und schwierigeren Beratungen hervorgegangen, aber wie ich hoffe, geeignet, als Grundlage für die Ausführungen Ihres sozial so bedeutsamen vorjährigen Beschlusses zu dienen.
Die Königliche Staalsregierung hat Ihnen Vorlagen nicht zu machen. In ihrem Namen begrüße ich Sie mit dem Ausdrucke der Hoffnung und des Wunsches, daß Ihre Beratungen dem Dezirksverdande zum Segen gereichen mögen und erkläre im Allerhöchsten Aufträge den 34, Kommuuallandtag des Regierungsbezirks Cassel für er« öffnet."
Der Alterspräsident, Herr Bürgermeister Hold aus Obermeiser (Kr. Hofgeismar) übernahm nunmehr den Vorsitz und berief zunächst die beiden an Jahren jüngsten Mitglieder des Hauses zu Schriftführern, alsdann gedachte er
Feuilleton.
WchltâtigkcitSkMjcrt des MmAirchtichres.
— Hanait, 16. Februar.
Der hiesige Johanniskirchenchor veranstaltete am vorigen Sonntag unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Wilhelm Breidenbach, ein Wohliätigkeitskouzert rum Besten der Lutherstistung der.Johanuiskirche. Als Mitwirkende verzeichnete das Programm die Alt'stin Frau Martha Olf- Vick von hier, Herm Musikdirektor W. H i ege -Friedrich sdorf (Cello). Herrn Organisten C. A l t - hier, hiesige Kunstfreunde (Streichorchester) und den Knabenchor der Johannisgemkinde.
Der Joniertgebenbe Kirchengesangverein ist, geführt von seinem rührigen Dirigenten, seit einigen Jahren in sehr bemerkenswerter Weise mit ganz besonderem Eiser bei der Arbeit. sich durch seine Konzeriveraustaltungen in der Kirche einen großen Kreis dankbarer Zuhörer zu erwerben und dadurch den Sinn für die geistliche Musik in weitere Kreise hinein zutragen. So hat er sich speziell mit der Einführung der Volkokirchen- Konzerte rc. in hiesiger Stadt ein aroßes Verdienst erworben, und dadurch zugleich auch eine Anzahl ständiger Freunde und Besucher seiner anderen Kirchenkonzerte gesichert, welche immer mit dem gleich großen Interesse den dort gebotenen musikalischen Darbietungen folgen. Ein sehr wirksames Mittel, das zur Erreichung dieses Zieles geführt hat unb das zur Verfolgung der anderen, vorhergenaunten Absichten dès fraglichen Kircheuchores als sehr empfehlenswert erscheint, ist die Zusammenstellung der Konzertprograiume. ^itr finden sich die verschiedensten Geschmacksrichtungen vertreten, und durch die weitgehendste Berücksichtigung derselben
ist es wohl ermöglicht, den Sinn eines Hörers, der heutzutage naturgemäß für profane und leichte Musik zunächst am empfängtid/len ist, rückwärts und auswärts zu leiten zum Verständnis und zur Liebe schwererer, älterer Kirchenmusik. Das vorgestrige Programm war offenbar auch wieder nach hieß m leilenden Gesichispuukt zusammengestellt. Mit einem Orgelvortiag („ E i n feste Burg i st unser Gott") leitete Herr C. A l t das Konzert wirkung-voll ein. Das prächtige Orgelwerk der Johanuiskirche wurde von dem Vortragenden durch hübsche unb abwechslungsvolle Klangwirkungen in wohldurchdachter Weise des Spiels zur vollen Geltung und Wirksamkeit gebracht. An diesen Orgeloortrag reiste sich ein Knaben- di o r („ Herr Gott, man lobt dich in der Stille".) Dieser Knabenchor vermochte einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen. Die Knaben fangen rein im Ton und mit einer wohltuenden Frische im Ausbinck. Die g e = mischten Chöre („ Der Herr i st mein Hirte ", „Wie lieblich sind b t e Boten ", „ W i e lieb - lich sind deine Wohnungen" und „O hehre Nacht ") waren sämtlich dazu aeeignet, der Tätiakeit und der Leistungsfähigkeit des konzerlaebenden Vereins ein gutes Zeugnis au-znstcllcn. Der musikalische Vo> trag und die text- I che Behandlung all d eser Chöre nach Aussprache und Vortragsweise war bestens ausgearbeilet und bementfprechenb wieder- gegeben. In der Franziskus Nagle rächen Kompo- fition, der Molelle „Wie lieblich sind deine Wohnungen", mürbe übrigens ein Chorwerk geboten, welches das ganz besondere Interesse weiterer Kreise erregen bürste, und kann man deshalb für die vorgestern erfolgte Vermittelung der Kenntnis genannten Wei kes dem Johanni- kirchen- chor und seinem Dirigenten besonders dankbar fein. Auch der letzte Chor „O hehre Nacht" fand viel Beifall. Um die Wiederaabe der Solopartie in diesem Cbör bemühte sich das Vereinsmitglied Herr A. Peter mit entsprechend gutem Gelingen. Die zwei Nummern für Streichorchester und
Orgel von F. Nagler („Andante" und „Bitten") sind zwei sehr ansprechende Kompositionen, welche gut zu Gehör gebracht wurden und dem Programm eine sehr angenehme Abwechslung brachten. Mit dem gleichen Erfolg wirkte das „Erbarme dich mein, o Herre Gott", von Joh. Seb. Back. Die Gesangssolistin deS Konzert- Abends, F r a u M a r t h a O h l f - V i ck war mit zwei Nummern auf dem Programm vertreten („S e i st i l l e dem Herrn," Altarie aus „Elias" und „Erbarmen" von J. L Nikodö.) Frau Ohlf-Vick entledigte sich ihrer Aufgabe in dankbarer Weise. Jbr Organ hat in der tieferen Lage eine sehr schöne Klangfarbe. Mit der Wiedergabe des N fobé’fdjen „Erbarmen" machte uns die Sängerin mit einem bedeutenden Werke neuster Tonkunst bckairnt, dessen Komponist s. 3- mit seiner viel besprochenen „Gloria-^ Sinfonie sich als einer der entschiedensten „Modernsten bereits gezeigt hat. Herr Musikdirektor W. Hiege- Friedrichsdorf spielte drei Cellonummern („R hap- s o d i e " von Böhmer, „A b e n d l i e d" von Schumann und „M e n u e t t" von Händel.) Die Rhapsodie, ein Stück, welches das Hauptgewicht auf die Erledigung gewisser technischer Angelegenheiten legt, vermochte weniger auf das Gemüt zu wirken. Die beiden andern Nummern, besonders das Schumaun'sche „Abendlied," dürften wohl dank ihres poetischen Reizes eine bessere Wirkung nach dieser Rtchtung hin ausgeübt hatten. Der Vortragende brachte diese Nummern zu einer seinem tüchtigen Können entsprechenden vorzüglichen Wiedergabe.
Allmmblätter.
Von Herzen glücklich zu sein im Kleinen,
Will mir fürwahr als ein Großes erscheinen.
Denn wenn ein Wunder auf der Welt geschieht, Geschiehts durch liebevolle fierten. Goethe.