Erstes Blatt.
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, es. Wmfenhaujes in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für SüM- un) FanRreis Anna».
SinrückungSgeSihr»
Die fäaf gespaltene Petitzeilt oder deren Rau« 20 Pfg. tat Äeftamenteil bu Z«ü« 36 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Deranirvorü. Redakteur: 9. Schrecker ta Hemau.
Nr. 37
Zyernfprechanschtttsj Nr. 605.
Samstag den 13. Fclruar
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F erusprechanschlutz Nr. 605.
1909
Sie btlltW Ummer nmfnM niet ».MerhaltunBlati
18 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmnchnttft.
Nrbeitliichende in der Zeit vom 6. bis 12. Februar 1909:
2 Banschloffer, 1 Bau- tt. Möbelschreiner, 1 Uabrikarbeiter, 3 Kansburschen, 1 Kernmacker, 1 Mechaniker, 1 MetaNvrncker, 1 Schneider (Heimarbeit auf Hosen), 6 Tagelöhner.
Gesucht wird ein junger Schuhmacher.
Hanau den 13. Februar 1909. 3641
Städtische Arbeitsvermittelnngsstette.
Städtische Sparkasse.
Hypothekengelder zu 41/* °/o sind auszuleihen.
1745_______ Der Borstand.
Handelsregister.
Die Firma Nothschild & Simon in Hanau ist abgeändert in Samuel Simon.
, ^anap den 4. Februar 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 3649
der Verteidigungsminister Neergard eine längere Rede, in der er hervorhob, daß Dänemark unter allen Umständen seine Neutralität wahren wolle und daß die vorgelegten Gesetzentwürfe den Zweck verfolgten, schon in Friedenszeiten eine wohlgeordnete Verteidigung zur Wahrung des Friedens und der Neutralität Dänemarks zu schaffen. Wenn man der Wahrheit ins Auge sehe, müsse man sagen, daß Europa im Zeichen der Spannung und Unruhe stehe und bereits jahrelang gestanden habe. In der Entwicklung des letzten Menschenalters sei die Wahrscheinlichkeit, daß die dänischen Gewässer bei einem zukünftigen Kriege zwischen den europäischen Großmächten der Schauplatz ernster Kämpfe sein werde, bedeutend näher gerückt. Nachdem der Minister auf die einzelnen Vorlagen näher eingegangen war, fuhr er fert: Die erhöhten Ausgaben, welche durch die Neuordnung verursacht seien, müßten durch eine neue Einkommensteuer ausgebracht werden, welche dem verhältnismäßig gut gestellten Teil der Bevölkerung auferlegt werden würde; dies sei um so natürlicher, als die Vermehrung der Wehrlast nicht am wenigsten schwer auf der unbemittelten Bevölkerung ruhen werde. Der Minister schloß, es seien zwar große Summen vorgeschlagen, es sei aber die größtmöglichste Sparsamkeit geübt worden. Es sei absolut Bedingung für die Sicherheit des Landes nach außen, daß es die Verteidigung der Neutralität sicherstelle. Er sei überzeugt, daß die Sicherung nur erfolgen könne, wenn Kopenhagen auch von der Landseite gesichert werde. Die Negierung mache ihr Verbleiben von der Annahme ihrer Vorschläge abhängig und hoffe, daß das Haus sich bei der Entscheidung ausschließlich von der Wichtigkeit der Angelegenheit leiten lassen werde.
Die zunehmende Kälte hat die Erntevorräte endlich in einen trockenen, transportfähigen Zustand versetzt und täglich treffen große Zufuhren ein, deren Beschaffenheit nichts zu wünschen übrig läßt. Diese Nachrichten wirken um so erfreulicher, als die bisherigen Abladungen nach England infolge ihrer stark verdorbenen, durch Feuchtigkeit heroor- gerufenen Qualität große Verluste der Empfänger zur Folge hatten und Mißtrauen gegen die Maisverkäuser verursacht haben. Man erwartet, daß baS erhoffte große Geschäft in
Mais jetzt beginnen wird.
Getreidepreise sind in Odessa
Die gegenwärtigen folgende:
Osima . . . Ulfa . . . Roggen . . Gerste . . . Mais . . . Haler . . . Kölsa . . . Leinsaat . .
Hederich . .
Die Vorräte beliefen sich
115—135 113—133
98-106 81-86 75—85
72-82
195 162
108
Kop.
ff
ff
1909 in:
in Odessa
das Pud --- 16,38 kg frei an Bard.
am 24. Januar
PolitiTAe RundTtbaa.
England und Deutschland. Der Berliner Korrespondent des Reuterschen Bureaus ist ermächtigt worden, instzuteilen, daß auch auf englischer Seite das Ergebnis der politischen Besprechungen, die zwischen den englischen und deutschen Staatsmännern in Berlin stattgefunden haben, als austerordentlich befriedigend angesehen wird und augenscheinlich auf die deusich-englischen Beziehungen eine ausgezeichnete Wirkung ausgeübt hat. Es wurde dem Reichskanzler versichert, aast die brui'che Regierung das deutsch-französische Marokkc -Abkommen uneingeschränkt und herzlich billige, daß ein solches begrüßt wnd, welches dahin ziele, ein gutes Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland zu pflegen und dadurch auch einen wesentlichen Einfluß auf die Festigung der freundlichen Benehungen zwischen England und Deutschland auszuüben. Es wurde erklärt, daß die Bestrebungen, der britischen auswärtigen Politik im naben Osten auf Wahrung des Friedens und Aufrechterhaliung des Status quo gelichtet seien. In englischen amtlichen Kreisen wird die von dem Reichskanzler in seinen Besprechungen mit Sir Charles Hardinge gegebene Erklärung, daß darin wie in der Unterstützung der neuen Ordnung der Dinge in der Türkei die britische und deutsche Regierung vollständig im Einvernehmen sind, vielfach gmge'eiß-n. Die» politischen Besprechungen, die während des Besuchs des Königs staU- qeiunben haben, gipfeln in einer allgemeinen und völlig be- sriedigmden Polit k beider Länder.
Die franröst che Kommer setzte gestern die Verhandlung über die Amnestie für die wegen der Ausschreitungen bei den Ausständen in Vigneux und Villeneuve bestraften Personen fort. Sie lehnte mit 362 Stimmen gegen 159 Stimmen ein Amendement Grousteau (Progressist) ab, welches dahin geht, die Amnestie für Vergehen eintreten zu lassen, welche anläßlich der Anwendung des Vereins- und des Trennungsgcsetzks besannen wurden. Dumont verteidigte das Amendement dahingehend, die entlassenen Beamten wieder einzustellen. (Bewegung.) Clemenceau bckâinvfte das Amendement und stellte die Vertrauensfrage. Es könne sich nicht um eine Beruhigung handeln, wenn die entlassenen Beamten danach streb n. in die Verwaltung wieder einul- treten, nur um die antipatriotilche Bewegung zu verschärfen. (Lebhafter Beifall links.) Nachdem noch Iaurès lebhaft zugunsten der entlassenen Beamten eingetreten war, wurde ^ao Amendement mit 332 gegen 135 Stinunen abge.chnt. er Gesetzentwurf bctr. die Amnestie wurde nach dem Wortlaut der Regierung mit 470 gegen 6 Stimmen angenommen. Alsdann wurde die Sitzung geschlossen.
Begründung der dänischen Londesverteidigungs- Vorlagen.
Kopenhagen, 12. Februar. (Folkething.) Bei der Einbringung der Landesverteidiaungs-Vorlagen Inc
ZMtcnßU) Md KctreidrhMicl in W«Ü.
DM Kaiserliche Generalkonsul in Odessa^ berichtet unterm 26. v. M.: Anfang Januar d. I. herrschte noch mildes Wetter mit abwechselnden Niederschlägen und leichtem Frost. Erst gegen Mitte des Monats trat starker Frost ein, ohne von Schneefall begleitet zu sein. Nach den eingelaufenen Nachrichten soll jedoch das kalte Wetter trotz der fehlenden Schneedecke den Wintersaaten keinen besonderen Schaden zu- gejügt haben, da die bisher befriedigend entwickelten Ge- treidepflanzen bereits genügend groß sind, um widerstandsfähig zu sein. Jedoch' dürste, wenn der starke Frost anhält, ein Schädigung der Saaten bei dauernd mangelndem Schnee kaum ausbleiben. In den letzten Tagen sollen im Innern bereits einige Schneefälle zu verzeichnen gewesen sein.
Ter Getreidemarkt war fortdauernd still, wohl hauptsächlich infolge der langen Feiertagsruhe. Die Auslandspreise stehen immer noch tief unter denen deS südrussischen Marktes, und Geschäfte können nicht öhne empfindlichen Verlust für den russischen Exporteur zustande kommen. Nur die unangenehme Aussicht der fortdauernden hohen Lagerspesen und des Zinsenverlustes, sowie der Mangel an Barmitteln nötigt die Inhaber von Vorräten in einzelnen Fällen zu Abschlüssen. ,
Wie die Preise sich in nächster Zeit gestalten werden, ist ziemlich unsicher, da man starke Verschiffungen aus Argentinien und Australien erwartet. Man nimmt an, daß die Preise noch mehr zurückgehen werden, sobald die Schiffahrt im Asowschen Meere wieder beginnt, da im Innern noch bedeutende Vorräte vorhanden sein sollen. In Nikolajew haben die Platzvorräte, in'o'ge schwacher Zufuhren nud umfangreicher Verschiffungen, stark abgenommen. Im allgemeinen war die Kauflust sehr schwach. Auch in Gerste und Mais haben, obgleich in diesen beiden Futterartikeln die Preise um etwa 1—2 Kopeken für das Pud angezogen haben, keine nennenswerten Umsätze stattgefunden. ■
In Weizen konnten mit dem Ausland kaum Abschlüffe zustande kommen, da die Preisdifferenz etwa 10—12 Kopeken für das Pud beträgt. Nur nach Marseille und nach St. Louis haben Verschiffungen in kleinem Umfang stattgefunden. Im Inland blieben die sonst stets als Käufer auf dem Markt erscheinenden Müller infolge Stockung des MüllereigeschnNs fast ganz aus. Die Nachfrage aus dem Auslands blieb infolge der Einwirkung niedriger argentinischer Angebote ganz schivach. — In Roggen sind die Preise für den deutschen Markt auch noch um 8—10 Kopeken zu hoch, sodaß der Verkehr fast ebenso lustlos war wie in Weizen. Nur einige kleine Mengen Roggen wurden für Kauter am Rhein verschifft, im übrigen aber' stockte der Absatz fast ganz. — Etwas be ebter gestaltete sich das Geschäft für Gerste, da die Preise etwas günstiger geworden sind. Zur Zeil ist der Absatz noch gering, und zwar wurde ausschließlich für Hamburg geliefert. Für den Monat März wurden jedoch größere Abschlüsse gemacht. Man erwartet, daß nach Eröffnung der Schiffahrt die Preise sich niedriger stellen werden, da die von Argentinien 51t erwartenden Lieferungen einen Druck ausüben werden. Infolgedessen zieht man es vor, zu den gegenwärtigen Preisen abzuschließen, wenn auch ein Verdienst dabei nicht erzielt werden kann. Die Verkäufer verlieren infolge der hohen Lagerspesen etwa 10—15 Kopeken an jedem Pud. — Haier blieb flau und vernachlässigt. Von Nikolajew gingen einige Partien zu niedrigen Preisen nach England. — Das Maisgeschäft hat endlich den gewünschten Aufschwung genommen.
Weizen auf und zwar
Osima . 196 560
Ulfa . 406 224
®rfa . 3 276
Arnautka . 16 380
verschiedene Sorten 5147
Roggen auf Gerste „ .
Sq^ct * • • ♦
626 587 dz.
144 624
1117 552
161 425
Mais „ 82 760 „
Die Preise auf dem Oelkuchenmarkt stellten sich stet an Bord folgendermaßen:
Leinkuchen . . . 1,07 Nbl^
Kokoskuchen in Säcken, Ceylon 92—93 Kop., Hederichbauernkuchen . . 64—65 „
Rapskuchen und Kokoskuchen Singapore in Säcken wurden nicht gehandelt. Die allgemeine Marktlage war flau bis auf Leinsaatkuchen, welche stark verlangt wurden.
Die Verladlingen betrugen in der Zeit vom 24. Dezember 1908 bis zum 24. Januar 1909 in:
Weizen . 1 Million Pud
Roggen . ‘/< , •
Gerste . IV» „ •
Mais . I1/» * *
Die Frachtpreise sind fester, da die meisten Reeder eine Sendung von Dampfern zu den niedrigen Preisen ablehnen und auf diese Weise die Interessenten nötigen, sich den höheren Forderungen zu fügen.
Die gegenwärtigen Frachten sind folgende: Rotterdam . 5'/» Schilling,
Hamburg, Weser 5*/« ,
London—Hull 5 ’/« ,
ganze Dampfer 7
Ein SMmMhilfe als Lmclmckr.
(Unber. Nachdr. verb.) S. u. H. Grau de«), 12. Febr.
In der fortgesetzten Verhandlung gegen den des Doppelmordes beschuldigten ehemaligen Handlungsgehilfen Heinrich Prange bekundete als Zeuge der Gendarmeriewachtmeister auS Lessen, der den Angeklagten verhaftete, daß bei diesem das Gewehr und scharfe Patronen gefunden wurden. Aus dem Tmnspolt nach dem Gefängnis habe Prange den Versuch gemacht, die Fesseln zu sprengen. Der Angeklagte habe ihm erzählt, daß er das Gewehr von Bromberg mitgebracht habe, Praktischer Arzt Dr. Thomas hat die Leichen der Erschossenen seziert. Im Herzen Daus fanden sich vier Schrotkörner ; der Tod muß auf der Stelle eingetreten sein. Bei der Leiche Oganowskis war der Streukegel der Schrote von erheblicher Größe, der Tod muß hier durch Verblutung eingetreten lein. Der Gemeindevorsteher von Klein-KrebS hat die Leiche im Wagen gefunden. Die Pferde ginnen ruhig weiter, sodaß keine Unordnung entstanden war. Jacket und Hemd an der Leiche waren aufaeknöp't. Ein Zeuge will gegen acht bis halb neun Uhr abends auf' dem Wege von Dkarienwerder nach Klein-Krebs zwei Aiänner auf einem Wagen beobachtet haben. Einer der Männer habe den andern gefragt: „Ob er wohl noch lebt!" Der andere habe geantwortet: „Ach wo, er lebt nicht mehr!" Zeuge Eisenbahnassistent Zwacka hat am Tage vor dem ersten Viorde die Chaussee passiert und ist dem Angeklagten begegnet, der sich im Busch zu verstecken suchte. Am Mordtage'habe er wieder die Strecke passiert und dabei einen Mann getroffen, der wie Prange anssah. Bors, (auf den Angeklagten weisend): Ist er das? Zeuge: Ja, das ist er. Angeki.: Das wird nicht stimmen. Auch die Besitzerstochter Aiartha Budde ist dem Angeklagten auf dem Weichseldamm begegnet. Bei der Zeugin Frall Witt ist der Angeklâgie drei Wochen vor der Tat erschienen und hat sich dort gewaschen. Ihr neunjähriger Junge habe plötz'ich zu ihr gesagt: Mutter sich doch, der Viann hat eine Flinte bei sich. Sie habe auch