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Sette io

Nur kahle Granitkuppen und Sand, Sand, Sand. Und «vischen diesen Bergkuppen zieht sich das Tal entlang, das Millionen Birgt. Die Phantasie der Indianerromane ist zur Wirklichkeit geworden. Spizuzelte tauchen auf -- stolz weht die flagge schwarz-weiß-rot: wir sind im Lager der Dia- mantensucher. Zwei Prospekters der Debeers-Compagnie sind da, um sich ebenfalls zu orientieren. Aus dem verschließ­baren Tischkasten das ist der Tresor zieht Herr Stauch ein großes Reagenzrohr hervor und schüttet die Ausbeute von drei Tagen in einen Emailleblechteller: 500 Karat L 12 Mark gleich für 12 500 Mark Diamanten. Ich muß ge­stehen, es war doch ein eigenartiger Moment, in einem ganzen Suppenteller voll von Diamanten herumzuwüblen. Die Fundstätte ist ein Wüstental in der Namib wie alle andern, ganz flach, ca. 2 Kilometer breit und mindestens 20 Kilo­meter lang. Mittendrin zwei Waschbottiche, zwei weiße Arbeiter und sechs Kapjunaen. Dazu einige Drahtsiebe, das ist der Apparat, mit dem Tausende verdient werden. Es ist lächerlich aber wahr, daß jedes Sieb, während wir zu­sahen, durchschnittlich einen Diamanten förderte. Scheibe schüttelte auch den Kopf und sagte, so etwas wäre ihm noch nicht vorgekommen.

Nun wollte ich auch selbst welche finden. Also auf den Bauch gelegt und den Boden angesehen. Nicht etwa um­gewühlt, nur angesehen. Die Diamanten liegen buchstäblich da wie auf dem Präsentierteller, man braucht sie nur auf­zuheben resp, sie nicht zu übersehen. Nach ganz kurzer Zeit hatte ich auch zwei Stück selbst gefunden .... Die Frage, die natürlich alle beschäftigt, ist die: wo kommt das Zeug her? Blaugrund ist bisher nirgends gefunden. Die Dia­manten sind durchaus rein von irgendwelchen Muttergestein- anhängseln, müssen also schon lange abgeschliffen sein. Wie kommen sie gerade in dieses Tal? Kein Mensch kann die Fragen beantworten.

Als ich hinauSluhr, sagte mir ein alter Afrikaner, mein Tischgenoffe, spöttisch, das "Geld für wissenschaftliche Expedi­tionen könne gespart werden; wenn einer etwaS fände, so sei es ein Desperado oder ein Kaffer. Das wollte ich im Hochgefühl deutscher Universitätswiffenschast nicht wahr haben und nun: die Praxis geht eben über die Theorie. Lüderitz. Schenk, Schinz, unsere jetzigen Geologen haben alle in diesem Tal, durch das die alte Baipad und die Eisenbahn geht, gelegen und die Wüste und den Sand verflucht und jetzt : ein Kaffer und ein Bahnmeister, der vorher kaum Granit von Basalt unterscheiden konnte, haben die Sache inS GleiS gebracht. Es lebe Afrika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten !

TeS Ende deSSöniflS der Bohewe".

(Unber. Nachdr. »erb.) S. & BL Berlin, 8. Februar.

Die mehr als seltsame Art und Weise, durch die der viel­genannte König der Boheme Danny Gürtler sein Auftreten in verschiedenen Städten unmöglich gemacht hat, ließ schon öfter den Zweifel auftauchen, ob man eS bei ihm überhaupt mit einem geistig normalen Menschen zu tun habe. Dieser Zweifel stellte sich nach dem Verlaufe mehrerer Prozesse, in denen Danny Gürtler die Rolle deS Angeklagten spielte/ in letzter Zeit immer mehr als berechtigt heraus; denn vor der Breslauer Strafkammer erklärte er selbst, daß er deshalb nicht Soldat geworden sei, weil ihn die Aushebungs­kommission, so oft er vor ihr erschienen sei, stets für meschugge" gehalten habe. In Caffel bezeichnete er vor Gericht ein vou ihm verfaßtes Flugblatt selbst alshirn- verbranntes Zeug" und machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß er hochgradig hysterisch sei und für seine Hand­lungen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Man erinnert sich, daß dieser ehemalige Statist des Darmstädter Hoftheaters ursprünglich in Berlin als beschäftigungsloser Schauspieler herumbummelte und auf Winterfesten in einem räubermäßigen Kostüm Apfelsinen, das Stück zu einer Mark, zu verkaufen pflegte. Mit dem so gewonnenen Gelde kaufte er sich einen Band Heine'scher Gedichte und trug diese in einem verräucherten Weinlokale der Friedrichstraße vor, wo ihn diverse Damenentdeckten" und den kühnen Bohemien zumKönig der Boheme" krönten. Unter diesem eigen­artigen Titel trat derKünstler" zunächst im hiesigen Paffagetheater auf. Dann wurde er von einem findigen Impresario ins Schlepptau genommen und durch ganz

Gottlob die Situation klärte sich vielleicht hatte Frau Mahlmann hierzu hilfreich die Veranlassung gegeben.

Oh wie wird Annchen sich ängstigen I Ist das Fieber sehr hoch, lieber Max?"

39,8", log ich mit geschloffenen Augen.

Erbarm Dich, mein Sohn! Sofort muß, ein Eis­beutel herbei. Du Aermster ja, ja, das böse Examen. Gottlob daß es nun vorüber ist. Dein Telegramm mit der frohen Botschaft traf unS gestern fast reisefertig, Annchen und mich".

Annchen," rief ich wie elektrisiert.

Nur Ruhe, mein lieber Junge, Ruhe! Du hast natür­lich hohes Fieber, man sieht es Dir sofort an. Du weißt ja, ich verstehe mich daraust Allo das ist's, und wir glaubten, der Papa habe meine Anmeldedepesche zu spät expediert. Er ist so zerstreut".

Hat er auch", stöhnte ich.

Annchen ließ es keine Ruhe", fuhr meine Schwieger­mutter, die sich an mein Lager gesetzt hatte, fort.Sie harre lauter böse Ahnungen.Du wirst sehen, Mama Max ist etwas zugestoßen", sagte sie immer wieder. Nun sitzt sie drunten in der Droschke und wartet auf Be­scheid«.

Um 4 Uhr nachmittags die letzten Spuren meines Katers waren durch eine kalte Douche beseitigt worden, be­gab ich mich in die Wiener Konditorei, die im Parterre des Hauses, in dem ich wohnte, lag. Ich hatte meine Braut gebeten, mir dort ein Stelldichein zu geben ein Still- dichein hinter dem Rücken der Mama. Die Gestrenge durfte kein Sterbenswörtchen erfahren ich verging ja vor lauter Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit Annchen, die auch nicht länger in unnötiger Sorge um mich sein durfte.Bin gesund wie ein Fisch irn Wasser alles weitere mündlich von deinem Max," hatte ich ihr geschrieben. Da kam sie auch schon heran etwas scheu und schüchtern die Groß­stadt verwirrte sie immer ein wenig und schaute sich ängstlich im Cafö nach mir um. Als ich auf sie zueilte, lachte und meinte sie in einem Atem.

O, was habe ich ausgestanden, Deinetwegen, Max; 38,9 Fieber," sagte Mama und meinte, es könnten am

Mittwoch

Deutschland geschleift wo er auf den verschiedenen Varièy'- bühnen dem ohnehin in den letzten 'Zügen liegenden Kabarett jegliche Sympathie durch sein mehr als merkwürdiges Auf­treten raubte. Seine Vorträge pflegte er bekanntlich durch Signale auf einer Kindertrompete zu eröffnen. Es folgte dann der Vortrag ziemlich anstößiger, auch sozialistischer und anarchistischer Lieder und Gesänge,' die mehrfach die Polizei zum Einschreiten veranlaßten. So ist Gürtler schon seit langer Zeit das Auftreten in Breslau, Cassel, Frankfurt am Main, Wiesbaden und München untersagt worden, zumal er in Frankfurt, Cassel und München eine Reihe bösartiger Kon­flikte mit seinem Publikum provozierte. In München wurde er deshalb von einer Anzahl Studenten überfallen und ver­prügelt, wobei auch seine Frau Verletzungen davontrug. In Frankfurt a. 9JL warf ihn der Besitzer des Orpheums kurzer Hand vor die Tür, und in Breslau erregte er sogar einen Straßentumult. In der Gerichtsverhandlung in" Breslau trieb er es sogar soweit, daß er unter dem Schutze der Strafprozeßordnung dem Gerichtshöfe die angeblich von ihm verfaßtenHetärenlieder" im richtigen Bühnenpathos vor­deklamierte, die er in der ihm eigenen Bescheidenheit als ein klassisches Werk von tiefem sittlichen Ernste und hervor­ragendem poetischen Werte bezeichnete. Diese Hetärenlieder hätten nur bei Zentrumsleuten Anstoß erregt, weil sie in ihm einen geheimen Abgesandten Bebels erblickten, während er in Wirklichkeit ein kaisertreuer Sozialdemokrat sei. Das Tollste aber leistete sich Gürtler in Cassel, wo er einen Setzerlehrling, der ihm den Bürstenabzug eines von ihm verfaßten Flugblattes überbrachte, einfach anderthalb Tage in feiner Wohnung einsperrte und sich dadurch eine Anklage wegen Freiheitsberaubung zuzog, und wo er ein ander Mal vier Regierungsaffefforen aufs gröblichste beleidigte. Jetzt hat den König der Boheme sein Schicksal erreicht. Er war vom 1. Februar ab wieder für das Berliner Paffagetheater und das Kabarett unter den Linden engagiert, benutzte jedoch schon den Abend der Premiere dazu, um Publikum, Presse und die Direktion des Unternehmens in geradezu haar­sträubender Weise zu haranguieren, sodaß die Direktion sich veranlaßt sah, ihm den Norhang einfach vor der Nase zuzu­ziehen. Allein Danny Gürtler wußte sich zu helfen. Er spielte vor dem Vorhang weiter, bis man ihn mit Gewalt aus dem Lokal entfernt hatte. Der Skandal war derartig groß, daß an die Berliner Polizei nunmehr ernstlich die Frage herangetreten ist, ob sie denKünstler" zunächst auf seinen Geisteszustand hin beobachten lassen soll. Damit dürfte die Rolle dieses sonderbaren Heiligen, der sich in spaltenlangen Zeitungsinseraten rühmte, im Verlauf weniger Jahre ein Bankguthaben von 600 000 Mark zusammen­gebracht zu haben, von denen er der Stadt Köln ein Heinedenkmal, allerdings vergeblich, angeboten hat, ausge- jpielt fein. '

Ein Mstn-Mnwchschrozq.

(Nachdr. Verb.) 8. u. H. Dresden, 8. Februar.

Der vor der hiesigen 3. Strafkammer verhandelte Riesen- Kellerwechsel-Prozeß ist nach 3tägiger Verhandlung zu Ende gegangen. Die Verhandlung hat im wesentlichen das Er­gebnis der Voruntersuchung bestätigt, daß der Hauptange­klagte Horra es verstanden hat, eine regelrechte Organisation für ganz Deutschland zu schaffen, die die Ausbeutung von Geschäftsleuten durch Ueberlassung wertloser Wechsel be­zweckte. Für chie Wechsel mußten die betrogenen Geschäfts­leute 20 Proz. Provision zahlen und diese Provision wurde zwischen Horra und seinen Agenten und Unteragenten ge­teilt. Von diesen Zutreibern saßen mit Horra 70 Personen auf der Anklagebank. Der Staatsanwalt ließ aber die An­klage gegen eine ganze Anzahl von diesen fallen, da sie selbst zu den Betrogenen gehörten. Andererseits hob der Staats­anwalt hervor, daß insgesamt gegen 200 Personen in die Wechselschiebungen verwickelt seien, von denen man aber viele nicht habe fassen können. Der Angeklagte Horra ist ein ehemaliger Bankvolontär und hat später ein Tiefbohr­geschäft beseffen, mit dem er schon im Jahre 1899 bei 200 000 Mark Passiven Konkurs anmelden mußte. Der Trick der Angeklagten bestand darin, daß sie den betrogenen Geldbedürstigen vorredeten, die Wechsel mit dem Akzept von Horra seien gute Kundenwechsel, die sich leicht zu Gelde machen ließen. Der Verteidiger Horras suchte eine Betrugs-

Ende gar die Masern sein, die Du als Kind nicht gehabt hast. . . ."

Warum nicht lieber die Cholera oder die asiatische Pest," fiel ich ihr in tollstem Uebermut ins Wort.

Aber, sag mir doch um alles in der Welt Max . ." Annchen konnte vor lauter Erstaunen gar nicht weiter reden.

Da führte ich sie zu einem Plätzchen in einer lauschigen Fensterecke, bestellte für sie Eisschokalade und für mich eine Flasche Sodawasser und legte ihr dann eine General­beichte ab.

Annchen schmollte nur ein ganz klein wenig dann lachte sie. Es wurde eine herrliche Plauderstunde, und ich dachte nicht im entferntesten daran, daß mir meine Schwieger­mutterso um Fünf herum" ihren Besuch in Aussicht ge­stellt hatte.

Da ist mir's plötzlich, als ob mich jemand starr ansieht ich schaue über den Tisch, an dem von einem Pfeiler halb verdeckt Annchen mir gegenübersitzt in das MedusenanUitz meiner Schwiegermutter, vor die ein Kellner soeben eine Portion Kaffee hinstellt.

Allmächtiger was nun . . .?

Da naht sich auch bereits die Gestrenge.

Frau Mahlmann scheint recht gut von Dir instruiert zu sein, mein bester Max," sagt sie mit kaltem Hohn sie wies mich ab mit der Beteuerung, Du wärst vor kurzem ëingeschlasen. Und nun finde ich Dich hier wohl und munter und sogar in"

Damengesellschast," hatte meine Schwiegermutter sagen wollen, aber das Wort erstarb ihr auf den Lippen. Sie hatte eine halbe Wendung nach rechts gemacht und ihre halb hinter dem Pfeiler verborgene Tochter erkannt, die mit halb schalkhafter, halb beschämter Miene dalaß.

Es ist wirklich mein erstes Stelldichein hinter Deinem Rücken, liebste Mama," sprach sie leise, während der Humor ihr aus den Augen guckte.

Meine Schwiegermutter war sprachlos und tastete nach bem ersten besten Stuhl.

Es wurde eine kolossal gemütliche Examennachfeier, denn meine Schwiegermutter gehörte zu den vernünftigen alten

10, Februar absicht dieses als nicht erwiesen hinzustellen, da er sich stets, bemüht habe, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Der Gerichtshof verurteilte Horra zu 2 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Drei weitere Angeklagte, darunter eine ehemalige Krankenschwester, erhielten Gefängnisstrafen von 36 Monaten, 15 Angeklagte Geldstrafen von 50 bis 500 Mark. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen.

Ein Höhenluft-Kongreß.

(Unber. Nachdr. Verb.) 8. u. H. Berlin, 8. Febr.

Der große Saal von Kellers Neuer Philharmonie, der in der vergangenen Woche beim Bergarbeiterkongreß Hunderte von Bergleuten beherbergte, die tief unter der Erde des Sonnenlichts entbehrend in vielfach schlechter Luft ihrem schweren Berufe nachgehen, ist von heute ab für mehrere Tage der Sammelpunkt der Vertreter eines Berufes, die im strik- testen Gegensatz zu den Bergarbeitern hoch hinaus über die Erde der'Sonne zustreben und Höhenluft atmend einernicht minder schweren und gefahrvollen Tätigkeit nachgehen: der Dachdecker. Der Bund deutscher Tachdeckerinnungen feiert hier nämlich ein Jubiläum, einen 25. Verbandstag, mit dem eine sehr instruktive Fachausstellung von Utensilien des Dach- deckereigewerbes und höchst anerkennenswerten Leistungen der Dachdeckerschulen verbunden ist. Diese in verhältnismäßig kleinen Dimensionen gehaltene Ausstellung teilte zwar heute noch das Schicksal ihrer größeren Nebenbuhlerinnen; sie war noch nicht fertig; morgen aber wird sie sich in voller Schöne und Stattlichkeit repräsentieren. Heute wurde noch aller­orten gehämmert und geschalt, gedeckt und gekegelt, um wenigstens noch im Laufe des heutigen Tages das Werk besiegeln zu können. Ein Konstrukteur führte einen Miniatur­fachbau in Gemeinschaft mit einem Dienstmann auf, an­scheinend um darzutun, daß nach seinem System alles wie von selbst geht. Auf dem Hofe hatte eine bekannte Berliner Gerüstbaufirma ein funkelnagelneues Gerüst aufbauen lassen; ein Laie mochte denken, um anderen Leuten zu zeigen, wie man ihnen aufs Dach steigt; die Sachverständigen, die schon heute in großer Anzahl vertreten waren, behaupteten jedoch, um zu beweisen, daß der auf dem Verbandstage zu erörternde Antrag der Breslauer Innung ohne jede Schwierigkeit zu erfüllen ist, daß nämlichauf allen Neubauten für alle Bau­handwerker benutzbare Aufgänge vorhanden sein müssen." Heute mittag fand von 12 Uhr ab Empfang der Gäste im Festlokal statt. Am Nachmittag vereinigten sich die Mit­glieder des Gesamtvorstandes zu einer Sitzung. Die eigent­lichen Beratungen des Verbandstages beginnen erst am morgigen Dienstag. Die Hauptthemata bildenDer der­zeitige Stand der Handwerkerbewegung",Schleuderpreise in der Dachpappdeckerei",Errichtung einer Dachdecker-Berufs- Genoffenschaft" undStellungnahme zum Arbeitskammer­gesetzentwurf". Getreu dem Dichterworte:Tages Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste", werden aber die erüsten Männervom Bau", die trotz ihrer Tätigkeit in dem frnher so verschrieenen Baugewerbe von jeher stetsschwindel­frei" haben sein müssen und gewesen sind, in diesen Tagen, wo sie von der Dächer Zinnen zu eifriger Beratungsarbeit heruntersteigen, auch daS Vergnügen zu seinem Rechte kommen laffen. Heute abend findet ein Kommers mit Damen statt, der humoristische Vorträge, Gesänge, und die mit Recht so beliebtenUeberraschungen" zur geistigen und schwerlich alkoholfreie Getränke zur körperlichen Anregung seiner Teil­nehmer in Hülle und Fülle bringen wird. Morgen abend vereinigt ein Festmahl mit anschließendem Ball die Teil­nehmer des Verbandstages, an den sich am Mittwoch und Donnerstag ein Verbandstag des Zentralverbandes Deutscher Tuchdeckermeister anschließen wird.

Auszüge aus dem Amtsblatt her Königlichen Regierung z u Cass el.

Gelnhausen. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Gelnhausen belegenen, im Grundbuche von Gelnhausen zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Gärtners Martin Madie zu Gelnhausen eingetragenen Grundstücke am 26. Februar 1909, vormittags 9'/, Uhr, durch daS Königliche Amtsgericht zu Gelnhausen an der Gerichts- stelle versteigert werden.

Damen, die mit sich reden lassen und die ihre Waffen streckey, sobald der Humor mit ins Spiel kommt.

Ich freue mich bloß, den Witz dem Papa zu er­zählen," sprach sie, aber drohte mir dabei lächelnd mit dem Finger.

Albumblätter.

Wer aber lebt, muß klar sich sagen:

Durch dieses Leben sich durchzuschlagen,

Das will ein Stück Roheit.

Wohl dir, wenn du dies hast erfahren

Und kannst dir dennoch retten und wahren

Der Seele Hoheit.

In Seelen, die das Leben aushalten

Und Mitleid üben und menschlich walten,

Mit vereinten Waffen

Wirken und schaffen

Trotz Hohn und Spott,

Das ist Gott. Fr. Th. Vischer.

Traurigkeit ist das Los großer Seelen und starker Denker. Die Furchen, die ein tiefes Denken zieht, werden zu Ab- gründen. Sinet.

*

Rastlos vorwärts mußt du streben,

Nie ermüdet stille stehn,

Willst du die Vollendung sehn;

Mußt ins Breite dich entfalten,

Soll sich dir die Welt entfalten;

In die Tiefe mußt du steigen,

Soll sich dir das Wesen zeiaen,

Nur Beharrung führt zum Ziel,

Nur die Fülle führt zur Klarheit

Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Schiller.