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General-Anzeiger
Amtliches Organ für L'tadt- uni Landkreis Kanan.
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Die süuszespâiit Petttznl« oder deren Rau* M $^ im Sieklamenteli bU Zell« 36
ee, WarlmhauseS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BeranNoortt. Redakteur: G. Schrecker * Haeenu.
Wt. 32 ^ernfvvedjnitfdjruFj Nr. 605.
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Slmtliches.
Candkreis Hanau.
Unter den Schweinen in Niederdorfelden ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 6. Februar 1909.
Der Königliche Landrat.
V 701 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau. Bekamitmackmttft.
Diejenigen Personen, welche wünschen, daß ihre militärpflichtigen Söhne zurückgestellt oder vom Militärdienst befreit werden sollen, können Reklamationen bei dem diesigen städt. Einwohner-Meldeamtc, Langstraße 41, eine Treppe hoch, links, in den Sprechstunden (vormittags von 10 -12^2 U^r und nachmilla-rs von 2^2—5 Uhr) bis 15. Februar d. I. anbringen. Drei Familienväter, welchen die Familienver- Hältnisse bekannt, sind hierzu mitzubringen.
Hanau den 1. Februar 1909.
Der Magistrat.
__________________ Hild ________________2677
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Rosigen, Hafer, Wiesenhen und Roagenftroh (Flegeldrusch und ungepreßtes Maschinenstroh) aus der letzten Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung von Roggen, Wesenheit und Roggenstroh kann ohne vorherige Anfrage und, mit Ausnahme •ber S amrNag-N achmit 1 age, an jedem Tüochentage von 8—12 Uhr vormittags sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Für Hafer ist wegen Beschränktheit bet Unterbringungs- räume vorherige Anfrage erforderlich.
Hanau den 3. Februar 1909. V 686
Königliches Proviant-Amt.
Gcfinidtnc inid verlorene Gcgenstlinde re.
Gefunden: 1 schwarzer gehäkelter Frauen-Schulter- kragen, 1 Pfd. Butter, 1 Portemonnaie mit 4 Mk., 1 Damenschirm (im Laden Siernstr. 14 bei Rang stehen geblieben, Empfangnahme daselbst).
Verloren: 1 Zehnmarkstück, 1 Radfahrerlaterne, 1 weißer Kinderpelz.
Hanau den 8. Februar 1909.
Feuilleton.
Stadtthcatn in Hanau.
— Hanau, 7. Februar.
„Ueber ben Wassern".
Drama in 3 Aufzügen von Georg Engel.
Nach längerer Pause gelangte heute neu einstudieri Georg Engels Drama „Ueber den Waffern" wieder einmal zur Aufführung, das mit seinem szenischen Beiwerk der Stimmung der letzten Tage gut angepaßt war. Ueber den Wassern fristen die im engen Pfarrhaus zu Steinloch Einaeschlossenen ihr angstvolles Leben, während das arme Fischerdörflein unter ihnen von der furchtbaren Flut verschlungen und vernichtet word-n ist. Ueber den Wassern schweben und klären sich die Seelen, die aus dem dunklen Chaos stürmender Leidenschaften sich hier heraus gerettet haben. Eine Symbolik ist augenscheinlich angestrebl zwischen den äußeren Gewalten der Natur und den inneren Mächten des Menschenlebens. In Todesnot, umgeben von der immer höher steigenden" Wogenmasse, halten die Eingeschlossenen eine letzte Abrechnung miteinander, kehren hervor, was gut ist in ihnen und groß. Die Handlung des Dramas führt uns vor zwei Pastoren, die in dem kleinen Pfarrbaus leben. Der alte Pastor Siewert ist vom Amte dispensiert und will nach der Siurmnacht das Dorf verlassen, ^ein Nachfolger, der jugendlich hitzige Pastor Holm, will diese Gemeinde retten, anderen Sinnes machen. Aber der Damm, den er aufbauen ließ, _ stürzt ein, stui Dorf begraben die Fluten. Nur eine ist gereitet, die Magd Stine Kos, die den jungen Pastor haßt, im geheimen aber liebt. Nun will das Drama uns schildern, wie die bciocu Pastoren sich läutern, wie in der wilden Seele des N>ädcheiis
Montas den 8. Fcbruar
Politische Run dich au.
Zur Nachlatzsteuer. An ihrem Rückblick auf die Verhandlungen der Finanzkommisston des Reichstags schreibt die „Rordd. Allg. Ztg.": „Einige Beispiele zur Wirkung der Nachlaßsteuer, die der Finanzminister angeführt hat, verdienen Beachtung. Hiernach wurde für ein Landgut mit einem jährlichen Reinerträge von 3200 Mk. und 40 000 Mk. Schulden die Nachlaßsteu-r 120 Mk. betragen. Falls die Zahlung in Form einer Rente beliebt werden sollte, würde diese Rente auf 20 Jahre jährlich 3,83 Mk. betragen. Bei einem Landgute mit einem jährlichen Reinerträge von 8000 Mk. und 100 000 Schulden würde der zu zahlende Steuerbeirag 480 Mk. sein, oder es müßte statt dessen 20 Jahr hindurch eine Rente von jährlich 35,32 Mk. entrichtet werden. Bei einem Landgute, das einen jährlichen Reinertrag von 24000 Mk. bei 300 000 Mk. Schulden hat, würde die Steuer 3600 Mk., die jährliche Rente 264,89 Mk. betragen. Für ein Landgut endlich mit einem Reinerträge von 80 000Mk. unb 1000 000 Mark Schulden, bei einem Werte von 2 000 000 Mk., würden die Verhältnissesich so gestalten, daß die Steuer 16 800 Mk., die jährliche Rente 1236,17 Mk. betrügen. Nun gibt es in Preußen im ganzen rund 1200 000 Landwirtschaftsbetriebe im Hauptberuf, mit rund 24 500 000 Hektar bewirb schaffbarer Fläche. Auf Grund der • Verschuldungsstatistik vom Jahre 1902 darf schätzungsweise angenommen werden, daß hiervon nicht mehr als 220 000 Wirte (also etwa ein Fünftel) mit einer Wirtschaftsfläche von insgesamt 15 000 000 Hektar ein Reinvermögen von 20000 Mk. oder mehr haben. Hierbei ist das Wirtschaffsinventar berücksichtigt. — Es wird im Ernste nicht behauptet werden können, daß die vorhin genannten Sätze den landwirtschaftlichen Besitz in unerträglicher Weise belasteten. Nur aus der Unkenntnis der Gesetzesbestimmungen heraus ist der Widerktang zu verstehen, den die Agitation gegen die Nachlaßsteuer im Lande angeblich gefunden hat."
Meuterer. 80 Infanteristen, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung von Madeira nach der von der Pest betroffenen Azoren-Insel entsendet wurden, und nach Madeira zurück- zukehien wünschten,drangen in das bakteriologischeLaboratorium der Insel Terceira ein und verlangten von den Aerzten, sie sollten die Pestepidemie binnen 14 Tagen zum Erlöschen bringen. Die Vermittelung eines Militärarztes verhinderte größere Ausschreitungen. 60 Meuterer wurden verhaftet.
Türkisches Parlament. In der vorgestrigen Kammer- sitznng erklärte der Präsident betreffend der an den Minister des Innern gerichteten Interpellation über das Vorgehen der Regierung gegen den Metropolitan von Drama, zu deren Beantwortung der Minister zur Rechtfertigung der Regierung die Vorlegung von Geheimakten anoekündigt hatte, der
der wahre Glauben und der Mut zum Opfertode entflammt wird? Ob es ihm gelingt? Wir möchten es bezweifeln. Die Mache ist jedoch geschickt und geeignet, starken Eindruck hervorzurufen. In Szene gesetzt von Herrn Oskar Feigel, konnte die Aufführung im ganzen genommen befriedigen, die packenden, wildbewegten Situationen wurden gut herausgebracht. Den alten Pastor Siewert verkörperte Herr E o m m e r , den eifernden jugendlichen Pastor gab Herr Feigel mit gutem Gelingen, mit der Rolle des alten Rutschew war Herr Walther Krug betraut, die „alte Mamsell Westphal" gab Frau Türschmann, die „Stine Kos" Frl. Rohn-Ressel. Wie gesagt, waren sämtliche Mitwirkende bestrebt, dem Drama zu Erfolg zu verhelfen, sodaß auch reich gespendeter Beifall nicht ausblieb.
Am Nachmittag wurde Sudcimanns Schailspiel „Hei- m a t" wiederholt.
Wiffenschaftliche Sitzungen. Lenckenvcrgislhe Natursorschende Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 6. Februar 1909.
Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. med. E r n st R o e d i g o r.
Prof. Dr. B. Fischer sprach:
„Neber de»t Tod".
Die einzelligen Wesen find potential unsterblich, da ihre Fortpflanzung einfad) in der Teilung des Muttertieres besteht. Mit der Cucystierulig tritt auch bei den Einzelligen schon ein Analogon des natü» lichen Todes auf, indem eine Kapsel zum Schutze der jungen Zellen gebildet wird, die dann abgesloßen wird und zerfällt. Bei den vielzelligen Wesen tritt mit der Scheidung in Keimzellen und Körper- zellen der physiologische Tod, der Tod aus Altersschwäche auf, da die Natur nur ein Interesse an der Erhaltung der Art hat und, sobald diese aesichert ist, das Jndividuuni opfert. Bei den vielzelligen Wesen haben also allein die Fortpflanzungszellen die Unsterblichkeit der Einzelligen bei»
Ferusprechanschlutz Nr. 605. 1909
griechische Patriarch habe den Wunsch geäußert, daß bb Vorlegung der Akten unterbleiben und die Interpellation zurückgezogen werden möge. Der Interpellant Kosmidi zog darauf die Interpellation zurück, womit sich das Haus einverstanden erklärte. Sodann wurde eine Eingabe des früheren Kommissars von Aegypten verlesen, der sich über die geplante Beschlagnahme seiner in Kairo befindlichen Akten beschwert. Es wurde beschlossen, die Eingabe dem Großwesir zu übermitteln und die Debatte zu vertagen bis die Antwort des Großwestrs eingetroffen ist.
Die Krisis im Orient.
Konstantinopel, 5. Febr. Heute wurde ein außerordentlicher Ministerrat abgehalten, der sich mit dem öfter» reich-ungarisch-türkischen Protokoll befaßte. AuS der Umgebung des GroßwesierS verlautet, daß das Protokoll, das morgen der österreichisch-ungarischen Botschaft zugestellt werden soll, etwas abgeändert wurde. Außerdem beriet der Ministerrat über den russischen Finanzvorschlag, über den der russische Botschafter Sinowjeff heute dem Großwesir dahin Mitteilung machte, daß Rußland der Türkei für Bnlgarien 120 Millionen Franken anbiete, indem es 16 Jahre auf di« türkische Kriegsentschädigung verzichtet. Wenn die Türkei 16 Jahresraten kapitalisieren und eskomptieren wolle, könne Rußland die Auslagen hierfür übernehmen. Der Droßwesir soll dem Ministerrate folgenden Gegenvorschlag an Rußland zur Beratung unterbreitet haben. Die Türkei benutzt diese Gelegenheit, um die ganze Kriegsentschädigung zu liquidieren, indem sie den russischen Vorschlag annimmt. Die Pforte ist in der Lage, eine Anleihe von etwa fünf Millionen Pfund aufzunehmen, oder durch Eskomptierungs-Operationen die gleiche Summe flüssig zu machen. Wenn die Pforte diese Summe an Rußland zahlt, würden nur noch 3 Mill. Pfund verbleiben und damit der ganze Rest der Kriegsentschädigung ausgezahlt werden. Die Pforte könne diese drei Millionen Pfund leicht finden. Es könnten hierzu noch die 2*/» Millionen Pfund, welche Oesterreich-Ungarn zahlt, benutzt werden.
Parlamentarisches.
mb. In der Finanz- und Steuerkommissiou deS Reichstages brachten die Konservativen den Antrag ein, die Abstimmung über die Vorlage bis nach Erledigung der Erbschaftssteuer auszusetzen. Aus den gestrigen Ausführungen des Zentrumsredners glaubt der Württembergische Finanzminister die Hoffnung entnehmen zu dürfen, daß das Zentrum an der Finanzresorm positiv mitarbeiten werde. Im übrigen nahm der Minister zu den Anträgen über Reichsvermögenssteuer und Veredelung der Matrikularbeiträge dieselbe Stellung ein, wie gestern seine Kollegen aus den anderen Bundesstaaten. Die Vorzüge der Reichsvermögenssteuer gegenüber der Nachlaßsteuervorlage der Regierung werden von national liberaler Seite eingehend dargelegt. Auch die Nachlaßsteuer greife in die Souveränität der Einzelstaaten ein. Für b«.
behalten. Die Körperzellen gehen stets zugrunde. Die Dauer des Jndividuallebens ist bei den einzelnen Arten sehr verschieden. Weder die Körpergröße, noch die Schnelligkeit des Stoffwechsels, noch die Komplikation des Baues haben bei den einzelnen Arten einen wesentlichen Einfluß auf die Normierung der Lebensdauer. Ausschlaggebenden Einfluß hat nur die Rücksicht auf die Erhaltung der Art, daher fällt bei den niederen Formen und Insekten Tod und Fortpflanzung vielfach zusammen. Verlängert wird die Lebensdauer, wenn sich die Foripflanzung über einen langen Zeitraum erstreckt, wenn die Fruchtbarkeit sehr gering, der Verlust an Jungen sehr groß oder Brutpflege nötig ist. Wenn die Erhaltung der Art gesichert ist, fallen die Individuen wie reife Blätter vom Stammbaume der Art, der Familie, ab.
Der Tod selbst erfolgt auch bei den höchsten Organismen nicht plötzlich, sondern entwickelt sich langsam auâ dem Leben. Das herausgenommene Herz eines Hingerichteten kann man noch 24 Stunden nach der Hinrichtung zum regelmäßigen Schlagen bringen, wenn man es mit saiiersioff altigem Blm durchströmt. In vielen Zellen erlischt erst wochenlang nach dem Tod das letzte Leben. Als Tod bezeichnen wir den Moment, von bent aus eine Rückkehr zürn Leben des Ge- sanitorganismus unmöglich ist. Dieser Moment tritt ein, sobald der Kreislauf aufhört, d. h. sobald das Herz unwiderruflich seine Tätigkeit ein stellt. DieS erfolgt durch Zerstörung lebenswichtiger Organe (Herz, Gehirn, Lunge, Niere, Leber); in letzter Linie ist jeder Tod ein Herztod.
Die dauernde Abnutzung des Organismus'durch den Lebtiisprozeß muß zum Tode führen. Dieser Abnutzung steuert der Körper durch die Teilung, d. h. Verjüngimg der Zellen. Da aber gerade die für den Bestand des Lebens wichtigsten Zelleii, die Ganglietizellen des Gehirns und die Herzmuskelzellen schon in frühester Jugend die Fähigkeit der Teilung verlieren, so samt der Körper die Abnutzung dieser Zellen und die schädliche Ablagerung von Stoffwechselschlacken