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Gcneral-Ailzeiger

Amtliches Gcgsli für Mt- uni FanNreis ganan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer BeUage.

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Die füufgejPLltene Petitzeile »»« d«e« lUum 30 Mg. im Rekta menteü die Zeile 35 Pf-,

Verantwort. Redakteur: 6. erteilt in Hanau.

Nr. 29 F-rnsprechanschlutz Nr. 605»

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Amtliches.

Eandkrets Fjanau. Bekanntmachung.

Da sich ergeben hat, daß der Antrag auf Zahlung des vollen Staatsbeitrags für diejenigen Schulstellen, bei denen die Voraussetzungen der Kürzung nach § 3 und 27 III des Lehrerbesoldungsgesetzes vom 3. März 1897 nicht mehr zu­treffen, häufig unterlassen wird, macke ich die Herren Bürger­meister darauf aufmerksam, daß eS ihnen obliegt, derartige Anträge, wenn Lehrer endgültig angestellt werden und ihre 4jährige Dienstzeit im öffentlichen Schuldienst beendet haben, rechtzeitig bei mir zu stellen. Hanau den 1. Februar 1909.

Der Königliche Landrat.

V 582 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Izanau. Bekanntmachung.

Die im Schlachthof aufkommenden Borstel» und Klarten, soweit sie nickt von den Metzgern mitgenommen werden, sollen vom 1. April 1909 neu vergeben werden. Die Bedingungen liegen im Zimmer 11 des Rathauses zur Einsicht aus.

Angebote sind bis zum 20. Februar 1909 an uns -inzureichen.

Hanau den 1. Februar 1909.

Der Magistrat.

H i l d. 2945

Steuererhebung.

Mit dem 15. d. MtS. beginnt die Erhebung der Steuern re. für das 4. Vierteljahr (Januar- März 1909).

Erhebetage:

Zettel Nr. 1-3500 am 15., 18., 20. u. 22.

Januar 1909,

Zettel Nr. 3501-7000 am 25., 29. Januar und 1. Jebrnar 1909,

Zettel von Nr. 7001 ab am 3., 5., 8., 10., 12. und 15. Jebrnar 1909.

Zur Erleichterung des Geldverkehrs werden Schecks, welche auf die Reichsbank, auf eines der hiesigen Bankhäuser oder den Hanauer Kredit­verein bezogen find, in Zahlung genommen. Einzahlungen durch die Poft sind zulässig, in welchem challe die Hebebuchnummer anzu-

Feuilleton.

Lonis XVI. und Empire.

(Zur Ausstellung in der Zeichenakademie.)

Von Dr. R. Ouillirtg.

Die beiden Stilarten, die man als Louis XVI. und Empire zu bezeichnen sich gewöhnt hat, weil ihre Dauer un­gefähr den Regierungszeiten des französischen Königs und Napoleons I. entspricht, stehen bekanntlich in einem bewußten künstleriscken Gegensatz zu der Richtung des Rokoko. Diese gegensätzliche Strömung setzt schon um das Jahr 1760 in Frankreich ein, also lange vor dem Regierungsantritt Lud­wigs XVI. An Stelle des luftigen, schuörkelichen Linien­spiels des Rokoko-GeschmackeS, das absichilich jeder Symmetrie Hohn sprach, trat das Bestreben, eine ruhige, gleichmäßige, ernste Wirkung zu erzielen. Die wundervollen Funde in Pompeji, das mit der Schwesterstadt Herculaneum 1748 wieder entdeckt worden war, und auch zahlreiche Reste griechischer und römischer Kunst im übrigen Italien, lieferten dafür erwünschte Vorbilder. So fand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der antike Formenschatz mehr und mehr Eingang zunächst in Frankreich und später von da aus im übrigen Europa. .

Er beherrscht den künstlerischen Stil etwa in der Zeit von 17701820 vollständig, wenn auch nicht in dem Sinne, daß man die klassischen Kunsterzeugniste sklavisch nackgeahmt hatte. Vielmehr hat sowohl die Richtung des LouiS X> I. wie die des Empire ihr besonderes, von dem der Antike ver­schiedenes Gepräge, weil eben die damaligen Künstler nun kopiert, sondern auf Grund der durch daS Altertum emp­fangenen Lehren und Anregungen selbständig ak> ..keuschen ihrer Zeit etwas für diese charakteristisches Neues geschossen haben."

Donnerstag den 4. Februar

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geben ist; Porto und Bestellgeld hat der Ein­zahler zu tragen.

Die städt. Steuerkasie ist für Einzahlungen nur Montags, Mittwochs und ^r ei» tags vormittags von 81/* bis 12^3 Uhr geöffnet.

Hanau den 13. Januar 1909.

Stadtkaffe. 1239

Zugelaufen t Ein gelb und weißer Neufundländer- Hund m. Geschl.

Mittelbuchen den 2. Februar 1909.

Bürgermeisteramt. 2907

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Brille mit Futteral, 1 brauner Herren- Glacehandschuh (linker).

Verloren: 1 grauer mit Silber durchwirkter Gürtel, 1 braune Segeltuchdecke von einem Metzgerwagen.

Zugelaufen: 1 junger brauner Hund mit etwas weißer Brust w. Geschl., 1 junger brauner Pinscher mit Halsband mit Schlößchen.

Hanau den 4. Februar 1909.

Politische Rundschau.

Die Konservative.: und der Reichskanzler. Die Abendausgabe derNeuen preußischen Kreuzzeitung" bringt an leitender Stelle eine Zuschrift deS Vorsitzenden des Vereins der Konservativen für Westpreußen, Grafen Dohna-Finkenstein, , in der sich folgender Passus findet: Die zwischen dem Fürsten Bülow Und den Konservativen entstandenen Mißverständnisse sind inzwischen beglichen; die Konservativen haben sich überzeugt, daß der Fürst seine Rede nicht gegen dieselbe richten wollte, wogegen der Reichskanzler nun wohl wissen dürfte, daß eine prinzipielle Opposition gegen seine ganze Politik oder gar seine Person den Konser­vativen ferngelegen hat.

Der prenft. Landtagsabgeordnete Jürgensen f. Der nationalliberale preußisbe Landtagsabgeordnete Geheimer Justizrat Jürgensen, der Vertreter des Wahlkreises Husum- Eiderstädt-Friedrichstadt, ist, wie derLok.-An;:" meldet, in Berlin im 71. Lebensjahre gestorben; er war seit 1880 Amts­richter in Husum. In letzter Zeit hatten einig« national­liberale Vereine Schleswig-Holsteins gegen die Haltung Jürgensens in der Frage der Dänenpolitik Einspruch erhoben, was Jürgensen veranlaßte, in einer Erklärung seine Stellung zur schleswig-holsteinischen Frage klarzulegen. Dem preußischen Abgeorduetenhauie gehörte er seit 1882 an.

Das gleiche Streben ist ja auch ein Zug unserer Zeit und wenn die Zeichenakademie als Hanauer Kunstinstitut den kunstsinnigen und in der Kunst tätigen Bürgern der Stadt eine bescheidene Ausstellung zur Kennzeichnung jener klassi­zistischen Slilarten bietet, so geschieht dies ebenfalls nur zu dem Zwecke, anregend zu wirken und die heutige Tendenz nach Ruhe, Schlichtheit und ernster Vornehmheit in der Kunst durch die Vorführung mustergültiger Werke aus einer Zeit zu beleben, die der gleichen Auffassung ge­huldigt hat.

Die Ausstellung umfaßt mehr noch in den anderthalb Dutzend aufgelegter Bücker als in den ausgestellten Einzel­tafeln eine reiche Fülle belehrenden Materials. Da haben wir Architekturen, Möbel, Kamine, Oefen, Tore, Türen, Balkongitter, Treppengeländer, Stand- und Hänge-Uhren, Kronleuchter, Wandleuchter, Getäße, Porzellanvasen, Entwürfe für Prunkgefäße, Fächer, Siockgriffe, Geräte und Instrumente, schmiedeeiserne Grabkreuze usw., alles im Stile Louis XV I. oder Empire. Nur etwas und sogar etwas recht Haupttäck- liches fehlt fast ganz: Schmuck aus jenen beiden Stilperioden. Leider besitzt bie' Bibliothek der Anstalt davon nahezu nichts. Es ist jedoch Vorsorge getroffen, daß diese Lücke, die fick erst aus Anlaß der Ausstellung gezeigt hat, alsbald entsprechend ausgefüllt wird.

Immerhin kann auch der Sckmuckkünstler in der Aus­stellung lernen, denn er bekommt dort einen Ueberblick über den ornamentalen Formensckatz der Zeit von 17701820, wie er sonst wohl selten geboten wird. Die charakteristischen Merkmale der Stilistik samt man ja auch an den Gegen­ständen und hier sogar ganz besonders gut studieren, die nicht gerade etwas mit Schmuck zu tun haben. Die ver­schiedensten Formen der Medaillons, Kartuschen, Voluten, Scklingbänder, Eierstäbe, kannelierten Säulchen, Hermenpfeiler, Embleme, Schleifen, Girlanden, Ku^br operiert, Zahnstäbe, Wellenornamente usw. treten auf, werden aber immer in einer für den Stilckarakter typischen Weise verwendet, ebenso

Fernsprechanschlatz Nr. 605. 1909

Die Hauptstadt von Britisch-Südafrika. Dre Delegiertenversammlung, welche den Zusammenschluß der südafrikanischen Kolonien in die Wege leitete, hat einstimmig beschlossen, Kapstadt zum Sitz der gesetzgebenden, Pretoria zum Sitz der administrative« Verwaltung zu erheben. Da­mit ist die Frage des Sitzes der künftigen Hauptstadt durch Kompromiß erledigt.

Eine Entschuldigung der Regierung von Liberia. DieNordd. Allg. Ztg.â schreibt: Wie aus Monrovia telegraphisch gemeldet wird, hat die Regierung von Liberia wegen der Beschießung deS Hamburger Dampfers Marie Woermann" offiziell um Entschuldigung gebeten und zugefichert, durch entsprechende Anweisungen des Komman­danten des liberischen ZollkreuzerS dafür Sorge tragen zu wollen, daß solche Vorkommnisse in Zukunft vermieden werden. Durch dies« entgegenkommende Erklärung der Regierung in Monrovia ist der viel «rörterte Zwischenfak in befriedigender Weise erledigt.

Oesterrejchisches Abg-ordu-teuhauS. In seiner gestrigen Rede im Abgeordnetenhaus« führte Ministerpräsident Frhr. v. Bienerth folgendes aus: Wir stehen , an einem überaus ernsten Wendepunkt. Es muß sich entscheiden, ob der nationale Zwist in Böhmen, der auf daS gesamte öffent­liche Leben in Oesterreich wie ein Alp drückt und nicht nur das politische Getriebe, sondern bereits Handel und Wandrl sowie die bürgerliche Arbeit schwer schädigt, sich wie eine ewige Krankheit fortschleppen soll, ober, ob wir seiner wenigstens soweit Herr werden können, daß eine ungestörte Verwaltung und ein dauerndes, ersprießliches Zusammen­arbeiten d«r Parteien in Parlament und Regierung ermög­licht wird. In der Ueberzeugung, daß nur daS Gesetz den Frieden bringen kann und daß die Klarheit und Unzwei­deutigkeit eines Gesetzes an die Stelle schwankender Verord­nungen und willkürlicher Interpretation«» treten muß, ruft die Regierung die Gesetzgebung alS unanfechtbaren Schieds­richter auf, indem sie zunächst eine Begrenzung deS strittigen Stoffgebietes dadurch versucht, daß sie das Allerdringendste herausgreift, das zugleich die Allerreifste ist; denn die Fragen, um die eS sich in den vorgelegten Gesetzentwürfen handelt, sind zur Entscheidung wirklich reif. Es gibt keine unvereinbaren Gegensätze mehr, eS , bedarf nur des MuteS zum Frieden, um dieses ersehnte Ziel zu er­reichen. Die Vorlagen der Regierung bilden sozu­sagen die ganze Bilanz der bisherigen nationalen Kämpf« in Böhmen; sie beruhen auf dem gesamten Er­gebnis der bisherigen Annäherungsversuche zwischen den nationalen Parteien. Da, wo sich noch eine Lücke zwischen Rußland und der Türkei stärken und der Erhaltung des Friedens dienen wolle, nur müsse man die Absichten nicht vergessen, welche Rußland hege. Iswolski und dl«

wie die beliebten figürlichen Zutaten der weiblichen Figuren, Satyre, Nereiden, Tritone, Putten, Sphinxe und sonstiger dem Altertum entlehnter Gestalten.

Wer sich mit diesen Einzelheiten der Dekoration vertraut gemacht hat, der findet dann durch die ausgestellten Tafeln des Luthmerschen Werke?Jnnenräume, Möbel und Kunst­werke im LouiS XVI. und Empire-Stil" Gelegenheit, auch die Wirkung der Jnnenräume in solcher Ausstattung kennen zu lernen, allerdings nur die Jnnenräume von Schlössern, nicht auch von bürgerlichen Wohnungen, denn der Verfasser bildet nur Interieurs der fürstlichen Schlösser in Cassel, Darmstadt, Mannheim, Stuttgart usw. ab. Man steht welcher Prunk und Glanz trotz aller an sich schlichten und einfachen Formen durch die Wirkung deS Materials und die Raumgestaltung und Raumeinrichtung damals erzielt worben ist und dabei muß man immer noch berücksichtigen, daß di« Abbildungen nur in schwarz-weiß gehalten sind, also keinen Begriff von dem Hauptreiz der Farbe geben. Manchmal sogar ist der Effekt der Darstellung dem der Wirklichkeit in- folge der konträren Erscheinung der Farben in der Photo­graphie direkt entgegengesetzt.

Joseph Folnesics führt in seinem WerkeJnnenräume und Hausrat der Empire-und Biedermeierzeit" auf 60 Lichtdrucktafeln eine große Anzahl von bürgerlichen und fürstlichen Zimmer- und Salon-Ausstattungen vor, die dadurch noch besonders reizvoll wirken, daß sie auch Staffage enthalten, b. h., daß die Bewohner in ihrer charakteristischen Empire-Tracht mit dargestellt sind. Die Erwachsenen, sich unterhaltend, amTeetifch, beim Schachspiel usw., die Kleinen, sich haschend, mit Hündchen oder kindlichem Spiel beschäftigt. Endlich ist ein weiterer Vorzug dieses schönen Werkes ein ausführlicher erläuternder Text, der mit großer Sachkenntnis die geschichtliche Entwikelung mib die künstlerischen Merkmale der Empire-Richtung aus- einandersetzt.

Beaurallet'sVorbilder im Stile der Empire für Baukunst, Bildnerei und Malerei" sind in einer neuen Facsimile-AuS-