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Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker« der verein, kv. Warlenhaujes in Hanau.

Geueral-Anzeigtl

Amtliches Organ für Stadt- and Fandkrtis ßanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme oer Sonn- und Feiertage, belletristischer Beilage.

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Die [aufgespaltene Peützeil« oder deren Raum 20 ^ « RtkUunerueii bU Zeile 35 Uz,

Berantmorü. Redakteur: <8. Schrick«, in Ham«,

Nr. 27 Fernsprechaitschlitss Nr. 605.

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Dienstag den 2. Februar

Fernsprechanschluss Nr. 605» 1909

Amtliches.

Eandhrcis Hanau.

Aitßiitg

Ms der Rechnung der Kreistkommm'nlk rsse des Land­kreises Hanau für das R.-J. 1907.

Einnahmen:

Titel I Aus Vorjahren (Betriebsfonds und

Ueberschuß) . . . 34559,67 TT Vermögensverwaltung . . 115882,52 III Verwaüungskostenbeiträge . 4199,58 IV Zur Unterhaltung der Laudwege 20822,74 V Dotationen unb Gebühren . 12961,82

VI Kreisabgaben:

1. Kreisst niern 139457,59 M.

2. Hundesteuern 13135,

3. Betrie>'ssteuern 4825,

4. Konzessionssteucrn 5580,

5. Wanderlagersteuer 24, 163021,59 VII Vorschüsse und durchlaufende Posten 13377,02

VIII Insgemein . 579,08

IX Außerordentliche Einnahmen . 16400,

M.

ft ff ff

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ff

.ff ff ff

Summa 381804,02 M.

Ausgaben:

Titel T

IT in IV

t!

st

ff

W

V 111 , VIII IX , X

Aus Vorjahren (Betriebsfonds)

Verniögensverwaltnng Kreisverwaitungskosten Unterhaltiing der Landwege Leistungen an andere Kassen: 1. Bezirkssteuern 47997,42 M.

2. Jagdscheinabgaben 980,10 Für Armen- und wohltälige Zwecke Für gemeinnützige Einrichtungen Vorschüsse und durchlaufende Posten Insgemein Außerordentliche Ausgaben

Summa

25000,- M 128006,06

26908,61

86142,76

48977,52 " 17817,39

7914,14

6027,07

380,90 22000,

369174,45 M.

Die Einnahmen betragen 381804,02 M.

Die Ausgaben betragen 369174,45 M.

Bestand 12629,57 M.

Der vorstehende Auszug wird auf Grund des § 87 Kr.-O. mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Jahres- Rechnung für 1907 vom Kreistag am 30. Januar d. ,Js. festgestellt worden ist.

Hanau den 1. Februar 1909.

Der Vorsitzende des Kreisausschusscs.

A 565 v. Beckerath.

Feuilleton.

Felix Mendelssohn Bnrtholdt.

Zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag.

(Fortsetzung.)

Zur Bedeutung Mendelssohns übergehènd, ist hervorzuheben, daß er wohl der g e n i a l st e und durch- gebildetste Komponist der neueren Zeit ist.

Mendelssohn hatteseine Fantasie und sein Empfinden, sowie seine Technik an den größten Meistern geschult", und als er mit dem Zauber der Romantik durch Karl Maria o. Weber bekannt gemacht wurde, bat er unter ihrem Ein­fluß vollendete Meisterwerke geschaffen, wozu ihn die Be- Herrschung der musikalischen Formen und seine Meisterschaft auf allen Gebieten besonders befähigten. Davon legt zu­nächst dieOuvertüre zum Sommernachts­traum" Zeugnis ab.

Noch nicht 18jährig (1826) schuf Mendelssohn dies große Werk, das ihn für alle Zeiten den größten Tondichtern an die Seite stellte und ihm den Kranz der Unsterblichkeit um seine Stirne schlang.In ihrer ha> manischen Verbindung von zarter Schwärmerei, überqutflenber Jdeenfülle, goldigem Humor und glänzendem Justiumentaikolorit bietet sie uns einen idealen Äusdiuck voi?MendeIssohns künstlerischer Ge- 'amtpersönlichkeit". Ferner ist die Ouvertüre M e e r es­st i I l e u n d gl ü ckIiche Fahrt " von unvergänglichem Werte. Dieses farbenreiche, von frischer Naturempfindnug beseelte und wie aus einem Guß hingcworfene Tonaemälde. das bei seiner Erstatifführung am 7. September 1828 die Zuhörer entzückte, hat auch heute noch nicht skineu Reiz em- gebüßt und vermag durch sein blendendes Orchestertolorit den Vergleich mit anderen Justrumentalwerken auszuhallen.

Auszug aus der Rechnung der Kreiskvarkä des Landkreises Hanau vom Jahre 1907.

Einnahmen:

Titel I Bestand aus der letzten Rechnung 157401,19 M. ll Rückstände aus der letzten Rechnung 7116,15 ITf Spaieinlagen . . . 2342035,80 IV Zinsen von ausgeliehenenKapitalien 234703,81 V Znrückgezahlte Kapitalien . . 832757,40 VI Rückzahlungen ans dem Reservefonds, VII Verschiedene Einnahmen . 1046,57

VIII Vorschüsse . . . 2311,66 Summa 3577372,58 M.

Ausgaben:

Titel I Überzahlung aus der letzten

Rechnung . . ., M. II Rückstände aus der letzten Rechnung, HT Zinsen von Spareinlagen . 198755,55 IV Znrückgezahlte Einlagen . 1850621,42 V Ausgeliehene Kapitalien . . 1335600, VI Verwalt'.ingskosten . . 12136, VII Ablieferung an den Reservefonds 217,26 VIII Rückzahlung von auf kurze Kündi­gung aufgenommenen Darlehen, IX Ver'chiedene Ausgaben . 731,91

X Vorschüsse . 1625,25 Summa 3399687,39 Dt.

Abschluß:

Die Einnahmen betragen 3577372,58 M.

Die Ausgaben betragen 3399687,39 KasseubestaH77685,19 Ml

Wird veröffentlicht.

Hanau den 1. Februar 1909.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A 564 v. Beckerat h.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 27. Oktober und 3. Dezember v. Js. ausgestellte und von der Polizeibehörde genehmigte Fluchtlinienplan für das Grosse Nohr zwischen Ehrensäule und Ge- markungsgreuze Großauheim wird gemäß § 7 des Ge­setzes vom 2. Juli 1875 vom 4. Februar d. Js. an 4 Wochen lang im Rathause, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftostunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Zn den unvergänglich n Meisterwerken der Tonkunst ge­hört dann die a l t e O u v e r t ur e z u r ei n s a m e n Insel", wie er die später als Ouvertüre zur Fingalsh öhl e" oderHebriden" (op 26) erschienene herrliche Tondich ung an seinen Vater (10.12. 1830) nennt. Sie zeichnet sich durch schönen Ausbau und quellenden Erfindungsreichtum aus. Die stimmungsvollen Tonbilder, die das geheime Leben und Weben der Natur schildern, sichern dieser herrlichen Ouvertüre tiefen Eindruck. AuchNup Blas" wird heute noch gern gehört und bereitet dem Hörer Genuß. Hans v. Bülow meint von unserem Meister:Seine Ouver- >uren, die ich sinfonische Dichtungen nenne, werden noch leben, wenn andere sinfonische Dichtungen nicht mehr gespielt werden." Als Romantiker wandte sich M. auch der Liedform zu und schuf hier eine Reihe köstlicher Lieder, wodurch er den Liederschatz der Nation mit vortrefflichen Gaben be­reicherte. Wer kennt nicht die stimmungsvollen Lieder: Leise zieht durch mein G e m ü t",A u f Flügeln des Gesänge s",ES i ft b esti m m t in Gottes R a t",H e r b st l i e d", dasV e n e t i a n i s ch e Gondellied",Hirtenlied op. 71" u. a. mehr! Wie reizend, voll melodischer Schönheiten und prachtvoller Harmonien sind seine Duette!

Im C h o r l i e d, das er als einer der ersten schuß hat er uns wahre Perlen hinterlassen. Seine 28 gemi'chten Quartette und seine 21 Männerchöre bildeten die Grund­pfeiler einer neu erblühten Chorlvrik. Sic erfreuen sich auch heute noch einer allgemeinen Wert'chätzung. Das wundervolle und gemütstiefe Lied:Wer hat dich du schöner Wald" bot? feinen Schöpfer unsterblich gemacht, selbst da, wo man nicht einmal seinen Namen kennt. Origi­nell und wirksam ist wobl auch («us op. 50) das r - k i s ch e S ch c u k e u l i e b" von Goethe. Auch die Heinesche W a s s e r f a h r t" ist als Chornummer wertvoll und eigen­artig. Wie herrlich hat M. die Wai'derlust und Wand°r- seligkeit in dem Liede:Wem Gott will rechte

Einwendtingtn gegen den Plan sind während dieser Zeitraumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanau den 29. Januar 1909.

Der Magistrat.

Hild. 2805

Verdingung.

Die Arbeiten und Liefemngen zum Neubau eines Lehrer- wohnhauses mit Stallgebäude in Bruchköbel sollen in öffent­licher Verdingung in 7 Losen vergeben werden.

Los I Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz« und Schmiedearbeiten,

LoS TT Zimmerarbeiten,

Los III Dachdeckerarbeiten^

Los IV Klempner arbeiten,

LoS V Schreinerarbeiten,

Los VI Glaserarbeiten,

Los VII Anstreicherarbeiten.

Die Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung bet Selbstkosten vom Unterzeichneten bezogen werden unb zwar

Los I zu je 2 Mk.,

Los II, V und VI zu je 1 Mk..

Los in, IV und VII zu je 0,50 Mk.

Die Eröffnung der Angebote IIV findet um 11 Uhv und die der Angebote VVII um ll1/1 Nh* vormittags in dem auf Dienstag den 9. Februar d. J. im Dienstzimmer des Unterzeichneten festgesetzten Termine statt.

Hanau den 29. Januar 1909.

Stübing,

Kreisbaumeister. 2735

Gcsiiil-cne unb verlorene Gegenstände u.

Gefunden: 1 Brieftasche mit Papieren (in der Turn­halle liegen geblieben), 1 Federhalter mit Bleistift, 1 Kneifer- Etuis, 1 schwarze Knabenmütze, 1 schwarzes Handtäschchen (Inhalt 1 Portemonnaie mit 75 Pfg., 1 Taschentuch und 2 Schlüssel, im Schokoladengeschäft von K. F. Müller, Marktplatz 15, liegen geblieben).

Verloren: 1 neuer Kindergummischuh, 1 Zwanzig­markschein mit einem Waschzettel, 1 schwarzes Spitzentuch, 1 schwarzer Kneifer mit vergoldeter Feder und Kettchen und

1 schwarzer steifer Filzhut.

Hanau den 2. Februar 1909.

Parlamentarisches.

mb. Die Budgetkommission des Nbgeordueteu» Hauses erledigte am Montag zunächst den Justizetat. Don einem Mitglied der Kommission wurde die Tatsache be* Gunst erweisen" nieberqeleqt 1 M. widmete eben dieser Choraattung volles Interesse. Er schreibt an seinen Freund Fr. Klingemann (1. 8.1839)Die natürlichste Musik von allen ist jedoch, wenn 4 Leute zusammen spazieren gehen in den Wald, oder auf dem Kahn fahren und dann gleich die Musik mit sich und in sich tragen".

Mendelssohn bat aber auch größere Männer» ch o r w e r k e geschrieben. Das größte auf diesem Gebiete ist wohlAntigone" von Sophokles für Männerchor und Orchester. Von den heute etwas verblaßten Choren erfreut sich der Bacchus-Chor:Vielnamigerl Wonn' und Stolz der Kadmosjungsrau" noch allgemeiner Beliebtheit. Auch derFest gelang an die Künstler", der bei fossilen Anlässen besonders zum Vortrag geeignet erscheint, ist von mächtiger unb ergreifender Wirkung.

Im wciieren war Mendelslohn für die Kla- vierfompofition mit Erfolg tätig. Während Hummel und Clementi zu damaliger Zeit für die Klav'erkompositionen entscheidend waren in Hinsicht der Technik, ward die Salon- musik eines Herz, Hünten u. a. bald die Hauptsache. Diesem Tand und Flitter trat M. entgegen und fand wieder die Spur eines Mozart nach ihrer edlen Seite. Dies beweisen uns feine zahlreichen Werke für Klavier. Von unvergäng­lichem Werte sind seine beiden Klavierkonzerte, die auch Herne noch in dem Repertoir unserer Meister einen ständigen Platz finden. Eine eigenartige Gattung auf diesem Gebiete sindDie Lieder ohne Worte."

In ihnen ist ein tiefer seelischer Inhalt instrumental ge­schaffen. Die glatte Form und die elegante Art des Aus­drucks schufen ihm einen großen Anbängerkreis. Eine dank­bare und große Knusijüngerschar hat sich M. erworben durch das große Violinkonzert, das v-moll-Trio o p. 49 und b i e Streichquartette, in denen er seine Eigenart zum Ausdrucke brachte. Das H-molL Quartett widmete er seinem Freunde und Bewunderer, dem Altmeister Goetbe.